Michael Koch (Diplomat)

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Michael H. W. Koch (* 30. September 1955 in Kansas City, USA) ist ein deutscher Diplomat und seit 2012 Sonderbeauftragter der Bundesregierung für Pakistan und Afghanistan. Er folgt in diesem Amt Michael Steiner und Bernd Mützelburg (der jedoch nur dem Auswärtigen Amt und nicht wie seine beiden Nachfolger der gesamten Bundesregierung verantwortlich war).

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn eines Diplomaten besuchte Schulen in Amsterdam, Bonn, Ottawa und in Rabat und schloss seine Schulausbildung 1973 mit dem Baccalauréat ab. Im Anschluss begann er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Eberhard Karls Universität Tübingen sowie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und legte 1978 das Erste Staatsexamen ab. Nach dem anschließenden Referendariat in Bielefeld folgte 1981 die Ablegung des Zweiten Staatsexamens. Nachdem er anschließend kurzzeitig ein Volontariat in einer Anwaltskanzlei in Toronto absolviert hatte, war er zwischen 1982 und 1986 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Internationales Recht der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, wo er auch seine spätere Frau Ingrid Jahn-Koch (LL.M.) kennenlernte.

1986 trat Koch in den Auswärtigen Dienst ein und war nach der Attachéausbildung von 1987 bis 1988 Referent in der Unterabteilung für die Europäische Gemeinschaft im Auswärtigen Amt in Bonn. Während seiner Tätigkeit am Generalkonsulat in San Francisco von 1988 bis 1991 legte er 1990 auch seine Promotion zum Doktor der Rechte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn mit einer Dissertation zum Thema Zur Einführung eines Grundrechtskataloges im Vereinigten Königreich von Grossbritannien und Nordirland ab.

Im Anschluss war er zwischen 1991 und 1995 erst stellvertretender Büroleiter und dann Büroleiter des Koordinators der Bundesregierung für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit, Prof. Werner Weidenfeld, ehe er danach bis 1998 Ständiger Vertreter des Botschafters in Myanmar war. Nach einer darauf folgenden Verwendung als Leiter des Arbeitsstabs „Zukunftsperspektiven des Auswärtigen Dienstes“ in der Zentralabteilung des Auswärtigen Amtes, war er zwischen 2001 und 2004 Leiter der Politischen Abteilung der Botschaft in Indien und danach Leiter des Sonderstabes Afghanistan im Auswärtigen Amt in Berlin. Michael Koch war von August 2008 bis April 2012 Botschafter in Pakistan.

Am 10. Februar 2012 gab das Auswärtige Amt bekannt, dass Koch für die Nachfolge des zurückgetretenen Michael Steiner als Sonderbeauftragter der deutschen Bundesregierung für Afghanistan und Pakistan vorgesehen ist.[1]

Nachfolger als Botschafter in Pakistan wurde am 12. Juli 2012 Cyrill Nunn, der zuvor Beauftragter für Asien- und Pazifikpolitik im Auswärtigen Amt war.

Persönliches[Bearbeiten]

Michael Koch ist mit der Juristin Ingrid Jahn-Koch (LL.M., Washington DC, AU) verheiratet. Zusammen haben sie drei Kinder. Außerdem ist er der Bruder des amerikanischen Bewusstseinsforschers Christof Koch.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Koch wird neuer Afghanistan-Beauftragter. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 10. Februar 2012, abgerufen am 10. Februar 2012 (deutsch).