O-Antiphonen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

O-Antiphonen sind seit sehr früher Zeit (mindestens seit dem 7. Jahrhundert) die Magnificat-Antiphonen in den Vespern der letzten sieben Tage im Advent vor dem Heiligen Abend in der katholischen Liturgie, also im Zeitraum vom 17. bis 23. Dezember.

Sie beginnen jeweils mit einer dem Alten Testament entnommenen bildhaften Anrede des erwarteten Messias (z. B. „O sapientia“), preisen sein ersehntes Wirken und münden in den Ruf „Veni!“ – „Komm!“. Der Name leitet sich von der Anrufung „O“ her, mit der jede der Antiphonen beginnt.

In den Heilige Messen der betreffenden Tage wird ihr Text auch als Vers im Ruf vor dem Evangelium genommen.

Die O-Antiphonen wie auch die Schriftlesungen der letzten Adventswoche bringen in besonderer Weise den freudigen Charakter der Adventszeit zum Ausdruck, die seit ältester Zeit (mit regional unterschiedlichen Akzenten) neben einer Buß- und Fastenzeit auch eine schon weihnachtlich geprägte Zeit der Vorfreude war.

[Bearbeiten] Übersicht

  • 17. Dezember: O sapientia (O Weisheit)
  • 18. Dezember: O Adonai (O Herr)
  • 19. Dezember: O radix Jesse (O Wurzel Jesse)
  • 20. Dezember: O clavis David (O Schlüssel Davids)
  • 21. Dezember: O oriens (O Aufgang)
  • 22. Dezember: O rex gentium (O König der Völker)
  • 23. Dezember: O Emmanuel (O Immanuel, Gott mit uns)

Aus der Paraphrase der O-Antiphonen ist ein bekanntes Adventslied entstanden, das es in verschiedenen Fassungen gibt:

  • Veni, veni Emmanuel (Text: Köln 1722, erweitert durch Thesy Schweitzer; Melodie: Gesangbuch Paderborn 1619)
  • O komm, o komm, Emmanuel (Text: nach Heinrich Bone in Cantate 1852; Melodie: Kölner Gesangbuch 1852)
  • O komm, o komm, du Morgenstern (Text: Otmar Schulz nach dem englischen „O come, o come Emmanuel“, 1975; Melodie: Frankreich 15. Jh.)

[Bearbeiten] Weblinks

Persönliche Werkzeuge
Andere Sprachen