Aerosmith

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Aerosmith
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Aerosmith bei einem Liveauftritt in Argentinien im Jahr 2007
Aerosmith bei einem Liveauftritt in Argentinien im Jahr 2007
Allgemeine Informationen
Genre(s) Hard Rock, Blues Rock
Gründung 1969[1]
Website www.aerosmith.com
Gründungsmitglieder
Steven Tyler
Leadgitarre, Gesang
Joe Perry
Tom Hamilton
Aktuelle Besetzung
Steven Tyler
Leadgitarre, Gesang
Joe Perry (bis 1979, seit 1984)
Bass
Tom Hamilton
Brad Whitford (1971–1980, seit 1984)
Schlagzeug
Joey Kramer (seit 1970)
Ehemalige Mitglieder
Gitarre
Raymond Tabano (1970–1971)
Gitarre
Jimmy Crespo (1979–1984)
Gitarre
Rick Dufay (1980–1984)
Sänger Steven Tyler live (2007)
Aerosmith live beim NFL Kickoff (2003)

Aerosmith ist eine US-amerikanische Rock-Band, die im Jahr 1969 gegründet wurde und sich ein Jahr später Aerosmith nannte. Weltweit hat die Band bislang über 150 Millionen Tonträger verkauft und gehört damit zu den langfristig erfolgreichsten Rock-Bands der USA.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Aerosmith ging aus den beiden Bands Chain Reaction (Steven Tyler) und Jam Band (Joe Perry und Tom Hamilton) hervor.[1] Kurze Zeit nach Gründung in Sunapee (New Hampshire) stießen Brad Whitford und Joey Kramer zur Band, der Tyler am Schlagzeug ablöste. Der Bandname stammt von Kramer und hat laut seiner Aussage nichts mit Arrowsmith, einem Roman von Sinclair Lewis zu tun. Vielmehr entstand der Begriff, als er mit seiner damaligen Freundin das Album Aerial Ballet von Harry Nilsson hörte und nach Namen für seine damalige Band suchte.[3] Diese Band nutzte den Namen dann aber doch nicht, so dass er ihn später für die Gruppe mit Steven Tyler gebrauchen konnte. Ein Vorschlag von Steven Tyler war Hookers, ein US-amerikanisches Synonym für Hure gewesen („'cause playing the clubs is prostitution anyway.“)[4] Man entschied sich zudem gegen den Namen Spike Jones, da die Alben des gleichnamigen Musikers, den die Band mit dieser Wahl ehren wollte, noch im Handel erhältlich waren.[4]

Die anfänglich durchweg vom Blues beeinflusste Band sicherte sich nach Auftritten in Clubs einen Plattenvertrag mit Columbia Records. Ihr erstes Album Aerosmith – ein reines Bluesalbum – erschien 1973 und erreichte Platz 166 der Billboard-Charts. Ein größerer Erfolg kam aber erst mit ihrer dritten LP Toys in the Attic im Jahr 1975, die Songs wie Sweet Emotion, Big Ten Inch Record und Walk This Way beinhaltet. Mit Toys in the Attic hatten Aerosmith endgültig zu ihrem typischen Stil gefunden, wenn auch die Blues- und Rock-’n’-Roll-Einflüsse weiterhin bestehen blieben.

Aerosmith stiegen immer wieder an die Spitze der internationalen Charts. Doch mit dem Erfolg kamen auch die Drogen. So erhielten Tyler und Perry den Beinamen „The Toxic Twins“. Zwar folgte 1977 mit Draw the Line noch einmal ein Album, das an die Güte seiner Vorgänger anknüpfen konnte, doch als Ende der 1970er Jahre die Streitigkeiten in der Band zunahmen, verließen Joe Perry und Brad Whitford Aerosmith und starteten ihre eigenen Projekte („The Joe Perry Project“ und „Whitford-St.Holmes“); ersetzt wurden sie durch Jimmy Crespo und Rick Dufay. In dieser neuen Formation wurden die beiden Alben A Night in the Ruts (1979) und Rock in a Hard Place (1982) eingespielt, die jedoch an die Qualität und den Erfolg früherer Tage nicht anknüpfen konnten. Die große Zeit von Aerosmith schien vorüber. Erst als Perry und Whitford wieder zurück zur Band kamen und sich Steven Tyler in eine Drogenklinik einweisen ließ, fanden sie den Weg zurück auf die Erfolgsspur. Done with Mirrors unter dem neuen Geffen-Label zeigte Aerosmith 1985 zwar wieder in deutlich gesteigerter Spiellaune, wurde allerdings trotzdem kein großer Erfolg. 1986 coverten Run-D.M.C. den Hit Walk This Way zusammen mit Aerosmith. Unterstützung bekamen sie zudem durch den Produzenten Bruce Fairbairn und den Songschreiber Desmond Child. Durch Walk This Way gerieten sie wieder an die Öffentlichkeit und hatten große Pläne für das Folgejahr 1987. Kurz darauf erschien die Single Dude (Looks Like a Lady). Das darauf veröffentlichte Album Permanent Vacation wurde weltweit ein großer Erfolg. Weitere Singles erschienen 1987 und 1988, bis sich die Band wieder im Studio niederließ. Das Nachfolge-Album Pump erschien 1989 und brachte der Band mit Songs wie Love in an Elevator und Janie’s Got a Gun ebenfalls vorderste Chartplatzierungen und Verkäufe im zweistelligen Millionenbereich. Get a Grip (1993), Nine Lives (1997) − wieder beim alten Columbia-Label − und Just Push Play (2001) führten die Story des amerikanischen Hard-Rock-Flaggschiffs fort. Jedoch sanken die Verkaufszahlen von Album zu Album. Mit I Don’t Want to Miss a Thing, dem Soundtrack zum Film Armageddon – Das jüngste Gericht, gelang ihnen 1998 als einzige Band aus dem Album der Einstieg in die US-Billboard-Charts auf Platz eins. Aerosmith wurden 2001 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen[5] und bekamen 2002 den MTV Icon-Award, wo sie von unzähligen Musikern geehrt wurden, für die sie ein Vorbild darstellen. 2004 veröffentlichten Aerosmith das Album Honkin’ on Bobo, das die Band zu ihren musikalischen Wurzeln zurückführte. Dieses enthielt bis auf einen neuen Titel jedoch ausschließlich Coverversionen bereits bekannter Lieder.

Am 6. November 2009 vermeldete die Zeitung Las Vegas Sun auf ihrer Website, dass Steven Tyler nach Auskunft des Gitarristen Joe Perry Aerosmith verlassen habe.[6] Einen Tag später gab Steven Tyler bei einem spontanen Auftritt seines Bandkollegen Joe Perry in New York bekannt, dass er Aerosmith nicht verlassen werde.[7]

Am 2. November 2012 erschien das Album Music from Another Dimension!, die Single Legendary Child wurde bereits vorab auf iTunes veröffentlicht.

Stil[Bearbeiten]

Aerosmith spielen eine besondere Mischung aus Rhythm and Blues und Hardrock mit einem gewissen Swing. Als markante Zeichen von Aerosmith gelten die Stimme von Steven Tyler und das Gitarrenspiel von Joe Perry, welches mehr durch Melodie und Kreativität als durch Geschwindigkeit besticht. Die Blues-Wurzeln der Band spiegeln sich in Mundharmonika-Soli von Steven Tyler wider (hier vor allem bei den Liedern Milk Cow Blues und Big Ten Inch Record, aber auch in ihrem Album Honkin’ on Bobo). Während früher der Hardrock an vorderster Stelle im Repertoire rangierte, stehen heute mehr die Balladen im Mittelpunkt, mit denen der Band seit den 1990er Jahren eine Reihe von Chart-Erfolgen gelang.

Besetzungen[Bearbeiten]

Mitglieder Studioalben
Oktober 1970–April 1971
April 1971–Juli 1979
Juli 1979–Juli 1981
  • Steven Tyler – Leadgesang
  • Jimmy Crespo – Leadgitarre, Backgroundgesang
  • Tom Hamilton – Bass
  • Joey Kramer – Schlagzeug
  • Brad Whitford – Rhythmusgitarre
Dezember 1981–April 1984
  • Steven Tyler – Leadgesang, Mundharmonika
  • Jimmy Crespo – Leadgitarre, Backgroundgesang
  • Tom Hamilton – Bass
  • Joey Kramer – Schlagzeug
  • Rick Dufay – Rhythmusgitarre
April 1984–heute
  • Steven Tyler – Leadgesang, Piano, Mundharmonica, Keyboard, Mandoline, Percussion, Dulcimer, Orgel, Gitarre, Schlagzeug, Congas
  • Joe Perry – Leadgitarre, Backgroundgesang, Leadgesang, Slidegitarre
  • Tom Hamilton – Bass, Backgroundgesang, Akustikgitarre
  • Joey Kramer – Schlagzeug, Backgroundgesang
  • Brad Whitford – Rhythmusgitarre, Backgroundgesang, Akustikgitarre, Leadgitarre

Zeitlinie[Bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Aerosmith/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen [8] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1973 Aerosmith 21
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. Januar 1973
Verkäufe: + 3.500.000
1974 Get Your Wings 74
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. März 1974
Verkäufe: + 4.000.000
1975 Toys in the Attic 11
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 8. April 1975
Verkäufe: + 11.000.000
1976 Rocks 3
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. Mai 1976
Verkäufe: + 6.000.000
1977 Draw the Line 11
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. Dezember 1977
Verkäufe: + 3.000.000
1979 Night in the Ruts 14
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. November 1979
Verkäufe: + 2.000.000
1982 Rock in a Hard Place 32
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. Oktober 1982
Verkäufe: + 1.000.000
1985 Done with Mirrors 36
(25 Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. Oktober 1985
Verkäufe: + 1.000.000
1987 Permanent Vacation 37
(14 Wo.)
11
(65 Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. August 1987
Verkäufe: + 9.000.000
1989 Pump 13
(16 Wo.)
9
(7 Wo.)
3
(26 Wo.)
5
(110 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. September 1989
Verkäufe: + 11.000.000
1993 Get a Grip 3
(94 Wo.)
3
(63 Wo.)
1
(64 Wo.)
2
(38 Wo.)
1
(92 Wo.)
Erstveröffentlichung: 20. April 1993
Verkäufe: + 13.500.000
1997 Nine Lives 3
(30 Wo.)
2
(16 Wo.)
3
(18 Wo.)
4
(10 Wo.)
1
(77 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. März 1997
Verkäufe: + 6.500.000
2001 Just Push Play 6
(10 Wo.)
7
(10 Wo.)
3
(11 Wo.)
7
(6 Wo.)
2
(27 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. März 2001
Verkäufe: + 3.500.000
2004 Honkin’ on Bobo 32
(8 Wo.)
22
(5 Wo.)
17
(8 Wo.)
28
(3 Wo.)
5
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. März 2004
Verkäufe: + 1.500.000
2012 Music from Another Dimension! 7
(… Wo.)
12
(… Wo.)
5
(… Wo.)
14
(… Wo.)
5
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. November 2012

Tourneen[Bearbeiten]

Get a Grip Tour (1994)
  • 1970–72: Early Years Tour
  • 1973: Tour '73
  • 1974: Dream On Tour
  • 1974: Get Your Wings Tour
  • 1975: Sweet Emotion Tour
  • 1975-1976: Toys in the Attic Tour
  • 1976/77: Rocks Tour
  • 1977: Draw the Line Tour
  • 1978: Aerosmith Express Tour
  • 1978: Live Bootleg Tour
  • 1979/80: Night in the Ruts Tour
  • 1980/81: Greatest Hits Live!
  • 1982–84: Rock in a Hard Place Tour
  • 1984/85: Back in the Saddle Tour
  • 1985/86: Done with Mirrors Tour
  • 1986: Walk This Way Tour (mit Run DMC)
  • 1987/88: Permanent Vacation Tour
  • 1989/90: Pump Tour
  • 1991: Unplugged Tour
  • 1993–95: Get a Grip Tour
  • 1997–99: Nine Lives Tour
  • 1999/2000: Roar of the Dragon Tour
  • 2001: Just Push Play Tour
  • 2002: Girls of Summer Tour
  • 2002: Aerosmith & Kid Rock Summer Tour (mit Kid Rock)
  • 2003: Rocksumus Maximus Tour (mit Kiss)
  • 2004: You Gotta Move
  • 2004/05: Honkin’ on Bobo Tour
  • 2005: Rockin' the Joint Tour
  • 2006: Route of All Evil Tour (mit Mötley Crüe)
  • 2007: World Tour 2007
  • 2009: A to Z Tour (mit ZZ Top)
  • 2010: Cocked, Locked, Ready to Rock!
  • 2011: Back On the Road Tour
  • 2012: Global Warming Tour

Literatur[Bearbeiten]

  • Stephen Davis: Walk This Way: The Autobiography of Aerosmith (ISBN 0-380-97594-7)
  • Martin Huxley: Aerosmith – The Fall & Rise of Rock's Greatest Band (ISBN 0-312-11737-X)
  • Joey Kramer: Hit Hard. A Story of Hitting Rock Bottom at the Top. Harper One, 2009.
  • Steven Tyler: Does the Noise in My Head Bother You? Harper Collins, 2010

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Bandgeschichte auf offizieller Website, Zugriff am 6. September 2009
  2. http://www.nydailynews.com/
  3. Davis, S. 95f.
  4. a b Huxley, S. 18
  5. Rock and Roll Hall of Fame Aerosmith in der Rock and Roll Hall of Fame
  6. Las Vegas Sun: „Joe Perry: Steven Tyler has quit Aerosmith“, 6. November 2009, letzter Zugriff 9. November 2009
  7. Aerosmith: Tyler steigt doch nicht aus, Focus online, 11. November 2009, letzter Zugriff 13. November 2009
  8. Chartquellen: DE AT CH UK US

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aerosmith – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien