Nielebock

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Nielebock (Begriffsklärung) aufgeführt.

52.43555555555612.06777777777834Koordinaten: 52° 26′ 8″ N, 12° 4′ 4″ O

Nielebock
Stadt Jerichow
Höhe: 34 m ü. NN
Fläche: 14,95 km²
Einwohner: 225 (31. Dez. 2008)
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39319
Vorwahl: 039341
Nielebock, Lindenstraße

Nielebock ist ein Ortsteil der Stadt Jerichow im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten]

Nielebock liegt am Nordrand eines sich zwischen Parey und Rathenow erstreckenden Waldgebietes an der Kreisstraße 1196. Die Straße verbindet Nielebock mit seinen Nachbarorten Genthin im Osten und Ferchland im Westen. Um den Ort herum fließt der Schaugraben, an dessen jenseitigem Ufer weitläufige landwirtschaftliche Flächen liegen.

Geschichte[Bearbeiten]

Seedorf fand seine erste Erwähnung im Lehnsverzeichnis des Magdeburger Erzbistums von 1440, in dem es „Sedorp“ genannt wird. Das Verzeichnis weist aus, dass die Brüder Gevehard und Hildebrand von Plotho mit dem Ort belehnt waren. Die Siedlung entstand wahrscheinlich im Zusammenhang mit einer alten am Fluss Ihle gelegenen Burg, Niederungsburg genannt. Nach der Inbesitznahme durch die Grafen von Wartensleben errichteten diese auf den Fundamenten der Burg ein Schloss. Mit seinen hohen Wachtürmen, doppelten Mauern und Wassergräben gehörte es zu den stärksten Befestigungsanlagen im Jerichower Land. Es wurde nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen.

Der Ortsname Nielebock kommt aus dem Slawischen und wurde früher auch „Nylebuck“ geschrieben. Das Dorf wurde erstmals 1383 urkundlich erwähnt. Eine weitere schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1563. Zusammen mit Seedorf war es ab 1773 im Besitz der Grafen von Wartensleben, die in Karow ansässig waren.

Beide Orte wurden nach der Machtübernahme Brandenburgs 1680 in den Jerichower Gesamtkreis mit dem Hauptort Genthin eingegliedert. Daraus wurde 1785 der preußische Distrikt Jerichow II, ab 1815 Kreis Jerichow II.

1952 wurde Seedorf nach Nielebock eingemeindet.

1910 hatte Nielebock 261 Einwohner. Die Einwohnerzahl erhöhte sich bis 1939 auf 273 und 1964 hatte Nielebock zusammen mit Seedorf 390 Einwohner.

Bis zum 31. Dezember 2009 war Nielebock eine selbständige Gemeinde mit dem zugehörigen Ortsteil Seedorf. Letzte Bürgermeisterin Nielebocks war Marion Luderer. Am 1. Januar 2010 wurde Nielebock in die Stadt Jerichow eingemeindet.[1]

Ortswappen

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 4. Juni 2008 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „Gespalten von Gold und Rot, vorn drei grüne Ähren, hinten ein steigender silberner Ziegenbock, am Haupt des grünen Wellenschildfußes ein silberner Wellenbalken.“[2]

Die Farben Nielebocks sind: Grün - Gold (Gelb).

Im Auftrag des Gemeinderates unterzog der Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch das in Gewohnheitsrecht geführte Wappen einem Redesign. Die Ähren im Wappen symbolisieren die bis heute betriebene Landwirtschaft. Der grüne Schildfuß bezieht sich auf die waldreiche Natur, während der Bock ein Bezug zum Ortsnamen darstellt.

Die Flagge ist Grün - Gelb (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Wappen belegt.

Bauwerke[Bearbeiten]

Kirche in Nielebock

Die Evangelische Kirche Nielebock steht nördlich der Durchgangsstraße in der Mitte des Ortes.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Herms Niel (1888–1954), Komponist von Marschliedern, eigentlich Ferdinand Friedrich Hermann Nielebock

Quellenangaben[Bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  2. Amtsblatt des Landkreis Nr.14/2008, S. 354

Weblinks[Bearbeiten]