Oberweißbach/Thüringer Wald
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Saalfeld-Rudolstadt | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Bergbahnregion/Schwarzatal | |
| Höhe: | 670 m ü. NN | |
| Fläche: | 9,62 km² | |
| Einwohner: |
1840 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 191 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 98744 | |
| Vorwahl: | 036705 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SLF, RU | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 73 065 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Markt 4 Oberweißbach/Thür. Wald |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Jens Ungelenk (parteilos) | |
| Lage der Stadt Oberweißbach/Thüringer Wald im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt | ||
Oberweißbach/Thüringer Wald (amtlich: Oberweißbach/Thür. Wald) ist eine Stadt im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen (Deutschland).
Inhaltsverzeichnis |
Geografie[Bearbeiten]
Oberweißbach ist ein staatlich anerkannter Erholungsort im Naturpark Thüringer Wald im Weißbachtal.
Weiterhin ist Oberweißbach Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Bergbahnregion/Schwarzatal mit den Gemeinden Cursdorf, Deesbach, Katzhütte, Oberweißbach und Meuselbach-Schwarzmühle. Umgangssprachlich wird dieser Landstrich als Raanz bezeichnet, in Anlehnung an das Arbeitsgerät der Buckelapotheker genannten Olitätenhändler (= Naturheilmittel), die diese Region vom 16. bis zum 20. Jahrhundert prägten.
Geschichte[Bearbeiten]
Der Ort wurde 1370 erstmals urkundlich erwähnt. Namengebend war ein dort verlaufendes Gewässer. Vor 1600 war er ein Lehen der Herren von Greußen und kam dann durch Kauf an die Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt. Er war ein frühes Zentrum der Herstellung und des Handels von Olitäten, im 19. Jahrhundert kam insbesondere die Glasbläserei auf.[2] 1799 wurden 1030 Einwohner gezählt, im Jahr 1900 waren es 2081. Von 1919 bis 1923 wurde die Oberweißbacher Bergbahn erbaut. 1932 erhielt Oberweißbach das Stadtrecht. Auch zu DDR-Zeiten blieb die Glasproduktion bestimmender Wirtschaftszweig der Stadt.
Am 1. Dezember 2008 wurde die ehemals selbständige Gemeinde Lichtenhain/Bergbahn in die Stadt Oberweißbach/Thür. Wald eingegliedert.[3]
Politik[Bearbeiten]
Stadtrat[Bearbeiten]
Der Rat der Stadt Oberweißbach/Thüringer Wald besteht aus 12 Ratsfrauen und Ratsherren.
(Stand: Kommunalwahl am 27. Juni 2004)
Bürgermeister[Bearbeiten]
Der ehrenamtliche Bürgermeister Jens Ungelenk wurde am 12. September 2004 gewählt.
Wappen[Bearbeiten]
Blasonierung: „In Rot eine aus dem Schildfuß wachsende silbern gekleidete Frauengestalt mit goldenen Haaren und verbundenen Augen, in der Rechten ein gesenktes silbernes Schwert und in der linken Hand eine silberne Waage haltend.“
Es stellt die Justitia mit verbundenen Augen und der Waage als Symbol für die Gerechtigkeit dar.
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Museen[Bearbeiten]
Zu Ehren von Friedrich Fröbel wurde 1982 in seinem Geburtshaus (50° 34′ 58″ N, 11° 8′ 40″ O50.58280555555611.144305555556) am Markt ein Museum eingerichtet. In dem Haus befindet sich neben der ständigen Fröbel-Ausstellung auch die Stadtbibliothek sowie ein Olitätenhandel.
Bauwerke[Bearbeiten]
- Die 1779 fertiggestellte Hoffnungskirche ist die größte Dorfkirche Thüringens mit 2000 Sitzplätzen und verfügt über die größte Kanzel Europas, auf der zwölf erwachsene Personen Platz finden. Wegen ihrer Größe wird sie auch „Südthüringer Dom“ genannt. Die Kirche, die auch die Taufkirche Friedrich Fröbels war, wird neben den Gottesdiensten auch für Konzertveranstaltungen genutzt und kann täglich besichtigt werden. Der programmatische Name Hoffnungskirche wurde anlässlich der 225-Jahrfeier von der Gemeinde gewählt, zuvor war die Kirche namenlos.
- Der auf dem Gipfel des Kirchberg (785 m ü. NN) erbaute Fröbelturm wurde 1890 zum Gedenken an Friedrich Fröbel errichtet. Neben einer Aussichtsplattform befindet sich hier auch eine Ausflugsgaststätte.
- Der Ort ist durch die Oberweißbacher Bergbahn landesweit bekannt. Das Technische Denkmal wurde 1919–1923 erbaut.
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Friedrich-Fröbel-Oberschule Oberweißbach (Aufnahme von 1957)
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Oberweißbach ist für die Produktion von Leuchtmitteln bekannt. 1903 gründete Mylius Erhard eine Glühlampenfabrik. Bis zur Verstaatlichung 1946 gab es mehrfache Änderungen der Besitzverhältnisse, 1948 wurde der VEB Glühlampenwerk Oberweißbach gegründet. 1969 erfolgte die Eingliederung in den NARVA-Verband. Nach der Wende wurde der Betrieb 1990 in die NARVA Glühlampenwerk Oberweißbach GmbH umgewandelt und stellt heute in erster Linie Thüringer Glaslichtschmuck (wie zum Beispiel Christbaumschmuck) her.
Auch die Landwirtschaft ist von Bedeutung. Oberweißbach war Sitz einer LPG Tierproduktion. Auch heute spielt die Rinderzucht eine nennenswerte Rolle.
Verkehr[Bearbeiten]
Oberweißbach liegt an der Flachstrecke der Oberweißbacher Bergbahn nach Cursdorf und Lichtenhain, dort besteht Umsteigemöglichkeit zur 1,4 km langen Standseilbahn nach Obstfelderschmiede an der Schwarzatalbahn.
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]
- Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782–1852), Pädagoge (Schüler Pestalozzis) und Begründer des Kindergartens.
- Max Näder (1915–2009), Unternehmer
- Toni Wachsmuth (* 1986), Profi-Fußballspieler
- Die beim Polizistenmord von Heilbronn ermordete Michéle Kiesewetter stammte aus Oberweißbach und wurde dort beigesetzt [4]
Literatur[Bearbeiten]
- Christiane Schillig: Der Sohn erfand den Kindergarten - der Vater baute eine Kirche. Wie die Oberweißbacher Hoffnungskirche gerettet wurde.. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz (Hrsg.): Monumente. Magazin für Denkmalkultur in Deutschland. Nummer 1/2, (Selbstverlag), Pößneck 2006, ISSN 0941-7125, S. 38-39.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ August Elsäßer: Das Kirchspiel Oberweißbach im Wandel der Zeiten. Ein Rückblick zur 150. Wiederkehr des Tages der Einweihung der Kirche zu Oberweißbach mit kurzer Chronik der Kirchspielorte Oberweißbach, Cursdorf, Deesbach, Lichtenhain und Leibis. Oberweißbach 1929, S. 175.
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2008
- ↑ Heilbronner Stimme, 2. Mai 2007 (stimme.de)
Weblinks[Bearbeiten]
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