Martin Caidin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Martin Strasser Caidin (* 14. September 1927 in New York City; † 24. März 1997 in Tallahassee, Florida) war ein US-amerikanischer Sachbuch- und Science-Fiction-Autor.

Leben[Bearbeiten]

Martin Caidin wurde früh zur Vollwaise und wuchs teils im Kinderheim, teils auf der Farm seiner Großeltern im Staat New York auf. Er interessierte sich sehr für Technik; seinen ersten Artikel über das Design von Messerschmitt-Kampfflugzeugen veröffentlichte er im Alter von 16 Jahren. 1945 trat er in die Handelsmarine ein und arbeitete einige Jahre in Japan. In der Air Force diente er 1947 bis 1950 und brachte es bis zum Sergeant. Er zog dann nach Florida, wo er die Fliegerei als Hobby betrieb und an einem der frühen Raumfahrtprgramme mitarbeitete. Danach war er bis 1964 als Berater für diverse Fluggesellschaften tätig.

Er schrieb neben Sachbüchern über Raumfahrt, Militärgeschichte und Fliegerei eine Reihe von Science-Fiction-Romanen, von denen einer 1969 unter dem Titel Verschollen im Weltraum verfilmt wurde. Bei der nochmaligen Veröffentlichung des Romans zum Filmstart wurde der Text von 1964 stark verändert und an den technischen Fortschritt des Raumfahrtprogramms angepasst. Caidin verfasste auch den Steve-Austin-Zyklus, der die Vorlage für den Film und die TV-Serie Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann (und den Ableger Die Sieben-Millionen-Dollar-Frau) bildete. Nach diesen Erfolgen kauften Hollywood-Produzenten die Filmrechte an fast jedem neuen Buch des Autors, es wurden allerdings nur wenige tatsächlich verfilmt. Die wohl erfolgreichste Verfilmung eines seiner Bücher ist Der letzte Countdown von 1980. Eine Zeitreisegeschichte die den amerikanischen Flugzeugträger Nimitz, einen Tag vor dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 versetzt. Das Buch wurde mit großem Staraufgebot unter anderen mit Kirk Douglas, Martin Sheen und Katharine Ross verfilmt. Immerhin hatte Caidin auf diese Weise finanziell ausgesorgt und konnte sich seinem liebsten Hobby widmen, der Fliegerei.

Caidin restaurierte die älteste noch fliegende Junkers Ju 52, die von ihm "Iron Annie" genannt wurde. Sie ging später an die Lufthansa und wird heute noch für VIP-Flüge genutzt.[1]

Er starb im Alter von 69 Jahren an Schilddrüsenkrebs.

Werke[Bearbeiten]

Sachbücher (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1951: Jets, Rockets, and Guided Missiles (mit David C. Crooke)
  • 1954: Worlds in Space, dt. Wir stoßen in den Weltraum vor, Blanvalet 1955
  • 1957: Samurai! (mit Fred Saito und Sakai Saburō)
  • 1959: Boeing 707
  • 1960: The Night Hamburg Died
  • 1961: The Astronauts
  • 1961: Man Into Space
  • 1962: I Am Eagle! (Biografie von German Titow)
  • 1963: The Man-in-Space Dictionary
  • 1964: Hydrospace
  • 1964: Wings Into Space. The History and Future of Winged Space Flight, Holt, Rinehart and Winston, New York
  • 1968: Flying Forts. The B-17 in World War II
  • 1972: Destination Mars
  • 1972: Me 109 - Willy Messerschmitt's Peerless Fighter
  • 1991: Barnstorming, Bantam Books, New York (über Wingwalking)
  • 1997: Destination Mars: In Art, Myth, and Science (mit Jay Barbree und Susan Wright)

Science-Fiction[Bearbeiten]

  • 1956: The Long Night
  • 1964: Marooned, dt. Gefangen im All: Wagnis ohne Beispiel. Die tollkühne Rettung der Piloten der Mercury 7. Ein Astronautenroman, Lichtenberg 1965
  • 1967: The Last Fathom, dt. Alarm in der Tiefsee, Heyne 1968
  • 1967: No Man's World
  • 1968: Aquarius Mission, dt. Unternehmen Aquarius, Goldmann 1979
  • 1968: The God Machine, dt. Der große Computer, Heyne 1969
  • 1968: Four Came Back, dt. Alarm in der Raumstation, Heyne 1970
  • 1969: The Mendelov Conspiracy
  • 1971: The Cape
  • 1974: Planetfall
  • 1974: High Crystal, dt. Die Straße der Götter, Goldmann 1976
  • 1978: Aquarius Mission, dt. Unternehmen Aquarius, Goldmann 1979
  • 1980: Star Bright
  • 1980: The Final Countdown, dt. Der letzte Countdown, Goldmann 1981 (Buch zum gleichnamigen Film)
  • 1984: Killer Station
  • 1986: The Messiah Stone
  • 1986: Zoboa
  • 1987: Exit Earth
  • 1989: Prison Ship
  • 1989: Beamriders!
  • 1990: Dark Messiah
  • 1991: Ghosts of the Air
  • 1995: Buck Rogers: A Life in the Future
  • Steve-Austin-Zyklus:
    • 1972: Cyborg, dt. Der korrigierte Mensch, Goldmann 1974
    • 1973: Operation Nuke, dt. Die Menschmaschine
    • 1974: High Crystal, dt. Die Straße der Götter
    • 1975: Cyborg IV, dt. Cyborg IV, Bastei-Lübbe 1979
  • Indiana Jones-Romane:
    • 1993: Indiana Jones and the Sky Pirates, dt. Indiana Jones und die Hyänen des Himmels, Goldmann 1996
    • 1994: Indiana Jones and the White Witch, dt. Indiana Jones und die weiße Hexe, Goldmann 1997

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Ju 52/3m der Lufthansa. Abgerufen am 8. November 2009.

Weblinks[Bearbeiten]