Militärflugplatz Beauvechain

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Base aérienne de Beauvechain
BW
Militärflugplatz Beauvechain (Belgien)
Red pog.svg
Kenndaten
ICAO-Code EBBE
Koordinaten
50° 45′ 31″ N, 4° 46′ 6″ O50.7586111111114.7683333333333104Koordinaten: 50° 45′ 31″ N, 4° 46′ 6″ O
104 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 3 km südlich von Beauvechain
Straße N91
Basisdaten
Eröffnung 1936
Betreiber Belg. Luftstreitkräfte
Start- und Landebahnen
04L/22R 3074 m × 45 m Asphalt
04R/22L 2450 m × 23 m Asphalt

i1 i3


i8 i10 i12

i14

Die Base aérienne de Beauvechain ist ein Militärflugplatz der belgischen Luftkomponente. Die Basis liegt in der Region Wallonien in der Provinz Wallonisch-Brabant bei Beauvechain. Sie ist in Belgien der Hauptstützpunkt für die Pilotenschulung.

Geschichte[Bearbeiten]

Die damalige Aviation Militaire Belge legte 1936 zwischen Beauvechain und Meldert einen Flugplatz ein.

Nach Beginn des Westfeldzuges der deutschen Wehrmacht zu Beginn des Zweiten Weltkrieges griff die Luftwaffe die Basis an, die sie kurze später eroberte und im weiteren Kriegsverlauf selbst weiter nutzte. Anfangs lagen in Le Culot, so der damalige Name, Teile der Kampfgeschwader 3 (KG 3) und 30 (KG 30), beide mit Ju 88A ausgerüstet. Mit dem Vorrücken der Wehrmacht nach Frankreich verließ letzteres die Basis, während das KG 3 bis März 1941 in Belgien stationiert blieb, bevor es im Vorfeld des Überfalls auf die Sowjetunion nach Polen verlegt wurde. In dieser Zeit nahmen die Ju 88 des Geschwaders an der Luftschlacht um England teil.

Nachdem das KG 3 den Flugplatz verlassen hatte wurde dieser modernisiert und ausgebaut. So entstanden zwei Beton Start- und Landebahnen sowie Hangare, Werkstätten und Kasernengebäude. Nach dem Ausbau zu einem vollwertigen Fliegerhorst wurde der Platz zwischen Dezember 1941 und Mai 1942 Basis von Ju 88 zur Seefernaufklärung über dem Nordatlantik und der Nordsee der Aufklärungsgruppen 22 (AufklGr 22) und, ab April 1942, 33 (AufklGr 33).

Im November 1943 verlegte die II. Gruppe/Kampfgeschwader 6 (II./KG 6) hierher. Im Frühjahr 1944 flog sie Einsätze in Südengland im Rahmen des Unternehmens Steinbock, bevor sie in den Kämpfen nach der alliierten Landung in der Normandie vollständig vernichtet wurde. Die I. Kampf-/Lehrgeschwader 1 (I.(K)/LG 1) und die I./KG 30 waren im Hochsommer 1944 ebenfalls in Le Culot stationiert.

Im Vorfeld der alliierten Invasion in der Normandie wurde der Flugplatz Anfang 1944 von der 8. US-Luftflotte der USAAF bombardiert und wurde ab Sommer vermehrt Ziel von Jagdbomber-Attacken, insbesondere nachdem die Luftwaffe hier FW 190 stationiert hatte. Die Amerikaner nutzten Airfield A.89 (ursprünglich B.68), so der alliierte Codename, nach einer sechswöchiger Reparaturphase ihrerseits zwischen Oktober 1944 und Juni 1945 als Basis von Jagd- und leichten Bombergruppen.

1. Wing

Nach dem Krieg wurde Beauvechain im Herbst 1946 Heimatstützpunkt der beiden Spitfire-Staffeln des 160. Geschwaders (160. Wing), die als 349. und 350. Squadron (RAF) zuvor in Faßberg lagen. Im Folgejahr erhielt das Geschwader eine dritte Staffel bevor es im Februar 1948 in 1. Wing umbenannt wurde. Im gleichen Jahr kam noch eine vierte Staffel hinzu.

Im Jahr 1951 erhielt die Einheit eine zweite Nachtjagdstaffel mit Meteor NF.30/NF.11. Das Geschwader in den 1950er aus bis zu sechs Staffeln, neben den oben erwähnten waren dies die 4., 10., 11. und 42. Später flog man die Hunter F.4 und 1957 wurden die 4. und 10. Staffel aufgelöst. Im folgenden Jahr wurde die CF-100 eingeführt und das Geschwader erhielt die Bezeichnung 1. Allwetter-Jagdgeschwader.

Alpha Jet des 1. Wing, 2004

Die 11. Staffel wurde 1960 aufgelöst und an ihre Stelle trat die mit RF-84F ausgerüstete 42. Staffel, bevor das Geschwader ab April 1963 auf die F-104G umrüstete.

Die erste F-16 traf im Januar 1979 in Beauvechain ein, wo sie zunächst bei einer Umrüsteinheit Dienst tat. Das 1. Jagdgeschwader wurde 1996 aufgelöst und gab seine Staffeln an Florennes und Kleine Brogel ab.

An ihre Stelle traten die Marchettis, Magister und Alpha Jets, die zuvor in Gossoncourt bzw. Brustem lagen und die fortan das heute noch aktive 1. Geschwader bildeten. Die Alpha Jets der 7. und 11. Staffel verlegten 2005 ins französische Cazaux, seither gehört die 11. Staffel zur franco-belgischen Advanced Jet Training School (AJeTS). Die 7. Staffel existierte noch zwei Jahre bis zur Ausserdienststellung der Magister 2007.

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Die Basis beherbergt zur Zeit (2012) die folgenden fliegenden Verbände:

  • 1. Geschwader (1. Wing), ausgerüstet mit Agusta A109BA Helikoptern in drei Staffeln, der 15., 17. und 18., letztere ist eine Umschuleinheit (seit 2010)
  • Kompetenzzentrum der Luftstreitkräfte (Centre de Compétence Air Component) mit zwei Staffeln (5. und 9.) Aermacchi SF-260 Basistrainern (seit 1996)

Daneben gibt es noch einige nichtfliegende Einheiten.

Weblinks[Bearbeiten]