Mussidan

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Mussidan
Wappen von Mussidan
Mussidan (Frankreich)
Mussidan
Region Aquitanien
Département Dordogne
Arrondissement Périgueux
Kanton Mussidan
Gemeindeverband Communauté d’agglomération Périgourdine.
Koordinaten 45° 2′ N, 0° 22′ O45.0358333333330.3663888888888956Koordinaten: 45° 2′ N, 0° 22′ O
Höhe 42–106 m
Fläche 3,85 km²
Einwohner 2.878 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 748 Einw./km²
Postleitzahl 24400
INSEE-Code
Website http://www.mussidan.fr/

Kirche St. Georg

Mussidan (okzitanisch: Moissida) ist eine Gemeinde in der französischen Region Aquitanien mit 2878 Einwohnern (1. Januar 2011). Sie liegt im Département Dordogne. Die Gemeinde ist Hauptort des Kantons Mussidan.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Périgord Blanc (weißes Périgord) am linken Ufer der Isle, dort wo die Crempse in den Fluss mündet.

Mit einer Fläche von weniger als vier Quadratkilometern ist sie eine der kleinsten Gemeinden des Départements.

Stadtviertel (Quartiers)[Bearbeiten]

Im Ortszentrum:

  • Quartier de la Halle
  • Quartier de la Gare

Am Ortsrand:

  • Quartier Seguinou
  • Quartier Beaupuy
  • Quartier La Clède
  • Quartier La Freunie

Geschichte[Bearbeiten]

Das Quartier du pont zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Die Stadt ist in den Essays von Montaigne im Jahre 1569 erstmals erwähnt. Auf der Cassini-Karte, die im Rahmen der ersten genaueren Vermessung von Frankreich in den Jahren zwischen 1756 und 1789 erstellt wurde, findet sich die Schreibweise Mucidan. Eine erste Holzbrücke, die die Isle überquert, wird 1840 dokumentiert.

Am 11. Juni 1944, füsilierte ein Trupp der SS 52 Personen in Mussidan als Vergeltung für eine versuchte Sabotage der Eisenbahn durch die Résistance, darunter Raoul Grassin, Bürgermeister der Stadt.[1] An dem Massaker beteiligt war auch die sogenannte „SS Mohamed“, eine Brigade von in Nordafrika geborenen, mit den deutschen Besatzern kollaborierenden Franzosen unter Führung von Alexandre Villaplane.[2]

In den 1950er Jahren war Mussidan ein wichtiges Industriezentrum in der Dordogne. Nach einer Zeit der Krise erlebt Mussidan nun einen Aufschwung dank der Autoroute A89, deren Ausfahrt sich drei Meilen südlich der Innenstadt befindet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Musée des Arts et Traditions Populaires du Périgord du Docteur Voulgre (Museum für Volkskunst und Traditionen des Périgord)[3]. Das Museum stammt aus dem Vermächtnis des Dr. André Voulgre für seine Heimatstadt Mussidan. Der Arzt siedelte nach Bordeaux über, wo er ein Institut für Physiotherapie und der Sporterziehung gründete. Er blieb ganz dem Périgord verbunden und sammelte sein ganzes Leben im Haus seines Vaters in Mussidan. Seine Sammlung erinnert an die Vergangenheit und die Entwicklung der Gesellschaft des Périgord durch Literatur, Kunst, Alltag, Entwicklung der Technik, usw. Am Vorabend seines Todes im Jahr 1971 vermachte er seine „Chartreuse“ und seine Sammlungen seiner Heimatstadt, unter der Voraussetzung, dass alle den Namen „Musée des Arts et Traditions Populaires du Périgord du Docteur Voulgre“ erhalten. Die Stadt nahm die Spende an und ein Verein der „Freunde des Museums“ wurde 1973 geschaffen, um die Arbeit von Dr. Voulgre weiterhin zu pflegen und zu bereichern.
  • Neoromanische Kirche Saint Georges aus dem 19. Jahrhundert, erbaut durch den Architekten Abadie.
  • Alte Kirche Notre-Dame du Roc, 16. bis 17. Jahrhundert. Umgewandelt in ein Kino.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mussidan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel im Journal Sud Ouest, Ausgabe Périgueux, vom 16. Juni 2009
  2. Marcel Dreykopf: Fußball – das Allerletzte. Intrigen und Dummheiten aus der Welt des Fußballs. Rowohlt, Reinbek 2011, ISBN 978-3-499-62679-1, S. 208
  3. Site du Musée
  4. Simler Joseph, Guillaume-Joseph Chaminade, Paris, Lecoffre, 1901, S. 10-40