Medulloblastom
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| Klassifikation nach ICD-10 | ||
|---|---|---|
| C71 | Bösartige Neubildung des Gehirns | |
| C71.6 | Zerebellum | |
| ICD-10 online (WHO-Version 2006) | ||
Das Medulloblastom ist ein bösartiger embryonaler Tumor des Kleinhirns. Er tritt bevorzugt im Kleinkindes- und Kindesalter auf und ist in dieser Altersgruppe der häufigste bösartige Hirntumor. Er wird nach der WHO-Klassifikation der Tumoren des zentralen Nervensystems als Grad IV eingeordnet.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Symptome
Klinisch stehen meist Störungen der Kleinhirnfunktion (zum Beispiel Fallneigung (Ataxie)) und Zeichen des erhöhten Hirndruckes mit Kopfschmerzen, Lethargie und morgendlichem Erbrechen im Vordergrund. Bei Spiegelung des Augenhintergrundes kann eine Stauungspapille erkannt werden.
[Bearbeiten] Bildgebung
In der Computertomographie- und Magnetresonanztomographie (MRT) stellen sich Medulloblastome als solide Raumforderungen mit homogener Kontrastmittelaufnahme dar.
[Bearbeiten] Pathologie
Feingeweblich sind Medulloblastome zelldichte klein- rund- und blauzellige Tumoren. Die Tumorzellen weisen runde bis ovale Kerne auf und können in Rosettenformationen angeordnet sein. Immunhistochemisch ist eine Expression neuronaler Marker (Synaptophysin, Neurofilament, NeuN) typisch aber auch gliale Proteine wie GFAP können kleinflächig exprimiert werden. Als Varianten abzugrenzen sind desmoplastisches Medulloblastom, anaplastisches Medulloblastom und Medulloblastom mit extensiver Nodularität.
[Bearbeiten] Therapie
Aktuelle Behandlungskonzepte für Kinder und Jugendliche mit einem Medulloblastom sehen eine neurochirurgische Tumorentfernung, eine Chemotherapie und eine Strahlentherapie vor.
[Bearbeiten] Prognose
Der Krankheitsverlauf hängt unter anderem von der Tumorgröße, dem Ausmaß der Tumorentfernung, einer etwaigen Absiedlung von Tumorzellen entlang der Liquorwege und dem Alter des Patienten ab. Auch die Art der feingeweblichen Differenzierung kann eine prognostische Rolle spielen, wobei bei Patienten mit einem sogenannten desmoplastischem Medulloblastom der Krankheitsverlauf günstiger ist.
In einer aktuellen klinischen Studie betrug die 5-Jahres-Überlebensrate bei Kindern mit Medulloblastomen die nach Operation lediglich intensiv chemotherapiert worden waren 66%. Nach vollständiger Tumorentfernung konnte hier eine 5-Jahres-Überlebensrate von 93% erreicht werden. Nach unvollständiger Tumorentfernung oder Absiedlung von Tumorzellen entlang der Liquorwege betrugen die 5-Jahres-Überlebensraten 56% bzw. 38%.[1]
[Bearbeiten] Literatur
Louis, D.D., Ohgaki, H., Wiestler, O., Cavenee, eds. World Health Organization classification of tumors. Pathology and genetics of tumours of the nervous system. Lyon, IARC Press; 2007 ISBN 9789283224303
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Rutkowski et al.: Treatment of early childhood medulloblastoma by postoperative chemotherapy alone. N Engl J Med. 2005; 352:978-86. PMID 15758008 Volltext
[Bearbeiten] Weblinks
Medulloblastom im Kindes- und Jugendalter Interdisziplinäre Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft und der Gesellschaft für Pädiatrischen Onkologie und Hämatologie
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