Maasvlakte

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Blick auf die Maasvlakte

Die Maasvlakte (deutsch: „Maasebene“) ist ein großes Industriegebiet und Hafengebiet, das in den Niederlanden südlich der Maasmündung am südöstlichen Rand der Nordsee als künstliche Insel angelegt wurde und Teil des Hafens Rotterdam ist. Sie gehört zur Gemeinde Rotterdam, obwohl deren Stadtmitte 40 Kilometer entfernt ist. Auf ihr befindet sich ein Leuchtturm.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Maasvlakte wurde schon in den 1960er Jahren errichtet, 1973 legten dort die ersten Schiffe an. Für den Bau der Maasvlakte wurde ein Ringdeich gebaut und der Innenraum mit Sand aus der Nordsee aufgespült. In diesem Sand befinden sich noch viele Fossilien und häufig sind Fossiliensucher anzutreffen. Bemerkenswert ist, dass es trotz des funktionalen Charakters der Maasvlakte gelungen ist, einen Teil des natürlichen alten Küstenverlaufs (Dünen und Flachküste) durch besonders einfühlsame Deichführung nachzuahmen.

Die wichtigsten Betriebe auf der Maasvlakte sind

  • Maasvlakte Olie Terminal
  • das Delta Terminal der Europe Container Terminals (ECT), seit 1986
  • APM Terminals, Containerterminal der A. P. Møller-Mærsk
  • das Kohlen- und Biomassekraftwerk von E.ON Benelux
  • Lyondellbasell
  • der Europees Massagoed Overslagbedrijf für den Umschlag von Erzen und Kohle

An der Maasvlakte beginnen die Betuweroute und die Autobahn A15.

Maasvlakte 2[Bearbeiten]

2004 wurden die Pläne für die Tweede Maasvlakte („Zweite Maasvlakte“) genehmigt, die weiter westlich in die Nordsee gebaut wurde. Die Neulandgewinnung durch Aufspülung begann im Frühjahr 2008, gut die Hälfte der neuen Fläche (2000 Hektar) dient der Vergrößerung des Hafens für Terminals und Industrie, der Rest soll dem Naturschutz und der Erholung dienen. Durch die Vergrößerung der Maasvlakte um 20 % auf 6000 Hektar und den neuen Hafen verdreifacht sich die Umschlagkapazität für Container. Damit soll der prognostizierte Flächenbedarf bis zum Jahr 2030 reichen. Die Kosten belaufen sich auf rund drei Milliarden Euro.

Mitte 2007 wurden die letzten Betriebe, die sich auf Maasvlakte 2 niederlassen dürfen, ausgewählt. Die 14 ausgewählten Betriebe haben ein Konsortium unter dem Namen Rotterdam World Gateway gegründet. Der Hafenbetrieb Rotterdam hat zur Bedingung gemacht, dass für die Hinterlandanbindung bis 2033 mindestens 45 % der Container mit Binnenschiffen transportiert werden, 20 % mit der Eisenbahn und nur 35 % mit Lkw über Straßen.

Der symbolische Lückenschluss des elf Kilometer langen Schutzdeiches um die neue Halbinsel wurde am 11. Juli 2012 durch Königin Beatrix vollzogen. Für die ersten Jahre nach Inbetriebnahme der Maasvlakte 2 befürchtet der Marktführer ECT Überkapazitäten bei der Containerverladung in Rotterdam.[1]

Seit Oktober 2014 steht der neue Hafen für den ersten Teilbetrieb zur Verfügung. Das entsprechende Hafenbecken hat den Namen Prinses Margriethaven erhalten, die in den Niederlanden übliche Ordnungsnummer lautet 8361.[2]

Im Bereich Maasvlakte 2 gibt es zwei Container-Terminals von verschiedenen Betreiber-Konsortien: Rotterdam World Gateway (RWG) (2013) und APM Terminals (APMT) (Eröffnung im Februar 2015) mit einer Kapazität von zusammen rund fünf Millionen TEU. Sie sind auch für die derzeit größten Containerschiffe mit 18.000 TEU und bis zu 20 Metern Tiefgang geeignet. Außerdem ist eine Fläche für die Erweiterung des Euromax-Terminals vorgesehen.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maasvlakte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aus Nordsee wird Rotterdam. In: Täglicher Hafenbericht vom 13. Juli 2012, S. 1/2
  2. Eckhard-Herbert Arndt: Große Pötte können nun kommen. Rotterdams neuer Servicehafen auf der Maasebene 2 ist einsatzklar. In: Täglicher Hafenbericht vom 14. Oktober 2014, S. 16
  3. Kapazitätsverdoppelung mit Maasvlakte 2. In: Täglicher Hafenbericht vom 11. Oktober 2012, S. 15

51.95254.0463888888889Koordinaten: 51° 57′ 9″ N, 4° 2′ 47″ O