Omar Borrás

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Omar Borrás
Spielerinformationen
Voller Name Omar Bienvenido Borrás Granda
Geburtstag 15. Juni 1929
Geburtsort Montevideo, Uruguay
Nationalmannschaft
Uruguay
Stationen als Trainer
1970
um 1975
1982–1987
1988
Huracán Buceo
Montevideo Wanderers
Uruguay
Saudi-Arabien

Omar Borrás, vollständiger Name Omar Bienvenido Borrás Granda (* 15. Juni 1929 in Montevideo) ist ein ehemaliger uruguayischer Fußballtrainer.

Profesor Borrás – über einen tatsächlichen akademischen Titel verfügt er nicht – war zu Beginn seiner Laufbahn zunächst als Mitglied des Trainerstabs (preparador físico) und Co-Trainer tätig. Schließlich übernahm er auch Mannschaften aus der Ersten Liga als verantwortlicher Trainer. Ab 1966 war Borrás Mitarbeiter des seinerzeitigen uruguayischen Nationaltrainers Ondino Viera. Mit Beginn der in Uruguay 1973 platzgreifenden zivil-militärischen Diktatur machte dann auch Borrás als aktiver Kollaborateur Karriere.

Anfang der 1970er Jahre betreute Borrás den Verein Huracán Buceo als Trainer.[1] Bei dieser ersten Traineranstellung in der Primera División belegte er mit dem Team 1970 den dritten Platz und gewann die Copa Montevideo, die die nach Nacional und Peñarol bestplatzierte Mannschaft erhielt.[2] 1975 trainierte er die Montevideo Wanderers und qualifizierte sich mit diesen erstmals für den Wettbewerb um die Copa Libertadores.[3]

1982 führte sein Weg aus einer Verwaltungsanstellung im sporttechnischen Bereich auf den Trainerstuhl der Nationalmannschaft. Im Folgejahr gewann er mit dem Nationalteam die Copa América 1983.[4] Nachdem Uruguay 1985 den Weg zurück aus der Militärdiktatur fand, wurde auch Borrás in Frage gestellt. Er verblieb jedoch mit der Begründung im Amt, dass man, solange die Celeste gewinne, keine Argumente habe. Obwohl ihm zahlreich Kritik entgegengebracht wurde, dass er nichts von Fußball verstünde und er „kein Mann des Fußballs“ sei, gelang ihm mit der Nationalelf die Qualifikation zur Weltmeisterschaft des Jahres 1986. Während seiner Zeit als Nationaltrainer verzichtete er beispielsweise auf Spieler, wie den während der Mundialito überzeugenden Hugo de León, der jedoch der politischen Linken verbunden war. Unmittelbar vor der nun folgenden Fußball-Weltmeisterschaft 1986, bei der er auch auf der Trainerbank der uruguayischen Fußballnationalmannschaft saß,[5] äußerte auch der ehemalige Nationalspieler Fernando Morena massive Kritik und zweifelte indirekt die Kompetenz des Trainers an.[6] Während der WM 1986 wurde Borrás als erster Trainer bei einer Fußball-Weltmeisterschaft für ein Spiel gesperrt und musste auf der Tribüne Platz nehmen, da seine Mannschaft im Spiel gegen Schottland mit überhartem Einsatz aufgetreten war und er den Schiedsrichter zudem als Mörder bezeichnet hatte.[7][8][9] Schließlich wurde Borrás 1987 in diesem Amt abgelöst. Danach war er noch als Trainer der Saudi-arabischen Fußballnationalmannschaft tätig.

Sonstiges[Bearbeiten]

Borrás lebt im montevideanischen Barrio Punta Gorda. (Stand: Juni 2004)[10]

Erfolge[Bearbeiten]

  • Copa América 1983
  • Qualifikation mit Uruguay für die WM 1986
  • Erstmalige Qualifikation mit den Montevideo Wanderers für die Copa Libertadores (1975)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Club Social y Deportivo Huracán Buceo - Historias Tricoplayeras (spanisch; PDF; 3,4 MB), abgerufen am 23. Dezember 2012
  2. Campañas históricas del deporte uruguayo - 1970: Huracán Buceo (Memento vom 17. Februar 2013 im Webarchiv Archive.today) (spanisch) aus El Observador, abgerufen am 23. Dezember 2012
  3. Omar Borrás: "La del 75 fue la más grande" (spanisch) in La República vom 6. Februar 2002, abgerufen am 23. Dezember 2012
  4. Copa América 1983 auf www.rsssf.com, abgerufen am 23. Dezember 2012
  5. Aufgebot Uruguays bei der WM 1986 auf rsssf.com
  6. Omar Borrás - El seleccionador uruguayo sufre las iras de sus compatriotas (spanisch) in El País vom 17. Juni 1986, abgerufen am 23. Dezember 2012
  7. Artikel im SPIEGEL vom 23. Juni 1986
  8. Bericht zur Sperre in der New York Times (englisch)
  9. ADVENTURES IN WC COACHING (englisch)
  10. "Los dirigentes del fútbol tienen que resolver si manda la AUF o Tenfield" (spanisch) in El País vom 17. Juni 2004, abgerufen am 23. Dezember 2012