Hawker Hunter

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Hawker Hunter
Hawker Hunter FMk58, J-4040 „PAPYRUS“ an der Air 04, Payerne, Schweiz
Hawker Hunter FMk58, J-4040 „PAPYRUS“ an der Air 04
Typ: Einstrahliges Jagdflugzeug
Entwurfsland: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Hersteller: Hawker Siddeley
Erstflug: 21. Juli 1951
Indienststellung: 1956
Stückzahl: 1.972
Museumsexemplar „Blue Diamond“ bei einer Flugschau
Von Israel erbeutete jordanische Hunter
Private Hunter
16 Hunter im Formationsflug

Die Hawker Hunter ist ein einstrahliges Kampfflugzeug der Zeit des Kalten Krieges aus britischer Produktion. Im Einsatz war die Maschine des Herstellers Hawker Siddeley ab 1954 hauptsächlich bei der Royal Air Force; sie wurde auch in andere Länder exportiert.

Geschichte[Bearbeiten]

Entwicklung[Bearbeiten]

Die Hunter wurde Ende der 1940er-Jahre entwickelt, um sowjetische Bomberverbände vor dem britischen Festland abfangen zu können. Für die Hunter war kein eigenes Bordradar vorgesehen, da die Führung durch eine Bodenleitstelle erfolgen sollte. Da zu dieser Zeit in Großbritannien die Entwicklung von Lenkwaffen noch in der Entwicklungsphase war, konzentrierten sich die Entwickler auf Maschinenkanonen als Hauptbewaffnung. Gemäß einer Forderung des Ministry of Defense sollte der neue Abfangjäger schon mit einem kurzen Feuerstoß seiner Maschinenkanonen einen sowjetischen Bomber zum Absturz bringen können. Als Lösung wurde eine schnell austauschbare Wanne mit einer 30-mm-Vierfach-Maschinenkanone ADEN (Armament Development Establishment) in den Rumpf eingebaut, die auch bei kurzen Feuerstößen ein großes Geschossgewicht ins Ziel bringen konnten. Zu Beginn waren die Vibrationen und Gase der Maschinenkanonen problematisch; später konnte die Hunter für die Erdkampfunterstützung eingesetzt werden, wobei jeweils nur eine Zwillings-Maschinenkanone verwendet wurde.

Der Testpilot und Geschwaderführer (Squadron Leader) Neville Duke führte mit dem von Sydney Camm entworfenen Prototyp Hawker P.1067 Hunter, ausgestattet mit dem Avon 103 Triebwerk einer English Electric Canberra, am 20. Juli 1951 den Erstflug durch. Am 7. September 1953 stellte er mit 1173 km/h (753 mph) einen offiziellen Geschwindigkeitsweltrekord auf. Die Hunter durchbrach an Flugshows im Bahnneigungsflug mehrfach die Schallmauer. Die Produktion der Hunter F.1 wurde für die Royal Air Force (RAF) im Jahre 1950 aufgenommen, und im Juli 1954 wurde sie in Dienst gestellt. Kurze Zeit später folgten bereits die Versionen Mk.2 bis 5. 1955 begann man mit der Herstellung der F.6, und bis 1958 waren alle Einsatzstaffeln mit dieser Maschine ausgestattet. Ab 1958 wandte man sich an den Hersteller mit der Aufgabe, die F.6 speziell für den Angriff auf Bodenziele auszulegen. Für die Modifikationen wie einen Behälter für einen im Heck untergebrachten Bremsschirm und Zusatztanks, die rund 1045 Liter (230 britische Gallonen) Treibstoff fassen konnten, mussten Aussparungen an den Landeklappen vorgenommen werden, auch wurde die Klimaanlage verbessert. Von dieser Version wurden 128 Stück produziert und als FGA.9 bezeichnet. Das Muster war mit Rolls-Royce Avon-203-Triebwerken ausgestattet (Zwischenversion Mk.9); später erhielt sie die verbesserten Avon-207-Triebwerke mit einer Leistung von 45,15 kN (10.150 lb) Standschub.

Truppendienst[Bearbeiten]

Anfangs flogen Hunter, insbesondere der Jagdversionen F4 und F6 und andere, bei verschiedenen Staffeln der RAF Germany (siehe im Abschnitt Nutzung weiter unten). Flugzeuge der weiterentwickelten Mehrzweck-Baureihe FGA.9 für Bodenangriff und Luftkampf wurden später bei den Squadrons No. 1, 8, 20, 28, 43, 54 und 208 eingesetzt, dann auch bei den Squadrons No. 45 und 58 und den Tactical Weapons Units No. 1 und 2 im Vereinigten Königreich als Übungsflugzeug. Als Kampfaufklärer FR10 diente die Hunter bis Anfang der 1970er-Jahre bei der RAF in Deutschland; bis auf einige Schul- und Testmaschinen wurde die Hunter 1980 bei der RAF außer Dienst gestellt.

In der Schweiz blieb sie deutlich länger – bis ins Jahr 1994 – im Dienst; sie wurde mehrmals modifiziert (Ausführliche Informationen hierzu siehe im separaten Abschnitt weiter unten).

Aufgrund ihrer hervorragenden Handling-Eigenschaften war die Hunter immer auch eine von Kunstflug-Teams bevorzugte Maschine, von den RAF-Teams „Black Arrows“ und „Blue Diamonds“ der frühen 1960er-Jahre bis hin zur „Patrouille Suisse“.

Aktuell (2012) steht die Hunter nur noch im Libanon im Truppendienst. Drei FGA Mk.70A und ein Trainer T.Mk.66C sind im Dienst.[1]

Im Ursprungsland wurden Hunter 2012 erneut zu militärischen Zwecken verwendet. Die Firma Hawker Hunter Aviation flog im Frühjahr des Jahres, zunächst versuchsweise, im Auftrag der Royal Navy Flugzieldarstellung von der Royal Naval Air Station Yeovilton aus mit Hunter Mk.58 und T.8.

Kampfeinsätze[Bearbeiten]

Die Hunter hat in zahlreichen Konflikten eine Rolle gespielt:

  • Sechstagekrieg 1967 (von Piloten der jordanischen und der irakischen Luftwaffe geflogen)
  • Chile: 1973 wichtige Rolle von Hunters beim Sturz des 1970 gewählten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende. Hunters bombardierten den Präsidentenpalast, Allendes Haus und Radiostationen (siehe hier)
  • Bei Bürgerkriegen in Somalia
  • Rhodesien: gegen ZANU/ZAPU in den späten 1960er-Jahren
  • Unterstützung für Laurent Kabila in Simbabwe beim zweiten Kongokrieg
  • Die Squadron No. 7 der Indian Air Force (IAF) erhielt im Januar 1958 die ersten Hunter. Sie flogen im zweiten Indisch-Pakistanischen Krieg (1965) sowie im Dritten (1971, auch Bangladesch-Krieg genannt)
  • Stellvertreterkrieg im Jemen zwischen Ägypten und Saudi Arabien in den Jahren 1962–67: die ägyptische Luftwaffe setzte MiG-17 ein; zwischen diesen und Hunters der Royal Saudi Air Force kam es gelegentlich zu Luftkämpfen. Ägypten hatte bis 1967 eine Union mit dem Nordjemen.

Technik[Bearbeiten]

Varianten[Bearbeiten]

Für die Streitkräfte des Vereinigten Königreiches wurden folgende Baureihen entwickelt:

P.1067
Prototyp des einsitzigen Tagjägers, 3 gebaut
Hunter F.Mk.1
Tagjagdflugzeug für die Royal Air Force (RAF) mit Rolls-Royce-Avon-Triebwerk, 139 gebaut
Hunter F.Mk.2
Tagjagdflugzeug mit Wright-J65-Triebwerk, 45 gebaut
Hunter F.Mk.3
Rekordflugzeug, 1 umgebauter Prototyp
Hunter F.Mk.4
Tagjagdflugzeug, gegenüber der F.Mk.1 weiter verbesserte Tagjagd-Variante mit Avon-Mk-115/121-Triebwerk und Flügeltanks und Unterflügelstationen für abwerfbare Tanks, Mitte der 1950er für kürzere Zeit bei vier Geschwadern der 2. Tactical Air Force der RAF in Deutschland eingesetzt, 349 gebaut, zuzüglich 97 Lizenzbauten für die Koninklijke Luchtmacht (Klu) und 113 für die Belgische Luftmacht
Hunter F.Mk.5
Tagjagdflugzeug, entsprechende Version mit Sapphire-Mk-101-Triebwerk, 105 gebaut
Hunter F.Mk.6
nochmals verbesserte Variante des Tagjägers mit Avon-Mk-203-Triebwerk, nochmals größerer Kraftstoffkapazität durch einen geänderten Flügel (Kennzeichen: Versatz der Vorderkante) und vier Flügelstationen. Der Erstflug war am 25. März 1955, Einsatz unter anderem bei der 2. Tactical Air Force/RAF Germany, 384 gebaut zuzüglich 97 Lizenbauten für die Niederlande und 144 für Belgien
Hunter F.Mk.6A
wie die F.Mk.6, jedoch mit schubstärkeren Mk-207-Triebwerk, 24 umgerüstete F.Mk.6
P.1181
Prototyp des zweisitzigen Trainers, 2 gebaut
Hunter T.Mk.7
zweisitziger Trainer, der aus F.Mk.4 entwickelt wurde, inklusive der F.Mk.6-Tragflächen mit dem Versatz der Vorderkante. Der Erstflug war am 11. Oktober 1957, 45 neu gebaut, 6 umgerüstet, zuzüglich 20 für die Niederlande
Hunter T.Mk.7A(B)
Trainer für die nur als Einsitzer gebaute Buccaneer, 5 umgerüstet
Hunter T.Mk.8
Versionen der T.Mk.7 für die Royal Navy (RN), die mit einem Fanghaken ausgerüstet wurden, 10 neu gebaut, 18 umgerüstet,
Hunter T.Mk.8B/C
mit TACAN ausgerüstet, die Sub-Variante B auch mit EFIS, dafür aber ohne Bordkanone, 3/10 umgerüstet
Hunter T.Mk.8M
mit dem Blue-Fox-Radar der Sea-Harrier, 3 umgerüstet
Hunter FGA.Mk.9
einsitziges Erdkampfflugzeug, das aus der F.Mk.6 entwickelt wurde. Es besitzt das Avon-Mk-207-Triebwerk, eine verstärkte Zelle und eine höhere Waffenzuladung. Von dieser Baureihe gibt es zahlreiche Exportversionen, 128 umgerüstete F.Mk.6
Hunter FR.Mk.10
einsitziger Aufklärer, der aus der F.Mk.6 entwickelt wurde, fast alle eingesetzt bei der RAF Germany, 33 umgerüstete F.Mk.6
Hunter GA.Mk.11
einsitzige Bodenangriffsversion der F.(G.A.)Mk.9, der für die RN entwickelt wurde
Hunter T.Mk.12
Zweisitzer für TSR.2-Versuche

Die in den Niederlanden und Belgien in Lizenz gebauten Hunter für die Königliche bzw. die Belgische Luftmacht führten die gleichen Baureihenbezeichnungen wie die britischen Exemplare. Die folgenden Versionen waren Bezeichnungen für den Export:

  • F.Mk.50: Exportmodell auf Basis der F.Mk.4 für die schwedische Flygvapnet, dort als J 34 bezeichnet, 120 gebaut
  • F.Mk.51: Exportmodell auf Basis der F.Mk.4 für die dänische Flyvevåbnet, 30 gebaut
  • F.Mk.52: Exportmodell auf Basis der F.Mk.4 für Peru
  • T.Mk.53: Exportmodell auf Basis der F.Mk.4 (Tragflächen ohne Vorderkantenversatz) und des zweisitzigen Trainers T.Mk.7, für die dänische Flyvevåbnet, 2 gebaut
  • F.Mk.56: Exportmodell der F.Mk.6 mit kleineren Modifikationen für die Indian Air Force (IAF), 144 neu gebaut, 16 umgerüstete F.Mk.6
  • FGA.Mk.56A: Exportmodell der FGA.Mk.9 für die IAF, 53 umgerüstet
  • FGA.Mk.57: Exportmodell der F.Mk.6 für Kuwait, 6 umgerüstet
  • F.Mk.58: Exportmodell der F.Mk.6 für die Schweizer Luftwaffe, 88 neu gebaut, 12 umgerüstete F.Mk.6
  • F.Mk.58A: Exportmodell der FGA.Mk.9 für die Schweizer Luftwaffe, 52 umgerüstet
  • FGA.Mk.59/59A: Exportmodell der F.Mk.6 für den Irak, 24/18 umgerüstet
  • FR.Mk.59B: Exportmodell der FR.Mk.10 für den Irak, 4 umgerüstet
  • F.Mk.60: Exportmodell der F.Mk.6 für Saudi-Arabien, 4 umgerüstete F.Mk.6
  • T.Mk.62: zweisitziger Trainer für Peru, 1 umgerüstete T.Mk.7
  • T.Mk.66: zweisitziger Trainer für die IAF, 22 gebaut
  • T.Mk.66B/66C/66D/66E: zweisitziger Trainer für Jordanien (B), den Libanon (C) und die IAF (D/E), 3/3/12/5 umgebaute T.Mk.7
  • T.Mk.67: zweisitziger Trainer für Kuwait, 5 umgerüstete T.Mk.66
  • T.Mk.68: zweisitziger Trainer für die Schweizer Luftwaffe, 8 umgerüstete T.Mk.66
  • T.Mk.69: zweisitziger Trainer für den Irak, 5 umgerüstete T.Mk.66
  • FGA.Mk.70/70A : Exportmodell der FGA.Mk.9 für den Libanon, 4/6 umgerüstet
  • FGA.Mk.71: Exportmodell der FGA.Mk.9 für die Fuerza Aérea de Chile (FACh), 28 umgerüstet
  • FR.71A : Exportmodell der FR.Mk.10 für die FACh, 6 umgerüstet
  • T.Mk.72 : zweisitziger Trainer für die FACh, 5 umgerüstete T.Mk.66
  • FGA.73/73A/73B: Exportmodell der F.(G.A.)Mk.9 für Jordanien, 8/12/3 umgerüstet
  • FGA.74 : Exportmodell der FGA.Mk.9 für die Republic of Singapore Air Force (RSAF), 12 umgerüstet
  • FR.74A/74B: Exportmodell der FR.Mk.10 für die RSAF, 4/22 umgerüstet
  • T.Mk.75/75A: zweisitziger Trainer für die RSAF, 4/5 umgerüstete T.Mk.66 (eine 75A ging bereits vor Auslieferung verloren)
  • FGA.Mk.76: Exportmodell der F.(G.A.)Mk.9 für Abu Dhabi, 7 umgerüstet
  • FR.Mk.76A: Exportmodell der F.R.Mk.10 für Abu Dhabi, 3 umgerüstet
  • T.Mk.77: zweisitziger Trainer für Abu Dhabi, 2 umgerüstete T.Mk.7
  • FGA.Mk.78 : Exportmodell der F.(G.A.)Mk.9 für Katar, 3 umgerüstet
  • T.Mk.79: zweisitziger Trainer für Katar, 1 umgerüstete T.Mk.7
  • FGA.Mk.80: Exportmodell von F.(G.A.)Mk.9 für Kenia, 4 umgerüstet
  • T.Mk.81: zweisitziger Trainer für Kenia, 2 umgerüstete T.Mk.7

Insgesamt wurden in Großbritannien 1972 Flugzeuge gebaut. Dazu kamen noch 455 Lizenzbauten, die von Avions Fairey in Belgien und von Fokker in den Niederlanden gebaut wurden. Für den Exportmarkt wurden zahlreiche Umbauten vorgenommen.

Daten der F.(G.A.)Mk.9[Bearbeiten]

Kenngröße Daten
Spannweite 10,26 m
Länge 13,98 m
Höhe 4,01 m
Flügelfläche 32,43 m²
Leergewicht 6.020 kg
Startgewicht, normal 8.340 kg
max. Startgewicht 10.885 kg
Höchstgeschwindigkeit in Seehöhe 1.144 km/h (Mach 0,94)
Höchstgeschwindigkeit in 11.000 m 978 km/h
Marschgeschwindigkeit 740 km/h
Dienstgipfelhöhe 15.250 m
Aktionsradius 350–570 km
Überführungsreichweite 2.965 km
Anfangssteigegeschwindigkeit 40,7 m/s
Steigezeit bis 14.000 m 6 min 45 s
Triebwerk ein Rolls-Royce Avon 207 mit 4.604 kp Schub

Bewaffnung[Bearbeiten]

Im Rumpf montierte Rohrwaffen
Kampfmittel bis zu 1.814 kg an sechs externen Aufhängestationen unter den Tragflächen
Luft-Luft-Lenkflugkörper
Luft-Boden-Lenkflugkörper
Ungelenkte Luft-Boden-Raketen
  • 4 × MATRA 155-Raketen-Rohrstartbehälter für je 18 × ungelenkte SNEB(TDA)-Luft-Boden-Raketen, Kaliber 68 mm / 2,68 inch
  • 6 × Startschienen für je 4 × ungelenkte RP-3-(Rocket Projectile 3-inch)-Luft-Boden-Raketen; Kaliber 76,2 mm
  • 8 × Startschienen für je 4 × Oerlikon „SURA-D“ (Hispano SURA R80) ungelenkte Luft-Boden-Raketen; Kaliber 80 mm / 3,15 inch
Ungelenkte Bomben
  • 2 × Hunting Engineering BL755 (264-kg-Panzerbekämpfungs-Streubombe mit 7 × 21 Bomblets)
  • 2 × Royal Ordnance MC/GP Mk.10 (1.000-lb-/454-kg-Freifallbombe)
  • 2 × 450-kg-Freifallbombe
  • 2 × 450-kg-Feuerbombe
  • 8 × 50-kg-Freifallbomben
  • 8 × UB 80 (7-kg-Übungsbombe)
Externe Behälter
  • 2 × abwerfbarer Zusatztank für 675 Liter (230 US-Gallonen) Kerosin
  • 2 × abwerfbarer Zusatztank für 455 Liter (100 Gallonen) Kerosin
  • 2 × SAAB „Vista“-Pod T-708 EKF-Behälter
  • 1 × Schleppwinde für Schleppsack

Selbstschutz[Bearbeiten]

Aktive Maßnahmen
  • 2 × Täuschkörperwerfer mit je 15 Täuschkörper-Patronen (bspw. Hitzefackeln mit 38 mm Breite und Länge)

Nutzung[Bearbeiten]

Nutzerstaaten[Bearbeiten]

3 FGA.Mk.70A und 1 T.Mk.66C (Stand Sommer 2012) [2]

97 F.Mk.4, 93 F.Mk.6 und 20 T.Mk.7, alle außer Dienst bis auf eine F4 und die T7 Lizenzherstellung durch Fokker

ehemalige Nutzerstaaten[Bearbeiten]

(diverse Varianten wie F.Mk.4–6, FGA.Mk.9, T.Mk.7, T.Mk.8B, T.Mk.8C, T.Mk.8M, GA.Mk.11, PR.Mk.11, T.Mk.66B)

160 (100 F.Mk.58, 52 F.Mk.58A 8 T.Mk.68)

7 FGA.Mk.76, 3 FR.Mk.76A und 2 T.Mk.77

113 F.Mk.4 und 144 F.Mk.6, bis auf eine F4 alle Maschinen in Lizenz hergestellt von Avions Fairey und Fokker

29 FGA.Mk.71, 6 FR.Mk.71A und 5 T.Mk.72

30 F.Mk.51, 2 T.Mk.53 und 2 T.Mk.7

15 F.Mk.6, 42 FGA.Mk.59/59A, 4 FR.Mk.59B und 5 T.Mk.69

22 F.Mk.6, 160 F.Mk.56, 53 FGA.Mk.56A und 22 T.Mk.66, 12 T.Mk.66D und 5 T.Mk.66E, einige später vor Ort zu FR.10 umgebaut

12 F.Mk.6, 12 FGA.Mk.9, 2 FR.10, 8 FGA.Mk.73, 12 FGA.Mk.73A, 3 FGA.73B und 3 T.Mk.66B

4 FGA.Mk.80 und 2 T.Mk.81

6 FGA.Mk.57 und 5 T.Mk.67

eine Handvoll F.Mk.6 und weitere ehemals jordanische Exemplare

16 F.Mk.52 und 1 T.Mk.62

3 FGA.Mk.78 und 1 T.Mk.79

4 F.Mk.60 und 2 T.Mk.7

12 FGA.Mk.74, 4 FR.Mk.74A, 22 FR.Mk.74B, 4 T.Mk.75 und 4 T.Mk.75A, einige später vor Ort verschiedentlich umgebaut, diese erhielten den Baureihen-Zusatz „S“

u.a. T.Mk.77

130 F.Mk.50

  • SimbabweSimbabwe Simbabwe, anfangs noch Rhodesien

21 FGA.Mk.9, 4 FGA.Mk.80 und 1 T.Mk.81

Stationierungsorte in Deutschland und der Schweiz[Bearbeiten]

Hunter F6, Gatow, Berlin
  • Royal Air Force Germany
    • RAF Brüggen, Januar 1956 bis Mai 1957, Hunter F4 (67., 71., 112. und 130. Squadron)
    • RAF Geilenkirchen, Mai 1956 bis Juli 1957, Hunter F4 (3. und 234. Squadron)
    • RAF Gütersloh, August 1958 bis Mai 1970, Hunter F6/T7/FR10 (2., 4., 14., 20. und 26. Squadron, die ersten beiden mit FR10, im Jahr 1961 verlegten aufgrund von Problemen mit der Landebahn alle Maschinen für einige Monate nach Jever)
    • RAF Jever, April 1955 bis Dezember 1960, Hunter F4/F6 und März bis September 1961, Hunter FR10 (2., 4., 14., 93., 98. und 118. Squadron)
    • RAF Oldenburg, Mai 1955 bis September 1958, Hunter F4 (14., 20. und 26. Squadron)
  • Schweizer Luftwaffe
    • siehe nächster Abschnitt

Die Hunter in der Schweizer Luftwaffe[Bearbeiten]

In den späten 1950er-Jahren galt es, die ersten Serien der damaligen Düsenflugzeuge DH-100 Vampire und DH-112 Venom durch moderne Kampfflugzeuge abzulösen. In der Endausscheidung mit der North American F-86 Sabre und der in der Schweiz noch in Entwicklung begriffenen FFA P-16 fiel die Wahl auf die britische, bei Hawker Aircraft Ltd. gebauten Hunter Mk 6. Dieser Flugzeugtyp galt in der damaligen Fachwelt als Spitzenprodukt. Am 29. Januar 1958 beschlossen die Eidgenössischen Räte die Beschaffung von 100 dieser Kampfflugzeuge (inkl. Reservematerial und Munition) direkt vom Herstellerwerk und im Kostenumfang von 313 Millionen Franken. Bereits im April begann die Auslieferung und Überführung der neuen Maschinen von England in die Schweiz. Dies ermöglichte eine rasche Umschulung der Piloten und des technischen Personals, und bereits ein Jahr später waren fünf Fliegerstaffeln auf der Hunter einsatzbereit. Die Flugzeuge mit der Bezeichnung Hunter Mk. 58 wurden damals sowohl für Erdkampf wie für Luftkampfaufgaben eingesetzt. Dafür erhielten ab 1980 viele dieser Hunter weitere Verbesserungen, zu denen Empfänger für feindliche Radarerfassung gehörten und verlängerte Sammelbehälter für verbrauchte Teile des Munitionsgurtes, die auch gleich die Düppel- und Leuchtbombenwerfer integrierten, außerdem zusätzliche Unterflügelpylone innen für Luft-Boden-Raketen und neue UHF/VHF-Antennen. Dabei erwiesen sie sich als einsatzsichere, wirkungsvolle und voll miliztaugliche Kampfflugzeuge.

Einsatzaufgaben und Flugleistungen[Bearbeiten]

Während der 36-jährigen Verwendungsdauer wurden die Hunter-Kampfflugzeuge mehrmals modifiziert und mit neuen Systemen und Waffenanlagen nachgerüstet. In der Zeit von 1975 bis 1991 waren insgesamt neun Frontstaffeln und eine Sonderstaffel mit der Hunter ausgerüstet. Mit der Inbetriebnahme der Tiger-Raumschutzjäger wurden die Hunter dann weitgehend von der Luftkampfaufgabe entbunden; ihre Hauptdomäne blieb der Jagdbombereinsatz. Zu diesem Zweck wurde die Hunter zum Tragen von BL755-Streubomben und optisch gesteuerten AGM-65-Maverick-Lenkwaffen nachgerüstet. Die Hunter-Flotte erbrachte eine Flugleistung von etwa 310.000 Flugstunden bei rund 483.000 Einsätzen.

Ende der Hunter-Ära[Bearbeiten]

Ende 1994 wurden die Hunter-Kampfflugzeuge im Rahmen der schweizerischen Armeereform 95 außer Dienst gestellt und die damit ausgerüsteten fliegenden Verbände aufgelöst. Nach über 36 Einsatzjahren galten die Jagdbomber als technisch überaltert; ihre Kampfkraft wäre für ein künftiges Konfliktszenario ungenügend und ihr Unterhalt unverhältnismäßig teuer geworden. Dabei landete die erste seinerzeit in der Schweiz eingesetzte Hunter mit der Registrierung J 4001 symbolisch in Dübendorf und wurde dem dortigen Luftwaffenmuseum übergeben.[3] In der Schweiz hat die Hunter dank ihres langjährigen Einsatzes bei der Luftwaffe eine große und treue Fangemeinde. Die letzten militärischen Einsätze fanden am 16. Dezember 1994 statt. Ein Umdenken der Regierung in letzter Minute rettete die noch verbleibenden 73 Hunter vor der Verschrottung: Nach dem Eingang von über 800 Anträgen wurde entschieden, 36 Hunter an ausgewählte Empfänger in der Schweiz und 42 weitere Maschinen an neue Besitzer in Europa, im Mittleren Osten, in den USA und in Südafrika zu übergeben. Die J-4066 hatte die Ehre, nochmals militärische Kennzeichen erhalten zu haben und flog als ZZ190 in Grossbritannien. Auch die ZZ191 (J-4058) flog dort bis mindestens Juni 2013. Die J-4021 bekam die Kennung ZZ194. Auch 20 Jahre nach der Ausmusterung in der Schweiz fliegen mehrere Schweizer Hunter Zielflüge zum Beispiel in Japan. Die letzten operativen Einsätze einer Luftwaffe fanden in Indien als Zielflugzeuge statt. Die Luftwaffe von Simbabwe besitzt auch heute noch eine kleine Zahl dieser Maschinen. Sie sind jedoch ausnahmslos nicht mehr flugtüchtig.[4] Im Libanon waren 2012 noch flugtüchtige Exemplare vorhanden.

Erhaltene Maschinen[Bearbeiten]

Abgesehen vom Libanon sind im Vereinigten Königreich und in der Schweiz, bis 2010 auch bei Thundercity in Kapstadt/Südafrika, noch mehr als zehn Exemplare flugfähig. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Museumsflugzeugen. Eine F.Mk.6A (XG152) in den Farben der 4. Staffel der RAF steht heute im Luftwaffenmuseum in Berlin-Gatow.

Trivia[Bearbeiten]

Am 5. April 1968 nutzte Flight Lieutenant Alan Pollock auf einem Routineflug zum Militärflugplatz West Raynham in Norfolk die Gelegenheit zu einer eigenmächtigen Demonstration über London. Mit seiner Hawker Hunter FGA. 9 (XF442) umrundete er dreimal das britische Parlamentsgebäude, grüßte mit dem typischen „Flügelwippen“ über dem Royal Air Force Memorial und durchflog die Londoner Tower Bridge zwischen den oberen Fußgänger- und den unteren klappbaren Fahrbahnstegen. Mit dieser Aktion wollte er die Leistungsfähigkeit der Royal Air Force unter Beweis stellen und gleichzeitig gegen die Regierung unter Premierminister Harold Wilson protestieren.[5]

Eine Hunter mit Markierungen der USAF ist im Musikvideo zu Bird of Prey von Fatboy Slim zu sehen.

In der letzten Szene des Katastrophenthrillers 28 Days Later findet eine Hunter die Überlebenden einer Seuche.

In der Schweizer Fliegerszene gibt es mehrere Huntervereine, bestehend aus ehemaligen Hunterpiloten und Mechanikern der Schweizer Luftwaffe. Diese halten mehrere Hunter flugtauglich und bieten auch Mitflüge für Passagiere an.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FliegerRevue, Magazin für Luft- und Raumfahrt, Ausgabe 08/2012, S. 24
  2. FliegerRevue, Magazin für Luft- und Raumfahrt, Ausgabe 08/2012, S. 24
  3. Hawker Hunter in Konflikten
  4. Ray Deacon: Hawker Hunter. Fifty golden years. Vogelsang, Blackboys 2001, ISBN 0-9540666-0-X.
  5. http://www.flightglobal.com/pdfarchive/view/1968/1968%20-%200518.html
  6. http://www.goaviator.com/hawker-hunter-flight-switzerland.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hawker Hunter – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien