Massafra

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde in der italienischen Provinz Tarent. Zum italienischen Geistlichen und Erzbischof von Shkodra-Pult siehe Angelo Massafra.
Massafra
Kein Wappen vorhanden.
Massafra (Italien)
Massafra
Staat: Italien
Region: Apulien
Provinz: Tarent (TA)
Koordinaten: 40° 35′ N, 17° 7′ O40.58333333333317.116666666667110Koordinaten: 40° 35′ 0″ N, 17° 7′ 0″ O
Höhe: 110 m s.l.m.
Fläche: 125 km²
Einwohner: 32.548 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 260 Einw./km²
Postleitzahl: 74016
Vorwahl: 099
ISTAT-Nummer: 073015
Volksbezeichnung: Massafresi
Schutzpatron: S.S. Madonna della Scala
Website: Massafra

Die Gemeinde Massafra hat 32.548 Einwohner (Stand 31. Dezember 2012) und liegt 100 m über NN und 18 km nordwestlich von Tarent in der gleichnamigen Provinz in Apulien in der Nähe des Ionischen Meeres. Die Stadt ist berühmt für ihre Wohnhöhlen und die mit Fresken verzierten Grottenkirchen (Chiesa Ipogeica), von denen über 50 im Stadtgebiet liegen.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an beiden Rändern der Schlucht „Gravina di San Marco“. Die Alt- und Neustadt verbinden nur zwei Brücken. Am Ortsrand öffnet sich die 40 m tiefe und 30 bis 50 m breite „Gravina Principale“ – eine weitere, vier Kilometer lange Schlucht. In ihr liegt hinter der an den Felsen geschmiegten Wallfahrtskirche „Madonna della Scala“, der ältesten Kirche dieses Raumes, ein ausgedehntes Höhlenareal, das in den weichen Kalkstein gegraben wurde.

Die Nachbargemeinden sind Crispiano, Martina Franca, Mottola, Palagiano, Statte und Tarent.

Die Grotten[Bearbeiten]

Die bis zu 200 m tiefen Schluchten auf den Terrassen der Murgia, die sich zum Golf hin absenkt, entstanden durch Erosion, da der Karst den Regen nicht speichern kann und Karren bildet, die sich zu Gravinen erweiterten und Höhlen wie die Grotten von Castallana schufen. Vorgeschichtliche Funde zeigen, dass die Höhlen bereits im Paläolithikum genutzt wurden. Im Frühmittelalter lebten in den Schluchten um Massafra Einsiedler beziehungsweise Mönche, die sich vor Verfolgern verbargen. Im Spätmittelalter dienten sie als Zuflucht vor Piraten und Invasoren. Unter den Höhlen ragen die (unter diesem Namen in Italien mehrfach vorkommende) Grotta del Ciclope (Höhle der Zyklopen), die Farmacia del Mago Greguro und die Grotta del frantoio heraus.

Thesaurus Massafrensis[Bearbeiten]

In der Grotta del tesoretto wurde 1973 ein Münzhort entdeckt. Er enthielt etwa 135 kleine byzantinische und vandalische Münzen aus dem Zeitraum vom Ende des 4. bis Anfang des 6. Jahrhunderts. Die vandalischen Bronzemünzen waren unter den Königen Geiserich, Hunerich, Gunthamund, Thrasamund und Hilderich geprägt worden.

Grottenkirchen[Bearbeiten]

Ikone der Madonna della Scala, Massafra

Die Mönche, die in den Gravinen von Massafra dauerhaft lebten, kamen im 8. und 9. Jahrhundert vom Balkan und aus Kleinasien. Sie verließen ihre Heimat wegen der Ikonoklastischen Gesetze, die ihnen die Ikonenmalerei verboten. Die Gebetszellen wurden partiell zu dreischiffigen Grottenkirchen erweitert und ausgemalt. Die Fresken an den Höhlenwänden sind Vergrößerungen der Ikonen. Noch heute ist die einstige Farbenpracht in einigen Grottenkirchen zu erkennen – bisweilen aber nur fragmentarisch. Nicht nur die Witterung nagte an der Hinterlassenschaft, sondern vor allem der Vandalismus. Unter den 25 sehenswürdigen Grottenkirchen ragen die Chiesa Ipogeica di S. Posidonio, die Chiesa della Candelora, die Chiesa ed insediamento rupestre di Millarti, die Chiesa rupestre della Buona Nuova und die Chiesa rupestre Madonna della Greca heraus.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Hahn: Ein Minimifund des frühen 6. Jahrhunderts n. Chr. aus Massafra bei Tarent. In: Litterae Numismaticae Vindobonenses. 3. 1987, S. 95–116,

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Massafra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.