Marie Luise Knott

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Marie Luise Knott (* 1953 in Köln) ist eine Journalistin, Autorin und Übersetzerin. Sie war außerdem die Mitbegründerin und erste Leiterin der deutschsprachigen Ausgabe von Le Monde diplomatique.

Leben[Bearbeiten]

Marie Luise Knott studierte Romanistik und Politikwissenschaften in Köln und Konstanz. Von 1978 bis 1986 arbeitete sie als Lektorin zunächst im Otto Maier Verlag in Ravensburg, danach beim Rotbuch Verlag in Berlin. Es folgten zehn Jahre als freie Übersetzerin, Herausgeberin und Publizistin. Seit 1986 forscht und publiziert sie zum Werk und Denken von Hannah Arendt.

1995 gründete sie in der taz die deutschsprachige Ausgabe der französischen Zeitung Le Monde diplomatique, deren Leitung sie bis 2006 innehatte. 2006 war sie zusammen mit Barbara Hahn (aus Berlin und Nashville, Tennessee), Kuratorin der Ausstellung „Hannah Arendt – Von den Dichtern erwarten wir Wahrheit“, die in den Literaturhäusern Berlin und Frankfurt sowie im Gasteig München zu sehen war. Seitdem schreibt und spricht sie auch wieder zunehmend Beiträge in der FAZ, dem perlentaucher, der taz, der Frankfurter Anthologie und dem Deutschlandfunk.

2011 erschien ihr Essay-Band Verlernen. Denkwege bei Hannah Arendt, der für den Leipziger Buchpreis nominiert war. Darin skizziert sie Erkenntniswege, mit deren Hilfe sich Hannah Arendt, die Theoretikerin der Freiheit, kollektive Lebenslügen und vorgefasste Meinungen austreibt, die am Denken hindern. Die Kraft der Bilder und der Begriffe machen den Denkraum Hannah Arendts zu einem verlässlichen Ort, in dem der Leser seine eigene denkerische Ratlosigkeit aufgehoben weiß und sich selbst in wesentliche gedankliche Prozesse verwickeln kann. In den vier Kapiteln: "Lachen", "Übersetzen", "Verzeihen" und "Dramatisieren" erweisen sich Arendts Wege des Verlernens als Anstöße zu politischem Handeln und Urteilen. In einer Kritik der englischen Ausgabe hieß es:

„It is hard to think of any other book on Arendt that gives out half as much light not to mention joy"“

Prospect

Marie Luise Knott ist im Vorstand des Deutschen Übersetzerfonds; im Perlentaucher hat sie eine monatliche Kolumne zu zeitgenössischer Lyrik, Tagtigall. Sie lebt in Berlin, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Als Autorin[Bearbeiten]

  • 2007 Hannah Arendt - Von den Dichtern erwarten wir Wahrheit. Schriften des Literaturhauses, Band 17, Berlin, zusammen mit Barbara Hahn, Berlin und Nashville.
  • 2011 Verlernen: Denkwege bei Hannah Arendt. Mit Zeichn. von Nanne Meyer. Berlin: Matthes & Seitz. ISBN 978-3-88221-605-9.

Als Herausgeberin[Bearbeiten]

  • 1986 Hannah Arendt, Zur Zeit.
  • 2000 Hannah Arendt, Vor Antisemitismus ist man nur auf dem Monde sicher. Beiträge für die deutsch-jüdische Zeitschrift ‘Aufbau’, 1941-1945.
  • 2010 Hannah Arendt – Gershom Scholem, Der Briefwechsel, Mitarbeit: David Heredia.
  • 2012 John Cage Empty Mind, gemeinsam hrsg. mit Walter Zimmermann.
  • 2013 Mit anderen Worten. Zur Poetik der Übersetzung, gemeinsam hrsg. mit Georg Witte.

Als Übersetzerin[Bearbeiten]

  • 1987 Didier Daeninckx, Karteileichen, Berlin
  • 1988 Jean Vautrin, Bloody Mary, Berlin
  • 1989 Fatima Mernissi, Geschlecht Ideologie Islam. Ü. mit Brunhilde Wehinger, München.
  • 1990 Juliette Minces, Verschleiert – Frauen im Islam, Ü mit Michaela Ott. Reinbek b. Hamburg
  • 1991 Jean Vautrin, Haarscharf am Leben, Berlin
  • 1995 Michel Pastoureau, Des Teufels Tuch: Eine Kulturgeschichte der Streifen und der gestreiften Stoffe. Frankfurt a. Main
  • 1995 Jean Vautrin, Groom, Berlin
  • 1995 Danielle Auby, Der Wald der toten Dichter, Basel
  • 1995 Francois Place, Die letzten Riesen, München
  • 1997–2000 Francois Place, Phantastische Reisen, Dreibändige Ausgabe, München
  • 2011 Laurence Maurel, Christian Straboni, Chapeau, Herr Rimbaud!, Comic, Matthes & Seitz Berlin, Berlin
  • 2014 Anne Carson, Anthropologie des Wassers, Matthes & Seitz Berlin, Berlin

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Shortlist des Leipziger Buchpreises 2011 auf sueddeutsche.de
  2. Shortlist des Tractatus-Preises 2011 auf kleinezeitung.at