Mr. President

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mr. President
Mr. President (2004)Die letzte Besetzung von Mr. President (von links nach rechts: Franzi, Lazy Dee und Lady Danii) bei einem Auftritt zu Coco Jamboo bei Die Hit-Giganten
Mr. President (2004)
Die letzte Besetzung von Mr. President (von links nach rechts: Franzi, Lazy Dee und Lady Danii) bei einem Auftritt zu Coco Jamboo bei Die Hit-Giganten
Allgemeine Informationen
Gründung 1991
Auflösung 2007
Gründungsmitglieder
* Lady Danii (Daniela Haak)
  • T-Seven (Judith Hildebrandt, bis Februar 2000)
  • Sir Prophet (George Jones, bis September 1994)
Letzte Besetzung
* Lady Danii (Daniela Haak)
  • Franzi (Franziska Frank, seit August 2003)
  • Lazy Dee (Delroy Rennalls, seit 26. Oktober 1994)
Ehemalige Mitglieder
* Nadia (Nadia Ayche, 2001-2002)
  • Myra (Myriam Beckmann, 2002-2003)

Mr. President [ˌmɪstɐˈprɛzidɛnt] war eine deutsche Musikgruppe der Stilrichtung Eurodance.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Die Gruppe Mr. President kam aus Bremen und bestand ursprünglich aus den beiden Tänzerinnen und Sängerinnen T-Seven (Judith Hinkelmann alias Judith Hildebrandt; * 26. Oktober 1976 in Bremen), Lady Danii (Daniela Haak; * 14. Juli 1973 in Bremen) sowie dem Rapper Sir Prophet (George Jones). Hervorgegangen war die Formation aus dem 1991 gegründeten Techno-Projekt Satellite 1 der DJs Jens Neumann und Kai Matthiesen, welche die Band produzierten.

Der Lokalsender Radio Essen hatte das Lied Up’n Away 1994 erstmals in seiner Hörerhitparade „Jukebox-Charts“ vorgestellt. Der Song wurde von den Hörern direkt auf Platz 1 gewählt und hielt sich dort mehrere Wochen. Bundesweit schaffte es Up’n Away allerdings nicht in die Top 10.

Nach dem ersten Charterfolg 1994 musste George Jones wegen interner Unstimmigkeiten das Projekt verlassen und wurde nach kurzer Zeit durch Lazy Dee (Delroy Rennalls; * 30. Oktober 1966 in Birmingham) ersetzt.

Als bislang einzige Gruppe hat Mr. President 1995 eine Goldene Schallplatte erhalten, ohne sich mit dem dazugehörigen Lied (Up’n Away, Erstveröffentlichung 1994) in den Top-10 platziert zu haben. Verantwortlich dafür waren diverse Veröffentlichungen auf Samplern, unter anderem dem Sommer-Hit-Mix 1994 von ZYX Music. Im Sommer 1996 gelang es mit Coco Jamboo, mehrere Wochen den zweiten Platz der deutschen Charts zu halten, in anderen Ländern errang das Lied den ersten Platz. In Großbritannien erreichte es Platz acht; in Frankreich und den USA die Top 30. Ende des Sommers schaffte es neben Coco Jamboo auch noch I Give You My Heart in die Top 10. Nach der Ballade Show Me the Way und einem weltweiten Durchbruch mit dem Album We See the Same Sun kehrte die Gruppe im Sommer 1997 mit einem erneuten Sommerhit zurück in die Charts, Jojo Action schaffte es bis auf den vierten Platz, Take Me to the Limit erreichte Platz 11. Im Jahr 1999 stieg das Album Space Gate auf den fünften Platz der Album-Charts ein.

Nach diesem Album verließ Hildebrandt die Gruppe zu Gunsten ihrer Solokarriere, ersetzt wurde sie durch Myriam „Myra“ Beckmann. Nach langen Studioarbeiten und zahlreichen Auftritten veröffentlichte Mr. President im Jahre 2003 das Lied Love, Sex & Sunshine, das Platz 23 der deutschen Single-Charts erreichte. Das darauffolgende Album Forever & One Day erschien nur in Japan, da Beckmann im Herbst 2003 aus gesundheitlichen Gründen die Band verließ. Ihre Nachfolge trat Franziska „Franzi“ Frank an, die bereits in der ersten Popstars-Staffel in Erscheinung trat. 2005 erschien die Single Sweat (A La La La La Long), eine Coverversion des Inner-Circle-Klassikers als Special-Download-Single bei iTunes. Lazy entschied sich an seinem eigenen musikalischen Projekt zu arbeiten und verließ die Band Anfang 2007. Danii und Franzi beschlossen darauf hin, beruflich ihre eigenen Wege zu gehen.

Auf 90er-Jahre-Festivals tritt ausschließlich Lazy Dee unter dem Namen und mit den Songs von Mr. President auf.[1]

Kritik[Bearbeiten]

1997 wurden Hildebrandt und Haak bezichtigt, nicht selbst zu singen, sondern Ghostsänger einzusetzen. Ausgangspunkt für diesen Vorwurf waren die im Popmusikbereich üblichen Vollplayback-Auftritte und die teilweise anderen Stimmlagen bei A-cappella-Einlagen. Hintergrund war jedoch der (in der Branche weitverbreitete) Einsatz tontechnischer Hilfsmittel bei Studioaufnahmen. Von den Produzenten wurde in einem Interview mit dem Fernsehsender VIVA klar gesagt, dass sie die Tonlage lieber technisch nachbearbeiten, als ihre Sängerinnen stundenlang mit Wiederholungen zu belasten.

Privates[Bearbeiten]

Im Juni 1998 posierten Hildebrandt und Haak nackt im Magazin Playboy, auf dessen Cover sie ebenfalls abgebildet waren. Dies war ein Novum, da das Juni-Cover eigentlich dem „Playmate of the Year“ vorbehalten war.

Hildebrandt ist Mitglied der Rockband T-Seven, die auch durch Electro- und Punk-Einflüsse geprägt ist. Des Weiteren moderiert sie eine eigene Sendung beim Radiosender Energy Bremen.

Haak arbeitet als Mode-Designerin: Mit ihrem Ehemann (Hochzeit: Dezember 2008), dem Boxer Markus Beyer, betreibt sie die Künstleragentur 12rounds und vertreibt als Modedesignerin die Kollektionen ihres Labels HAAK Design.

Nachdem Beckmann Mr. President verließ, steht sie wieder mit den Coyote Ugly Girls auf der Bühne, zu deren Originalbesetzung sie einst zählte. Sie betreibt die Coyote Ugly Bar in Koblenz.[2]

Rennalls eröffnete ein eigenes Tonstudio, in welchem er Lieder schreibt und produziert. Das Studio befindet sich in Peppermint Jam, Hannover.

Jones arbeitet als Fitness-Trainer und bringt eigene Trainings-DVDs heraus.

Neumann ist als Produzent und Berater im Bereich Podcasting tätig.

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Mr. President/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen Anmerkungen
DeutschlandDeutschland OsterreichÖsterreich SchweizSchweiz Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
1995 Up’n Away - The Album 37
(9 Wo.)
38
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 27. März 1995
Verkäufe: + 50.000
1996 We See the Same Sun 16
(24 Wo.)
15
(16 Wo.)
9
(25 Wo.)
Erstveröffentlichung: 17. Mai 1996
Verkäufe: + 140.000
1997 Nightclub 10
(10 Wo.)
15
(14 Wo.)
11
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. August 1997
1999 Space Gate 5
(9 Wo.)
22
(7 Wo.)
11
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. Mai 1999
2003 Forever and One Day Erstveröffentlichung: 12. Juni 2003
Nummer-eins-Alben
Alben in den Top-10 2 1
Alben in den Charts 4 3 4

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1996: ECHO „Bester Dance Song“
  • 1997: RSH-Gold „Ohrwurm des Jahres“[3]
  • 1997: Viva Comet
  • 1997: ECHO „Erfolgreichste nationale Band im Ausland“

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Layzee tourt mit Mr. President Songs
  2. http://www.coyoteuglykoblenz.com/index.php?page=coyotes&site=7
  3. RSH-Gold Verleihung 1997

Weblinks[Bearbeiten]