Oskar (Zeichner)

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Oskar zeichnet auf dem Sommerfest des Bundeskanzleramtes (1970)
Grab Oskars auf dem Waldfriedhof Zehlendorf

Oskar (eigentlich Hans Bierbrauer; * 24. Februar 1922 in Berlin-Gesundbrunnen; † 3. Juli 2006 in Eutin) war ein deutscher Zeichner, Karikaturist und Maler.

Leben[Bearbeiten]

Als Sohn einer Arbeiterfamilie geboren, absolvierte Bierbrauer eine Ausbildung zum Lithografen und besuchte daneben noch das Abendgymnasium. Im Anschluss begann er ein Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin, welches er durch seine Einberufung während des Zweiten Weltkriegs unterbrechen musste, aber anschließend bei Prof. Mertien in Berlin fortsetzte. Im Februar 1945 heiratete er Annemarie Krug, mit der er eine Tochter hatte.

Während der Berlin-Blockade 1948 begann Hans Bierbrauer politische Karikaturen für verschiedene Berliner Tageszeitungen zu zeichnen. Die Berliner mochten seine Karikaturen und fanden sie „frech wie Oskar“. Durch diese Redensart entstand Bierbrauers Künstlername Oskar.[1]

Ab 1951 arbeitete er als politischer Karikaturist für den Berliner Anzeiger und die Berliner Morgenpost. Letztere veröffentlichte bis 1988 täglich eine Oskar-Karikatur. Insgesamt hat Hans Bierbrauer über 18.000 Karikaturen für die Tagespresse gezeichnet.

1952 trat er erstmals auch im Fernsehen auf, zunächst beim Nordwestdeutschen Rundfunk (u. a. in „Die aktuelle Schaubude“ und als „Meinungspinsel“), später beim neu entstandenen Sender Freies Berlin (Berliner Abendschau).

Bundesweit bekannt wurde Hans Bierbrauer ab 1971 durch seine Auftritte als Schnellzeichner in Hans Rosenthals Fernsehshow Dalli Dalli, bei der er ausgehend von einer Zahl ein Bildrätsel oder im Profil mittels eines projizierten Schattenrisses innerhalb einer knapp bemessenen Zeit eine Karikatur eines Kandidaten anfertigte.

Hans Bierbrauer, der alle bisherigen Bundeskanzler dieser Republik gezeichnet hatte, lebte in Schleswig-Holstein und Berlin. In den letzten Jahren widmete er sich wieder mehr der Öl- und Aquarellmalerei.

Hans Bierbrauer wurde 1980 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und im Jahre 1998 mit dem Verdienstkreuz erster Klasse ausgezeichnet.

Er war Mitglied der Olaf-Gulbransson-Gesellschaft und der Heinrich-Heine-Gesellschaft.

Bierbrauer wurde auf dem Waldfriedhof Zehlendorf in Berlin-Nikolassee beigesetzt.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hans Bierbrauer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Peter von Rüden, Hans-Ulrich Wagner (Hrsg.): Zur Person: Hans Bierbrauer („Oskar”). In: Aus dem Zeitfunk geboren. Die Fernseharbeit beim NWDR-Berlin 1950–1953 (= Nordwestdeutsche Hefte zur Rundfunkgeschichte. Heft 1). Verlag Hans-Bredow-Institut, Hamburg August 2003, ISSN 1612-5304, S. 27 (http://www.hans-bredow-institut.de/webfm_send/180, abgerufen am 21. Februar 2013).
  2. knerger.de: Das Grab von Oskar