Kornwestheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kornwestheim
Kornwestheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kornwestheim hervorgehoben
48.85989.1852297Koordinaten: 48° 52′ N, 9° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ludwigsburg
Höhe: 297 m ü. NHN
Fläche: 14,64 km²
Einwohner: 32.177 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 2198 Einwohner je km²
Postleitzahl: 70806
Vorwahlen: 07154
07141 (Pattonville)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LB, VAI
Gemeindeschlüssel: 08 1 18 046
Adresse der
Stadtverwaltung:
Jakob-Sigle-Platz 1
70806 Kornwestheim
Webpräsenz: www.kornwestheim.de
Oberbürgermeisterin: Ursula Keck (parteilos)
Lage der Stadt Kornwestheim im Landkreis Ludwigsburg
Erdmannhausen Erdmannhausen Remseck am Neckar Schwieberdingen Marbach am Neckar Marbach am Neckar Marbach am Neckar Marbach am Neckar Oberstenfeld Oberstenfeld Mundelsheim Mundelsheim Affalterbach Asperg Benningen am Neckar Besigheim Besigheim Bönnigheim Erligheim Freudental Gemmrigheim Großbottwar Großbottwar Hessigheim Löchgau Murr (Gemeinde) Murr (Gemeinde) Pleidelsheim Pleidelsheim Steinheim an der Murr Tamm Walheim Ingersheim Freiberg am Neckar Bietigheim-Bissingen Bietigheim-Bissingen Ditzingen Eberdingen Kornwestheim Möglingen Oberriexingen Sersheim Vaihingen an der Enz Sachsenheim Korntal-Münchingen Ludwigsburg Markgröningen Hemmingen Gerlingen Kirchheim am NeckarKarte
Über dieses Bild

Kornwestheim ist eine Stadt in Baden-Württemberg. Sie ist die drittgrößte Stadt des Landkreises Ludwigsburg nach Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen und bildet mit Ludwigsburg ein Mittelzentrum. Sie gehört zu der Metropolregion Stuttgart.

Seit 1956 ist Kornwestheim Große Kreisstadt.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Karte des Stadtgebiets

Kornwestheim liegt im südwestlichen Neckarbecken am Ostrand des Strohgäus im so genannten Langen Feld. Im Stadtgebiet fließt der Holz- oder Gänsbach ostwärts zum Neckar.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Kornwestheim. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Westen genannt: Möglingen, Ludwigsburg und Remseck am Neckar (alle Landkreis Ludwigsburg) sowie Stuttgart (Stadtkreis)

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet Kornwestheims besteht aus der Kernstadt und dem Stadtteil Pattonville. Letzterer wurde erst Anfang der 1990er Jahre Teil der Stadt Kornwestheim. Ursprünglich gehörte er nur zur Gemarkung Aldingen (heute: Remseck am Neckar). 1954 wurde die Siedlung durch die US-Armee errichtet. Nach deren Abzug im Sommer 1993 kaufte ein Zweckverband das Gelände vom Bund ab und teilte es auf die Stadt Kornwestheim und die Gemeinde Remseck am Neckar auf. Danach wurde der neue Stadtteil zivil besiedelt. Der westliche Teil gehört seither zur Stadt Kornwestheim, der größere, östliche Teil zur Stadt Remseck am Neckar.

In der Kernstadt Kornwestheim werden gelegentlich Wohngebiete bzw. geografische Stadtteilbezeichnungen (Weststadt, Oststadt) unterschieden, deren Grenzen jedoch meist nicht genau festgelegt sind. In den letzten Jahren entstanden im Osten der Stadt neue Wohn- und Gewerbegebiete, vornehmlich auf den ehemaligen Standorten der Ludendorff- und der Wilkin-Kaserne, die bis Anfang der 1990er von amerikanischen Truppen genutzt wurden. Im Westen der Stadt entstand das Salamander-Areal auf Teilen der Schuhfabrik.

Auf dem Gebiet Kornwestheims liegen die abgegangenen Ortschaften Hoftstätt, Birglingen, Haiynoltz oewe, Lieberheim und Wihingen (?). Die Wohnplätze Laborierbau, Solitudeallee und Tambour wurden 1973 aufgehoben.

Raumplanung[Bearbeiten]

Kornwestheim bildet mit der benachbarten Kreisstadt Ludwigsburg ein Mittelzentrum innerhalb der Region Stuttgart, deren Oberzentrum Stuttgart ist. Zum Mittelbereich Ludwigsburg/Kornwestheim gehören noch die Städte und Gemeinden im Süden und Osten des Landkreises Ludwigsburg, im Einzelnen sind dies:

Affalterbach, Asperg, Benningen am Neckar, Erdmannhausen, Freiberg am Neckar, Großbottwar, Hemmingen, Marbach am Neckar, Markgröningen, Möglingen, Murr, Oberstenfeld, Pleidelsheim, Remseck am Neckar, Schwieberdingen und Steinheim an der Murr.

Geschichte[Bearbeiten]

Leugenstein an der Römerstraße

Durch das Kornwestheimer Gebiet führte von Cannstatt her kommend eine Römerstraße, deren Verlauf teilweise als Feldweg erhalten blieb. Ein Teil von ihr wurde in Kornwestheim-Ost nahe der Schnellstraße restauriert. Im Westteil der Stadt Richtung Autobahn verlief eine noch ältere Straße aus der Bronzezeit.

Kornwestheim als Ort entstand vermutlich im 4./5. Jahrhundert als alemannische Streusiedlung. Erstmals urkundlich erwähnt wurde „Westheim“ um 780 n. Chr., in einer Urkundenabschrift innerhalb des Codex Laureshamensis des Klosters Lorsch. Die Bezeichnung „Kornwestheim“ taucht 1472 erstmals auf, in der heutigen Schreibweise ist es seit dem 17. Jahrhundert gebräuchlich.

Angenommen wird, dass es sich bei dem ursprünglichen Westheim um eine westliche Siedlung handelt, in Unterscheidung zu einer östlich gelegenen Siedlung „Ostheim“, deren Lage allerdings unbekannt ist. Jahrhundertelang war Kornwestheim ein wohlhabendes Bauerndorf, das von der Fruchtbarkeit der Lössböden in der unmittelbaren Nachbarschaft profitierte. 1303 verkauften die Grafen von Asperg Kornwestheim an die Herzöge von Württemberg. Zunächst gehörte es zum Amt bzw. Oberamt Cannstatt, ab 1719 zum Oberamt Ludwigsburg, aus dem 1938 der Kreis, ab 1973 Landkreis Ludwigsburg hervorging.

Mit Wirkung vom 1. April 1931 erhielt Kornwestheim das Stadtrecht, am 1. April 1956 wurde es Große Kreisstadt.

In den Jahren 1770–1781 lebte und wirkte der Theologe und Ingenieur Philipp Matthäus Hahn als Pfarrer in Kornwestheim. 1772 wurde eigens für ihn ein neues Pfarrhaus errichtet.

Die verkehrsgünstige Lage mit einem seit 1846 bestehenden eigenen Bahnhof brachte Kornwestheim ab dem Ende des 19. Jahrhunderts einen großen Zuwachs, vor allem bedingt durch Fabrikgründungen und den Bau der Güterumgehungsbahn 1896 sowie des Rangierbahnhofs 1913–1919. Der Schuhmacher Jakob Sigle, der hier bereits 1885 seine Werkstatt eröffnet hatte, gründete 1891 gemeinsam mit dem Kaufmann Max Levi seine Schuhfabrik J. Sigle & Cie., die später überregional bekannte Salamander AG. 1898 folgte die Maschinenfabrik A. Stotz, 1939 eröffnete die Firma Kreidler hier einen Betrieb.

Im Zuge der Aufrüstung der Wehrmacht wurde Kornwestheim 1935/36 Garnisonsstadt. Die Hindenburgkaserne sowie die Ludendorffkaserne wurden ab 1934 für Panzereinheiten gebaut. Im Zweiten Weltkrieg wurden bei Luftangriffen 162 Einwohner getötet und 160 Gebäude zerstört, 478 Kornwestheimer wurden als Soldaten getötet. Drei ausländische Zwangsarbeiter wurden von der Gestapo - Stapoleitstelle Stuttgart - exekutiert. [2]Am 4. April 1945 wurde Kornwestheim durch US-amerikanische Truppen erobert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Kasernen bis 1993 von der US Army weitergenutzt, die frühere Hindenburgkaserne unter dem Namen Wilkin Barracks

Aufgrund der Lage zwischen Stuttgart und Ludwigsburg konnte die Stadt bei der Gebietsreform 1973 keine Nachbargemeinden eingliedern. Daher zeigt das Stadtgebiet bis heute ein mehr oder weniger geschlossenes Bild. Lediglich die Aufteilung der zwischen 1954 und Anfang der 1990er Jahre durch die US Army genutzten Siedlung Pattonville im Osten Kornwestheims brachte der Stadt einen neuen Stadtteil. Der östliche, größere Teil Pattonvilles gehört jedoch zur Nachbarstadt Remseck am Neckar.

Religionen[Bearbeiten]

Kornwestheim gehörte ursprünglich zum Bistum Konstanz und war dem Landkapitel Cannstatt zugeordnet. Wie in ganz Württemberg wurde auch in Kornwestheim ab 1534 die Reformation eingeführt, infolgedessen der Ort über viele Jahrhunderte überwiegend protestantisch war. Zunächst gehörte Kornwestheim zum Dekanat bzw. Kirchenbezirk Cannstatt, später zum Dekanat bzw. Kirchenbezirk Ludwigsburg der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Die ursprünglich einzige Kirchengemeinde (Martinskirche von 1516) wurde wegen ihrer Größe aufgeteilt. Es entstanden die Johannesgemeinde (1921 als Notkirche erbaut, heutige Kirche von 1955), die Paulusgemeinde (Kirche von 1968) und die Thomasgemeinde (Gemeindehaus von 1975, das ökumenisch genutzt wird). Diese bilden heute zusammen die Gesamtkirchengemeinde Kornwestheim. Die Martinsgemeinde betreut auch die Protestanten des Stadtteils Pattonville (der teilweise auch zur Stadt Remseck am Neckar gehört). Doch gibt es in Pattonville die 2001 eingeweihte Heilig-Geist-Kirche, in der regelmäßig Gottesdienste gehalten werden.

Ende des 19. Jahrhunderts zogen auch Katholiken nach Kornwestheim. 1920 wurde die junge Pfarrgemeinde eine eigene Pfarrei und die Kirche St. Martinus wurde errichtet, die jedoch 1958 neu erbaut wurde. Das 1975 erbaute Thomasgemeindehaus wird auch von den Katholiken genutzt. Die Pfarrei St. Martinus Kornwestheim bildet heute eine eigene Seelsorgeeinheit innerhalb des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Kornwestheim auch Freikirchen, darunter eine Evangelisch-methodistische Kirche. Weiterhin ist auch die Neuapostolische Kirche in Kornwestheim vertreten.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner-
zahlen
1595 620
1694 470
1758 628
1803 936
1834 1.373
1855 1.441
1. Dezember 1871 1.498
1. Dezember 1880 ¹ 1.723
1. Dezember 1890 ¹ 1.868
1. Dezember 1900 ¹ 2.628
1. Dezember 1910 ¹ 4.088
16. Juni 1925 ¹ 7.953
16. Juni 1933 ¹ 10.200
Jahr Einwohner-
zahlen
17. Mai 1939 ¹ 14.706
Dezember 1945 12.622
13. September 1950 ¹ 20.734
6. Juni 1961 ¹ 26.296
27. Mai 1970 ¹ 28.843
31. Dezember 1975 27.771
31. Dezember 1980 27.037
27. Mai 1987 ¹ 28.061
31. Dezember 1990 29.198
31. Dezember 1995 29.818
31. Dezember 2000 29.863
31. Dezember 2005 30.789
31. Dezember 2010 31.292

¹ Volkszählungsergebnis

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl in Kornwestheim 2014[3]
Wahlbeteiligung: 45,33 % (2009: 47,77 %)
 %
40
30
20
10
0
34,25 %
25,59 %
14,64 %
16,16 %
4,46 %
4,91 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+2,06 %p
+1,88 %p
-3,16 %p
+1,97 %p
-2,82 %p
+0,09 %p
± 0,00 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahl am 25. Mai 2014 hat der Gemeinderat 26 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 45,33 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

CDU 9 Sitze 34,25 % (±0)
SPD 7 Sitze 25,59 % (+1)
FW 4 Sitze 14,64 % (-1)
GRÜNE     4 Sitze  16,16 % (+1)
FDP     1 Sitze  4,46 % (-1)
LINKE     1 Sitz  4,91 % (±0)
REP — (-)  n. k.

Vorsitzende des Gemeinderates ist die Oberbürgermeisterin.

Bürgermeister[Bearbeiten]

An der Spitze der Gemeinde Kornwestheim stand ein Schultheiß, der seit 1930 die Amtsbezeichnung Bürgermeister und seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt am 1. April 1956 die Bezeichnung Oberbürgermeister führt. Dieser wird von den Wahlberechtigten auf acht Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Seine allgemeinen Stellvertreter sind der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung Erster Bürgermeister und der 2. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister.

Gemeinde- bzw. Stadtoberhäupter seit 1793:

  • 1793–1814: Johann Georg Sigle
  • 1815–1823: Jakob Friedrich Sigle
  • 1823–1840: Jakob Friedrich Ergenzinger
  • 1841–1855: Christoph Richt
  • 1855–1877: Thomas Hofmann
  • 1877–1887: Georg Mayer
  • 1887–1892: Karl Sigle
  • 1892–1902: Adolf Völmle
  • 1902–1930: Friedrich Siller
  • 1930–1931: Theodor Steimle
  • 1931–1933: Friedrich Siller, Amtsverweser
  • 1933–1945: Alfred Kercher, 1933 zunächst als Amtsverweser
  • 1945: Gotthilf Küntzle, kommissarisch
  • 1945–1948: Friedrich Warthmann, 1945–1946 kommissarisch
  • 1948–1954: Nathanael Schulz
  • 1954–1962: Alfred Kercher
  • 1962–1982: Siegfried Pflugfelder
  • 1982–1999: Ernst Fischer, 1982–1983 Amtsverweser
  • 1999–2007: Ulrich Rommelfanger
  • seit 2007: Ursula Keck (gewählt am 24. Juni 2007 mit 71,02 % der Stimmen[4])

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt Kornwestheim zeigt in Blau eine goldene Korngarbe. Die Korngarbe als „redendes“ Wappen ist schon im Fleckensiegel von 1695 zu finden. Die Blasonierung wurde 1925 festgelegt, zugleich die blau-gelbe Stadtflagge.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Kornwestheim unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Unternehmen einst und jetzt[Bearbeiten]

Nordost-Ecke des Salamander-Gebäudekomplexes. Fassade steht unter Denkmalschutz. Im Gebäude gibt es noch einen Paternosteraufzug.
Elektrizitätswerk an der Stuttgarter Straße

Die Entwicklung Kornwestheims ist untrennbar verknüpft mit der Schuh-Fabrikation und der Marke Salamander. 1885 begann der damals 23-jährige Schuhmacher Jakob Sigle die mechanische Schuhfabrikation in Kornwestheim. Damit begann die Industrialisierung des Ortes und der Aufstieg zur Stadt.

1904 meldete Sigle, gemeinsam mit seinem Partner Max Levi, Salamander als Wort- und Bildmarke an. 1967, zur Zeit der größten Blüte, beschäftigte Salamander weltweit knapp 18.000 Menschen in der Schuhfabrikation.

Ab Anfang der 1970er Jahre, mit dem Niedergang der deutschen Schuhindustrie, verlief die weitere Entwicklung von Salamander krisenhaft. Die Salamander AG entwickelte sich zu einem Mischkonzern mit den Geschäftsfeldern Schuhe, Immobilien, Industrie und Service. Das Unternehmen wurde im Jahre 2000 von der EnBW AG übernommen; 2003 wurde die Schuhsparte wieder aus dem Konzern ausgegliedert.

Zum Jahreswechsel 2009/2010 erwarb die Immobilien-Projektgesellschaft Salamander-Areal Kornwestheim mbH den historischen Gebäudekomplex mit einer Gesamtfläche von ca. 90.000 m². Das Unternehmen ist Teil der Unternehmensgruppe Immovation AG mit Sitz in Kassel.

Ebenfalls prägend für die Stadtgeschichte sind die Firmen Albert Stotz und Kreidler. Heute erinnern die Namen „Kreidlergelände“ und „Stotzgebiet“ an die ehemals dort ansässigen Firmen. Am Ende der Stotzstraße erinnern heute ein „Tor“ und ein Brunnen, gefertigt aus einem Gießereibehälter, an die ehemalige Nutzung dieses Geländes durch die Firma Stotz.

Kornwestheims verkehrsgünstige Lage an der A 81 und an der Bahnstrecke MannheimStuttgart mit dem Rangierbahnhof Kornwestheim Rbf bestimmt seine heutige wirtschaftliche Struktur. Eine Fülle von kleinen und mittelständischen Unternehmen sind in Kornwestheim ansässig – alle weniger bekannt und bedeutend als Salamander, aber in der Summe ein großes wirtschaftliches Potenzial.

Der Einzelhandel in Kornwestheim wird stark beeinflusst durch den Sog der größeren Städte Stuttgart und Ludwigsburg, die beide per S-Bahn oder mit dem Auto in weniger als 15 Minuten erreichbar sind. Der Abzug der amerikanischen Besatzung und die Aufgabe der großen Garnisonssiedlung Pattonville bedeuteten Anfang der 1990er Jahre den Wegfall eines wichtigen Wirtschaftsfaktors.

Verkehr[Bearbeiten]

Kornwestheim Personenbahnhof

Durch das Stadtgebiet führt die B 27. Die als Kraftfahrtschnellstraße ausgebaute Straße hat in Kornwestheim drei Anschlussstellen und stellt Verbindungen unter anderem nach Stuttgart und Heilbronn her. Nächste Autobahn-Anschlussstellen sind Stuttgart-Zuffenhausen und Ludwigsburg-Süd an der A 81.

Kornwestheim hat einen Personenbahnhof, der vor allem von den Linien S4 (Stuttgart–MarbachBacknang) und S5 (Stuttgart–Bietigheim) der S-Bahn Stuttgart bedient wird. An Werktagen fahren morgens und nachmittags insgesamt vier Züge über die Schusterbahn nach Untertürkheim. (Die Frankenbahn Stuttgart–Würzburg führt zwar durch Kornwestheim, hält dort aber nicht.) Den öffentlichen Personennahverkehr bedienen ferner mehrere Buslinien. Alle Linien sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) zu benutzen.

Am westlichen Rande Kornwestheims liegt der Rangierbahnhof. Um die 1600 Güterwaggons werden dort täglich zu neuen Güterzügen zusammengestellt. Damit handelt es sich um die zweitgrößte Zugbildungsanlage Baden-Württembergs. An den Rangierbahnhof schließt sich einer der bedeutendsten und modernsten Container-Umschlagplätze der Deutschen Bahn an. Auf dem Gelände ist auch die Entwicklung eines Güterverkehrszentrums geplant, worunter in diesem Fall ein Gewerbegebiet für Firmen, die einen Gleisanschluss nutzen, verstanden wird.

Früher verkehrten wöchentlich noch der Autoreisezug der Deutschen Bahn von Kornwestheim nach Narbonne in Südfrankreich und zurück. Außerdem existierten mehrmals wöchentlich Autoreisezugverbindungen nach Westerland und Sassnitz. Jedoch wurden sämtliche Autoreisezugverbindungen ab Kornwestheim mit Beginn des Winterfahrplans 2007/2008 eingestellt.

Medien[Bearbeiten]

Als Tageszeitung erscheint in Kornwestheim die Kornwestheimer Zeitung, eine Nebenausgabe der Stuttgarter Nachrichten.

Öffentliche Einrichtungen und Behörden[Bearbeiten]

Kornwestheim hat ein Notariat. In der Stadt ist das Landesamt für Flurneuordnung und Landentwicklung Baden-Württemberg, das im Zuge der Verwaltungsstrukturreform seit dem 1. Januar 2005 als Abteilung 8 des Regierungspräsidium Stuttgart fungiert und dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg untersteht, ansässig. Seit dem 1. Januar 2009 ist das genannte ehemalige Landesamt mit dem Landesvermessungsamt zum neuen Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) verschmolzen. Am Standort Kornwestheim ist im wesentlich die Abteilung 3 – Geodatenzentrum – des neuen Landesamtes ansässig. Zudem sind am gleichen Standort Außenstellen mehrerer Referate des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz angesiedelt.

Auf dem ehemaligen Salamander-Areal befindet sich seit dem 21. März 2012 das baden-württembergische Grundbuchzentralarchiv. Zwischen 2012 und 2017 werden dort alle papierenen Grundbuchunterlagen aus allen baden-wuerttemberischen Grundbuchämtern zusammengeführt.[5]

Bildung[Bearbeiten]

Kornwestheim hat ein Gymnasium (Ernst-Sigle-Gymnasium), eine Realschule (Theodor-Heuss-Realschule), eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule (Uhlandschule), eine Förderschule (Eugen-Bolz-Schule) sowie drei weitere Grundschulen (Eugen-Bolz-Schule, Schillerschule und Silcherschule).

Der Landkreis Ludwigsburg ist Träger der Erich-Bracher-Schule – Kaufmännische Schule, die im Kornwestheimer Stadtteil Pattonville liegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Im Oktober 2006 wurde das alte Kulturhaus aufgrund einer Asbest-Belastung geschlossen. Es bot bis zu 500 Personen Platz.

Ende September 2013 wurde in Kornwestheim das neue Kultur- und Kongresszentrum Das K eröffnet. Der Kombibau ist aus alten Gebäudeteilen des ehemaligen Kulturhauses und neuen Räumen wie beispielsweise der integrierten Stadtbücherei entstanden. Er bietet Platz für Veranstaltungen von 20 bis zu 2.000 Personen. Neben einem Festsaal, der sich in einen mittleren und einen kleinen Saal teilen lässt, gibt es eine ebenso teilbares Foyer, einen Theatersaal sowie einen Veranstaltungsraum im zweiten Obergeschoss. Zudem findet sich im K das Parkrestaurant.

Im alten Kulturhaus hatte seit 2001 auch das Amateurtheater Die 7 Schwaben so gut wie jedes Jahr ein schwäbisches Volksstück herausgebracht. Seit Februar 2012 betreibt man das Theater im Casino mit 100 Plätzen im ehemaligen Offizierscasino der US-Streitkräfte. Auf dem Programm stehen Volkstheater-Stücke, Kindertheater und Jazzmatinées.

Museen[Bearbeiten]

  • Das Schulmuseum Nordwürttemberg vermittelt im historischen Ambiente des hundertjährigen Schulhauses der Schillerschule einen umfassenden Überblick über die Entwicklung der württembergischen Volksschule vom Zeitalter der Reformation bis in die Gegenwart.
Außenansicht des Museums im Kleihues-Bau, Kornwestheim
  • Das Museum im Kleihues-Bau, in dem seit 1990 die Kunstsammlung der Stadt Kornwestheim untergebracht ist, wurde von dem renommierten Architekten Josef Paul Kleihues entworfen. Das Spektrum der gezeigten Wechselausstellungen reicht von der Klassischen Moderne über Fotokunst und Comics bis hin zur zeitgenössischen Kunst. In größeren Abschnitten finden auch kulturgeschichtliche Ausstellungen statt.
  • In der Mühlhäuser Straße präsentiert der Verein für Geschichte und Heimatpflege e. V. eine Ausstellung zur Geschichte von Kornwestheim von der Frühzeit bis zur Gegenwart.
  • Das Philipp Matthäus Hahn Museum hat der Freundeskreis Philipp Matthäus Hahn im ehemaligen Wohnhaus Hahns in der Pfarrstraße 7 eingerichtet.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Auf dem Neuen Friedhof erinnert eine Gedenktafel an 26 Frauen und Männer aus der Sowjetunion, die während des Zweiten Weltkriegs als Zwangsarbeiter bei der Salamander AG eingesetzt waren und in dieser Zeit verstorben sind.[6]

Bauwerke[Bearbeiten]

Das heutige Stadtzentrum liegt zwischen der Bahnlinie Stuttgart-Ludwigsburg und der Stuttgarter Straße nördlich des Rathauses, das 1933–1935 erbaut wurde. Der Kornwestheimer Rathausturm dient zugleich als Wasserturm – weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt. In der heutigen Innenstadt liegen auch die im 20. Jahrhundert entstandene katholische St. Martinskirche (erbaut 1920, heutiger Bau von 1958) und die 1955 erbaute evangelische Johanneskirche. Im 20. Jahrhunderts entstanden ferner die Christuskirche der Methodisten (1913/14) und die Kapelle der apostolischen Gemeinde (1929).

Die evangelische Martinskirche, die älteste Kirche Kornwestheims, wurde 1516–1524 im Auftrag des Klosters Bebenhausen vom Baumeister Hans von Ulm im spätgotischen Stil erbaut. Sie liegt im Zentrum des alten Dorfes Kornwestheim nordöstlich der heutigen Innenstadt, umgeben von alten Fachwerkhäusern wie dem wie dem Widdumhof und dem Meuleshof.

Bemerkenswert ist auch der 1914 errichtete Wasserturm der Bahn beim Güterbahnhof westlich der Stadt. Im Wasserturm befindet sich heute eine Gaststätte, die den Sommer über geöffnet hat und einen Einblick ins Innere des Turms ermöglicht. Das höchste Bauwerk Kornwestheims steht direkt nebenan: ein 100 Meter hoher Richtfunkturm in Stahlfachwerkbauweise der Firma Vodafone (Geographische Koordinaten: 48° 51′ 44″ N, 9° 10′ 5″ O48.8622222222229.1680555555556).

Sonstige Einrichtungen[Bearbeiten]

In Kornwestheim befindet sich das einzige Autokino in Baden-Württemberg.

Die Eislaufbahn an der B 27 musste im Dezember 2007 nach einem Feuer, das in einem provisorischen Anbau der Halle ausgebrochen war und diesen, ein Großteil des Zeltdaches und die Innenausstattung der Halle schwer beschädigte, geschlossen werden. 2009 wurde die Eishalle abgerissen.

Im Jahr 2007 wurde die am östlichen Stadtrand liegende BMX-Bahn überholt.

Parks[Bearbeiten]

Hinter dem Kulturhaus, in der Mitte Kornwestheims, erstreckt sich der Salamander-Stadtpark. Er konnte durch eine Spende der Salamander AG auf einer Fläche von 9,5 Hektar im Jahre 1958 fertiggestellt werden. Da er einen künstlichen See besitzt, galt er zur damaligen Zeit, für die Größe der Stadt, als etwas Besonderes. In diesem Salamander-Stadtpark findet zumeist am 1. Juni-Wochenende das größte Fest von Kornwestheim, die sogenannten Kornwestheimer Tage statt. Zwischen Salamander-Stadtpark und dem alten Dorfkern liegt der Stadtgarten. Am östlichen Stadtrand befindet sich der Freizeitpark. Wie der Name schon sagt, haben die Bürger hier die Möglichkeit, vor allem in den warmen Monaten Zeit zu verbringen. Angelegte Feuerstellen, um zu grillen, ausreichend Platz um Outdooraktivitäten zu betreiben. In diesem Park gibt es auch ein Trimm-Dich-Pfad und einen Spielplatz.

Eine Besonderheit ist der neue Kornwestheimer Friedhof von 1903. Er ist der einzige Friedhof in Deutschland, auf dem Menschen und (Haus-)Tiere gemeinsam – wenn auch räumlich etwas getrennt – begraben liegen. Im 1628 angelegten Alten Friedhof ist heute ein Lapidarium eingerichtet.

Schutzgebiete[Bearbeiten]

Naturdenkmal Lindenallee zwischen Kornwestheim und Ludwigsburg

In Kornwestheim gibt es neben einer Anzahl eingetragener Biotope drei einzelne Naturdenkmale, darunter unabhängig voneinander zwei Blutbuchen und eine sogenannte Luthereiche sowie ein flächenhaftes Naturdenkmal in Form einer etwa ein Kilometer langen Lindenallee an der L 1143 zwischen Kornwestheim und Ludwigsburg. Es sind bisher keine Flächen für andere Arten von Schutzgebieten ausgewiesen.[7][8][9]

Sport[Bearbeiten]

Der SV Salamander Kornwestheim entstand im Juni 2006 durch Zusammenschluss der Vorgängervereine TV Kornwestheim, FV Salamander Kornwestheim und ESG Kornwestheim. Zweitgrößter Verein ist die Skizunft Kornwestheim mit den Sportarten Ski, Triathlon, Basketball, BMX und Breitensport.

Östlich am Freizeitpark angrenzend betreibt die Fliegergruppe Kornwestheim e. V. Flugsport. Ab dem Alter von 14 Jahren werden Piloten im Bereich Segelflug ausgebildet. Die Sparten Ultraleichtflug, Motorsegler und Motorflug werden auf vereinseigenen Flugzeugen durchgeführt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Stadt Kornwestheim hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

  • 1896: Hugo von Baur, Oberst und Kommandeur des Landwehrbezirks Ludwigsburg
  • 1916: Jakob Sigle, Geheimer Kommerzienrat, Gründer der Salamander AG
  • 1916: Max Levi, Konsul, Mitbegründer der Salamander AG
  • 1927: Ernst Sigle, Ehrenvorsitzender der Salamander AG
  • 1927: Isidor Rothschild (1860–1929), Vorstands- und Aufsichtsratsmitglied der Salamander AG
  • 1930: Friedrich Siller, Schultheiß
  • 1950: Karl Joos, Gründer der Bezirksbaugenossenschaft Altwürttemberg
  • 1963: Alfred Kercher, Oberbürgermeister a. D.
  • 1970: Marius Faisse, Bürgermeister der Partnerstadt Villeneuve-Saint-Georges
  • 1989: Siegfried Pflugfelder, Oberbürgermeister a. D.
  • 2004: Ernst Fischer, Oberbürgermeister a. D.
  • 2011: Siegbert Hörer, Kommunalpolitiker

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Bettina Kupfer (* 1963), Schauspielerin, wuchs in Kornwestheim auf
  • Maeckes (* 1982), Rapper, wuchs in Kornwestheim auf

Philipp-Matthäus-Hahn-Preis[Bearbeiten]

Die Stadt Kornwestheim, in der Philipp Matthäus Hahn von 1770 bis 1781 eine Pfarrstelle innehatte, verleiht seit 1989, in der Regel im Abstand von drei Jahren, den Philipp-Matthäus-Hahn-Preis für hervorragende Arbeiten auf den Gebieten der Theologie, der Kirchengeschichte und der Naturwissenschaften. Der Preis war zunächst mit 5000 DM dotiert (im Jahre 1989 anlässlich der Hahn-Jubiläumsjahre mit doppelter Dotation ausgestattet), seit 2002 beträgt die Dotation 3000 Euro.

Philipp-Matthäus-Hahn-Preisträger[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Württembergisches Städtebuch; Band IV Teilband Baden-Württemberg Band 2 aus Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages. hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart 1961
  • Boelcke, Willi A.: Kornwestheim: vom Alemannendorf zur Industriestadt. Hrsg. von der Stadt Kornwestheim. Kornwestheim 1972

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kornwestheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstands und der Verfolgung 1933-1945 Baden-Württemberg I, S. 235.
  3. http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Wahlen/Kommunalwahlen_2014/GTabelle.asp?G=GE118046
  4. http://www.kornwestheim.de/Gesamtergebnis_OBWahl_2007.pdf
  5. Landesarchiv Baden-Württemberg: Grundbuchzentralarchiv
  6. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd.I, Bonn 1995, S. 53, ISBN 3-89331-208-0
  7. //www.kornwestheim.de/3907.php
  8. //rips-dienste.lubw.baden-wuerttemberg.de/rips/ripsservices/apps/naturschutz/schutzgebiete/steckbrief.aspx?id=1189002000085 Steckbrief der Lindenallee
  9. //rips-uis.lubw.baden-wuerttemberg.de/rips/brsweb_naturschutz/viewer.htm?ActiveLayer=11&Layers=1100000000010&Box=3513701:5414925:3513835:5415885 Kartenübersicht der LUBW