Neapolitanische Schule (Musik)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Neapolitanische Schule ist eine Komponistengruppe, die ab 1650 über ca. hundert Jahre − von Neapel ausgehend − die Geschichte der Oper maßgeblich bestimmte.

Als Begründer gilt Francesco Provenzale, als erster führender Meister Alessandro Scarlatti. Bestimmende Gattung war zunächst die Opera seria mit ihren stark idealisierten Helden und Königen usw. und einer festgefügten musikalischen Abfolge von Rezitativ (für die Handlung) und Da-capo-Arie (Zustandsschilderung). Als Ouvertüre erfolgte eine dreiteilige Sinfonia. Die Komponistenschule war auch namensgebend für den Neapolitanischen Sextakkord.

Weitere bekannte Komponisten der Neapolitanischen Schule sind Nicola Porpora, Francesco Durante, Leonardo Vinci, Francesco Feo, Leonardo Leo, Francesco Mancini und Johann Adolph Hasse. Später folgten Niccolò Jommelli und Tommaso Traetta und erweiterten die starre Form durch dramatische orchesterbegleitete Accompagnato-Rezitative und Zusammenschlüsse der Nummern zu größeren Szenen.

Bekannte Textdichter, deren Libretti von den Komponisten der Neapolitanischen Schule vertont wurden, waren Pietro Metastasio und Apostolo Zeno.

Im 18. Jahrhundert entstand aus den in die Opera seria eingeschobenen Intermezzi die heitere Opera buffa. Beeinflusst von der Neapolitanischen Schule wurden unter anderem Christoph Willibald Gluck und Wolfgang Amadeus Mozart.