Morgenstern

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Morgenstern (Begriffsklärung) aufgeführt.
William Blake: When the Morning Stars Sang Together (nach Hi 38,7)

Der Morgenstern ist nach Sonne und Mond das mythologisch bedeutsamste Einzelgestirn. Generell wird als Morgenstern das hellste vor Sonnenaufgang hervortretende Gestirn bezeichnet. Die Kulturgeschichte kennt das Motiv des Morgensterns in vielfacher Entfaltung.

Als Morgenstern tritt vor allem die Venus auf, wenn sie deutlich vor der Sonne aufgeht. Die Erscheinungzeit der Venus ist abhängig von ihrer jeweiligen Position zur Sonne. Nachdem Venus etwa sechs bis sieben Monate lang Morgenstern war, bleibt sie freiäugig etwa drei Monate hinter der Sonne unsichtbar und wird dann für sechs bis sieben Monate Abendstern. Der ganze Zyklus dauert rund 19 Monate.

Auch Merkur tritt – wenngleich weniger augenfällig – als Morgenstern in Erscheinung, in Mitteleuropa jedoch maximal zwei Wochen im Herbst.

In der Antike legte man dem Morgenstern den Namen Phosphoros bei (altgr. Φωσφόρος: „Lichtträger“, „Lichtbringer“; lat. Lucifer) sowie auch die Bezeichnungen Eosphoros (altgr. Ἑωσφόρος: „Bringer der Morgendämmerung“) oder Proinos (altgr. πρωϊνός: „der Frühmorgendliche“). Den Abendstern, dem man seinerseits eine eigenständige physische Existenz zusprach, nannte man Hesperos. Auch nachdem beider Identität mit dem Planeten Venus erwiesen war, hielt die Antike an der Trennung von Morgen- und Abendstern als mythologischen Wesen fest.

Christus als Morgenstern[Bearbeiten]

Ausgehend von den neutestamentlichen christologischen Aussagen Offb 22,16 EU und 2 Petr 1,19 EU entfaltet die christliche Tradition vielfach in Form von Hymnen das Bild von Christus als dem Morgenstern. Beispiele sind:

Literatur und Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Morgenstern – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen