Mad Max II – Der Vollstrecker

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Filmdaten
Deutscher Titel Mad Max II – Der Vollstrecker
Originaltitel Mad Max 2: The Road Warrior
Produktionsland Australien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1981
Länge 95 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie George Miller
Drehbuch Terry Hayes, George Miller, Brian Hannat
Produktion Byron Kennedy
Musik Brian May
Kamera Dean Semler
Schnitt David Stiven, Tim Wellburn, Michael Chirgwin
Besetzung

Mad Max II – Der Vollstrecker ist ein australischer Actionfilm aus dem Jahr 1981. Der Film entstand unter der Regie von George Miller und setzt die Geschichte des Polizisten Max Rockatansky aus Mad Max fort. Am 27. August 1982 erschien der Film in den deutschen Kinos und 1983 auf Video.

Die Handlung setzt drei Jahre nach den Ereignissen von Mad Max ein, die Zivilisation ist zusammengebrochen, die Suche nach Energie in Form von Treibstoff ist zum Lebensinhalt geworden. Ein Liter Benzin ist wertvoller als ein Menschenleben. Max Rockatansky fährt mit seinem hochgezüchteten Ford XB Falcon GT Hardtop V8 Interceptor Pursuit Special als Racheengel durch Schrottwüsten und Geisterstädte, immer auf der Suche nach Treibstoff.

Handlung[Bearbeiten]

Der Ex-Polizist Max Rockatansky fährt mit seinem Ford Interceptor ziellos durch ein postapokalyptisches Ödland und muss sich des Angriffs einer marodierenden Bande erwehren. Dabei entdeckt er eine liegengebliebene Zugmaschine. Ein kleines Musikspiel ist das einzig Brauchbare, was er in ihr findet. Am nächsten Morgen wird Max von einem Tragschrauberpiloten in eine Falle gelockt, nachdem er sich dessen scheinbar verlassenem Fluggerät nähert. Mithilfe seines Hundes gelingt es Max jedoch, den Piloten zu überwältigen. In Todesangst erzählt dieser ihm von einer zur Festung ausgebauten Raffinerie, in welcher es Benzin in Massen geben solle. Der von akuter Treibstoffknappheit bedrohte Max nimmt den Piloten gefangen und macht sich mit ihm auf den Weg zu besagter Raffinerie. Dort angekommen, werden beide Zeugen eines fortwährenden Belagerungszustandes: Vor der Festung patrouillieren dutzende Gesetzlose auf ihren Motorrädern und in ihren Autos, um einen möglichen Ausbruch der Bewohner zu verhindern. Als am nächsten Tag ein Ausbruchsversuch scheitert, ergreift Max seine Chance, rettet einen Verletzten und bringt ihn zur Raffinerie zurück. Ihm gelingt es so, in die Festung zu gelangen. Allerdings stehen ihm die Bewohner sehr misstrauisch gegenüber und nachdem der Verletzte stirbt, ist auch Max‘ Abmachung mit ihm, welche ihm Benzin in rauen Mengen zusicherte, obsolet. Max‘ Auto wird beschlagnahmt und er selbst zum Gefangenen. Währenddessen versammeln sich sämtliche Marodeure vor der Festung. Deren Anführer Humungus stellt den Bewohnern ein Ultimatum, sämtlichen Treibstoff und die Ölförderanlage friedlich seiner Bande zu überlassen. Im Gegenzug werde er ihre Leben verschonen. Es entbrennt sogleich ein Streit zwischen den Bewohnern, ob man ihm trauen und sein Angebot annehmen solle, als sich plötzlich Max in die Diskussion einmischt und den Bewohnern anbietet, eine Zugmaschine zu besorgen, mit welcher die Raffineriebewohner in der Lage wären, ihren riesigen Treibstofftank auf ihrer Flucht vor des Humungus‘ Bande mitzunehmen. Als Gegenleistung verlangt er sein Auto zurück und zudem soviel Benzin, wie er mitführen könne. Papagallo, der Wortführer innerhalb der Gemeinde, willigt schließlich ein und Max macht sich nachts zu Fuß auf den Weg zum verlassenen Truck. Mit Unterstützung des vormals zurückgelassenen Tragschrauberpiloten erreicht er schließlich die Zugmaschine und kann diese in die Raffinerie fahren, nicht ohne jedoch auf dem Weg dorthin von Humungus‘ Bande angegriffen zu werden. Gegen die Einwände Papagallos betankt Max wie vereinbart seinen Wagen und verlässt die Festung im Morgengrauen. Dabei wird er von Wez und einigen anderen Bandenmitgliedern gestellt, sein Auto infolgedessen zerstört und er selbst schwer verletzt. Der Pilot entdeckt ihn schließlich in der Wüste und bringt ihn mit seinem Fluggerät zurück zur Festung. Dort laufen bereits die Vorbereitungen für den geplanten Ausbruch. Der nur geringfügig genesene Max fordert, selbst der Fahrer des mittlerweile zu einer fahrenden Festung umgebauten Sattelschleppers mit dem Treibstoff zu sein und Papagallo erklärt sich einverstanden. Nach dem Verlassen der Raffinerie wird diese durch selbstangebrachte Sprengsätze zerstört und Max sieht sich als Fahrer des Tanklasters abermals den Angriffen der Gesetzlosen ausgesetzt. Ihm gelingt die Verteidigung des wertvollen Tanks. Bei einem finalen Frontalzusammenstoß mit dem Auto des Humungus werden dieser und Wez getötet, Max kommt dabei mit dem Sattelzug von der Straße ab, wobei der gesamte Tanklaster auf die Seite kippt. Max überlebt den Unfall, muss dann jedoch ernüchtert feststellen, dass sich im Tank nur Sand befindet. Das Benzin wird in Fässern in einem alten Schulbus von den Raffineriebewohnern in ein angeblich friedliches Land im Norden transportiert. Max bleibt schließlich allein in der Wüste zurück.

Kritiken[Bearbeiten]

„Nach dem Überraschungserfolg von 'Mad Max' (1979) konnte George Miller vier Millionen Dollar für die Fortsetzung auftreiben. Damit schuf er das bis dato teuerste Werk des australischen Kinos und einen der größten Autoschrottplätze der Filmgeschichte. Ohne Worte: In CinemaScope-Format gedreht, besticht der dialogarme Film weniger durch seine waghalsigen Stunts und seinen ungebremsten Hang zu brutaler Gewalt als durch die psychedelische Atmosphäre. Die in gleißendes Licht getauchten Außenaufnahmen im australischen Outback liefern eine beklemmende Vision von der Endzeit. Fazit: Rasantes und abgedrehtes Endzeit-Spektakel“

Cinema [1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • L.A. Film Critics Association 1982 – Bester ausländischer Film
  • Saturn Award 1982 - Bester internationaler Film

Anmerkungen[Bearbeiten]

Mad Max II, als Fortsetzung von Mad Max konzipiert, ist durchaus als eigenständiger Film zu sehen. Obwohl die Handlung in einer merkwürdigen postapokalyptischen Zukunft spielt (zwar werden Autos und Motorräder gefahren, aber die Waffen sind Pfeil und Bogen, Armbrust und Bumerang, dazu noch Flammenwerfer und einige wenige Schusswaffen), handelt es sich durchaus um eine gängige Cowboy-und-Indianer-Geschichte für Erwachsene.

Hierbei sollte man aber beachten, dass in einigen Details sehr großer Wert auf einen Bezug zu Mad Max 1 gelegt wurde. So ist der rechte Arm von Max' Lederjacke abgeschnitten und er trägt eine Schiene, um das Knie zu stützen. Beides sind Folgen seiner Verletzungen im ersten Teil (Armbruch und Pistolenschuss ins Knie). Da Munition praktisch nicht mehr vorhanden ist, benutzt man archaische Waffen, die keine aufwendige Munition benötigen.

Millers Szenario fand viele Nachahmer, in der Regel italienische Billigproduktionen, die zwar mit derselben Gewalt aufwarten, aber nicht mit spektakulären Verfolgungsjagden. Um den Erfolg von Mad Max II zu nutzen, wurde ein dritter Teil – Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel – im Jahr 1985 gedreht. So wurde aus einem Film über Motorradbanden in naher Zukunft eine ungewollte Trilogie mit nur lose zusammenhängender Handlung. Der bis dahin unbekannte Mel Gibson legte mit den Mad-Max-Filmen den Grundstein für seine internationale Karriere.

  • In den USA lief der Film unter dem Titel „The Road Warrior“; dies machte man, da der erste Teil dort nicht so populär war und man so mehr Menschen ins Kino bringen wollte.
  • Der Hund am Anfang des Films ist ein sogenannter Blue Heeler. Der Name des Hundes ist „Hund“.
  • Das Hundefutter der Marke Dinky di, das Mel Gibson in einer der ersten Szenen des Films löffelt, ist für den Film erfunden worden. Dinky-di ist ein australischer Slang für original, echt, das einzig Wahre.
  • An einer Seite des Tanklasters sind die Worte „Seven Sisters Petroleum“ aufgemalt. Die Aufschrift bezieht sich auf die sieben Ölkonzerne, die in den 1960er und 1970er den Öl-Weltmarkt beherrschten und Seven Sisters genannt wurden.
  • Die Produktionskosten beliefen sich auf 4 Millionen USD. Mel Gibson erhielt 120.000 USD Gage. Insgesamt spielte der Film über 100 Millionen Dollar ein. Die Box-Office-Statistik für Deutschland führt Mad Max II mit 1,8 Millionen Zuschauern auf Rang 8 im Jahr 1982.
  • In der Folge „Bart gegen Australien“ der bekannten Simpsons wird die gleichnamige Familie von einem Mob und Bikern verfolgt, was eine explizite Anspielung auf Mad Max II – Der Vollstrecker ist.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Fast alle in Mad Max II verwendeten Fahrzeuge sind Umbauten von Serienfahrzeugen des australischen Marktes. Um die Fahrzeuge zu verfremden, wurden meist Teile der Fahrzeugfront verändert, die Karosserie ganz abgenommen, oder einfach das Dach abgeschnitten. Fast unverändert geblieben sind der Commer-Schulbus und die Zugmaschine Mack R600 Cool Power.

Der Pursuit Special aus „Mad Max“ ist ein 1974er Ford Falcon XB Sedan mit 351ci-Cleveland-V8-Motor und diversen Modifikationen. In „Mad Max II“ ist es ein 1973er Ford Falcon XB GT Coupe mit 351-V8-Motor. Es handelt sich um eine limitierte GT351-Version vom Ford XB Falcon Hardtop. Der Name ist dann je nach Sprache verschieden. So z.B. V8 Verfolger bzw. V8 Pursuit Special, oder auch Pursuit Special. Gravierende Änderungen am Fahrzeug sind der Weiand-Kompressor und die großen Tanks samt Sicherung mit Sprengsatz.

Der Original-Falcon stand nach Mad Max zum Verkauf; nachdem die Fortsetzung beschlossene Sache war, nahm man den Wagen wieder vom Markt, um ihn in Mad Max II noch einmal zu verwenden. Von diesem Fahrzeug wurden insgesamt nur 949 Stück produziert. Der für den Film umgebaute Falcon steht jetzt im Cars of the Stars Motor Museum in England. Selbst heute noch gibt es genaue Anleitungen, um einen Ford Falcon so umzubauen, dass er dem Wagen im Film entspricht. Seit 2008 gibt es das Auto als Standmodell der chinesischen Spielzeugfirma Firma AutoArt.

Drehorte[Bearbeiten]

Mad Max 2 entstand in New South Wales (Australien) zwischen Broken Hill und Silverton. Will man die einzelnen Drehorte besuchen, so gibt es vor Ort genügend Straßenkarten, auf denen die Locations ausgewiesen sind.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.cinema.de/kino/filmarchiv/film/mad-max-ii-der-vollstrecker,1341256,ApplicationMovie.html