Mainzer Straße (Berlin-Friedrichshain)

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Mainzer Straße
Wappen
Straße in Berlin
Mainzer Straße
Die Mainzer Straße in Richtung Frankfurter Allee (Ostseite)
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Friedrichshain
Angelegt 1893–1894
Anschlussstraßen Gärtnerstraße (S)
Querstraßen Frankfurter Allee, Scharnweberstraße, Boxhagener Straße, Grünberger Straße
Bauwerke Denkmalgeschütztes Mietshaus Nummer 19
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Autoverkehr
Technische Daten
Straßenlänge 300 Meter

Die Mainzer Straße im Berliner Ortsteil Friedrichshain (Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg) ist nach der Stadt Mainz benannt worden. Sie befindet sich zwischen der Boxhagener Straße und der Frankfurter Allee in unmittelbarer Nähe zum U-Bahnhof Samariterstraße im Postleitzahlenbereich 10247.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits im Bebauungsplan von James Hobrecht aus dem Jahre 1862 ist die Straße vorgesehen, tatsächlich angelegt wurde sie 1893 bis 1894 als Teil der Kolonie Friedrichsberg im damals selbstständigen Lichtenberg. Bis zur fertigen Wohnbebauung waren 28 Häuser entstanden, die zusammenhängende Gebäudetrakte bildeten.

Alternative Wohnprojekte im Juni 1990

Im Zweiten Weltkrieg wurden die meisten Häuser der gesamten Straße nicht zerstört. Daher stehen heute fünf Häuser (Nr. 15–19) als seltenes Beispiel für die typische Mischung aus Mietshäusern im Stil der Neorenaissance zum Ende des 19. Jahrhunderts sowie Ställen, Schmieden und weiteren Gewerbebauten im Hof unter Denkmalschutz.[1]

Die im Ostteil der Stadt und damit in der DDR gelegene Straße erregte im Jahr 1990 überregional Aufsehen, als ab dem 28. April ein Großteil der Häuser besetzt (Nummer 2 bis 11 durchgehend sowie 22 und 24) und sieben Monate lang gehalten wurde. Unter den okkupierten Häusern befand sich auch das heute in der Kastanienallee ansässige Tuntenhaus (Nummer 4). Die Räumung der Mainzer Straße erfolgte am 14. November 1990 in einem Großeinsatz der Polizei mit etwa 3000 Beamten. Die relativ gewalttätige Aktion führte zum Ende der rot-grünen Regierungskoalition unter Walter Momper in Berlin.

Alle Häuser der Straße wurden in den folgenden Jahren saniert. Mehrere der noch im Privatbesitz befindlichen Gebäude wurden weiterverkauft, ihre Wohnungen sind vermietet. Die Straße unterscheidet sich nunmehr kaum von den umliegenden Straßen.

Mainzer Straße 19[Bearbeiten]

Mainzer Straße 19

Besonders auffällig ist das Baudenkmal an der Mainzer Straße 19 Ecke Scharnweberstraße 33. Es wurde von dem Zimmermeister und Bauherrn Anton Puzowski 1896/97 nach dem Entwurf von Otto Roeder errichtet. Die Fassade erinnert an die Neorenaissance und den Neobarock und besitzt aufwändig gestaltete Gesimse und Fensterverdachungen. Hervorzuheben sind auch die schmiedeeisernen Korbgitterbalkone.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Brock (Hrsg.): Berliner Straßen neu entdeckt. 33 Streifzüge durch die Hauptstadt. Jaron Verlag Berlin, 2003, ISBN 3-89773-114-2; Seiten 117–122: Mainzer Straße. Arme Puppenstube

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mainzer Straße (Friedrichshain) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste mit weiteren Informationen Denkmalschutzensemble Mainzer Straße 15-19
  2. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste mit weiteren Informationen zum Mietshaus in der Mainzer Straße 19


52.51277777777813.462222222222Koordinaten: 52° 30′ 46″ N, 13° 27′ 44″ O