Ordos (Stadt)

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Lage von Ordos in der Inneren Mongolei
Skulptur in Ordos, welche die Horden Dschingis Khans zeigt

Ordos (chinesisch 鄂尔多斯市Pinyin Èěrduōsī shì) ist eine bezirksfreie Stadt im Südwesten des Autonomen Gebietes Innere Mongolei im mittleren Norden der Volksrepublik China. Sie erstreckt sich von 37°35′24" bis 40°51′40" nördlicher Breite und von 106°42′40" bis 111°27′20" östlicher Länge. Die Stadt Ordos ist am 26. Februar 2001 aus dem Ih-Ju-Bund (伊克昭盟 Yikezhao Meng) hervorgegangen. Dabei wurde die ehemalige kreisfreie Stadt Dongsheng in den Stadtbezirk Dongsheng umgewandelt.

Das Verwaltungsgebiet der Stadt Ordos hat eine Fläche von 86.752 km² und nimmt den größten Teil des Ordos-Plateaus ein. Es grenzt im Osten an die Stadt Hohhot, im Nordosten an die Stadt Baotou, im Norden an die Stadt Bayan Nur, im Nordwesten an den Alxa-Bund, im Westen an die Stadt Wuhai, im Südwesten an das Autonome Gebiet Ningxia der Hui und im Süden an die Provinzen Shaanxi und Shanxi. Die größte Ost-West-Ausdehnung beträgt etwa 400 km, die größte Nord-Süd-Ausdehnung etwa 340 km. Gegen Ende des Jahres 2004 hatte Ordos eine Bevölkerung von rund 1,36 Millionen Menschen.

Das Verwaltungsgebiet der Stadt Ordos kann grob in ein Hügelgebiet im Osten, Hochebenen im Westen und im Zentrum, Sandwüsten im Norden und Süden und die Ebene am Südufer des Gelben Flusses im Norden unterteilt werden. Seine größte Höhe hat es im Westen bei 2149 m, seine niedrigste Stelle liegt im Osten bei 850 m über dem Meeresspiegel. Im Osten fallen durchschnittlich 300–400 mm Niederschläge im Jahr, im Westen sind es 190–350 mm. Die Niederschläge konzentrieren sich weitgehend auf die Monate Juli bis September.

Retortenstadt Kangbashi[Bearbeiten]

Mit der Entdeckung von großen Kohle- und Gasvorräten im Jahr 2000 südlich von Dongsheng und der im Jahr 2001 folgenden Namensänderung von Dongsheng in Ordos und der Umstrukturierung ging auch eine Neufestlegung der Stadtgrenzen einher. 25–30 km von Dongsheng entfernt baute man die Planstadt Kangbashi, eine komplett funktionsfähige Stadt. Sie kann 300.000 Menschen aufnehmen, war aber im März 2012 nur von unter 5000 Menschen bewohnt. Die Siedlung wird deshalb gemeinhin auch als „Geisterstadt“ bezeichnet.[1][2][3]

Administrative Gliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Ordos setzt sich auf Kreisebene aus einem Stadtbezirk und sieben Bannern zusammen. Diese sind:

  • Stadtbezirk Dongsheng (东胜区), 2.137 km², 230.000 Einwohner (2004), Sitz der Stadtregierung, Verwaltungszentrum;
  • Dalat-Banner (达拉特旗), 8.192 km², 330.000 Einwohner (2004), Hauptort: Großgemeinde Shulinzhao (树林召镇);
  • Jung-Gar-Banner (准格尔旗), 7.535 km², 270.000 Einwohner (2004), Hauptort: Großgemeinde Xuejiawan (薛家湾镇);
  • Vorderes Otog-Banner (鄂托克前旗), 12.318 km², 70.000 Einwohner (2004), Hauptort: Großgemeinde Oljoqi (敖勒召其镇);
  • Otog-Banner (鄂托克旗), 20.064 km², 90.000 Einwohner (2004), Hauptort: Großgemeinde Ulan (乌兰镇);
  • Hanggin-Banner (杭锦旗), 18.903 km², 130.000 Einwohner (2004), Hauptort: Großgemeinde Xin (锡尼镇);
  • Uxin-Banner (乌审旗), 11.645 km², 100.000 Einwohner (2004), Hauptort: Großgemeinde Galut (嘎鲁图镇);
  • Ejinhoro-Banner (伊金霍洛旗), 5.958 km², 140.000 Einwohner (2004), Hauptort: Großgemeinde Altan Xire (阿勒腾席热镇).

Ethnische Gliederung der Bevölkerung von Ordos (2000)[Bearbeiten]

Beim Zensus 2000 wurden 1.369.766 Einwohner gezählt.

Name des Volkes Einwohner Anteil
Han 1.207.971 88,19 %
Mongolen 155.845 11,38 %
Mandschuren 2.905 0,21 %
Hui 1.861 0,14 %
Sonstige 1.184 0,08 %

Nachweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The ghost towns of China: Amazing satellite images show cities meant to be home to millions lying deserted. Satellitenfotos in: Daily Mail. 18. Dezember 2010.
  2. Ordos, China: A Modern Ghost Town. Fotostrecke im Time (Magazin).
  3. New Ordos: Chinas gigantische Geisterstadt. bei: Spiegel Online. 17. März 2012.

39.63109.84Koordinaten: 39° 38′ N, 109° 50′ O