Michele Giordano

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Michele Kardinal Giordano (* 26. September 1930 in Sant’Arcangelo, Provinz Potenza, Italien; † 2. Dezember 2010 in Neapel) war Erzbischof von Neapel.

Leben[Bearbeiten]

Michele Giordano studierte Philosophie und Theologie am regionalen Priesterseminar in Potenza und dann auch in Salerno sowie am interdiözesanen Seminar in Posillipo. Er empfing am 5. Juli 1953 das Sakrament der Priesterweihe und war Pfarrer in Scanzano. Er bekleidete ab 1959 verschiedene Positionen im Bistum Anglona-Tursi, unter anderem als Direktor des Zentrums für die Katechese und später des Zentrums für Soziale Studien und als Generalvikar.

Am 23. Dezember 1971 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Titularbischof von Lari Castellum und zum Weihbischof im Bistum Matera. Die Bischofsweihe empfing er am 5. Februar 1972 durch Erzbischof Giacomo Palombella; Mitkonsekratoren waren Dino Tomassini, Bischof von Anglona-Tursi, und Giuseppe Vairo, Erzbischof von Acerenza. Sein bischöflicher Wahlspruch war „Sicut flumen pax tua“. 1974 wurde er zum Erzbischof von Matera-Irsina berufen und war Administrator der Diözese von Gravina und Irsina. Am 9. Mai 1987 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Erzbischof von Neapel. 1987 wählten ihn die 24 Bischöfe von Kampanien zum Präsidenten der regionalen Bischofskonferenz.

Im Konsistorium vom 28. Juni 1988 wurde er von Papst Johannes Paul II. als Kardinalpriester mit der Titelkirche San Gioacchino ai Prati di Castello in das Kardinalskollegium aufgenommen.

Giordano war Mitglied des Vorstandes der Sektion II des vatikanischen Staatssekretariats, der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, der Kongregation für den Klerus und des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst.

Giordano war bekannt für seine Anstrengungen im Kampf gegen die Organisierte Kriminalität, insbesondere in Neapel. Er kam dabei mehrfach in Konflikt mit der italienischen Justiz. 2002 wurde er zu vier Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, weil er gegen das italienische Baurecht verstoßen hatte. Die Corte Suprema di Cassazione hat aber am 28. April 2005 die Klage abgewiesen.[1] Ermittlungen wegen Zinswucher und Steuervergehen wurden hingegen eingestellt.[2]

Giordano war Teilnehmer am Konklave 2005, in dem Papst Benedikt XVI. gewählt wurde. Dieser nahm am 20. Mai 2006 Giordanos bereits 2005 gemäß den Bestimmungen des Codex Iuris Canonici aus Altersgründen vorgebrachtes Rücktrittsgesuch an. Bis zur feierlichen Amtseinführung (Inthronisation) seines Nachfolgers Crescenzio Kardinal Sepe am 1. Juli desselben Jahres leitete er das Erzbistum Neapel als Apostolischer Administrator weiter.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.cardinalrating.com/cardinal_35.htm
  2. „Naples pleure la disparition du cardinal Giordano“, Radio Vatikan, 3 November 2010

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Corrado Kardinal Ursi Erzbischof von Neapel
1987–2006
Crescenzio Kardinal Sepe
Giacomo Palombella Erzbischof von Matera
1974–1987
Ennio Appignanesi