M.I.A.
Mathangi „Maya“ Arulpragasam (Tamil: மாதங்கி 'மாயா' அருள்பிரகாசம்; * 18. Juli 1975[1] in Hounslow, London) ist eine englische Sängerin, die unter dem Kürzel M.I.A. auftritt, was sowohl für Missing in Action als auch Missing in Acton steht.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Karriere
Ihre Eltern stammten aus Sri Lanka, wohin sie auch wieder zogen, als Maya sechs Monate alt war. Ihr Vater Arul Pragasam (nach dem die erste Platte „Arular“ benannt ist) wurde dort Gründungsmitglied der Eelam Revolutionary Organisation of Students (EROS), einer militanten tamilischen Organisation. [2] Durch diesen Umstand war er auch in Arulpragasams Kindheit kaum in der Familie präsent – in neun Jahren kam er laut Maya lediglich drei Mal auf Besuch.[3] Ihre Mutter zog später mit der zehnjährigen Maya und ihrer anderen Tochter wieder nach London, wo sie zuerst in einem Flüchtlingsheim unterkamen. Nach ihrem Schulabschluss studierte M.I.A. am Londoner Saint Martins College of Art Kunst und Film. Anschließend war sie als Malerin tätig.
Als sie für eine Graffiti-Ausstellung für den Turner Prize nominiert wurde, wurde Justine Frischmann, Frontfrau der Alternative Rock-Band Elastica, auf die junge Künstlerin aufmerksam. Sie erhielt zunächst den Auftrag, das Cover zu dem Album The Menace der Band zu gestalten. Es folgten die Regie zum Musikvideo "Mad Dog God Dam" und 2001 eine Dokumentation über die USA-Tour der Band. Die Musikerin Peaches, die im Vorprogramm der Tour auftrat, zeigte ihr die musikalischen Möglichkeiten der Groovebox und ermutigte sie, selbst Musik zu machen.[4] Nach ihrer Rückkehr nach London begann Arulpragasam, Demosongs zu produzieren und strebte zunächst eine Karriere als Produzentin und Songwriterin an. Als sie jedoch keine Sängerin auftreiben konnte, entschied sie, den Gesang selbst aufzunehmen.
2003 brachte das Label Showbiz Records den Song "Galang" in einer Auflage von nur 500 Schallplatten heraus. In Klubs und bei Uniradiosendern wurde der Song schnell beliebt, über File Sharing wurde er weiter verbreitet und M.I.A., die mittlerweile diesen Künstlernamen angenommen hatte, wurde vom Insidertipp zum Untergrundhit.
2005 kam ihr erstes Album mit dem Titel Arular heraus, das nach ihrem Vater benannt wurde. Das zweite Album Kala erschien im Jahr 2007 und wurde nach ihrer Mutter benannt.
Die Musik ihrer Alben liegt zwischen Hip-Hop, Dancehall, Grime und Electro. Sie arbeitete bereits mehrmals mit dem US-amerikanischen Musiker DJ Diplo zusammen – so zum Beispiel auf dem Album „Arular“, auf welchem Diplo den Track „Bucky Done Gun“ produzierte, welcher 2005 auch als Single veröffentlicht wurde.
2009 schrieb und sang sie das Lied „O … Saya“ für den Film Slumdog Millionär zusammen mit dem indischen Musiker A. R. Rahman. Das Lied wurde für den Oscar für den besten Filmsong nominiert, den der Song „Jai Ho“ aus demselben Film gewann. Ihre erfolgreichste Single „Paper Planes“ wurde ebenfalls im Film verwendet.
Am 15. Oktober 2010 veröffentlichte sie auf Twitter einen Link zu einem neuen Song namens „bedroomtothehallwaytotheroadtotheworld“. [5]
[Bearbeiten] Privatleben
M.I.A. ist mit Benjamin Bronfman, dem Sohn des US-Warner-Chefs und Milliardärs Edgar Bronfman, verlobt. Mit ihm hat sie einen gemeinsamen Sohn.
[Bearbeiten] Kontroversen
Der Musiksender MTV lehnte es ab, ihr Video „Sunshowers“ zu spielen, solange sie nicht eine Textpassage entfernt, welche sich auf die Palästinensische Befreiungsorganisation bezieht. In dem Lied rappte M.I.A. „Like PLO I Don't Surrender“ – „Ich gebe niemals auf, wie die PLO“.
MTV hat auch eigenmächtig nach der Erstellung des Videos zu „Paper Planes“ die wiederkehrende Sequenz der vier Revolverschüsse aus Jugendschutzgründen durch ein gefälligeres und weniger martialisches Soundsample ausgetauscht. Die Künstlerin war darüber sehr verärgert.
2010 stellte M.I.A. ein Video zu dem Song „Born Free“ ins Internet. Der Kunstfilm zeigt die Verfolgung von Rothaarigen als Beispiel für Rassismus und staatliche Unterdrückung. YouTube sperrte das Video für Minderjährige und ließ zwei äußerst brutale Einstellungen kürzen. Daraufhin warf M.I.A. dem Videoportal vor, scheinheilig zu sein, da es Filmblut schlimmer als Exekutionsvideos finde. Hiermit bezog sie sich auf zuvor von ihr auf dem Portal gefundene Videos, in denen Sri Lankische Soldaten unbewaffnete, nackte Männer erschießen.[6]
Während eines Auftritts mit Madonna und Nicki Minaj beim Super Bowl 2012 sorgte die Rapperin für Furore, als sie einen Mittelfinger in die Kamera hielt. Das übertragende NBC und die National Football League entschuldigten sich daraufhin vorsorglich bei den Zusehern.[7]
[Bearbeiten] Diskografie
[Bearbeiten] Alben
| Jahr | Titel | Chartplatzierungen[8] | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| DE | AT | CH | UK | US | ||
| 2005 | Arular | 71 | − | − | − | 190 |
| 2007 | Kala | 93 | 74 | 74 | 39 | 18 |
| 2010 | Maya | 48 | 53 | 27 | 21 | 9 |
[Bearbeiten] Singles
| Jahr | Titel | Chartplatzierungen[8] | Album | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| DE | AT | CH | UK | US | |||
| 2003 | Galang | − | − | − | − | − | Arular |
| 2004 | Sunshowers | − | − | − | − | − | |
| Galang | − | − | − | − | − | ||
| 2005 | Bucky Done Gun | − | − | − | − | − | |
| Galang '05 | − | − | − | − | − | ||
| 2007 | Boyz | − | − | − | − | − | Kala |
| Jimmy | − | − | − | 66 | − | ||
| 2008 | Paper Planes | 76 | 51 | − | 19 | 4 | |
| 2010 | Born Free | − | − | − | − | − | Maya |
| XXXO | − | − | − | 26 | − | ||
| 2012 | Bad Girls | − | − | 61 | 48 | − | |
[Bearbeiten] Kollaborationen
| Jahr | Titel | Chartplatzierungen[8] | Album | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| DE | AT | CH | UK | US | |||
| 2005 | Nookie (mit Jamesy P & Jabba) | − | − | − | − | − | − |
| 2007 | Sound of Kuduro (mit Buraka Som Sistema, DJ Znobia, Saborosa & Puto Prata) | − | − | − | − | − | Black Diamond |
| 2009 | O…Saya (mit A. R. Rahman) | − | − | − | − | 93 | Slumdog Millionär Soundtrack |
| Bang (mit Rye Rye) | − | − | − | − | − | Fast & Furious Soundtrack | |
| 2012 | Give Me All Your Luvin’ (feat. Madonna & Nicki Minaj) | 8 | 11 | 6 | 37 | 10 | M.D.N.A. |
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ MIA's baby's name revealed in NME vom 23. März 2009
- ↑ Wheaton, Robert: London Calling – For Congo, Columbo, Sri Lanka.. PopMatters, 6. Mai 2005, abgerufen am 13. Februar 2012.
- ↑ Miranda Sawyer: MIA: 'I'm here for the people', Guardian Media Group. 13 June 2010. Abgerufen am 23 July 2010.
- ↑ Harrington, Richard: "M.I.A., No Loss For Words". The Washington Post, 16. September 2005, abgerufen am 13. Februar 2012.
- ↑ http://bedroomtothehallwaytotheroadtotheworld.com/
- ↑ YouTube sperrt M.I.A.-Video: Auf Provokation folgt Zensur in Süddeutsche Zeitung vom 29. April 2010
- ↑ M.I.A. sorgt für Skandälchen beim Super Bowl in Stern vom 6. Februar 2012
- ↑ a b c Quellen: DE AT CH UK US
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Website von M.I.A.
- M.I.A. bei MySpace
- M.I.A. in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | M.I.A. |
| ALTERNATIVNAMEN | Arulpragasam, Mathangi (wirklicher Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | englische Sängerin |
| GEBURTSDATUM | 18. Juli 1975 |
| GEBURTSORT | Hounslow, England |