Filzstift

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Ein Filzstift (Synonyme: Filzschreiber, Filzmaler, Faserstift, Faserschreiber, Fasermaler, umgangssprachlich: Filzer) ist ein Schreib- oder Zeichengerät, das als Kern eine aus Polyesterfaser oder anderem Fasermaterial bestehende Mine enthält, die durch Auffüllen mit Tinte gleichmäßig mit dieser durchtränkt wird. Der Filzstift stammt ursprünglich aus Japan. Die Mine ist mit einer meistens farbigen, in der Füllfarbe gehaltenen Hülle umgeben, die mit einer Kappe zum Schutz gegen Austrocknung ausgestattet ist.

Am Ende transportiert eine verschieden geformte Schreib-, Zeichen- oder Malspitze die Schreibflüssigkeit vom Kern auf die zu beschreibende oder zu bemalende Oberfläche. Diese Spitze war früher meist aus Filz hergestellt. Heute werden meist Spitzen aus Kunststoff mit definierten Kapillaren verwendet. Filzstifte sind prinzipiell nachfüllbar.

Lösemittelhaltige Filzstifte sind besonders vom Problem der Austrocknung auf dem Transport zum Verbraucher betroffen. Als Lösung wurden zunächst Filzstifte mit ungetränkten Spitzen entwickelt. Vor dem ersten Einsatz solcher Stifte musste der Verbraucher durch einen kräftigen Druck auf die stabile Spitze eine innenliegende Membran durchstoßen, um der Tinte eine Tränkung der Spitze zu ermöglichen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der deutsche Chemiker Adolf von Baeyer hat die Indigosynthese entwickelt und hat 1871 das Fluorescein synthetisiert. Adolf von Baeyer entwickelte für seine Kinder fluoreszierende Stifte, die dann auch in Büros zum Einsatz kamen, um damit Textpassagen zu markieren.

Der US-Amerikaner Sidney Rosenthal erfand 1952 den Filzstift, den er damals “Magic Marker” (Zauberstift) nannte. Als erster Faserschreiber gilt das Modell „SignPen“ der Firma Pentel (Japan) aus dem Jahre 1962, dessen Erfinder der Japaner Yukio Horie war.[1]

Filzstifte zum Malen und Zeichnen
Filzstiftsortiment von Caran d'Ache

Stifte für spezielle Oberflächen[Bearbeiten]

Allgemein kann man Filzstifte in folgende Gruppen einteilen:

  1. Mal- und Zeichenstifte schreiben in der Regel ausschließlich auf Papier, Lösungsmittel: Wasser- oder Alkoholbasis
  2. Permanentmarker schreiben deckend auf fast allen Untergründen und bleiben dort abriebfest haften, Lösungsmittel: Aromatische Kohlenwasserstoffe oder Alkoholbasis
  3. Textmarker haben einen fluoreszierenden Tintenfarbstoff und sind nicht deckend aber permanent haftend, Lösungsmittel: Wasser- oder Alkoholbasis
  4. Flipchartmarker, ein Permanentmarker, der mit dickeren Filzspitzen deckend auf Papier schreibt, Lösungsmittel: Aromatische Kohlenwasserstoffe oder Alkoholbasis
  5. Whiteboardmarker schreiben auf speziell beschichteten weißen Tafeln (sogenannte Whiteboards) und sind trocken abwischbar, Lösungsmittel: Aromatische Kohlenwasserstoffe oder Alkoholbasis

Permanentmarker[Bearbeiten]

Ein Permanentmarker

Permanentmarker sind Filzstifte mit einer Tinte, die zur dauerhaften Beschriftung von Gegenständen dienen. Die Beschriftung soll auf möglichst vielen verschiedenen Oberflächen haften und unempfindlich gegen Licht, Feuchtigkeit und Berührung sein. Außerdem soll die Oberfläche nicht verändert, insbesondere nicht angelöst oder aufgeraut werden. Einige wenige Hersteller bieten spezielle Radiergummis zum Entfernen der Markierung an.

Bei guten Flipchartmarkern schlägt die Schreibflüssigkeit nicht durch das Papier auf die darunterliegenden Bögen durch. Ein Permanentmarkern gibt es die bekanntesten Marken, wie z.B.: Edding oder Pilot. Diese sind sehr wasserfest und gehen zum Teil auch nicht durch.

Textmarker[Bearbeiten]

Verschiedene Textmarker

Als Markierstift, Marker (vom englischen Begriff Marker pen) oder Leuchtstift werden Filzstifte bezeichnet, mit denen man Textpassagen farbig hervorheben kann. Bereits 1963 entwickelte das US-amerikanische Unternehmen Carter's Ink Company fluoriszierende Filzstifte..[2] Filzstifte mit fluoreszierender Tinte wurden erstmals in Deutschland durch Günter Schwanhäußer von Schwan-Stabilo 1971 entwickelt und in Verkehr gebracht.[3]

Nach Einführung des Filzstiftes, der als Malstift für Kinder konzipiert war, stellte sich heraus, dass dieser auch häufig in Büros zur Textmarkierung verwendet wurde. Um die Handhabung zu erleichtern, wurde der Textmarker entwickelt, der eine breitere keilförmige Spitze sowie eine wesentlich kompaktere Form hat. Für diese Stifte werden transparente fluoreszierende Farbstoffe verwendet, damit der gewünschte Textteil hervorgehoben aber nicht überdeckt wird. Gelbe Markierungen sind auf Schwarz-Weiß-Fotokopien nicht sichtbar. Die anderen Farbtöne der Textmarker erscheinen grau und machen damit die markierten Textteile eventuell unleserlich.

Textmarker sind in verschiedenen Farben erhältlich. Am verbreitetsten sind Neonfarben, aber auch andere Farben, oft im Sortiment, werden zur Textmarkierung angeboten.

Folienschreiber[Bearbeiten]

Als Folienschreiber bezeichnet man Stifte, die auf Untergründen wie Folien (zum Beispiel für Tageslichtprojektoren) haften. Es gibt sie zur dauerhaften Beschriftung (permanent) und abwischbar (non-permanent).

CD-Marker[Bearbeiten]

Ein CD-Marker ist ein wisch- und wasserfester Stift, der speziell zum Beschriften von CDs und DVDs entwickelt worden ist. Er greift die Oberfläche der CD nicht an. Für DVDs können aber auch andere wasserfeste Marker problemlos verwendet werden, da diese – anders als CDs – auf der Beschriftungsseite über dem eigentlichen Datenträger nicht nur eine dünne Lackschicht, sondern eine etwas dickere Kunststoffschicht besitzen.

Whiteboardmarker[Bearbeiten]

Als Whiteboard-Marker bezeichnet man Stifte, die zum Beschriften von Whiteboards Verwendung finden. Das besondere an der Schreibflüssigkeit ist das schnelle Trocknen und die Abwischbarkeit mit einem Lappen oder Filzschwamm.


Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Filzstifte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Marker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. New York Times:The Hand-Held Highlighter
  2. New York Times:The Hand-Held Highlighter
  3. Welt.de:Der Erfinder des Textmarkers ist tot