Olivaer Platz

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Olivaer Platz
Coat of arms of Berlin.svg
Platz in Berlin
Olivaer Platz
Skulptur Lenz 92 von Pit Kroke am Olivaer Platz
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Charlottenburg
Angelegt 1892
Neugestaltet 1907 bis 1910
Einmündende Straßen
Lietzenburger Straße,
Konstanzer Straße,
Wielandstraße,
Schlüterstraße,
Württembergische Straße,
Xantener Straße,
Pariser Straße,
Bayerische Straße,
Bregenzer Straße
Nutzung
Nutzergruppen Fußgänger, Radfahrer, Straßenverkehr, ÖPNV

Der Olivaer Platz ist eine parkartige Anlage im Berliner Ortsteil Charlottenburg des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf an der Lietzenburger Straße, nahe der Einmündung in den Kurfürstendamm.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Platz wurde benannt nach dem Friedensvertrag von Oliva (geschlossen 1660 im Kloster Oliva in Pommerellen; heute ist Oliva ein Stadtteil von Danzig). Zum einen beendete dieser Vertrag die erfolgreiche Teilnahme Brandenburgs am Zweiten Nordischen Krieg; als noch viel wichtiger erwies sich später, dass er die Souveränität des hohenzollernschen Herzogtums bestätigte und damit die Grundlage für das spätere Königreich Preußen gelegt hatte. Im Bereich um Kurfürstendamm bis Hohenzollerndamm erhielten die Straßen zu dieser Zeit Namen nach Personen und Ereignissen der Geschichte des Hauses Hohenzollern.

Der ursprünglich nur den zwischen der Konstanzer und der Bayerischen Straße gelegenen Bereich umfassende Platz wurde 1892 und 1907 bis 1910 nach einem 1906 genehmigten Entwurf des Stadtobergärtners Richard Thieme angelegt. Mit diesem Entwurf kehrte sich Thieme vom hergebrachten eklektizistischen Schmuckplatz ab, wie es noch der Ludwigkirchplatz war, und schwenkte auf die neue Richtung ein, die geometrische und symmetrische Stadtplätze verlangte. Außerdem wurde ein Kinderspielplatz in den Platz integriert. Der Olivaer Platz galt damals als der modernste Platz in Berlin und Umgebung.

Olivaer Platz, Zustand 1910

Der größte Teil war ein Senkgarten, der von sehr steilen Rasenböschungen begrenzt war. Zentrales Element war hier ein riesiger, mehr als ein Drittel der Platzlänge einnehmender, rechteckiger Blumenteppich aus Beetrosen, Astilben, Narzissen und Tulpen. Diese neuartige Bepflanzung war in der Öffentlichkeit umstritten. Nach Westen war der Platz von einer Stützmauer begrenzt, vor der ein dreipassförmiges Wasserbecken lag. Die Stützmauer als grottenartiger Abschlussprospekt des ganzen Platzraums war mit fünf Bogennischen monumental gegliedert. Das Material waren bossierte Rüdersdorfer Kalksteinquader.

Ursprünglich reichte das Blumenbeet bis nahe an das Wasserbecken heran. Nur ein schmaler Weg lief um das Wasserbecken herum. 1910 gestaltete Thieme diese Stelle um und schuf vor dem Brunnenbecken einen größeren freien Platz mit Sitzgelegenheiten, indem er den Blumenteppich verkürzte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Platz zunächst in den Formen Thiemes wiederhergestellt, wobei man den Blumenteppich durch Rasen ersetzte. Im Jahr 1961 wurde der Platz anlässlich der Verbreiterung der Lietzenburger Straße an seiner Nordseite verkleinert und umgestaltet. Der kriegszerstörte Baublock zwischen der Bayerischen Straße und der Schlüterstraße wurde abgeräumt und unter Aufhebung der Bayerischen Straße in diesem Bereich als Parkplatz in den Platz miteinbezogen.

Der Platz erhielt zu Beginn der 1960er Jahre seine heutige Gestaltung, zu der dem Stil der Zeit entsprechende Springbrunnen, Backsteinwände und Bänke aus Beton gehören. Am Platz befinden sich zahlreiche Geschäfte und gastronomische Betriebe, zumal die Südseite des Platzes mit den Gebäuden Olivaer Platz 1–7 die direkte Fortsetzung der Pariser Straße bildet. Auf dem Platz befindet sich die Skulptur Lenz von Pit Kroke.

Am Olivaer Platz spielt eine bekannte Novelle des ungarischen Autors Sándor Márai. Des Weiteren befand sich am Platz das Schreibwarengeschäft des Vaters von Heinz Berggruen, einer der bedeutendsten deutschen Kunstsammler des 20. Jahrhunderts.

Zukunft[Bearbeiten]

Nach Durchführung eines landschaftsplanerischen Realisierungswettbewerbes durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt mit dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf im Jahr 2011 wurde das siegreiche Dresdner Büro Rehwaldt Landschaftsarchitekten mit der Neugestaltung des Platzes beauftragt. Diese soll bei Kosten in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro unter Herausnahme der rund 170 Parkplätze in der zweiten Jahreshälfte 2012 beginnen.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Clemens Alexander Wimmer: Richard Thieme: Gartendirektor von Wilmersdorf (1876–1948): Werkübersicht. Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, Umweltamt, 2002
  • Clemens Alexander Wimmer: Die Stadtplätze des Wilmersdorfer Gartendirektors Richard Thieme (1876–1948). In: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins Nr. 104 (2008), S. 114–124, desgleichen Nr. 105 (2009), S. 150–160.
  • Swantje Duthweiler: Neue Pflanzen für neue Gärten – Entwicklung des Farbsortiments von Stauden und Blumenzwiebeln und ihre Verwendung in Gartenanlagen zwischen 1900 und 1945 in Deutschland. Worms 2011, S. 78 f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Olivaer Platz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Neugestaltung Olivaer Platz

52.49916666666713.314722222222Koordinaten: 52° 29′ 57″ N, 13° 18′ 53″ O