Brutalismus
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Brutalismus ist ein Architekturstil der 1950er und 1960er Jahre.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Grundlagen
Der Begriff wurde um 1950 von dem schwedischen Architekten Hans Asplund geprägt. Er leitet sich ab von béton brut, wörtlich "roher Beton", dem französischen Ausdruck für Sichtbeton. Gemeint ist das unkaschierte Betonmaterial mit seinen Unebenheiten und den Abdrücken der Schalung. Vom Material her ergänzte sich dies bei vielen Bauten des Brutalismus mit Backstein (Göbel/Gatz). Weiterhin kennzeichnen die Architektur reine geometrische Körper, Stahl und Glas. Besonders die Architektur von Le Corbusier, vor allem das Kloster Sainte-Marie de la Tourette bei Éveux-sur-l'Arbresle und die Unité d'habitation in Marseille, Firminy, Berlin und Nantes, waren für den Brutalismus richtungweisend.
Als erster brutalistischer Bau gilt die Schule in Hunstanton von Alison und Peter Smithson (1949–1954). Die Blütezeit des Brutalismus lag in den 1960er Jahren. Er löste die internationale Moderne der Nachkriegszeit ab und leitete mit seinen Tendenzen einer plastisch-körperhaften, konstruktionsehrlichen und von ruppigem Charme geprägten Architektur über zum in den 1960er und 1970er Jahren vorherrschenden Bauen mit Fertigteilen.
Der Brutalismus (Architekturstil) und der englische New Brutalism (u.a. Architektur- und Städtebau-Theorie) sind zwei unterschiedliche Strömungen. Der New Brutalism der englischen Mitglieder des Team 10, Alison und Peter Smithson, hat mehr mit der theoretischen Reform der CIAM (in Architektur und Städtebau) zu tun als mit dem Begriff "Béton brut". Der Architekturhistoriker Reyner Banham formulierte diesen Unterschied im Titel seines Buches: „Brutalismus in der Architektur - Ethik oder Ästhetik?“ (engl.: The New Brutalism - Ethic or Aesthetic?)
[Bearbeiten] Galerie
|
Unité d'habitation, Berlin, (1956–1959) |
Fátimakapelle in Golzheim (1957) |
Die Eingangsseite der Markuskyrkan in Stockholm (Sigurd Lewerentz 1958–1963) |
Rathaus Boston |
Geisel Library, University of California, San Diego |
Bredero-Hochhaus, Hannover, (1975) |
|
Royal National Theatre, London |
Ex-Home Office, London |
Hochhaus der Union Investment, Frankfurt (1977) |
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- Ist béton brut brutal? Rezension zu: Ralf Lange, Architektur und Städtebau der sechziger Jahre, Bonn 2003, in: Kritische Berichte, 32. Jahrgang 2004, Heft 1, 88-91.
- Jürgen Joedicke, Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts, Stuttgart und Zürich 1998, 82-95.
- Klaus Göbel und Konrad Gatz, Ziegelkonstruktionen im Hochbau, München 1969
- Reyner Banham, Brutalismus in der Architektur - Ethik oder Ästhetik?, Stuttgart 1966
[Bearbeiten] Weblinks
- The New Brutalism Brutalismus in Großbritannien

