Mehmet Shehu
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Mehmet Shehu (* 10. Januar 1913 in Çorush, Albanien; † 17. Dezember 1981 in Tirana) war unter der Führung von Enver Hoxha von 1954 bis 1981 Ministerpräsident des kommunistischen Albaniens. Shehu besuchte die amerikanische Berufsschule in Tirana, die er 1932 abschloß. Anschließend erhielt er ein Stipendium für die Militärakademie in Neapel, die er aber bereits nach kurzer Zeit wegen kommunistischer Aktivitäten verlassen musste. Als Mitglied der "Internationalen Brigaden" nahm Shehu am Spanischen Bürgerkrieg teil und kehrte nach Internierung in Frankreich 1942 nach Albanien zurück, wo er sich am Partisanenkampf gegen die deutschen und italienischen Besatzer beteiligte.
Shehus Position wurde Ende der 1970er Jahre immer mächtiger und einflussreicher. 1981 wurde er in seinem Bett liegend erschossen aufgefunden, seine Pistole in Reichweite. Dem waren unter der Regie des allmächtigen Parteichefs Enver Hoxha harte Kritiken an seine Adresse in der Parteiführung vorausgegangen, bei denen ihm u.a. zur Last gelegt wurde, dass er der Verlobung eines seiner Söhne mit einer jungen Frau zugestimmt hatte, die aus "schlechter" (im Kampf gegen die deutsche Besetzung nicht auf kommunistischer Seite stehender) ehemals bürgerlicher Familie stammte. Die Verlobung mußte gelöst werden. Schon vorher wurde die Ehefrau eines anderen Shehu-Sohnes vom Geheimdienst Sigurimi bearbeitet, weil sie die verdeckten Kontaktbestrebungen eines Mitarbeiters der französischen Botschaft duldete - ein selbst für den erhöhten Spielraum der Kinder höherer Funktionäre unerhörter Verstoß gegen gültige Regeln.
Nach seinem Tode wurde Mehmet Shehu von Enver Hoxha als langjähriger Agent mehrerer ausländischer Geheimdienste angeprangert. Bis heute wird die offizielle Version des Selbstmordes in Frage gestellt, konnte aber nicht widerlegt werden. Etwa ein Jahr nach Shehus Tod wurden zahlreiche Partei-und Staatsfunktionäre verhaftet und 1983 in geheimen Prozessen verurteilt, darunter Shehus Frau Fiqret und seine Söhne, ferner Verteidigungsminister (vorher langjähriger Innenminister und Geheimdienstchef) Kadri Hazbiu, dessen Nachfolger in dieser Funktion Fecor Shehu (nicht mit Mehmet Shehu verwandt), weiter hohe Geheimdienstfunktionäre, Außenminister Nesti Nase und der Minister für Gesundheitswesen Llambi Zicishti. Alle sollen unter Shehus Leitung im Auftrag der CIA, des jugoslawischen UDB und des KGB einen Staatsstreich und die Liquidierung Hoxhas vorbereitet haben. Belastende Aussagen wurden unter Folter erzwungen. Hazbiu und Fecor Shehu konnten aber auch dadurch nicht veranlaßt werden, die absurden Anschuldigungen zuzugeben. Mehrere Angeklagte wurden hingerichtet, die anderen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Einige von ihnen, u.a. Fiqret Shehu, starben in der Haft. Shehus ältester Sohn beging noch während der Untersuchung Selbstmord.
Oft hineingedeutete politische Differenzen zwischen Hoxha und Shehu sind nie überzeugend belegt worden. In jedem Fall hat sich Hoxha mit dem geschilderten Vorgehen nicht nur eines tatsächlichen oder auch nur vermuteten Rivalen um die Macht entledigt, sondern auch weiteren derartigen Ambitionen eine drastische und blutige Abschreckung erteilt.
[Bearbeiten] Literatur
- Die Rede des Gen. Mehmet Shehu auf dem Empfang zu Ehren der Partei und Regierungsdelegation der VR Albanien, in: Ewige Freundschaft, Tirana 1966, S. 13-22.
- Mehmet Shehu: Über die Haltung der Volksrepublik Albanien zum Warschauer Vertrag (12. September 1968), in Rolf Italiaander (Hrsg:): Albanien - Vorposten Chinas, München 1970, S. 135-162.
- Novruz Sulaj: Komandanti ynë Mehmet Shehu. [Unser Kommandant Mehmet Shehu]. Tirana 2005 (Darstellung aus Sicht eines kommunistischen Partisanen)
[Bearbeiten] Weblinks
- Bashkim Shehu: Über die Suche nach den sterblichen Überresten seines Vaters
- Literatur von und über Mehmet Shehu im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Shehu, Mehmet |
| KURZBESCHREIBUNG | albanischer Politiker und Premierminister des kommunistischen Albaniens |
| GEBURTSDATUM | 10. Januar 1913 |
| GEBURTSORT | Çorush, Albanien |
| STERBEDATUM | 17. Dezember 1981 |
| STERBEORT | Tirana |

