Cocktail für eine Leiche

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Filmdaten
Deutscher Titel Cocktail für eine Leiche
Originaltitel Rope
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1948
Länge 80 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Alfred Hitchcock
Drehbuch Arthur Laurents
Hume Cronyn
Ben Hecht
Produktion Sidney Bernstein
Alfred Hitchcock
für Transatlantic Pictures
Musik David Buttolph
Kamera William V. Skall
Joseph A. Valentine
Schnitt William H. Ziegler
Besetzung
Synchronisation

Cocktail für eine Leiche (Originaltitel: Rope, zu deutsch „Seil“ oder „Strick“ in Anspielung auf das Mordwerkzeug zu Beginn) ist ein Spielfilm von Alfred Hitchcock aus dem Jahr 1948. Das Kriminal-Drama basiert auf dem Theaterstück Party für eine Leiche (Rope) von Patrick Hamilton. Der Film gilt heute als eines von Hitchcocks experimentellsten Werken, da es einzig in einer Wohnung mit nur einigen Figuren und scheinbar ohne Schnitte gedreht wurde.

Handlung[Bearbeiten]

Zwei vielversprechende junge Männer, Brandon Shaw und Phillip Morgan, strangulieren ihren ehemaligen Klassenkameraden David Kentley in ihrem Appartement zu Tode. Dabei hatten sie kein besonderes Motiv, sondern sie sehen den Mord eher als eine intellektuelle Herausforderung. Nachdem sie den Leichnam in einer alten Holztruhe verstauen, veranstalten sie als „Krönung ihres Erfolges“ eine Feier in ihrem modern eingerichteten Appartement, welches unter anderem einen Blick auf die Skyline von Manhattan bietet. Die ahnungslosen Gäste bei der Feier sind der Vater des Toten, Mr. Kentley, sowie seine Schwägerin Anita Atwater, stellvertretend für die erkrankte Mrs. Kentley. Ebenfalls eingeladen sind Janet Walker, die Freundin des Toten und deren Exfreund Kenneth Lawrence, der vor dieser Beziehung ein guter Freund von David war. David Kentley ist offiziell ebenfalls eingeladen. Außerdem ist Brandons Haushälterin Mrs. Wilson zum Bedienen der Gäste anwesend. Bevor die Feier beginnt, stellt Brandon das Buffet der morbiden Feier auf eben jene Truhe um, in welcher der Tote liegt. Brandons und Phillips Idee des perfekten Mordes wurde einige Jahre zuvor durch Ideen ihres damaligen Lehrers Rupert Cadell inspiriert, der mittlerweile philosophische Bücher verlegt. Dieser glaubt an die Theorie des Übermenschen sowie die Kunst des Mordes. Er wurde ebenfalls zur Party eingeladen, da Brandon es ohne Rupert für „zu leicht“ hält.

Durch eine Bemerkung von Brandon entbrennt unter den Gästen eine Diskussion über die Kunst des Mordes und die Übermenschen-Theorie. Brandon trägt im Gegensatz zu Rupert diese Thesen sehr vehement vor, während Mr. Kentley ihm scharf widerspricht. Eine weitere unbequeme Situation ist das unfreiwillige Wiedersehen zwischen Janet und Kenneth, wobei Brandon Kenneth gegenüber die Bemerkung macht, dass er das Gefühl habe, seine Chancen bei Janet würden wieder steigen. Während Brandon durch seinen Übermut Ruperts Misstrauen erweckt, ist es bei Phillip umgekehrt. Er ist mit der Situation überfordert und trinkt zu viel. Als die Hobby-Astrologin Mrs. Atwater Phillip voraussagt, dass seine Hände ihm großen Ruhm bringen würden, meint sie dies in Hinsicht auf seine Karriere als Pianist, doch Phillip deutet dies in Hinsicht auf die Strangulierung Davids. Die Abwesenheit Davids beunruhigt unterdessen die Gäste und Rupert beginnt, Verdacht zu schöpfen und befragt die Gäste über die Ungereimtheiten. Phillip reagiert auf Ruperts Fragen panisch und versucht ihm auszuweichen, und Rupert merkt, dass Phillip ihm etwas verheimlicht.

Mrs. Kentley macht sich am Telefon immer mehr Sorgen wegen Davids Abwesenheit, so dass Mr. Kentley sich entscheidet mit Janet und Mrs. Atwater zu gehen. Kenneth und Janet versöhnen sich und er begleitet sie zu den Kentleys. Zum Abschied gibt Brandon Mr. Kentley alte Bücher mit, die mit einem Seil zusammengebunden sind - jenem Seil, mit dem David ermordet wurde. Als Rupert als Letzter schließlich beim Gehen den falschen Hut ergreift, sieht er dabei die in den Hut eingestickten Initialen „D.K.” (David Kentley). Er beschließt, unter einem Vorwand erneut bei den Gastgebern zu klingeln und diese zur Rede zu stellen. Im Gespräch geraten Brandon und Phillip zunehmend in Erklärungsnot und als Rupert das Seil aus seiner Tasche zieht, versucht der völlig betrunkene Phillip vergeblich mit einer Waffe um sich zu schießen. Schließlich lassen Brandon und Phillip zu, dass Rupert die Truhe öffnet und den toten David darin findet. Zutiefst beschämt über seine eigene geistige Mittäterschaft – die jedoch auf einem Missverständnis beruht, da Cadell seine philosophischen Thesen nie als Handlungsanweisung verstanden wissen wollte – schießt er mit Brandons Revolver aus dem Fenster über der belebten Straße in die Luft. In den letzten Sekunden des Filmes hört man lauter werdende Polizeisirenen.

Hintergründe[Bearbeiten]

Alfred Hitchcock (1956)

Nach fast einem Jahrzehnt Zusammenarbeit war Alfred Hitchcocks Vertrag mit dem berühmten Filmproduzenten David O. Selznick beendet. Er wollte fortan eigenständiger arbeiten und gründete deshalb mit dem Medienunternehmer Baron Sidney Bernstein die Produktionsgesellschaft Transatlantic Pictures. Cocktail für eine Leiche wurde der erste Film von Transatlantic Pictures. Ursprünglich wollte man zunächst den Roman Sklavin des Herzens mit Ingrid Bergman in der Hauptrolle verfilmen, diese arbeitete jedoch noch an anderen Filmprojekten. Erst im folgenden Jahr erschien Sklavin des Herzens. Ebenfalls wurde eine moderne Adaption von Hamlet mit Cary Grant in der Hauptrolle angedacht. Somit war Cocktail für eine Leiche erst die dritte Wahl von Hitchcock und Bernstein. Der Film basiert auf dem Theaterstück Party für eine Leiche (Rope) von Patrick Hamilton aus dem Jahre 1929. Der Film wurde vermutlich vom Mord an dem 14-jährigen Bobby Franks im Jahr 1924 inspiriert, der von den 19- und 18-jährigen Studenten Leopold und Loeb begangen wurde, die die Gewalttat als Kunst betrachteten. Die Verbindung wurde von Autor Hamilton jedoch immer bestritten. Der Fall hat auch die Filme Der Zwang zum Bösen, Swoon sowie Mord nach Plan inspiriert.[1]

In Hamiltons Stück gibt es ebenfalls deutliche Bezüge auf eine homosexuelle Beziehung zwischen den Mördern. Weil der strenge Hays Code aber den Filmemachern die Darstellung von Homosexualität untersagte, wurde die ursprüngliche Drehbuchfassung von Arthur Laurent leicht geändert, um die latente Homosexualität zwischen den drei männlichen Hauptpersonen zu verbergen. Unter anderem wurde überall die Anrede „dear boy“ („lieber Junge“) gestrichen. Die Beziehung zwischen Brandon und Phillip wird daher nur stillschweigend angedeutet, was aber immer noch ein gewisses Risiko war. Drehbuchautor Laurent konnte sich ebenfalls nicht mit seiner Idee durchsetzen, dass der Mord nicht eingangs gezeigt wird, sondern bis zum Showdown ein Geheimnis für den Zuschauer bleibt. Dadurch hätte sich laut Laurent ein stärkerer Spannungsbogen aufbauen lassen.[2] Eine der größten Schwierigkeiten war für Laurents, dass er die britische Sprache sowie die britischen Figuren aus dem Originalstück in amerikanische Figuren mit amerikanischer Sprache verwandeln musste.

Cary Grant sollte ursprünglich Rupert Cadell spielen und Montgomery Clift die Rolle des Brandon Shaw.[1] Grant lehnte wegen der homosexuellen Bezüge ab, Clift wurde aufgrund des offenen Geheimnisses seiner Homosexualität und der damit womöglich einhergehenden Verdeutlichung oben genannter Attitüde verworfen.[2] In einer Szene reden Janet und Mrs. Atwater auch über Filmstars und erwähnen auch Cary Grant, der einen neuen Film mit Ingrid Bergman gemacht hätte, doch der Name des Filmes will ihnen nicht einfallen. Dies ist ein Rückbezug auf den Film Berüchtigt (1946) unter Hitchcocks Regie. An Grants Stelle wurde James Stewart gesetzt, mit dem Hitchcock in den 1950er-Jahren noch drei weitere Filme drehen sollte. Für die Rollen der Mörder wurden letztlich John Dall und Farley Granger ausgewählt, die beide im Privatleben homosexuell waren. Es war erst der vierte Film für Granger, der drei Jahre später erneut mit Hitchcock bei Der Fremde im Zug zusammenarbeitete. Auch dieser Film handelt vom „perfekten Mord“.

Aus mehreren Gründen war Cocktail für eine Leiche auch technisch ein gewagtes Experiment für Hitchcock. Es war sein erster Farbfilm (in Technicolor).[1] Zum anderen spielt sich dieser Film - wie einige andere Hitchcock-Filme (Das Rettungsboot, Das Fenster zum Hof) auch - an nur einem Handlungsort ab. Deshalb wollte Hitchcock dem Publikum den Anschein geben, als sei er in einer einzigen, durchgehenden Einstellung in Echtzeit gedreht. Da aber eine Filmrolle in der Kamera zu der damaligen Zeit nur zehn Minuten umfassen konnte, musste er Schnitte machen, die zwischen den Szenen nahezu unmerklich verborgen bleiben (unsichtbarer Schnitt). Dies geschieht z.B. so, dass am Ende der einen Szene die Kamera auf ein Bild zufährt (etwa auf den Anzug eines Schauspielers, der dann den ganzen Bildschirm schwarz ausfüllt) und die nächste Szene mit dem Zurückfahren von diesem Bild beginnt. Die Schauspieler mussten also mehrere Minuten „durchspielen”, ähnlich dem Theater. Der Film enthält letztlich fünf harte Schnitte und fünf unsichtbare Schnitte, demnach nur elf Einstellungen. Folgender Rhythmus ist dabei entstanden: 1 | 2 – 3 | 4 – 5 | 6 – 7 | 8 – 9 | 10 – 11, wobei jeweils der waagrechte Strich einen unsichtbaren Schnitt und der senkrechte Strich einen harten Schnitt darstellt. Für die Schauspieler bestand die Schwierigkeit, teilweise zehn Minuten am Stück zwischen den Schnitten spielen zu müssen. Deshalb machte Hitchcock theaterähnliche Proben mit den Schauspielern, bevor er die Szenen drehte.[3]

Cocktail für eine Leiche kam am 26. August 1948 in die amerikanischen Kinos, bereits drei Tage zuvor war er in Kanada erschienen. In der Bundesrepublik Deutschland erschien der Film dagegen erst im Jahre 1963. Der Film wurde kein Erfolg und spielte seine Produktionskosten von 1,5 Millionen US-Dollar nicht ein. Nachdem auch Sklavin des Herzens ein Jahr später zum Flop wurde, wurde Transatlantic Pictures nach nur zwei Filmen aufgelöst. Zusammen mit Das Fenster zum Hof (1954), Immer Ärger mit Harry (1955), Der Mann, der zuviel wußte (1956) und Vertigo – Aus dem Reich der Toten (1958) war der Film für Jahrzehnte nicht verfügbar, da Alfred Hitchcock die Rechte daran zurückgekauft und sie als Teil seines Erbes für seine Tochter vorgesehen hatte. Diese Filme waren lange bekannt als die berüchtigten „Fünf verlorenen Hitchcocks“ und wurden erst 1984 nach 25-jähriger Abwesenheit wieder gezeigt.[1]

Bei der Melodie, die Phillip während des Filmes immer wieder auf dem Klavier anspielt, handelt es sich um das erste der drei Mouvements perpétuels von Francis Poulenc.

Cameo-Auftritt[Bearbeiten]

Da der Film nur bis auf den Vorspann ausschließlich in der Wohnung der Mörder spielt, musste Hitchcock noch im Vorspann seinen Kurzauftritt als Statist absolvieren: Er geht mit einer Frau die Straße entlang. Vorher plante er jedoch den Cameo in Form einer Leuchtreklame, die in einigen Einstellungen der Skyline noch zu sehen ist. Die Reklame zeigt die bekannte und einfache Selbstskizze von Hitchcocks Konterfei.

Figuren[Bearbeiten]

  • Rupert Cadell (James Stewart) ist Verleger von philosophischen Büchern sowie ehemaliger Lehrer an einer Highschool. Er ist ein so charmanter und freundlicher Mann, dass man seine zum Teil grausamen Theorien in der Gesprächsrunde für einen Spaß hält. Er ist überzeugt von Nietzsches Theorie des Übermenschen, für die unter anderem Mord als ein Privileg gelten sollte. Allerdings würde er seine Theorien nie in die Tat umsetzen und hatte auch nie daran gedacht, sie auszuprobieren, sondern versteht sie nur als Theorie. Brandon meint, Cadell fehle der Mut zum Mord, dazu sei er viel zu bedächtig. Erst als er das Resultat seiner Theorie sieht, begreift er, dass diese ein Fehler war und alle Menschen gleich wert sind. Brandon und Phillip kommt er vor allem durch seine genaue Beobachtungsgabe und Menschenkenntnis auf die Spur, er merkt zum Beispiel, dass Phillip versucht ihn anzulügen, und ihm fallen die Initialen Davids im Hut auf.
  • Brandon Shaw (John Dall) ist ein ehemaliger Schüler von Rupert und Sohn aus gutem Hause, der den Mord nur aus Spaß am Wagnis und der Erfahrung ausführt. Er hält sich für einen Übermenschen, weshalb er die meisten anderen Menschen als überflüssig betrachtet. Den Mord an David hat er bis ins kleinste Detail genau geplant. Er dominiert seinen Mitmörder Phillip nach Belieben und wird streng mit Phillip, wenn er Schwächen zeigt. Seinen Gästen gegenüber ist er hingegen charmant und witzig. Auch ist es Brandon, der makabere Späße mit den Angehörigen treibt und sein Schicksal am Ende des Filmes somit herausfordert. Er hält sich für zu genial, um ihm auf die Schliche zu kommen. Zu spät bemerkt er, dass ihm durch seine übertriebene Lässigkeit und Wagnis das Heft aus der Hand gleitet und er sich in eine aussichtslose Lage katapultiert hat. Er versucht Cadell am Ende erfolglos auf seine Seite zu ziehen. Der winzige Fehler am Mord, Davids Hut nicht zu entfernen, durch den Cadell auf die Spur der Mörder kommt, ist auch das Eingeständnis von Brandon, doch kein Übermensch zu sein.
  • Phillip Morgan (Farley Granger) ist ein ehemaliger Schüler von Rupert, der am Beginn einer Karriere als Pianist steht. Phillip hat eine sensible und nervöse Persönlichkeit, die im Verlaufe des Filmes zu einem Schwachpunkt wird, denn er schreckt schon bei der kleinsten Andeutung oder Gefahr zusammen. Andererseits warnt er Brandon zu Recht vor dessen risikoreichem Verhalten, kann sich jedoch nicht durchsetzen. Als Brandon gegen Ende des Filmes Cadell gegenüber klare Andeutungen macht, sagt er der völlig betrunkene Phillip: „Katz und Maus – aber wer ist hier die Katz und wer die Maus?“ Im Verlaufe des Filmes wird deutlich, dass Brandon, der Phillips Karriere als Pianist fördert, ihn zur Mittäterschaft gezwungen hat. Auch wird eine homosexuelle Beziehung zwischen beiden angedeutet, wenn Phillip für Brandon schwärmt und dessen besonderes „Charisma, einem Angst einzujagen“ lobt. Gegen Ende des Filmes schlägt die Beziehung zu Brandon in Hass um, und er bedroht diesen und Rupert mit einer Pistole.
  • Janet Walker (Joan Chandler) ist Davids Freundin, die als Kolumnistin bei einer Frauenzeitschrift arbeitet. Janet gefällt sich in der Rolle der attraktiven, lebenslustigen und von Männern umringten Frau, die sehr auf ihr Aussehen achtet. Bevor sie mit David zusammen war, hatte sie bereits Beziehungen zu Kenneth und Brandon. Zunächst erscheint sie sehr oberflächlich, da sie Kenneth für den reicheren David verlassen hat, doch im Verlaufe des Filmes wird klar, dass Kenneth die Beziehung beendet hat. Sie macht sich im Verlauf des Filmes berechtigt große Sorgen um David und äußert als erste den Verdacht, dass Brandon etwas mit seinem Wegbleiben von der Party zu tun hat.
  • Henry Kentley (Sir Cedric Hardwicke) ist Davids reicher Vater sowie ein erfolgreicher Schriftsteller. Als Stimme der Moral wirkt Mr. Kentley insgesamt eher langweilig, etwa als Mrs. Atwater erwähnt, dass er den ganzen Tag seine Bücher katalogisiert. Henry sagt hierauf: „Nicht den ganzen Tag – manchmal lese ich sie auch.“ Er ist ein fürsorglicher und besorgter Ehemann und Vater, der die Party aus Sorge um David verfrüht verlässt. Er widerspricht als einziger der Übermenschen-These scharf. Er ist der Meinung, dass jedes Leben gleich viel wert ist, eine These, der sich am Ende auch Cadell anschließt.
  • Anita Atwater (Constance Collier) ist Davids exzentrische Tante. Im Gegensatz zu ihrem Schwager wirkt sie schon durch ihre Kleidung und ihren Charakter sehr lebenslustig und aktiv. So besucht sie gerne Partys, ist Hobby-Astrologin und schwärmt als häufige Kinogängerin für Errol Flynn und Cary Grant. Mit Philosophie oder tieferen Gedanken beschäftigt sie sich aber wohl seltener, als Cadell zum Beispiel seine Thesen des Übermenschen vorstellt, hält sie diese zunächst für einen Scherz und lacht darüber.
  • Kenneth Lawrence (Douglas Dick) ist Janets Ex-Freund sowie ein guter Freund von David, bis dieser eine Beziehung mit Janet begonnen hat. Im Gegensatz zu David ist seine Familie nicht so reich und Prüfungen fallen ihm schwerer als David. Der eher zurückhaltende, freundliche Kenneth trauert Janet noch immer hinterher, obwohl er die Beziehung selbst beendet hat. Die Begegnung der beiden verläuft zunächst eher unwohl, doch die Sorge um David bringt sie einander wieder näher und sie beschließen, Freunde zu bleiben. Brandon meint, nach dem Tod von David bleibe Janet nichts anderes mehr übrig, als wieder mit Kenneth eine Beziehung anzufangen.
  • Mrs. Wilson (Edith Evanson) ist Brandons Haushälterin. Die altjüngferliche, etwas geschwätzige Frau versteht sich gut mit Cadell, bei dem sie früher gearbeitet hat. Sie hat keinen intellektuellen Hintergrund wie die anderen Figuren und redet meist über das Wetter, Kochen oder den Haushalt. Dennoch bemerkt sie schnell das merkwürdige Verhalten von Brandon und Phillip, die beide mit dem linken Fuß zuerst aufgestanden seien. Sie erzählt Cadell davon und liefert so einen wichtigen Beitrag zu dessen Verdacht. Mrs. Wilson wehrt sich auch dagegen, dass das Essen auf der Truhe serviert werden soll, weil es ihr komplett sinnlos erscheint, sodass Brandon ihr eine Begründung liefern muss. Letztendlich gibt sie aber doch nach.
  • David Kentley (Dick Hogan) ist das Mordopfer und wird gleich zu Beginn des Filmes ermordet und in der Truhe verstaut. Er spricht nur in Trailern des Filmes einige Sätze. Der als zuverlässig und sportlich geltende David kommt aus einer reichen Familie. Er schafft das Lernen im Gegensatz zu Kenneth spielend, obwohl er in Harvard studiert. Mit Janet stand er kurz vor der Verlobung, als er völlig ohne Grund stranguliert wird, weil man ihn als minderwertig empfand.

Synchronisation[Bearbeiten]

Der Film Cocktail für eine Leiche wurde 1963 in Deutschland deutsch synchronisiert uraufgeführt. Wie bei Vertigo und Das Fenster zum Hof wurden jedoch um 1967 alle ausländischen Kopien des Films aus rechtlichen Gründen (oder aufgrund einer schlechten Beratung Hitchcocks) vernichtet. Somit galt diese Synchronfassung bis Ende 2010 als verschollen, bis der Pay-TV-Sender TNT Film eine restaurierte Fassung des Films (inklusive Universal Studios-Vorspann) zeigte und für die deutsche Tonspur erstmals seit der Kinoauswertung der 1960er Jahre diese erste Synchronfassung verwendete.

Da die erste Synchronfassung zum Zeitpunkt der ersten Wiederaufführung des Films in der Bundesrepublik 1984 nicht vorlag, wurde mit der langjährigen deutschen Standardstimme von James Stewart, Siegmar Schneider, der Film neu synchronisiert. Diese zweite Synchronfassung wurde in der Regel bei TV-Ausstrahlungen und allen bislang erschienenen VHS- und DVD-Veröffentlichungen verwendet.

Im Gegensatz zur DVD ist auf der Blu-ray die erste Synchronfassung. Auch beim TV-Sender ARTE lief der Film zuletzt im Juni 2013 in dieser ursprünglichen Synchronfassung.

Rolle Schauspieler Synchronisation (1963) Synchronisation (1984)
Rupert Cadell - Philosoph James Stewart Siegmar Schneider Siegmar Schneider
Brandon Shaw - Davids Mörder John Dall Joachim Pukaß Helmut Gauß
Philip Morgan - Davids Mörder Farley Granger Ernst Jacobi Hans-Jürgen Dittberner
Janet Walker - Davids Freundin Joan Chandler Ilse Kiewiet Anita Lochner
Kenneth Lawrence - Davids Freund Douglas Dick Michael Chevalier Hubertus Bengsch
Mr. Henry Kentley - Schriftsteller und Davids Vater Cedric Hardwicke Paul Wagner Joachim Nottke
Mrs. Anita Atwater - Davids Tante Constance Collier Agnes Windeck Tilly Lauenstein
Mrs. Wilson - Brandons Haushälterin Edith Evanson Gudrun Genest

Kritik[Bearbeiten]

Während die Kritiken bei der Veröffentlichung des Filmes 1948 nur sehr verhalten positiv waren, änderte sich dies in den nächsten Jahrzehnten. Nur eine von 33 Rezensionen bei Rotten Tomatoes fällt negativ für den Film aus, sodass er eine Zustimmung von 97% besitzt.[4] Bei der Internet Movie Database hat der Film 8,1 von 10 Sternen und liegt damit knapp in der Top 250 der Internet Movie Database.[5]

Der Variety schrieb bei der Veröffentlichung des Filmes, dass Hitchcock sich ein unterhaltsameres Filmthema hätte aussuchen können. Gleichzeitig wurden die Darsteller gelobt: James Stewart würde einen „eindrucksvollen Job“ machen und John Dall und Farley Granger als Mörder seien „herausragend“.[6] Der Filmkritiker Roger Ebert schrieb 1984, der Film sei „eines der interessantesten Experimente, die jemals von einem großen Regisseur und bekannten Schauspielern gemacht wurde“, und bezeichnete es als „sehenswert“.[7] Das Lexikon des Internationalen Films sagte, der „beträchtlichem formalem Geschick“ gemachte Film erhielte durch seine „intellektuell-spielerische Machart“ einen makabren Anstrich, könne sich jedoch zugleich aber als Warnung vor nazistischer Herren-Ideologie verstehen lassen.[8] Florian Tritsch von Moviemaze schrieb, bezeichnete den Film als ein „interessantes Experiment“, welches geglückt sei. Die Schauspieler seien hervorragend, aber insbesondere die Mörder würden aus dem gut besetzten Ensemble hervorstechen. Der Film könne zu den besten Werken des Genres gezählt werden.[9]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cocktail für eine Leiche – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Cocktail für eine Leiche bei imdb
  2. a b Arthur Laurents Kommentar im „Making of“ der DVD-Ausgabe
  3. Cocktail für eine Leiche beim "Variety"
  4. Cocktail für eine Leiche bei Rotten Tomatoes
  5. "Cocktail für eine Leiche bei der Internet Movie Database
  6. Cocktail für eine Leiche beim "Variety"
  7. Cocktail für eine Leiche bei Roger Ebert
  8. Cocktail für eine Leiche im Lexikon des Internationalen Films
  9. Cocktail für eine Leiche bei Moviemaze