Frankfurter Allee

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Frankfurter Allee
Wappen
Straße in Berlin
Frankfurter Allee
Blick nach Westen entlang der Frankfurter Allee auf das Frankfurter Tor, im Hintergrund ist der Berliner Fernsehturm zu erkennen
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Mitte, Friedrichshain, Lichtenberg
Angelegt zu Beginn des 18. Jahrhunderts
Neugestaltet zwischen 1950 und 1960
Hist. Namen Frankfurter Chaussee, Frankfurter Allee
Anschlussstraßen Karl-Marx-Allee,
Alt-Friedrichsfelde
Querstraßen Auswahl siehe Straßenverlauf
Plätze keine
Bauwerke Bauwerke
Nutzung
Nutzergruppen Straßenverkehr
Straßengestaltung zuletzt in den 1990er Jahren
Technische Daten
Straßenlänge 3600 Meter

Die Frankfurter Allee ist einer der ältesten Verkehrswege von Berlin. Sie ist die Verlängerung der Karl-Marx-Allee in Richtung Frankfurt (Oder), Teil der wichtigen Bundesstraßen 1 (die ehemalige Reichsstraße 1) und 5 und hat eine Länge von 3,6 Kilometern.

Geschichte[Bearbeiten]

Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg

Im Jahr 1708 ließ der Markgraf Albrecht Friedrich von Brandenburg-Schwedt die Straße als Heerweg anlegen. Von 1824 bis 1872 hieß die Straße Frankfurter Chaussee entsprechend der Richtung von Alt-Berlin nach Frankfurt an der Oder. Das Stück zwischen dem (damaligen) Frankfurter Tor und der Grenze von Berlin wurde am 20. September 1872 infolge einer Kabinettsorder in Frankfurter Allee umbenannt. Weitere östliche Abschnitte der Straße erhielten später eigene Namen: Alt-Friedrichsfelde, Alt-Biesdorf, Alt-Kaulsdorf und Alt-Mahlsdorf. Hinter der Berliner Stadtgrenze heißt der Verkehrsweg Berliner Straße. Zum 70. Geburtstag von Josef Stalin wurde die gesamte Allee 1949 in Stalinallee umbenannt. 1961, im Zuge der Entstalinisierung in der DDR, erhielt der Teil vom Alexanderplatz bis zum (neuen) Frankfurter Tor den Namen Karl-Marx-Allee; der Teil vom Frankfurter Tor bis Alt-Friedrichsfelde wurde in Frankfurter Allee zurückbenannt.

Diese Straße war einer der Hauptwege, auf denen die Rote Armee im Frühjahr 1945 in das Berliner Stadtzentrum vorstieß. Bei den Kampfhandlungen und den vorhergehenden Luftangriffen wurden sehr viele Häuser beiderseits der Allee zerstört.

Mit großem Aufwand und der Arbeit vieler Trümmerfrauen sowie dem Einsatz einer Trümmerbahn konnten die Ruinen bis in die Mitte der 1950er Jahre beseitigt werden. In die Lücken setzte man nach und nach neue Wohnbauten, Straßenecken wurden auch manchmal zu kleinen Grünanlagen umgestaltet.

Zerstört wurden neben nicht gezählten Mietswohnhäusern unter anderem die Maschinenfabrik H. F. Eckert (ehemals: Frankfurter Allee 136–141),[1] eine Filiale der Likörfabrik Mampe (ehemals: Frankfurter Allee 268),[2] ein großes Kaufhaus an der Ecke Möllendorffstraße [3] und große Teile des Bahnhofs Lichtenberg.

Lage im Stadtraum[Bearbeiten]

Die Frankfurter Allee ist zusammen mit der Karl-Marx-Allee eine der sieben nach Norden und Osten führenden radialen Ausfallstraßen, die vom historischen Zentrum der Stadt am Alexanderplatz ausgehen. Diese sind im Uhrzeigersinn:

Straßenverlauf[Bearbeiten]

Blick von der Karl-Marx-Allee in die Frankfurter Allee mit dem Frankfurter Tor

Die Frankfurter Allee beginnt westlich am Frankfurter Tor. Sie verläuft geradlinig ostwärts durch die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg und geht an der Einmündung der Rosenfelder Straße in Alt-Friedrichsfelde über. Die Häuser folgen der Hufeisennummerierung von der Südseite zur Nordseite.

Wichtige Querstraßen sind

Bauwerke[Bearbeiten]

Denkmalgeschützte Häuser und Anlagen[Bearbeiten]

Weitere erwähnenswerte Bauwerke[Bearbeiten]

  • Rathaus-Passage Friedrichshain (Nr. 35–37) (von mehreren Architekten nach der Wende geplant und von der Bayerischen Immobilien AG bis 1995 errichtet),
Quasar
  • Geschäftshaus Quasar nach Plänen des japanischen Architekten Shin Takamatsu an der Ecke Voigtstraße und dicht daneben das Plaza, 1991–1994 bzw. 1993–1995 gebaut,
  • die drei Teile des Ring-Center anstelle der früheren Ringbahnhalle ab 1995 errichtet,
  • ein größerer Plattenbau unter der Adresse Frankfurter Allee 216;
    Es handelt sich um ein in der DDR-Zeit errichtetes mehrgeschossiges langgestrecktes Bürogebäude auf der Südseite der Frankfurter Allee unmittelbar westlich vor dem Gelände des Bahnhofs Lichtenberg. Hier wurde in den 1970er Jahren ein Verwaltungsgebäude neben dem früheren Rangierbahnhof begonnen. Wegen nachgebendem Untergrund standen die zuerst errichteten Fahrstuhlschächte einige Jahre herum, bevor der Weiterbau erfolgte. Ende der 1980er Jahre war der kolossale Bau bezugsfertig und diente verschiedenen Reichsbahnstellen als Dienstsitz. Nach der Wende kam er in das Eigentum der Deutschen Bahn, die ihn jedoch nicht weiter nutzte. So stand das Haus einige Jahre leer, bis die Privatinvestoren Lutz Lakomski und Arndt Ulrich es im Jahr 2009 erwarben. Die Bauherren, bereits im Sanieren anderer Gebäude in ganz Berlin erfolgreich (ehemaliges Kaufhaus auf dem Anton-Saefkow-Platz, frühere Zuckerwarenfabrik in der Konrad-Wolf-Straße), ließen den Trakt vollständig entkernen und zu einem Wohngebäude für Studenten und Alleinstehende ausbauen. Der Bau mit der Bezeichnung ,Q216’ verfügt über 438 Ein-Zimmer-Wohnungen und wird seit Herbst 2012 vermietet.[5]

Öffentliche Verkehrsmittel[Bearbeiten]

Das Eingangsgebäude der S-Bahn wird vom angrenzenden Einkaufszentrum Ring-Center I optisch erdrückt

Die Frankfurter Allee ist sowohl für den Individual- als auch für den öffentlichen Personennahverkehr von großer Bedeutung. Sie wird auf der gesamten Länge von der U-Bahnlinie U5 befahren. Diese wurde am 21. Dezember 1930 mit den Stationen Frankfurter Tor, Samariterstraße, Frankfurter Allee, Magdalenenstraße und Lichtenberg unter der heutigen Frankfurter Allee eröffnet.

An der Bezirksgrenze von Friedrichshain-Kreuzberg zu Lichtenberg kreuzt die Ringbahn die Straße. Der S-Bahnhof Frankfurter Allee liegt unmittelbar nördlich der Straße. Ein direkter Umstieg zwischen S- und U-Bahn wurde allerdings mit dem Bau der Untergrundbahn 1930 nicht verwirklicht.

Bis 1945 befuhr zudem die Straßenbahn die Straße ebenfalls auf der gesamten Länge. Heute wird sie lediglich am U-Bahnhof Frankfurter Tor von der Linie M10 und am S- und U-Bahnhof Frankfurter Allee von den Linien M13 und 16 gekreuzt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Michael Krüger: Architekturführer Karl-Marx-Allee & Frankfurter Allee Berlin. Stadtwandel Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-933743-92-3.
  • Paul Großmann: Ortsgeschichte über Dahlwitz-Hoppegarten, bearb. und hrsg. von Paul Großmann, Berlin-Mahlsdorf, Fritz-Reuter-Straße 6: Selbstverlag des Herausgebers, (15 Lieferungen im Zeitraum von 1931–1934)
    • darin: Die Frankfurter Chaussee (Berlin–Frankfurt an der Oder), Berlin-Mahlsdorf, Fritz-Reuter-Straße 6: Selbstverlag, 1933

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frankfurter Allee – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Frankfurter Allee 136/137. In: Berliner Adreßbuch, 1925, Teil 4, S. 1907. „Lagerplatz und Frankfurter Allee 139–141, Eigentümer H. F. Eckert, Maschinenfabrik“.
  2. Frankfurter Allee 268. In: Berliner Adreßbuch, 1925, Teil 4, S. 1909. „Eigentümer Likörfabrik Mampe“.
  3. Das zerstörte Kaufhaus an der Ecke Frankfurter Allee / Möllendorffstraße ist auf einem Großfoto am Zugang zum U-Bahnhof Frankfurter Allee zu sehen.
  4. Fischerbrunnen
  5. Karoline Beyer: Berlins größte Wohngemeinschaft. In: Berliner Morgenpost, 23. Dezember 2012

52.51305555555613.478888888889Koordinaten: 52° 30′ 47″ N, 13° 28′ 44″ O