Feuerbach (Neckar)

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Feuerbach
Vorlage:Infobox Fluss/KARTE_fehlt
Der Feuerbach kurz nach seiner Entstehung unterhalb von Botnang

Der Feuerbach kurz nach seiner Entstehung unterhalb von Botnang

Daten
Gewässerkennzahl DE: 238352
Lage Baden-Württemberg
  Stadtkreis Stuttgart
Flusssystem Rhein
Abfluss über Neckar → Rhein → Nordsee
Zusammenfluss von Metzgerbach und Sommerhaldenbach am Ostrand von Botnang
48° 46′ 46″ N, 9° 8′ 2″ O48.7794527777789.1337694444444330
Quellhöhe ca. 425 m ü. NN Q. Metzgerbach
ca. 330 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen Zsfl. d. Quellbäche
Mündung in Stuttgart-Mühlhausen von links und zuletzt Nordosten in den Neckar48.841259.2326388888889206.8Koordinaten: 48° 50′ 29″ N, 9° 13′ 58″ O
48° 50′ 29″ N, 9° 13′ 58″ O48.841259.2326388888889206.8
Mündungshöhe 206,8 m ü. NN[1]
Höhenunterschied 123,2 m
Länge 12,7 km[2] ab Zsfl. d. Quellbäche
14,9 km[2] ab Q. Metzgerbach
Einzugsgebiet 45,4 km²[3]
Linke Nebenflüsse → Zuflüsse
Großstädte Stuttgart

Der Feuerbach ist ein Bach im Norden und Westen der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart. Mit einer Länge von 15,4 km auf dem längsten Oberlauf hat er die längste Fließstrecke aller Bäche innerhalb der baden-württembergischen Landeshauptstadt.

Geographie[Bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten]

NSG Unteres Feuerbachtal

Der Feuerbach entsteht am Ostrand von Botnang aus dem Zusammenfluss von Metzgerbach und Sommerhaldenbach, die zusammen mit dem ersten Zufluss Knaupenbach die Wasser der Täler rund um Botnang sammeln. Vom Zusammenfluss an fließt er bis wenig vor seiner Mündung nordöstlich. Auf seinen ersten 1,5 Kilometern unterhalb des Knaupenbachs, seinem einzigen naturbelassenen Abschnitt, fließt er durch das Feuerbacher Tal auf den gleichnamigen Stadtteil Feuerbach zu. In diesem Abschnitt fließt er auch durch das Gelände des Waldheims Feuerbachtal. Innerhalb Feuerbachs verläuft der Bach lange Zeit unterirdisch, teilweise verdolt, teilweise in der Kanalisation. Nach einer kurzen Strecke mit offenem Lauf an der Bezirksgrenze zu Zuffenhausen quert er dessen Siedlungsbereich wiederum verdolt. Danach fließt er wieder offen, meist jedoch in kanalisiertem Bett, durch die Stadtteile Rot und Zazenhausen. Zwischen Zazenhausen, nach dem er in eine langsame Kehre nach Südosten geht, und Mühlhausen sind sein Tal sowie die Hangwälder auf beiden Seiten als Naturschutzgebiet Unteres Feuerbachtal ausgewiesen. Im Bereich des Mühlhausener Rathauses wird er wieder verdolt und danach unterirdisch dem Neckar zugeleitet.

Einzugsgebiet[Bearbeiten]

Otto Reiniger (1863–1909): Feuerbach im Herbst

Der Feuerbach entwässert ein Gebiet von 45 km², das ganz oder größtenteils die Stuttgarter Stadtbezirke Botnang, Feuerbach, Zuffenhausen und Stammheim sowie bedeutende Teile der Bezirke Nord und Mühlhausen und Teile von Korntal und Kornwestheim umfasst. Das Einzugsgebiet wird im Südwesten durch den Nesenbach (im Stuttgarter Talkessel), im Süden und Westen durch die Glems mit Lindenbach sowie im Norden durch den Kornwestheimer Gänsbach bzw. Holzbach begrenzt. Weil er dicht an seiner rechten Wasserscheide zum Stuttgarter Talkessel entlangläuft, besitzt er keine merklichen Zuflüsse von dieser Seite.

Zuflüsse[Bearbeiten]

Hierarchische Liste der Zuflüsse und RiverIcon-SmallLake.svg Seen von der Quelle zur Mündung. Gewässerlängen in der Regel nach LUBW-FG10 (Datensatzeinträge), Einzugsgebiete entsprechend nach LUBW-GEZG, Seeflächen nach LUBW-SG10, Höhenangaben nach dem Höhenlinienbild auf dem Geodatenviewer. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.

Zusammenfluss des Feuerbachs aus Metzgerbach und Sommerhaldenbach auf etwa 330 m ü. NN[4] am Ostrand von Stuttgart-Botnang gegen den südlichen Kräherwald bei der Einmündung der Millöckerstraße in die Regerstraße. Von hier bis zum letzten hier aufgeführten Zufluss Bisichgaben läuft der Feuerbach sehr beständig nach Nordosten.

  • Metzgerbach[5], rechter Quellbach aus der Gallenklinge, 2,194 km und 1,63 km². Entsteht südlich von Botnang im Metzgerhau auf etwa 425 m ü. NN,
  • Sommerhaldenbach, linker Quellbach, 2,74 km und 2,404 km². Entsteht westlich vom Botnang im Wald nahe der König-Wilhelm-Eiche auf etwa 470 m ü. NN.
    • Buberlesbach, von rechts in Botnang verdolt unter der Kauffmannstraße auf etwa 355 m ü. NN, 1,303 km. Entsteht westsüdwestlich von Botnang im Wald zwischen Winterhalde und Saufangeiche auf etwa 455 m ü. NN.
      • RiverIcon-SmallLake.svg Durchfließt den Buberlesweiher kurz vor dem Waldaus- und Siedlungseintritt auf etwa 385 m ü. NN, 0,2202 ha.
      • RiverIcon-SmallLake.svg Durchfließt kurz vor der Mündung einen Weiher auf etwa 360 m ü. NN, 0,0794 ha.
  • Knaupenbach, von links wenige Schritte vor dem folgenden, 2,294 km und 1,311 km². Entsteht nordwestlich von Botnang im bewaldeten Knaupental auf etwa 360 m ü. NN.
  • Klingenbach[6] oder Klingenholzbach[7] aus dem Klinglertal[6] (!), von links gleich nach Unterqueren der Feuerbacher Straße jenseits des Neuen Schützenhauses auf 313,5 m ü. NN[8], 1,606 km. Entsteht im Tauschwald nördlich von Botnang auf etwa 405 m ü. NN.
  • Talwaldbach, von links an einem Gehöft in der Wiesenaue unterhalb von Botnang auf etwa 310 m ü. NN, 0,856 km und XX km². Entsteht zwischen Heukopf und Talwald auf etwa 370 m ü. NN.
  • Mähderklinge, von links an einer Brücke über den Feuerbach beim Beginn der Talflurweitung vor dem Stuttgarter Stadtteil Feuerbach auf etwa 300 m ü. NN, 1,67 km und 1,251 km². Entsteht am Nordhang des Heukopfs auf etwa 390 m ü. NN.
    • RiverIcon-SmallLake.svg Durchfließt kurz vor dem folgenden Zufluss einen kleinen Stausee auf über 325 m ü. NN, 0,1329 ha.
    • Winterklingenbach, von links zwischen Winterhalde und Heimberg auf unter 325 m ü. NN, 0,673 km. Entspringt einer Quelle am Südhang der Hohen Warte in der offenen Flur auf etwa 380 m ü. NN.
  • Hummelgraben, von links nach Durchqueren von Feuerbach und Zuffenhausen auf etwa 247 m ü. NN, 0,377 km. Entsteht in einem Geländeriss im unteren Grund auf etwa 260 m ü. NN.
  • Bisichgraben[9], von links gleich nach Passieren von Zazenhausen auf merklich unter 240 m ü. NN, 1,481 km und 8,772 km². Entsteht nahe der Südspitze von Kornwestheim am Ostrand der B 27 auf etwa 280 m ü. NN. Nach diesem Zufluss schlägt der Feuerbach eine langsame Rechtskurve.

Mündung des Feuerbachs in Stuttgart-Mühlhausen auf 206,8 m ü. NN[1] von links und zuletzt Nordwesten in den Neckar. Der Bach ist hier 12,709 km[2] (ab Zusammenfluss der Quellbäche) bzw. 14,903 km[2] (ab der Quelle des rechten Oberlaufes Metzgersbach) lang und hat ein Einzugsgebiet von 45,400 km²[3] hinter sich.

Menschliche Eingriffe[Bearbeiten]

Renaturierung in Stuttgart-Zuffenhausen

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich Feuerbach und Zuffenhausen, an der Nordbahn gelegen, zu Industrieorten. Die vielen Abwässer verschmutzen den Bach so stark, dass in ihm spätestens 1895 keine Fische mehr lebten. Ab 1900 wurden die Quellen des Metzgerbachs für die Stuttgarter Wasserversorgung genutzt, wodurch sich Wasserführung und Selbstreinigungskraft des Feuerbachs verringerten und das Problem der Verschmutzung sich verschärfte. Mit der Verdolung 1909/10 wurde das Problem nur unter die Erde verbannt. Heute verlaufen 30 % des Bachs unterirdisch, und weitere 30 % sind technisch ausgebaut. Seit Mitte der 1980er Jahre wurden einzelne Abschnitte in Zuffenhausen und Rot renaturiert. Weiterhin jedoch ist der Bach verschmutzt; nach seinem Austritt aus dem unterirdischen Abschnitt in Feuerbach und Zuffenhausen gilt der Wasserlauf als stark verschmutzt (Güteklasse III), selbst im Oberlauf ist er mäßig belastet (Güteklasse II).

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Stauziel der Neckars unterhalb der Doppelschleuse Hofen.
  2. a b c d Nach LUBW-FG10 (Datensatzeintrag).
  3. a b Summe der Teileinzugsgebiete nach LUBW-GEZG (Datensatzeinträge).
  4. Nach dem Höhenlinienbild auf dem Geodatenviewer.
  5. Bei LUBW-FG10 zum Feuerbach gerechnet, gleiche Gewässerkennzahl.
  6. a b Namenseintrag auf der Hintergrundkarte des Geodatenviewers.
  7. Name nach LUBW-FG10 (Datensatzeintrag).
  8. Texteintrag in Blau auf dem Geodatenviewer.
  9. Name nach Texteintrag auf dem Geodatenviewer. Der Datenbankeintrag ist mit Bisachgraben benannt, in Anbetracht einer passierten Gemarkung Bisichgraben wohl ein Schreibfehler.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]