Meredith Gardner

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gardner, ganz links, bei der Entschlüsselungs-Arbeit.

Meredith Knox Gardner (* 12. (oder 20.) Oktober 1912 in Okolona, Mississippi; † 9. August 2002 in Chevy Chase, Maryland) war ein US-amerikanischer Linguist und Codeknacker, dem einer der größten Geheimdienst-Coups des 20. Jahrhunderts gelang, als er im Rahmen des VENONA-Projekts sowjetische Nachrichten über Spionage in den USA entschlüsselte.

Leben[Bearbeiten]

Gardner wuchs in Austin (Texas) auf. Nach einem ersten Abschluss an der dortigen University of Texas erwarb er einen Master-Abschluss in Deutsch an der University of Wisconsin in Madison; dort war er von 1938 bis 1940 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter beschäftigt. Als Linguistik-Professor an der University of Akron wurde er vom Signals Intelligence Service der US Army angeworben, um die Codes von Nazi-Deutschland zu knacken. Bald darauf begann er stattdessen an den Codes des Japanischen Kaiserreiches zu arbeiten und erlernte in nur wenigen Monaten die japanische Sprache.

Gardner ging 1972 in den Ruhestand; seine Arbeit blieb geheim bis 1996 die NSA, die CIA und das Center for Democracy ihn und seine Kollegen auf Betreiben des US-Senators Daniel Patrick Moynihan mit einer Feier ehrten.[1]

Als Rentner unterrichteten er und seine Frau Latein und lösten regelmäßig das Kreuzworträtsel der Londoner Times. Gardner starb im Alter von 89 Jahren.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Daniel Patrick Moynihan: MEREDITH GARDNER. In: Congressional Record, U.S. Senate and United States Government Printing Office, 12. Juli 1999, S. S8293. Abgerufen am 30. April 2009.  „Described by the FBI’s Robert Joseph Lamphere as ‘‘the greatest counter-intelligence tool this country has ever known,’’ Gardner was the National Security Agency’s leading enabler of the reading of thousands of enciphered cables intercepted from Soviet foreign intelligence in the 1940’s. The NSA, under its various names, spent four decades deciphering what Moscow intended to be an unbreakable Soviet cipher. Gardner and his team painstakingly worked on these messages in a project which came to be known eventually as ‘‘VENONA.’’ The resulting VENONA decrypts, which were finally revealed publicly in 1995, detail the Soviet’s espionage efforts in the United States during and after World War II.“