Oujda

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Oujda
Wappen von Oujda
Oujda (Marokko)
Oujda
Oujda
Basisdaten
Staat: Marokko
Region: Oriental (Region)
Provinz: Oujda-Angad
Koordinaten 34° 40′ N, 1° 54′ W34.666666666667-1.9Koordinaten: 34° 40′ N, 1° 54′ W
Einwohner: 427.533 (2011)

Oujda (arabisch ‏وجدة‎, DMG Wuǧda) ist eine Industrie- und Wirtschaftsmetropole im östlichen Marokko (Region Oriental, Provinz Oujda-Angad) mit etwa 430.000 Einwohnern (Berechnung 2010).

Seine Nähe zur spanischen Exklave Melilla und Algerien erlaubt es ihm, die Rolle des Scheideweg zwischen Nordafrika und Europa zu spielen.

Lage[Bearbeiten]

Oujda liegt etwa 10 km von der algerischen Grenze und gut 60 km von Saidia an der Mittelmeerküste entfernt. Die Stadt liegt in einer Höhe von etwa 500 m ü. d. M. und grenzt im Norden an die Beni Snassen Berge. Die Entfernung zur nächstgrößten Stadt Nador beträgt etwa 135 km. Seit dem Jahr 2011 ist Oujda über eine Autobahn von Rabat (518 km) und Fès (324 km) aus zu erreichen. 11 km nördlich der Stadt gibt es den internationalen Flughafen Oujda-Angads.

Klima[Bearbeiten]

Panoramablick auf den Osten Oujdas von der Spitze der Wald Jbel Hamra.

Aufgrund der Höhenlage herrscht in Oujda ein vergleichsweise gemäßigtes Klima: Die jährlichen Durchschnittstemperaturen liegen zwischen 15 °C und 20 °C; im Sommer können allerdings auch Werte von über 40 °C erreicht werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Oujda, alter Kontrollturm
Oujda, altes Stadttor (Bab-al-Gharbi)

Oujda wurde im Jahr 994 gegründet und war die Hauptstadt des Stammes der Zanata-Berber. Im Jahr 1070 fielen die Stadt und ihr Umland an die Almoraviden, die aber schon 1147 von den Almohaden abgelöst wurden. Im Jahr 1271 wurde Oujda von den Meriniden eingenommen und völlig zerstört; 1296 begann der Wiederaufbau und im Jahr 1335 erhielt die Stadt eine schöne merinidische Koranschule (madrasa). Im 15. bis 17. Jahrhundert stritten marokkanische und algerische Dynastien um die Vorherrschaft; in dieser Zeit erhielt Oujda den Beinamen 'Stadt der Angst' (medinet el haira). Ende des 17. Jahrhunderts fiel die Stadt kurzzeitig an das osmanische Reich, wurde jedoch schon bald wieder von den Soldaten Moulay Ismails eingenommen. In einem Vertrag zwischen Marokko und Algerien aus dem Jahr 1845 wurde die nördliche Grenzlinie festgelegt. Oujda wurde 1844, 1859 und schließlich 1907 von den Franzosen besetzt und diente später als Militärbasis zur Kontrolle des östlichen Marokkos. Im Jahre 1948 kam es zu religiös motivierten Pogromen gegen die jüdische Minderheit, die sogenannten Pogrome von Oujda und Jerada.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Bevölkerung von etwa 430.000 Einwohnern ist ziemlich gemischt: Neben Arabern, die vorwiegend in Verwaltungs- und Wirtschaftsberufen tätig sind, gibt es eine Vielzahl von − aus dem Süden Marokkos zugewanderten − Berbern, die in der Landwirtschaft, der Industrie und als Kleinhändler arbeiten. Viele Oujdis sind allerdings auch nach Europa emigriert − vor allem nach Frankreich und Belgien. Dennoch liegt das jährliche Bevölkerungswachstum derzeit bei 2,4 %, was auch auf anhaltende Zuwanderung von Migranten aus Südmarokko zurückzuführen ist. Über die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 30 Jahre. Die Arbeitslosigkeit liegt offiziell bei etwa 15 %; die tatsächliche Zahl der Arbeitslosen − vor allem unter Jugendlichen − dürfte um einiges höher sein.

Stadtbild[Bearbeiten]

Das Stadtbild ist im Gegensatz zu anderen marokkanischen Städten modern. Oujda hat eine Universität, es ist Verkehrsknotenpunkt und wichtige Handelsstadt. Obwohl es nicht sehr viel Tourismus gibt, gibt es einige Sehenswürdigkeiten − so beispielsweise die Altstadt (medina), den Markt (suq) und den etwa 20 Hektar großen „Parc Lalla Aïcha“ mit dem Bab al-Gharbi (auch Bab Sidi Aïssa genannt) im Westen und dem Bab Sidi Abdelhouahab im Osten. Neben der bereits genannten und schön restaurierten Medersa aus dem 14. Jahrhundert haben sich auch von den mittelalterlichen Stadtmauern aus Stampflehm Teilstücke erhalten. Außerdem gibt es ein Musée ethnographique.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oujda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien