Lya Mara

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Lya Mara. Fotografie von Alexander Binder, um 1929

Lya Mara (eigentlich Alexandra Gudowitsch; Lettisch: Aleksandra Gudoviča; * 1. August 1897 in Riga, Lettland; † 1. März 1960 in der westlichen Schweiz)[1] war eine deutsche Stummfilmschauspielerin lettisch-polnischer Herkunft.

Leben[Bearbeiten]

Nach Schulabbruch, dem Besuch einer Ballettschule und einer ersten Anstellung am Ballett des Staatstheaters in Riga ging sie 1913 nach Warschau und wurde Primaballerina. Zunächst nebenher trat sie ab 1916 als Mia-Mara im polnischen Film in Erscheinung und spielte dort in zwei Filmen gemeinsam mit Pola Negri.

Der Regisseur, Produzent und Schauspieler Friedrich Zelnik entdeckte sie und holte sie 1917 nach Berlin, wo sie von nun an fast ausschließlich in seinen auf sie zugeschnittenen Unterhaltungsfilmen auftrat. Ihr erster deutscher Film war dabei Das Geschlecht der Schelme. 1. Teil.[2] Im selben Jahr heiratete Zelnik Lya Mara. Die Sujets ihrer Filme waren kolportagehaft und hoben sich damit nicht über den durchschnittlichen Unterhaltungsfilm seiner Zeit ab. In den 1920er Jahren stand sie mehrfach mit Hans Albers vor der Kamera (Lydia Sanin, 1922, Auf Befehl der Pompadour, 1924, Die Venus von Montmarte, 1925 und Der rote Kreis, 1929).

Lya Mara spielte ab etwa 1925 in kommerziell erfolgreichen Stummfilmoperetten wie Die Försterchristl, An der schönen blauen Donau, Der Zigeunerbaron u. a. neben Alfred Abel und Harry Liedtke. Im Zuge dieses Erfolges erschien eine Romanreihe als Groschenheftchen unter dem Titel Lya. Der Herzensroman einer Kinokönigin. Danach zog sie sich aus dem Filmgeschäft zurück. Ihr einziger Tonfilm ist die Zelnik-Produktion Jeder fragt nach Erika (1931).

1933 ging sie mit ihrem Mann ins Exil nach London, wo sich ihre Spur zeitweise verliert. Nach dessen Tod im Jahre 1950 zog Lya Mara in die Schweiz zu ihrer Schwester. Sie wurde in Ronco bei Ascona beerdigt.

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1916: Studentenliebe
  • 1916: Bestia
  • 1917: Das Geschlecht der Schelme. 1. Teil
  • 1918: Die Nonne und der Harlekin
  • 1918: Die Rothenburger / Leib und Seele
  • 1918: Das Geschlecht der Schelme. 2. Teil
  • 1919: Charlotte Corday
  • 1919: Maria Evere
  • 1919: Die Erbin von Monte Christo
  • 1919: Das Haus der Unschuld
  • 1920: Eine Demimonde-Heirat
  • 1920: Die Prinzessin vom Nil
  • 1920: Die Erlebnisse der berühmten Tänzerin Fanny Elßler
  • 1920: Anna Karenina
  • 1920: Kri-Kri, die Herzogin von Tarabac
  • 1920: Fasching
  • 1921: Die Geliebte des Grafen Varenne
  • 1921: Miss Beryll …Die Laune eines Millionärs
  • 1921: Aus den Memoiren einer Filmschauspielerin
  • 1921: Trix, der Roman einer Millionärin
  • 1921: Tanja, die Frau an der Kette
  • 1921: Das Mädel vom Piccadilly. 2 Teile
  • 1921: Die Ehe der Fürstin Demidoff
  • 1922: Die Geliebte des Königs
  • 1922: Yvette, die Modeprinzessin
  • 1922: Die Tochter Napoleons
  • 1922: Erniedrigte und Beleidigte
  • 1922: Das Mädel aus der Hölle
  • 1922: Lyda Ssanin
  • 1922: Die Männer der Sybill
  • 1923: Daisy. Das Abenteuer einer Lady
  • 1923: Auferstehung. Katjuscha Maslowa
  • 1923: Nelly, die Braut ohne Mann
  • 1924: Die Herrin von Monbijou
  • 1924: Das Mädel von Capri
  • 1924: Auf Befehl der Pompadour
  • 1925: Die Venus von Montmartre
  • 1925: Die Kirschenzeit
  • 1925: Frauen, die man oft nicht grüßt
  • 1926: Die Försterchristel
  • 1926: An der schönen blauen Donau
  • 1926: Die lachende Grille
  • 1927: Der Zigeunerbaron
  • 1927: Das tanzende Wien. An der schönen blauen Donau. 2. Teil
  • 1928: Heut' tanzt Mariett
  • 1928: Mary Lou
  • 1928: Mein Herz ist eine Jazzband
  • 1929: Der rote Kreis
  • 1931: Jeder fragt nach Erika

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sterbedatum und -ort entstammen dem Filmlexikon von Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben ...“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. 2011, S. 68 f.
  2.  Gerhard Lamprecht: Deutsche Stummfilme 1917–1918. Deutsche Kinemathek e.V., Berlin 1969, S. 19.