Émile Zola

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Émile Édouard Charles Antoine Zola[1] (* 2. April 1840 in Paris; † 29. September 1902 ebenda) war ein französischer Schriftsteller und Journalist.

Zola gilt als einer der großen französischen Romanciers des 19. Jahrhunderts und als Leitfigur und Begründer der gesamteuropäischen literarischen Strömung des Naturalismus. Zugleich war er ein sehr aktiver Journalist, der sich auf einer gemäßigt linken Position am politischen Leben beteiligte.

Sein Artikel J’accuse …! (Ich klage an …!) anlässlich der Dreyfus-Affäre war ein wichtiges Element bei der schließlichen Rehabilitierung des fälschlich wegen Landesverrats verurteilten Offiziers Alfred Dreyfus.

Émile Zola, Aufnahme Nadar

Leben[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend in der Provence (1840–1858)[Bearbeiten]

Émile Zola als Kind mit seinen Eltern (um 1845)

Émile Édouard Charles Antoine Zola[1] wurde am 2. April 1840 in der Rue Saint-Joseph in Paris als Sohn eines italienischen Vaters und einer französischen Mutter geboren. Er blieb das einzige Kind von François Zola[2], geboren in Venedig, und Émilie Aubert, die aus Dourdan stammte. Sein Vater, der Bauingenieur und ehemaliger italienischer Unteroffizier war, bewarb sich bei der Ausschreibung um den Bau einer Trinkwasserversorgung in Aix-en-Provence vom Berg Sainte-Victoire. Er erhielt den Zuschlag am 19. April 1843 und ließ sich in der Folge mit seiner Familie in Aix-en-Provence nieder. Nachdem der Vertrag im Jahr 1844 unterzeichnet worden war, gründete er mit einigen Investoren das Unternehmen Société du canal Zola. Die Bauarbeiten begannen im Jahre 1847, im gleichen Jahr starb Zola jedoch an Lungenentzündung, nachdem er den Bau der Zola-Talsperre nahe Aix-en-Provence geleitet hatte. Ab diesem Zeitpunkt verfolgten die Gläubiger die Kanalgesellschaft. Im Jahre 1851 zog Madame Aubert mit ihrem Sohn nach Paris, um die rechtlichen Schritte gegen Jules Migeon und die Gläubiger, die die Kanalgesellschaft vor Gericht bekämpften, zu verfolgen. Sie ließen das Unternehmen im Jahre 1852 vom Handelsgericht Aix-en-Provence Bankrott erklären. Am 10. Mai 1853 wurde die Konkursmasse der Société du canal Zola versteigert. Sie wurde von den Gläubigern gekauft und zur "Migeon et Compagnie" umbenannt.[3] Die nunmehr vollkommen auf sich gestellte Émilie Aubert versorgte ihren Sohn zusammen mit ihrer Mutter Henriette Aubert. Sie stand ihm bis zu ihrem Tod im Jahre 1880 sehr nahe und beeinflusste die Arbeit und das Leben von Émile Zola zutiefst.

Während seiner Schulzeit in Aix-en-Provence freundete sich Émile Zola mit Jean-Baptistin Baille[4] und vor allem Paul Cézanne an; letzterer blieb bis 1886 sein enger Freund. Er führt in die graphischen Künste, insbesondere die Malerei, ein. Von seiner frühen Jugend an hatte Émile Zola eine starke Leidenschaft für Literatur. Er las sehr viel und stellte sich sehr bald das Ziel, selbst professionell zu schreiben. Bereits als Jugendlicher sah er in der Schriftstellerei seine wahre Berufung. Als Erstklässler im Gymnasium schrieb er einen Roman über die Kreuzzüge, der jedoch nicht erhalten ist.[5] Seine Kindheitsfreunde Cézanne und Baille wurden seine ersten Leser. In ihrem Briefwechsel sagte Zola ihnen mehrmals voraus, dass er eines Tages ein anerkannter Schriftsteller sein würde.[6]

Bohème in Paris (1858–1862)[Bearbeiten]

Alexandrine Zola (um 1900)

Émile Zola verließ Aix im Jahre 1858 und zog zu seiner Mutter in Paris, um dort in bescheidenen Verhältnissen zu leben und mit der Hoffnung, den Erfolg zu finden. In Paris baute Zola sich langsam einen Freundeskreis auf, der größtenteils aus Personen aus Aix bestand. Er begann, Humanisten wie Molière, Montaigne und Shakespeare zu lesen; Balzac beeinflusste ihn jedoch erst viel später. Auch zeitgenössische Autoren wie Jules Michelet wurden früh zur Inspirationsquelle. Zola fiel im Jahre 1859 zweimal bei den Baccalauréats-Prüfungen durch. Diese Rückschläge prägten den jungen Mann tief, denn er fürchtete, seine Mutter enttäuscht zu haben. Ihm war auch bewusst, ohne Diplom in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten zu bekommen.

Zolas erste Liebe hieß Berthe.[7] Sie war eine Prostituierte, in die er sich im Winter 1860/61 verliebte. Der junge Zola nannte sie selbst geteiltes Mädchen. Er entwickelte die Idee, sie aus der Gosse zu holen, indem er ihr die Lust auf Arbeit zurückzugeben versuchte, aber sein Idealismus scheiterte an der harten Realität der Armenviertel von Paris. Allerdings lieferte ihm dieses Scheitern den Stoff für seinen ersten Roman, La confession de Claude.

In dieser Phase kamen weitere Leidenschaften zum Durchbruch. Vor allem die impressionistische Malerei faszinierte Zola, und er verteidigte diese Maler in seinen Werken. Er gewann die Freundschaft von Édouard Manet, der ihn seinerseits mehrmals in seinen Werken darstellte, und durch diese Bekanntschaft fand er Kontakt zu Stéphane Mallarmé. Er stand auch Camille Pissarro, Auguste Renoir, Alfred Sisley und Johan Barthold Jongkind nahe. Mit Paul Cézanne, seinem Freund aus Kindertagen, verband ihn jedoch eine besondere Freundschaft. Seit Jahrzehnten kamen der Maler und Schriftsteller zusammen, tauschten eine reiche Korrespondenz aus und halfen sich gegenseitig, auch finanziell. Diese Freundschaft erlosch aber mit der Zeit, vor allem nach der Veröffentlichung des Romanes Das Werk, wo Cézanne glaubte, sich selbst in der Figur des gescheiterten Malers Claude Lantier wiederzuerkennen. Cézanne schickte Zola im Jahre 1886 seinen letzten Brief, sie sollten sich danach nie wieder sehen.

Anfänge im Verlegergewerbe (1862–1865)[Bearbeiten]

Die Versandabteilung der Librairie Hachette

Nachdem Émile Zola im Baccalauréat durchgefallen war, stellte er sich ohne Qualifikation dem Arbeitsmarkt und begann im April 1860 als Schreiber im Zollamt. Die Arbeit sagte ihm jedoch nicht zu, und er ließ die Stelle schon nach zwei Monaten fallen. Es folgte eine lange Zeit der Arbeitslosigkeit mit moralischen und finanziellen Schwierigkeiten, bis er mit Louis Hachette in Kontakt kam, der ihn per 1. März 1862 als Angestellten seiner Buchhandlung aufnahm. Am 31. Oktober 1862 wurde Emile Zola als Franzose eingebürgert. Er blieb vier Jahre in der Werbeabteilung von Hachette, wo er schließlich einen Posten ähnlich dem Pressesprecher eines heutigen Unternehmens bekleidete.[8] Er wurde geschätzt und bekam die Möglichkeit, Kontakte in die Welt der Literatur zu knüpfen.

Bei der Librairie Hachette prägten Émile Zola die positivistische und antiklerikale Ideologie tief, darüber hinaus lernte er alle Techniken der Herstellung und Vermarktung von Büchern kennen. Nach harter Arbeit in seiner Freizeit gelang es ihm, seine ersten Artikel und sein erstes Buch zu veröffentlichen, Les Contes à Ninon, 1864 bei Hetzel.

Am Ende des Jahres 1864 machte Zola die Bekanntschaft von Éléonore-Alexandrine Meley, die sich Gabrielle nennen ließ. Gabrielle war der Name ihrer leiblichen Tochter, die sie mit 17 Jahren in die staatliche Fürsorge geben musste. Sie erzählte Emile Zola von diesem Umstand sicher erst nach ihrer Hochzeit.[9] Die am 23. März 1839 in Paris geborene Frau war die Tochter einer 17-jährigen kleinen Markthändlerin und eines Typografen aus Rouen. Zola widmete ihr ein Porträt mit dem Titel Die Liebe unterm Dach (L'amour sous les toits), das im Petit Journal erschien.[10] Man kennt den Ursprung dieser Verbindung nicht. Vielleicht entsprang sie dem Zufall, da Zola und Alexandrine beide auf dem Hügel Montagne Sainte-Geneviève lebten. Es gibt Gerüchte über eine vorherige Verbindung mit Paul Cézanne, oder sie könnte für die Gruppe von Malern, mit denen Zola befreundet war, als Modell gearbeitet haben. Auch eine vorherige Verbindung mit einem Medizinstudenten kommt in Frage.[11] Bewiesen ist indes keine dieser Theorien.

Literaturjournalist (1866–1868)[Bearbeiten]

Zola im Figaro, Karikatur von Hix, im Le Grelot vom 10. Januar 1881: Und sowas nennt sich Republikaner

Ab dem Jahre 1863 arbeitete Émile Zola gelegentlich und später, ab 1866, regelmäßig an den Rubriken zur literarischen und künstlerischen Kritik von verschiedenen Zeitungen mit. Die Tageszeitungen erlaubten dem jungen Mann, seine Schriften schnell zu veröffentlichen und damit seine Qualitäten als Schriftsteller einem breiten Publikum zu zeigen. Sie waren für ihn ein mächtiger Hebel, bekannt zu werden und seine Einkünfte zu steigern.[12] Er profitierte damit von der stürmischen Entwicklung der Presse in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wodurch neue Schreiber sofort zur Veröffentlichung kamen.[13] Bis zu seinen letzten Tagen empfahl Zola allen Nachwuchsschriftstellern, die ihn um Rat fragten, die Strategie, zunächst in Zeitungen zu veröffentlichen.

Zola machte seine eigentlichen Anfänge in nordfranzösischen Zeitungen, die Gegner des zweiten Kaiserreiches waren. Zola nutzte seine Kenntnis der literarischen und künstlerischen Zirkel, um erfolgreich kritische Artikel zu schreiben. Im Jahre 1866, im Alter von 26 Jahren, erhielt er die Kunst- und Literaturspalten in der Zeitung L'Événement. In L’Illustration publizierte er mit einigem Erfolg zwei Erzählungen. Danach wurden die Beiträge zahlreicher: es erschienen von ihm Hunderte von Artikeln in einer Vielzahl von Zeitschriften und Zeitungen. Zu den wichtigsten davon gehörten L'Événement und L'Événement Illustré, La Cloche, Le Figaro, Le Voltaire, Le Sémaphore de Marseille und Le Bien public aus Dijon.[14] Neben literarischer, künstlerischer oder dramatischer Kritik veröffentlichte Zola in der Presse über 100 Erzählungen und Feuilleton-Romane. Er bediente sich dabei eines polemischen Journalismus, indem er seinen Hass, aber auch seinen Geschmack zeigte und seine ästhetischen wie auch politischen Positionen hervorhob.

Zola beherrschte seine journalistischen Aktivitäten perfekt und benutzte die Presse als Werkzeug, um seine literarische Arbeit zu fördern. Für seine frühen Werke sandte Zola sogar vorgefertigte Berichte an Pariser Literaturkritiker persönlich, worauf er auch zahlreiche Rückmeldungen erhielt.[15] Im Jahre 1865 verließ Émile Zola seine Mutter und zog mit seiner Freundin in das Viertel Quartier des Batignolles auf dem rechten Seine-Ufer, in der Nähe von Montmartre, wo sich damals die Büros der wichtigsten Presseverlage befanden. Die Vorbehalte von Zolas Mutter verzögerten die Heirat um fünf Jahre. Es war dies eine Durststrecke, während der Alexandrine Gelegenheitsarbeiten annahm, um das Paar über die Runden zu bringen.

Politischer Journalist (1869–1871)[Bearbeiten]

Portrait von Émile Zola im Alter von 30 Jahren, aufgenommen im Jahre 1870

Das Engagement von Émile Zola wird durch seine Auftritte in der politischen Presse am sichtbarsten. Die Liberalisierung der Presse im Jahre 1868 ermöglichte es ihm, aktiv an ihrer Expansion mitzuwirken. Über Freunde von Manet stieß Zola zur neuen republikanischen Wochenzeitung La Tribune, wo er seine polemischen Talente durch das Schreiben von feinen antikaiserlichen Satiren auslebte. Die giftigsten Angriffe gegen das Zweite Kaiserreich wurden jedoch in der Zeitschrift La Cloche veröffentlicht: Zwar gefiel dem Direktor dieser Zeitschrift, Louis Ulbach, der Roman Thérèse Raquin nicht, aus Bewunderung für die Frechheit ihres Autors veröffentlichte er ihn aber trotzdem.

In mutiger bis tollkühner Weise griff Zola die führenden Köpfe des Parlaments wie de Broglie oder de Belcastel an. Er beschimpfte das Parlament als ein schüchternes, reaktionäres und in wunderbarer Weise von Thiers manipuliertes Haus.[16] Von Februar 1871 bis August 1872 produzierte er mehr als 250 parlamentarische Kolumnen. Sie ermöglichten es ihm, in der politischen Szene Bekanntschaft zu erlangen und dort starke Freundschaften, aber auch Feindschaften aufzubauen. Des Weiteren sammelte er eine Menge von Stoff, den er später in seinen Romanen verarbeitete. Dieses Engagement war für den Schriftsteller nicht ohne Risiko, er kam zweimal mit dem Gesetz in Konflikt und wurde im März 1871 in Haft genommen.[17] Es blieb jedoch bei juristischem Geplänkel ohne Folgen für Zola, jedes Mal kam er noch am gleichen Tag wieder frei.

Zola hielt zur Politik einen Abstand, der ihm die Einmischung mit Zurückhaltung, Distanz und Abgeklärtheit ermöglichte. Er war nicht an eigenem politischen Handeln interessiert, und er ließ sich auch nie als Kandidat zu einer Wahl aufstellen. Er sah sich in erster Linie als Schriftsteller mit widerspenstigen Ansichten.[18] Er handelte als Freidenker und unabhängiger Moralist, wodurch er als moderater Liberaler eingeordnet wurde. Er widersprach radikal der moralischen Ordnung, speziell in seinem Roman Die Eroberung von Plassans, dessen Verkauf an den Bahnhöfen nach Intervention der katholischen Kirche von der Kolportagekommission verboten wurde.[19] Mit der Veröffentlichung von Die Sünde des Abbé Mouret griff er das Dogma der Keuschheit an, das die Kirche mit ihrem Begriff der Ehe durchzusetzen versuchte.[20] Er verteidigte aktiv die Kommunarden, die mit der Amnestie begnadigt worden waren, etwa durch ihre Darstellung als Parias der Februarrevolution 1848 in Der Bauch von Paris und insbesondere durch die Unterstützung von Jules Vallès bei der Veröffentlichung seiner Schriften. Diese wurden die letzten politischen Artikel Zolas, denn danach begannen die Arbeiten am Zyklus der Rougon-Macquart, die ihn für 22 Jahre beschäftigen sollten.

Am 31. Mai 1870, am Vorabend des deutsch-französischen Krieges, heirateten Émile Zola und Alexandrine im Rathaus des 17. Arrondissements. Paul Cézanne, Paul Alexis, Marius Roux und Philippe Solari waren Trauzeugen des Paares. Alexandrine wurde danach in den zahlreichen Momenten der Selbstzweifel zu einer unersetzlichen Stütze für Zola. Dafür blieb er ihr für immer dankbar.

Bei Kriegsausbruch 1870 wurde Zola nicht mobilisiert. Er hätte zu den Mobilgarden eingezogen werden können, aber seine Kurzsichtigkeit und sein Status als Unterhaltspflichtiger (für seine Mutter) bewahrten ihn davor.[21] Er verfolgte den Sturz des Zweiten Kaiserreiches mit Ironie, hielt sich während der blutigen Woche aber nicht in Paris auf. Zwar teilte er nicht den Geist der Kommune und beliess es dabei, sie in seinen Schriften moderat zu behandeln, anders als Flaubert, Goncourt oder Daudet lehnte er ihre gewaltsame Unterdrückung ab.[22] Am 3. Juni 1871 schrieb Zola über die Menschen von Paris in der Zeitung Sémaphore de Marseille: das Blutvergießen war vielleicht nur eine schreckliche Notwendigkeit, einige seiner Fieber zu beruhigen. Man wird sie nun in Weisheit und Herrlichkeit erstarkten sehen.[23] Als die Republik ausgerufen wurde, versuchte Zola, zum Unterpräfekten in Aix-en-Provence und Castelsarrasin ernannt zu werden.[24] Trotz einer Reise nach Bordeaux, wohin die Regierung evakuiert worden war, scheiterte er. Zola war kein Mann der Intrige oder von Netzwerken.[25]

Weg zum literarischen Erfolg (1872–1877)[Bearbeiten]

Porträt von Émile Zola vor 1880

Émile Zola war ein sehr geselliger Mensch, der Freundschaften aller Art und jeglicher Herkunft pflegte, dabei aber keinen Hang zum mondänen Leben hatte. Er zog jedoch seinesgleichen vor, freundete sich vor allem mit Künstlern und Literaten an und mied Politiker. Ab 1868 war er dank seiner journalistischen Arbeiten, mit den Brüdern Edmond und Jules de Goncourt befreundet. Im Jahre 1871 traf er schließlich Gustave Flaubert. Letzterer machte ihn an einer ihrer sonntäglichen Versammlungen mit Alphonse Daudet und Iwan Turgenjew bekannt. Sein ganzes Leben lang schwärmte Zola von der kleinen Gruppe, in der wir zu dritt bis zu sechst einen Galopp über alle Fächer ritten, wo die Literatur, das aktuelle Buch oder ein aktuelles Stück, allgemeine Themen oder die riskantesten Theorien immer wieder kehrten.[26]

Zola kam auch mit jungen Autoren wie Guy de Maupassant, Paul Alexis, Joris-Karl Huysmans, Léon Hennique und Henri Céard zusammen. Sie kamen häufig zu geselligen Abenden nach Médan, in der Nähe von Poissy, wo Zola ein kleines, im Jahre 1878 erworbenes Haus hatte. Dies war die Gruppe der sechs, die im Buch Les Soirées de Médan aus dem Jahre 1888 vorkommt. Diese Gruppe lud Zola am 16. April 1877 auch zum berühmten dîner Trapp ein.

Die jahrelange harte Arbeit begann endlich Früchte zu tragen: während dieser Zeit veröffentlichte Zola einen Roman pro Jahr, viele journalistische Beiträge sowie Theaterstücke wie Les Nouveaux Contes à Ninon. Nach dem Zola jahrelang mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, besserte sich seine Lage nach dem großen Erfolg von Der Totschläger aus dem Jahre 1877. Ab diesem Zeitpunkt verfügte Zola über ein jährliches Einkommen zwischen 80.000 und 100.000 Francs.[27][28]

Damit war Zola zwar nicht wirklich reich, weil er seine Mutter und seine zwei Häuser unterhalten musste. Als sein politisches Engagement dazu führte, dass weniger seine Romane verkauft wurden, konnte er zuweilen in Geldnot geraten. Dies geschah in der Regel nur vorübergehend und Zola hatte bis zu seinem Tod keine gröberen finanziellen Schwierigkeiten mehr. Seine Feuilleton-Romane brachten ihm im Durchschnitt 1500 Francs ein und an jedem seiner Romane, der verkauft wurde, verdiente er 50 Centimes. Die zahlreichen Übersetzungen und Anpassungen seiner Romane für das Theater waren weitere bedeutende Einnahmequellen. Somit stieg Zolas Einkommen schnell und erreichte um 1895 etwa 150.000 Francs pro Jahr.[29]

Meister des Naturalismus (1878–1885)[Bearbeiten]

Dank des Erfolges von Der Totschläger leistete Zola sich im Jahre 1878 dieses Landhaus in Médan.

Zola engagierte sich immer für soziale, künstlerische oder literarische Ziele, die ihm gerecht erschienen, und blieb dabei Beobachter der Personen und Ereignisse seinerzeit. Er handelte selbst nie als Politiker. Die Politiker schienen ihm nicht vertrauenswürdig und vor der Dreyfus-Affäre hatte er in der Politik keinerlei Freunde.[30] Als überzeugter Anhänger der Republikaner trat er früh gegen das Empire ein. Die ersten Romane des Zyklus der Rougon-Macquart haben somit eine satirische und politische Stoßrichtung. Als nach der Ausrufung der Republik sein Roman Die Beute jedoch Opfer der Zensur wurde, war Zola zutiefst enttäuscht. Er blieb aber glühender Republikaner, denn für ihn war die Republik die einzige gerechte Regierungsform, die möglich ist.[31]

Während diese Periode den Anfang einer gewissen beruflichen Anerkennung darstellt, erlitt Zola gleichzeitig einige persönliche Verluste. Besonders 1880 wurde ein schwieriges Jahr für den Schriftsteller. Der Tod von Edmond Duranty, danach vor allem jener von Gustave Flaubert, trafen den Romancier zutiefst. Als am Ende des Jahres auch noch Zolas Mutter verstarb, fiel Zola in eine Depression. Da er mittlerweile durch die regelmäßige Veröffentlichung der Rougon-Macquart-Romane finanziell unabhängig war, gab er 1881 seine Tätigkeit als Journalist auf. Aus diesem Anlass veröffentlichte er Abschied, indem er 15 Jahre journalistischer Auseinandersetzungen in der Presse Revue passieren ließ.[32] Abgesehen von sporadischen Wortmeldungen verfasste er erst bei der Dreyfus-Affäre 1897 wieder journalistische Texte, vor allem in Le Figaro und L'Aurore. In seinem Herzen blieb er jedoch Journalist: die Handlung von Germinal ist von Begegnungen mit Bergleuten inspiriert und beschreibt den Höhenflug der Bergbauaktien an der Börse von Lille minutiös.[33]

Emilie Zola am Arbeitstisch in seinem Kuriositätenkabinett

Zu den Stärken von Zola gehörten seine Schaffenskraft und die Beständigkeit gemäß seinem Motto, das er auf den Kamin seines Arbeitszimmers in Médan malen ließ: Nulla dies sine linea (Kein Tag ohne eine Zeile). Mehr als 30 Jahre lang teilte Zola seine Zeit streng ein,[34] wenngleich seine Planungen Änderungen unterworfen war, vor allem dann, als er Journalismus und das Schreiben von Romanen unter einen Hut bringen musste. In Médan pflegte Zola um 7:00 Uhr aufzustehen, ein schnelles Frühstück einzunehmen und eine halbe Stunde an der Seine mit seinem Hund spazieren zu gehen. Danach begann seine erste Arbeitssitzung, die etwa 4 Stunden dauerte und in der er fünf Seiten produzierte. Den Nachmittag verbrachte er mit Lektüre und Korrespondenz, die bei Zola einen breiten Raum einnahm. Am Ende seines Lebens änderte er diese Gewohnheiten, um seinen Kindern am Nachmittag mehr Zeit zu widmen, dafür verschob er einige seiner Tätigkeiten in den Abend und die Nacht.

Literarische Anfänge[Bearbeiten]

Émile Zola

Sein Durchbruch wurde 1867 der Roman Thérèse Raquin, der eine spannende Handlung um die zur Ehebrecherin und Mörderin werdende Titelheldin mit einer ungeschönten Schilderung des Pariser Kleinbürgertums verbindet.[35] Das Vorwort zur 2. Auflage 1868, in dem Zola sich gegen seine gutbürgerlichen Kritiker und ihren Vorwurf der Geschmacklosigkeit verteidigt, wurde zum Manifest der jungen naturalistischen Schule, zu deren Oberhaupt Zola nach und nach avancierte.

Der Romancier[Bearbeiten]

Ab 1869 (bis 1893) konzipierte er, nach dem Vorbild von Honoré de Balzac, die meisten seiner Romane als Teile eines Zyklus mit dem Titel Les Rougon-Macquart. Histoire naturelle et sociale d’une famille sous le Second Empire/Die R.-M. Die Natur- und Sozialgeschichte einer Familie im Zweiten Kaiserreich. Die insgesamt 20 Romane sollten eine Art positivistisch begründeter Familiengeschichte sein, nämlich des der Bourgeoisie zuzuordnenden Rougon-Zweiges und des der Unterschicht angehörenden Macquart-Zweiges. Hierbei sollten die durch Verwandtschaft miteinander verbundenen einzelnen Figuren als durch ihre Erbanlagen (z. B. den Hang zum Alkoholismus), ihr Milieu (Bourgeoisie oder Unterschicht) und die historischen Umstände (die sozio-ökonomischen Verhältnisse des Zweiten Kaiserreichs, 1852–70) völlig determiniert vorgestellt werden. Auch wenn sie dank Zolas schriftstellerischen Temperaments begeisterten, handelte er sich mit den programmatischen und wissenschaftlichen Präsentationen im Verlauf seines Lebens den Vorwurf einer mechanistischen und zu wissenschaftlichen Arbeit ein. Er selbst erkannte ab den 1890er Jahren, dass sein Bekenntnis als „alter, zerfurchter Positivist“ aus der Mode geriet und von einer Ära „neuen Mystizismus’“ überrollt würde.[36]

Das erzählerische Werk Zolas ist, ähnlich wie das der Goncourts, eine Fundgrube für Sozialhistoriker. Allerdings sind die vom Autor geschilderten Verhältnisse eher die der 70er/80er Jahre, d. h. die der Entstehungszeit der Romane, und weniger die der 50er/60er, in denen die Handlungen spielen.

Die wichtigsten Romane[Bearbeiten]

Édouard Manet: Émile Zola (1868)

Zu Zolas Lebzeiten am erfolgreichsten war La Débâcle/Der Zusammenbruch (1892), dessen Handlung vor dem Hintergrund des deutsch-französischen Krieges von 1870/71 und der blutig unterdrückten Pariser Commune spielt. Ebenfalls ein großer Erfolg war Nana (1879/1880), die Geschichte einer jungen Frau aus dem Volk, die dank ihrer sexuellen Attraktivität einen Aufstieg zur kostenträchtigen Geliebten eines Grafen erlebt, durch ihren Hang zu Ausschweifungen aller Art jedoch in Niedergang, Krankheit und frühem Tod endet. Heute noch gelesen werden vor allem die beiden Romane L’Assommoir/Der Totschläger (1877), wo er am Schicksal einer Wäscherin und ihrer Familie eindringlich die Auswirkungen des Alkoholismus im beengten und tristen Pariser Unterschichtenmilieu beschreibt und Germinal (1885), das die dramatische Geschichte eines Bergarbeiterstreiks im Kräftefeld der wirtschaftlichen und ideologischen Antagonismen der Zeit darstellt, die Zola aus der Perspektive eines sozial Engagierten beurteilt und dabei auch gegensätzliche Richtungen innerhalb der Arbeiterbewegung (v.a. Marx, Bakunin und Reformismus) in ihren praktischen Auswirkungen zeigt. Besonders erwähnenswert ist außerdem L’Œuvre/Das Werk (1886), unter anderem weil sich Paul Cézanne mit dem im Zentrum stehenden manischen Maler gemeint glaubte und empört mit Zola brach.

Mehrere der Romane, unter anderem Thérèse Raquin, Nana, L’Assommoir und Germinal, wurden bald nach ihrem Erscheinen zu erfolgreichen Theaterstücken verarbeitet und später auch verfilmt.

Dreyfus-Affäre und Tod[Bearbeiten]

Autograph des Briefes an den Präsidenten Félix Faure

Vom Anfang seiner schriftstellerischen Laufbahn an war Zola immer auch journalistisch aktiv. Am 13. Januar 1898 versuchte er mit einem offenen Brief an den Staatspräsidenten Félix Faure, sein persönliches Prestige für den offensichtlich zu Unrecht als prodeutscher Verräter verurteilten Hauptmann Alfred Dreyfus, den ersten Juden im französischen Generalstab, einzusetzen. Dieser Brief mit dem Titel J'accuse …! / Ich klage an …! entfachte einen ungeahnten innenpolitischen Sturm (Dreyfus-Affäre), der Frankreich für Jahre, oft bis in die Familien hinein, spaltete in Dreyfusards und Antidreyfusards, d. h. ein progressives linkes Lager und ein konservatives rechtes, das zugleich militant-nationalistisch und antisemitisch war. Zola selbst wurde noch 1898 vom Kriegsminister sowie von einigen Privatpersonen verklagt und in durchaus politischen Prozessen wegen „Diffamierung“ zu einer Geld- und (kurzen) Gefängnisstrafe verurteilt, der er sich jedoch durch Flucht nach London entzog, wo er fast ein Jahr blieb.

Zola starb zu Beginn der Heizperiode im Herbst 1902 durch eine Kohlenmonoxidvergiftung in seinem Pariser Wohnhaus. Gerüchte, er wäre durch absichtliches Verstopfen des Schornsteins ermordet worden, konnten bis heute nicht gänzlich entkräftet werden.[37] Am 4. Juni 1908 wurden die Überreste Zolas auf Anordnung der inzwischen linken französischen Regierung in das Panthéon überführt, auch in Würdigung seines Engagements in der Dreyfus-Affäre.

Unter der Regie von William Dieterle entstand 1937 unter dem Titel Das Leben des Emile Zola eine Filmbiografie mit Paul Muni in der Titelrolle.

Nachruf 1902[Bearbeiten]

Großes Foto von „Emil Zola“ anlässlich eines Nachrufs in der Zeitschrift Die Woche, 1902

Unmittelbar nach Zolas Tod am 29. September 1902 schrieb der Berliner Literaturhistoriker Richard M. Meyer einen zweiseitigen Nachruf:

„Emile Zola ist gestorben, plötzlich, durch einen tückischen Unglücksfall. Giftige Luft hat den Mann getötet, der in seinem Zukunftsbild des fröhlichen Arbeitsstaates die hygienischen Zustände im Land der Glückes mit fast religiöser Begeisterung geschildert hatte. Wie ein deutscher Schriftsteller, der mit Zola die leidenschaftliche Sehnsucht, seiner Zeit zu dienen, teilte, wie Karl Gutzkow, ist Zola durch jenen Dämon erstickt worden, der einst auch dem Märchenpoeten Andersen und dem Gelehrtendichter Scheffel bedrohlich nahekam. [...] Seit dem Tode Goethes hat vielleicht keines Dichters Tod die Gebildeten erregt wie dieser. Victor Hugo, der einzige, der Goethes Weltruhm erbte, starb in höchstem Greisenalter, längst war er historisch geworden, ja fast mythisch, Gottfried Keller, Theodor Fontane nahmen tausenden mit ihrem Tod ein Stück Lebensfreude fort; aber nie waren sie über Deutschland hinaus gefeiert worden, und in ihrer Heimat selbst standen zahllose Gebildete ihnen kühl und fremd gegenüber. Aber wem das Buch irgendetwas bedeutete, der kannte Zola.“

Richard M. Meyer: Die Woche, 1902[38]

Meyer sieht Zolas Alleinstellungsmerkmal darin, dass es ihm gelang, eine „neue Aera der Litteratur [zu] schaffen, indem er sie von der Willkür der Phantasie befreien und völlig unter das Gesetz der wissenschaftlichen Technik stellen wollte“. Immer wieder betont der Literaturhistoriker Zolas Nähe zur Wissenschaft, vor allem zu Soziologie und Psychologie. Mit diesem Denken sei Zola tief in seiner (nun vergangenen) wissenschaftsgläubigen Zeit zuhause gewesen: „‚Psychologisch‘ war das Lieblingswort dieser Epoche“.

Hinter Zolas „unvergleichlicher Begabung“ meint Richard Mortiz Meyer drei Gründe zu erkennen. Zola besitze zum einen „eine ungeheure Kraft, Menschen zu zeichnen, die von einem dämonischen Verlangen ganz erfüllt sind“ – wie er selbst. Zweitens lasse er „Landschaften leben. Er fühlt sich hinein, die Landschaft wird ihm wirklich ein ‚seelischer Zustand‘“. Und drittens: Émile Zolas „merkwürdige Kraft der Symbolik“; als Beispiele für diese Symbolik führt er Zolas Vergleich einer Lokomotive mit einem geheimnisvollen Dämon (in „Die Bestie im Menschen“) und des Gartens von Montpelliers mit dem Garten Eden an.

Am Schluss bringt Meyers Nachruf Zola in beste Gesellschaft zeitgenössischer Literatur, mit einem respektvoll-kritischen Blick nach Norwegen:

„Man muß wieder bis auf Goethe zurückgehn, um einen großen Schriftsteller zu finden, der zugleich eine mächtige Persönlichkeit ist. Unter den Lebenden gilt das nur noch von Tolstoi; wie viel näher steht er uns daher menschlich mit seiner Prophetennatur als Ibsen mit seiner ironischen Kühle!“

Die Woche druckte zusammen mit dem ausführlichen Nachruf ein ganzseitiges Foto Zolas ab, in der wöchentlichen Rubrik „Bilder vom Tage“.[38]

Die Bände des Zyklus der Rougon-Macquart[Bearbeiten]

Philippe Solari: Grabmal von Émile Zola auf dem Friedhof Montmartre
  1. Das Glück der Familie Rougon (La fortune des Rougon 1871), Manesse Bibliothek der Weltliteratur 2003, ISBN 3-7175-2024-5
  2. Die Beute (La curée 1871), Artemis & Winkler 1998, ISBN 3-538-05401-0
  3. Der Bauch von Paris (Le ventre de Paris 1873)
  4. Die Eroberung von Plassans (La conquête de Plassans 1874)
  5. Die Sünde des Abbé Mouret (La faute de l’Abbé Mouret 1875)
  6. Seine Exzellenz Eugene Rougon (Son excellence Eugène Rougon 1876)
  7. Der Totschläger (L’Assommoir 1877)
  8. Ein Blatt Liebe (Une page d’amour 1878)
  9. Nana (Nana 1880)
  10. Ein feines Haus (Pot-Bouille 1882)
  11. Das Paradies der Damen (Au bonheur des dames 1883)
  12. Die Freude am Leben (La joie de vivre 1884)
  13. Germinal (Germinal 1885), Manesse Bibliothek der Weltliteratur 2002, ISBN 3-7175-2000-8
  14. Das Werk (L’Œuvre 1886)
  15. Die Erde (La terre 1887)
  16. Der Traum (Le rêve 1888)
  17. Die Bestie im Menschen / Das Tier im Menschen (La bête humaine 1890)
  18. Das Geld (L’argent 1891), zuletzt in der Übersetzung von Leopold Rosenzweig als Taschenbuch erschienen im Insel Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-458-36227-2
  19. Der Zusammenbruch (La débâcle 1892)
  20. Doktor Pascal (Le docteur Pascal 1893), Manesse Bibliothek der Weltliteratur 1970

Die deutsche Gesamtausgabe des Zyklus erschien im Verlag Rütten & Loening in Ostberlin (mehrere Auflagen, auch als Paperback) sowie im Verlag Artemis & Winkler, Zürich. Eine auf dieser Ausgabe basierende Buchklubausgabe erschien in den 1970er Jahren im Bertelsmann Buchclub.

Als elektronische Ressource wurde das Gesamtwerk 2005 als Band 128 in der Reihe der Digitalen Bibliothek von der Directmedia Publishing unter der ISBN 3-89853-528-2 von Rita Schober herausgegeben.


                                      ┌─ Eugène Rougon      ┌─ Maxime Rougon Saccard ──── Charles Rougon Saccard
                                      │     1811-?          │     1840-1873                  1857-1873
                                      │                     │
                                      ├─ Pascal Rougon      ├─ Clotilde Rougon Saccard ── A child
                                      │     1813-1873       │     1847-?                     1874-?
                                      │                     │
                 ┌─ Pierre Rougon ────┼─ Aristide Rougon ───┴─ Victor Rougon Saccard
                 │    1787-1870       │     1815-?                1853-?
                 │                    │
                 │                    ├─ Sidonie Rougon ────── Angélique Rougon Saccard
                 │                    │     1818-?                1851-1869
                 │                    │
                 │                    └─ Marthe Rougon ───┐ ┌─ Octave Mouret ──────────── Two children
                 │                          1819-1864     │ │     1840-
                 │                                        │ │
                 │                                        ├─┼─ Serge Mouret ───────────── A son and a daughter
                 │                                        │ │     1841-?
                 │                                        │ │
                 │                    ┌─ François Mouret ─┘ └─ Désirée Mouret
                 │                    │     1817-1864            1844-?
                 │                    │
Adélaïde Fouque ─┼─ Ursule Macquart ──┼─ Hélène Mouret ────── Jeanne Grandjean
   1768-1873     │     1791-1839      │     1824-?               1842-1855
                 │                    │
                 │                    └─ Silvère Mouret
                 │                          1834-1851
                 │
                 │                    ┌─ Lisa Macquart ─────── Pauline Quenu
                 │                    │     1827-1863             1852-?
                 │                    │
                 │                    │                     ┌─ Claude Lantier ─────────── Jacques-Louis Lantier
                 │                    │                     │     1842-1870                   1860-1869
                 │                    │                     │
                 └─ Antoine Macquart ─┼─ Gervaise Macquart ─┼─ Jacques Lantier
                       1789-1873      │     1829-1869       │     1844-1870
                                      │                     │
                                      │                     ├─ Étienne Lantier ────────── A daughter
                                      │                     │     1846-?
                                      │                     │
                                      │                     └─ Anna Coupeau dite Nana ─── Louis Coupeau named Louiset
                                      │                           1852-1870                   1867-1870
                                      │
                                      └─ Jean Macquart ─────── Two children
                                            1831-?

Erzählungen[Bearbeiten]

Die Bände des Zyklus Trois Villes[Bearbeiten]

  1. Lourdes (1894)
  2. Rome (1896)
  3. Paris (1898)

Die Bände des Zyklus Quatre Evangiles (Vier Evangelien)[Bearbeiten]

  1. Fécondité (Fruchtbarkeit) (1899)
  2. Travail (Arbeit) (1901)
  3. Vérité (Wahrheit) (1903)
  4. Justice (Gerechtigkeit) (unvollendet)

Film[Bearbeiten]

Verfilmungen

Hörspiel[Bearbeiten]

  • Zolas Schornstein; (mit Audiodatei). Kriminalhörspiel (zu Zolas Tod) von Christoph Prochnow, Regie: Rainer Clute, Deutschlandradio Kultur, 17. Februar 2014, 21.33-22.30 Uhr

Literatur[Bearbeiten]

  • Irene Albers: Sehen und Wissen. Das Photographische im Romanwerk Émile Zolas. W. Fink, München 2002. (= Theorie und Geschichte der Literatur und der schönen Künste; 105) ISBN 3-7705-3769-6
  • Horst Althaus: Zwischen alter und neuer besitzender Klasse. Stendhal, Balzac, Flaubert, Zola. Beitr. zur französischen Gesellschaftsgeschichte. Reimer, Berlin 1987. (= Schriften zur Kultursoziologie; 8) ISBN 3-496-00899-7
  • Veronika Beci: Émile Zola. Artemis & Winkler, Düsseldorf 2002. ISBN 3-538-07137-3
  • Cord-Friedrich Berghahn: "Émile Zola. Leben in Bildern". Deutscher Kunstverlag, Berlin und München 2013. ISBN 978-3-422-07209-1
  • Marc Bernard: Emile Zola. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. 6. Aufl. Rowohlt, Reinbek 1997. (rororo 50024; Rowohlts Monographien) ISBN 3-499-50024-8[40]
  • Manuela Biele-Wrunsch: Die Künstlerfreundschaft zwischen Édouard Manet und Émile Zola. Ästhetische und gattungsspezifische Berührungen und Differenzen. Driesen, Taunusstein 2004. ISBN 3-936328-17-X
  • Martin Braun: Emile Zola und die Romantik. Erblast oder Erbe? Studium einer komplexen Naturalismuskonzeption. Stauffenburg, Tübingen 1993 (= Erlanger romanistische Dokumente und Arbeiten; 10) ISBN 3-923721-99-4
  • Ronald Daus: Zola und der französische Naturalismus. Metzler, Stuttgart 1976 (= Sammlung Metzler, 146) ISBN 3-476-10146-0
  • Frederick W. J. Hemmings: Emile Zola. Chronist und Ankläger seiner Zeit. Biographie. Fischer, Frankfurt 1981. (= Fischer-Bücherei, 5099) ISBN 3-596-25099-4
  • Willi Hirdt: Alkohol im französischen Naturalismus. Der Kontext des "Assommoir". Bouvier, Bonn 1991 (= Abhandlungen zur Kunst-, Musik- und Literaturwissenschaft, 391) ISBN 3-416-02286-6
  • Elke Kaiser: Wissen und Erzählen bei Zola. Wirklichkeitsmodellierung in den "Rougon-Macquart". Narr, Tübingen 1990 (= Romanica Monacensia, 33) ISBN 3-8233-4300-9
  • Karl Korn: Zola in seiner Zeit. Ullstein, Frankfurt 1984. (= Ullstein Lebensbilder, 27532)
  • Till R. Kuhnle: Der Millenarismus Zolas und die Dritte Republik, in ders., Das Fortschrittstrauma. Vier Studien zur Pathogenese literarischer Diskurse. Stauffenburg, Tübingen 2005 ISBN 3-86057-162-1, S. 273 - 285
  • Stephan Leopold: Die messianische Überwindung des mortalistischen Abgrundes: "Le docteur Pascal" und "Les Quatre Évangiles", in: Stephan Leopold, Dietrich Scholler, Hgg., Von der Dekadenz zu den neuen Lebensdiskursen. Französische Literatur und Kultur zwischen Sedan und Vichy. W. Fink, München 2010, S. 141 - 167
  • Heinrich Mann: Zola. In: Geist und Tat. Franzosen von 1780 bis 1930. Essays, Berlin 1931. Wieder Fischer TB, Frankfurt 1997, ISBN 3-596-12860-9[41]
  • Ralf Nestmeyer: Französische Dichter und ihre Häuser. Insel, Frankfurt 2005 ISBN 3-458-34793-3
  • Viktor Roth: Émile Zola um die Jahrhundertwende. Stationen eines kämpferischen Lebenslaufs. Nördlingen: Steinmeier. 1987.
  • Joseph Jurt: Frankreichs engagierte Intellektuelle. Von Zola bis Bourdieu. Wallstein, Göttingen 2012, ISBN 978-3-8353-1048-3
  • Vera Ingunn Moe: Deutscher Naturalismus und ausländische Literatur. Zur Rezeption der Werke von Zola, Ibsen und Dostojewski durch die deutsche naturalistische Bewegung (1880-1895). Peter Lang, Frankfurt 1983. (= Europäische Hochschulschriften; Reihe 1; 729) ISBN 3-8204-5262-1
  • Peter Müller: Emile Zola, der Autor im Spannungsfeld seiner Epoche. Apologie, Gesellschaftskritik und soziales Sendungsbewußtsein in seinem Denken und literarischem Werk. Metzler, Stuttgart 1981. (= Romanistische Abhandlungen, 3) ISBN 3-476-00477-5
  • Rolf Sältzer: Entwicklungslinien der deutschen Zola-Rezeption von den Anfängen bis zum Tode des Autors. Peter Lang, Bern 1989. (= New York University Ottendorfer series, N. F. 31) ISBN 3-261-03928-0
  • Susanne Schmidt: Die Kontrasttechnik in den "Rougon-Macquart". Peter Lang, Frankfurt 1989 (= Bonner romanistische Arbeiten, 30) ISBN 3-631-40612-6
  • Karl Zieger: Die Aufnahme der Werke von Emile Zola durch die österreichische Literaturkritik der Jahrhundertwende. Peter Lang, Frankfurt 1986 (= Europäische Hochschulschriften, Reihe 18, 44) ISBN 3-261-03560-9
  • 100 Jahre "Rougon-Macquart" im Wandel der Rezeptionsgeschichte. Zugleich Beiheft zur Zeitschrift Beiträge zur romanischen Philologie, Hgg. Winfried Engler, Rita Schober. Narr, Tübingen 1995. ISBN 3-8233-4145-6
  • Barbara Vinken: Zola. Alles sehen, Alles wissen, Alles heilen. Der Fetischismus im Naturalismus, In: Historische Anthropologie und Literatur, Hgg. Rudolf Behrens, Roland Galle, Königshausen & Neumann, Würzburg 1996, S. 215-226
  • Barbara Vinken: Balzac - Zola: Hysterische Madonnen – Neue Mütter, in: Geschlechterdifferenz im interdisziplinären Gespräch, Hg. Doris Ruhe, Königshausen & Neumann, Würzburg 1998, S. 117-134
  • Barbara Vinken: Pygmalion à rebours: Zolas Œuvre, in: Pygmalion. Die Geschichte des Mythos in der abendländischen Kultur. Hgg. Mathias Mayer, Gerhard Neumann. Rombach, Freiburg 1997, S. 593-621
  • Herbert Eulenberg: Emile Zola, in Schattenbilder. Eine Fibel für Kulturbedürftige in Deutschland. zuerst Berlin 1909

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Émile Zola – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Émile Zola – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Encyclopédie Larousse: Émile Zola, besucht am 11. April 2013
  2.  Henri Mitterand: Biographie d’Émile Zola, Band 1 Sous le regard de l’Olympia 1840–1870. Paris 1999–2002, S. 18-30.
  3. Aix-en-Provence tourisme; Sur les pas d'Émile Zola (PDF; 1,2 MB), besucht am 11. April 2013.
  4. Colette Becker, Gina Gourdin-Servenière, Véronique Lavielle: Dictionnaire d’Émile Zola, Robert Laffont - Coll Bouquins 1993 (ISBN 2-221-07612-5), S. 47
  5. Henri Mitterand: Zola - La vérité en marche, Découvertes Gallimard 1995 (ISBN 2-07-053288-7) S. 19.
  6.  Henri Mitterand: Biographie d’Émile Zola, Band 1 Sous le regard de l’Olympia 1840–1870. Paris 1999–2002, S. 110.
  7.  Henri Mitterand: Biographie d’Émile Zola, Band 1 Sous le regard de l’Olympia 1840–1870. Paris 1999–2002, S. 470f.
  8. Marie-Aude de Langenhagen und Gilbert Guislan: Zola - Panorama d'un auteur, S. 20 und 21
  9.  Henri Mitterand: Biographie d’Émile Zola, Band 1 Sous le regard de l’Olympia 1840–1870. Paris 1999–2002, S. 380.
  10. Colette Becker, Gina Gourdin-Servenière, Véronique Lavielle: Dictionnaire d’Émile Zola, Robert Laffont - Coll Bouquins 1993 (ISBN 2-221-07612-5), S. 244
  11.  Henri Mitterand: Biographie d’Émile Zola, Band 1 Sous le regard de l’Olympia 1840–1870. Paris 1999–2002, S. 376-379.
  12. Colette Becker, Gina Gourdin-Servenière, Véronique Lavielle: Dictionnaire d’Émile Zola, Robert Laffont - Coll Bouquins 1993 (ISBN 2-221-07612-5), S. 200
  13. Histoire de la Presse en France, PUF, p. 397f
  14. Colette Becker, Gina Gourdin-Servenière, Véronique Lavielle: Dictionnaire d’Émile Zola, Robert Laffont - Coll Bouquins 1993 (ISBN 2-221-07612-5), S. 202-203
  15.  Henri Mitterand: Biographie d’Émile Zola, Band 1 Sous le regard de l’Olympia 1840–1870. Paris 1999–2002, S. 408-409.
  16.  Colette Becker, Gina Gourdin-Servenière und Véronique Lavielle: Dictionnaire d’Émile Zola. Robert Laffont - Coll Bouquins, 1993, ISBN 2-221-07612-5, S. 357.
  17.  Colette Becker, Gina Gourdin-Servenière und Véronique Lavielle: Dictionnaire d’Émile Zola. Robert Laffont - Coll Bouquins, 1993, ISBN 2-221-07612-5, S. 357.
  18.  Henri Mitterand: Zola - La vérité en marche. Découvertes Gallimard, 1995, ISBN 2-07-053288-7, S. 31.
  19.  Michèle Sacquin et al: Zola. Bibliothèque nationale de France - Fayard, 2002, ISBN ISBN 2-213-61354-0, S. 76.
  20.  Colette Becker, Gina Gourdin-Servenière und Véronique Lavielle: Dictionnaire d’Émile Zola. Robert Laffont - Coll Bouquins, 1993, ISBN 2-221-07612-5, S. 243.
  21.  Colette Becker, Gina Gourdin-Servenière und Véronique Lavielle: Dictionnaire d’Émile Zola. Robert Laffont - Coll Bouquins, 1993, ISBN 2-221-07612-5, S. 462.
  22.  Michèle Sacquin et al: Zola. Bibliothèque nationale de France - Fayard, 2002, ISBN ISBN 2-213-61354-0, S. 51.
  23. Le Cri du Peuple, vol. 4 : « Le Testament des ruines », Tardi et Vautrin.
  24.  Henri Mitterand: Biographie d’Émile Zola, Band 1 Sous le regard de l’Olympia 1840–1870. Paris 1999–2002, S. 766.
  25.  Henri Mitterand: Biographie d’Émile Zola, Band 1 Sous le regard de l’Olympia 1840–1870. Paris 1999–2002, S. 773.
  26.  Michèle Sacquin et al: Zola. Bibliothèque nationale de France - Fayard, 2002, ISBN ISBN 2-213-61354-0, S. 80.
  27.  Colette Becker, Gina Gourdin-Servenière und Véronique Lavielle: Dictionnaire d’Émile Zola. Robert Laffont - Coll Bouquins, 1993, ISBN 2-221-07612-5, S. 362.
  28. Ein Lehrer hatte ein Jahreseinkommen zwischen 700 und 1000 Francs, ein guter Journalist brachte es auf etwa 10.000 Francs.
  29.  Colette Becker, Gina Gourdin-Servenière und Véronique Lavielle: Dictionnaire d’Émile Zola. Robert Laffont - Coll Bouquins, 1993, ISBN 2-221-07612-5, S. 364.
  30. Das belegen Zolas Briefwechsel aus den Jahren 1871 bis 1897.
  31. Émila Zola: Adieux. Le Figaro vom 22. September 1881, abgerufen am 7. Dezember 2013.
  32. Émila Zola: Adieux. Le Figaro vom 22. September 1881, abgerufen am 7. Dezember 2013.
  33. Émile Zola, Germinal, Teil 2, Kapitel 1.
  34. Colette Becker, Gina Gourdin-Servenière, Véronique Lavielle: Dictionnaire d’Émile Zola, Robert Laffont - Coll Bouquins 1993 (ISBN 2-221-07612-5), S. 128-129
  35. Hg. und Übers. Wolfgang Tschöke, dtv, München 2002
  36. Siehe Zolas Rede von vom 20. Mai 1893 vor Universitätsabsolventen in Paris, publiziert auf Englisch am 20. Juni 1893 in der New York Times.
  37. Henri Mitterand: Zola. Bd. 3: L'Honneur. Fayard, Paris 2002, S. 807 f.
  38. a b Richard M. Meyer: Nachruf auf Emile Zola In: Die Woche, Heft 40 vom 4. Oktober 1902, Seite 1841.
  39. enthält: Der mich liebt, Das Blut, Ein Opfer der Reklame, Die vier Tage des Jean Gourdon, Für eine Liebesnacht, Nais Micoulin, Nantas, Der Tod des Oliver Bécaille, Die Muscheln von Monsieur Chabre, Jaques Damour, Angeline
  40. Ab 1997 ist das Lit.verzeichnis ergänzt (letzter Titel von 1995). Sämtliche Ausgaben dennoch mit gleicher ISBN. Nur die Ausgabe 2002 mit Personenregister
  41. zuerst 1915
  42. Interpretation und Darlegung der Hauptwerke