Oranienstraße

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Oranienstraße
Wappen
Straße in Berlin
Oranienstraße
Oranienstraße (Blick vom Heinrichplatz in Richtung Osten zur Skalitzer Straße)
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Kreuzberg
Anschlussstraßen Wiener Straße (östlich)
Rudi-Dutschke-Straße(westlich)
Querstraßen (Auswahl)
Skalitzer Straße,
Manteufelstraße,
Mariannenstraße,
Adalbertstraße,
Prinzenstraße,
Heinrich-Heine-Straße,
Alexandrinenstraße,
Alte Jakobstraße,
Lindenstraße,
Axel-Springer-Straße
Plätze Heinrichplatz,
Oranienplatz,
Moritzplatz
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, ÖPNV
Technische Daten
Straßenlänge 2080 Meter
Bundesdruckerei (Bildmitte) und Oranienstraße (rechts) bei Nacht
Zerstörungen in der Oranienstraße nach einem Luftangriff
am 3. Februar 1945
Paul-Lincke-Gedenktafel am Haus
Oranienstraße 64

Die Oranienstraße gehört zu den bekanntesten Straßen des Berliner Ortsteils Kreuzberg im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Benannt ist sie nach dem niederländischen Fürstenhaus Oranien. Von Auswärtigen wird die Oranienstraße oftmals mit der im Ortsteil Mitte gelegenen Oranienburger Straße verwechselt.

Verlauf[Bearbeiten]

Die Verlängerung der Oranienstraße im Osten ist die Wiener Straße, im Westen die Rudi-Dutschke-Straße (bis zum 30. Juli 2008 Kochstraße). Die Oranienstraße ist die wichtigste Geschäftsstraße im sogenannten „SO 36“. Eine der wichtigsten Durchgangsstraßen für den Verkehr ist hier in diesem Ortsteil die Skalitzer Straße, die entlang der Hochbahntrasse der U-Bahn-Linie U1 verläuft. In der Oranienstraße befinden sich zahlreiche Restaurants, Bars, Kneipen und Clubs (darunter der bekannte Club SO36); zusammen mit den umgebenden Straßen gilt sie als eine der wichtigsten Areale des Berliner Nachtlebens.

Unter anderem ist die Oranienstraße auch bekannt für das Bürstengeschäft der Berliner Blindenanstalt: Das Gebäude wurde nach einem Entwurf von Adolf Gerstenberg 1863/1864 in der Oranienstraße 26 als 20. Gemeindeschule erbaut und seit 1902 von der 1878 gegründeten Städtischen Blindenanstalt genutzt. Öffentliche Bekanntheit über die Grenzen der Stadt hinaus erhielt die Straße durch die Straßenschlachten zwischen Autonomen und der Polizei, insbesondere am Ersten Mai. Diese Ausschreitungen fanden im Abschnitt zwischen Heinrichplatz, Adalbertstraße und Oranienplatz statt.

Als Verlängerung der Wiener Straße beginnt die Oranienstraße am U-Bahnhof Görlitzer Bahnhof, durchquert den Heinrichplatz und schließlich den Oranienplatz, der gleichzeitig die Grenze zwischen Kreuzberg 36 und Kreuzberg 61 markiert, benannt nach den ehemaligen Postzustellbereichen. Am Moritzplatz befinden sich die Prinzessinnengärten, ein mobiler Garten, der auf einer ehemaligen Brache entstanden ist und für urbane Landwirtschaft genutzt wird. Dahinter folgen Wohnbauten, der Waldeckpark und nach der Kreuzung mit der Alten Jakobstraße an der Nordseite die Bundesdruckerei sowie gegenüber an der Südseite die Berliner Senatssozialverwaltung. An der Kreuzung mit der Lindenstraße, deren nördliches Ende am 10. April 1996 in Axel-Springer-Straße umbenannt wurde, endet die Oranienstraße und geht in die Rudi-Dutschke-Straße über. Dort liegt das Axel-Springer-Hochhaus, das Berliner Verlagshaus der Axel Springer AG.

Bebauung[Bearbeiten]

Architektonisch unterscheidet man zwischen zwei Bereichen der Oranienstraße. Der Abschnitt zwischen Görlitzer Bahnhof (Skalitzer Straße) und Moritzplatz ist fast durchgängig Altbausubstanz aus der Gründerzeit. Dies betrifft den gesamten Bereich der umliegenden Straßen. Westlich des Moritzplatzes findet man hauptsächlich Neubauten aus der Nachkriegszeit, da dieser Bereich im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Am Beginn der Oranienstraße, im Haus Nr. 6, arbeitete zwischen 1944 und 1945 Konrad Zuse, der Erfinder des Computers.[1] Hier entwickelte er die Rechenmaschine Z4, die als erster Computer in Massenproduktion hergestellt werden sollte. Die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs verhinderten allerdings die Fertigstellung dieses ehrgeizigen Projektes in Kreuzberg. Dennoch kann der Hinterhof der Oranienstraße 6 als eine der Wiegen der Computertechnologie angesehen werden. Im selben Komplex des Industriehofs Oranienstraße 6 war die Orionette AG ansässig, die eines der wichtigsten Berliner Unternehmen für Auto- und Motorradbau der 1920er Jahre war. Chefingenieur war Engelbert Zaschka, der auch als Hubschrauberpionier gilt.

In der Oranienstraße gründete Georg Wertheim das Warenhaus Wertheim (Nr. 53/54). In der Nr. 34 gründete Julius Klausner das Schuhgeschäft Leiser,[2] in Nr. 64 Paul Lincke den Apollo-Musikverlag. Außerdem wohnten Carl Busse, Erwin Piscator und Waldeck Manasse in dieser Straße.

Seit 1998 findet in der Straße regelmäßig die Lange Buchnacht statt.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Die hyperlokale Journalismus-Webseite zoom-berlin.com über die Oranienstraße[3] ist die erste ihrer Art, die sich exklusiv mit einer Straße befasst. Sie wurde mit dem European Newspaper Award in der Kategorie Online ausgezeichnet.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oranienstraße – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Konrad Zuse in der Oranienstraße auf zoom-berlin.com
  2. Leiser – ein Startup von 1891 (mit Video: „Der Leiser-Enkel erzählt“) auf zoom-berlin.com
  3. Die Oranienstraße auf zoom-berlin.com
  4. Axel Springer Akademie holt Online-Award - Die Begründung der Jury im Wortlaut 18. November 2012

52.50333333333313.412222222222Koordinaten: 52° 30′ 12″ N, 13° 24′ 44″ O