Nancy Spungen

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Nancy Laura Spungen (* 27. Februar 1958 in Philadelphia/Pennsylvania; † 12. Oktober 1978 in New York City) war die Lebensgefährtin des Punkmusikers Sid Vicious, des Bassisten der Sex Pistols.

Leben[Bearbeiten]

Spungen wurde als Tochter von Deborah und Frank Spungen geboren. Sie wuchs in Huntingdon Valley, einem Vorort von Philadelphia auf. 1977 verließ sie ihr Elternhaus und folgte als Groupie Bands wie den Ramones, Aerosmith und den New York Dolls. Sie arbeitete als Stripperin in New York City, bevor sie nach London umzog. Laut den Aussagen ihrer Mutter litt Spungen unter Schizophrenie. Als kleines Kind war sie an Gelbsucht erkrankt. Spungen war heroinabhängig und unternahm mehrere Selbstmordversuche. Sie verkörperte den selbstzerstörerischen Lebensstil der Punk-Bewegung und wurde zusammen mit Sid Vicious zu einer ihrer Ikonen.

Nach der Trennung der Band betreute Spungen als Managerin die kurze Solokarriere von Sid Vicious. Im Oktober 1978 fand man Spungen erstochen im Bad von Zimmer 100 des Chelsea Hotels in New York City auf. Vicious wurde daraufhin wegen Mordverdachts festgenommen, aber gegen eine Kaution von 50.000 US-Dollar, gestellt von Virgin Records, wieder auf freien Fuß gesetzt. Kurz vor dem Prozess starb Vicious am 2. Februar 1979 an einer Überdosis Heroin. Spekulationen, er sei nicht über den Tod seiner Freundin hinweggekommen und durch Suizid gestorben, halten sich bis heute.

Ihre kurze, konfliktreiche Beziehung zu Sid Vicious wurde 1986 unter dem Titel Sid und Nancy verfilmt. Der deutsche Schauspieler Ben Becker schrieb und inszenierte 1995 mit seiner Schwester Meret Becker ein Theaterstück über Sid & Nancy.

Nancy Spungen ist auf dem King David Cemetery in Bensalem (Pennsylvania, USA) begraben.

Ihre Mutter Deborah schrieb ein Buch über die Lebensgeschichte der Tochter.

Literatur[Bearbeiten]

  • Deborah Spungen: Einstichpunkte – eine wahnsinnige Sucht nach Liebe. Droemer Knaur, München 1987, ISBN 3-426-01512-9. (Übersetzung von And I Don’t Want to Live This Life, erschienen bei Random House 1983)

Weblinks[Bearbeiten]