Nador

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für die ungarische Sopranistin siehe Magda Nador.
Nador
Wappen von Nador
Nador (Marokko)
Nador
Nador
Basisdaten
Staat: Marokko
Region: Oriental (Region)
Provinz: Nador (Provinz)
Koordinaten 35° 10′ N, 2° 56′ W35.166666666667-2.933333333333320Koordinaten: 35° 10′ N, 2° 56′ W
Einwohner: 160.000 (2009)
Höhe: 20 m
Blick über Nador und seine Vororte; im Hintergrund die Lagune des Mar Chica
Uferpromenade in Nador

Nador (Berberisch: Ennaḍur, arabisch ‏الناظور‎) ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im nordöstlichen Marokko im Bereich des westlichen Mittelmeers. Nador gehört zu den am schnellsten wachsenden Großstädten Marokkos.

Lage[Bearbeiten]

Nador liegt am östlichen Rand des Rifgebirges und ist bekannt durch seine Nachbarschaft zu der 12 km nördlich gelegenen spanischen Enklave Melilla. Landschaftsprägend sind die Lagune Mar Chica (Bhar Amezzyan), an deren westlichem Ufer Nador liegt, sowie die Vulkane Jbel Sebt (Gurugú) und Jbel Tazoud (vgl. Tazoudasaurus).

Verkehr[Bearbeiten]

Nador ist verkehrstechnisch gut erreichbar: Es gibt einen internationalen Flughafen (IATA-Code NDR), der auch Verbindungen nach Deutschland unterhält, eine 2009 eröffnete Bahnlinie (Beni AnsarTaourirt) mit Anbindung an die Hauptstrecke RabatOujda sowie einen internationalen Fährhafen mit Verbindungen nach Almería und Marseille. Straßen- bzw. Autobahnverbindungen bestehen mit Oujda (ca. 135 km südöstlich) und Guercif (ca. 135 km südwestlich). Von dort bestehen direkte Autobahnverbindungen nach Zentralmarokko (Fès, Meknès) und weiter zu den Metropolen am Atlantik (Rabat, Casablanca, Tanger).

Flughafen[Bearbeiten]

Der Flughafen Nador (frz. Aéroport Nador-Al Aroui) ist ein marokkanischer Flughafen bei Nador an der Mittelmeerküste. Er liegt im Osten des Landes im Gebiet des Rif-Gebirges unweit der spanischen Enklave Melilla. Flugverbindungen mit dem deutschsprachigen Raum bieten Royal Air Maroc (nach Frankfurt und Düsseldorf), ryanair (nach Frankfurt Hahn) sowie Air Arabia Maroc (nach Köln/Bonn) an. Germanwings übernahm die Strecke Köln/Bonn-Nador von Air Berlin. Ab dem 30. März 2012 wird sie einmal wöchentlich und ab Juni sogar zweimal wöchentlich bedient.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaft der Stadt Nador sowie ihres Hinterlandes bestand früher hauptsächlich aus Fischerei und Landwirtschaft. In den letzten Jahrzehnten sind die Leicht- und Schwerindustrie (Stahlproduktion, Metallverarbeitung etc.) sowie die Bauindustrie (Zement- und Steinfabriken etc.) hinzugekommen. Darüber hinaus wurden auch Arbeitsplätze in der städtischen Verwaltung und Infrastruktur geschaffen. In den Sommermonaten verbringen viele marokkanische Staatsangehörige aus Nador, die im europäischen Ausland arbeiten, ihren Urlaub in ihrer Heimat.

Die Lage der Stadt, nahe dem Meer und in der Nähe der spanischen Exklave Melilla sind Katalysatoren für den internationalen Handel. Heute spielt der Schmuggel mit Billigwaren aus Melilla immer noch eine große Rolle für die Einzelhändler aus Nador und Umgebung.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die rapide wachsende Stadt hatte im Jahr 2004 etwa 126.000 Einwohner; für das Jahr 2013 wird von 160.000 Einwohnern gesprochen. Nador ist Ziel vieler Zuwanderer aus den Berbergebieten des Rifgebirges und des Mittleren Atlas, die den Großteil der städtischen Bevölkerung ausmachen und als Hilfsarbeiter, Taxifahrer und als Handwerker arbeiten. Führende Positionen in Industrie, Handel, Bankwesen und Verwaltung sowie in den Bereichen Medizin, Justiz, Technik, Bildung etc. liegen jedoch meist in den Händen der arabisch-stämmigen Bevölkerungsminderheit.

Geschichte[Bearbeiten]

In früheren Jahrhunderten gab es hier wahrscheinlich einen Seeräuberstützpunkt. Verschiedene muslimische Machthaber Marokkos nutzten das vergleichsweise ebene Gelände um Nador als Aufmarschplatz für ihre – letztlich vergeblichen – Versuche zur Rückeroberung Melillas.

Sonstiges[Bearbeiten]

Nador ist Standort der Sendeanlage von Radio Medi 1, einer Großsendeanlage für Lang- und Kurzwelle. Zu dieser Sendeanlage gehört u. a. eine Richtantenne für Langwelle, die aus drei 380 m hohen abgespannten Stahlfachwerkmasten besteht. Diese Sendemasten dürften zu den höchsten Bauwerken in Afrika gehören. Der Standort für die Sendeanlage Radio Medi1 ist die 500 km westlich liegende Stadt Tanger.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nador – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien