Nerio Bernardi

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Nerio Bernardi (eigentlich Nerino Bernardi, * 23. Juli 1899 in Bologna; † 12. Januar 1971 in Rom) war ein italienischer Schauspieler, Schauspiellehrer und Synchronsprecher.

Leben[Bearbeiten]

Bernardi begann zunächst ein Studium der Medizin und Mathematik, wandte sich dann jedoch dem Film zu, als er der in seiner Heimatstadt neugegründeten Produktionsgesellschaft „Felsina Film“ die Zusage für zwei Filme gab. Nach deren Veröffentlichung war er als neuentdeckter „jugendlicher Liebhaber“ gefragt und drehte bis 1922 viele weitere Filme. Dann gab er im Teatro degli Italiani unter der Regie von Lucio D'Ambra sein Bühnendebüt. In den Folgejahren spielte er auf zahlreichen italienischen Bühnen und arbeitete mit berühmten Regisseuren wie Max Reinhardt (u.a. 1935 bei einer Inszenierung von William Shakespeares Kaufmann von Venedig), Luchino Visconti und Pier Paolo Pasolini und neben den weiblichen Stars seiner Zeit, so mit Alda Borelli, Andreina Rossi und Tatjana Pawlowa.[1]

1934 nahm Bernardi seine Filmengagements wieder auf. In seiner über 50 Jahre umspannenden Filmkarriere verkörperte der Charakterdarsteller Bernardi oft mythologische Figuren und historische Persönlichkeiten wie Agamemnon ( Adamo ed Eva sowie Der Kampf um Troja), Alexander Graham Bell (Antonio Meucci, Regie: Enrico Guazzoni), David (The Shepherd King), Cicero (Julius Cäsar, Tyrann von Rom), Belisar (Theodora, Kaiserin von Byzanz), und Kardinal Richelieu (Zorro und die drei Musketiere). Er spielte neben internationalen Stars wie Gérard Philipe (Fanfan der Husar, Die Kartause von Parma), Simone Signoret (Thérèse Raquin nach Émile Zola) und Fernandel (Mamsell Nitouche).

Synchronisation[Bearbeiten]

Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs hielt sich Bernardi wegen Dreharbeiten in Spanien auf. Wie andere italienische Kollegen (u.a. Emilio Cigoli) blieb er zunächst dort und arbeitete vermehrt als Synchronsprecher. Auch nach seiner Rückkehr nach Italien blieb er dieser Tätigkeit treu und lieh seine tiefe und intensive Stimme u. a. Cedric Hardwicke (Cocktail für eine Leiche), Basil Rathbone (Im Zeichen des Zorro), George Sanders (Abenteuer in der Südsee), Donald Crisp (So grün war mein Tal) und Henry Travers (Im Schatten des Zweifels).

Darüber hinaus war Bernardi ab 1952 als Lehrer an der Schauspielschule Silvio D'Amico in Rom tätig.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Roberto Chiti, Artikel Nerio Bernardi, in: Dizionario del cinema italiano. Gli attori. Gremese 1998, S. 52/53