padeluun

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padeluun 2010

padeluun, der öffentlich nur unter seinem Pseudonym auftritt, ist ein deutscher Künstler und Netzaktivist, der für digitale Bürgerrechte eintritt.[1]

Er gründete 1984 zusammen mit Rena Tangens das Kunstprojekt und die Galerie Art d’Ameublement. Er ist einer der Vorsitzenden des Datenschutzvereins Digitalcourage (vormals FoeBuD), Mitarbeiter im Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung und einer der Organisatoren sowie Jurymitglied der deutschen Big Brother Awards. Diese präsentiert er bei der seit dem Jahr 2000 jährlichen Preisverleihung in Bielefeld, wo er auch lebt und arbeitet.

Projekte[Bearbeiten]

Ende der 1970er Jahre war padeluun in der Düsseldorfer New-Wave- und der Berliner Punk-Szene als Performancekünstler und als Super-8-Filmer aktiv. Er war sporadisches Mitglied von Minus Delta t und ist einer der Protagonisten in Jürgen Teipels Roman Verschwende Deine Jugend.[2] Seit 1984 arbeitet er in Bielefeld und wurde durch eine Reihe von Aktivitäten und Projekten bekannt. Sein Projekt Art d’Ameublement (gemeinsam mit Rena Tangens) wurde 1984 mit dem Sonderpreis des Marler Video-Kunst-Preises ausgezeichnet. 1987 nahm er zusammen mit der Gruppe ASA am Performanceprogramm der documenta 8 teil.[3] Zwei Jahre später gehörte padeluun zu einer Gruppe von Künstlern und Pionieren der elektronischen Kunst, die zur Ars Electronica in Linz 1989 Van Gogh TV vorstellten. 1990 zeigten sie auf der Ars Electronica das Projekt Hotel Pompino.[4]

Als Geschäftsführer der Firma Zerberus GmbH beschäftigte er sich mit der Weiterentwicklung der gleichnamigen Software für das Z-Netz und das CL-Netz, zwei der in den 1990er Jahren in Deutschland bedeutendsten Mailbox-Netze. Der von ihm mitgegründete und -geleitete FoeBuD e. V. betrieb selbst die Mailbox BIONIC als einen der Knotenpunkte des Z-Netzes. 1995 schrieb er anlässlich der Veranstaltung „Interfiction“ in Kassel die Netzthesen.[5] Seitdem tritt er vor allem mit seinem oben genannten Engagement für den Datenschutz in der Öffentlichkeit auf.

padeluun ist Ehrenmitglied des Chaos Computer Clubs.

Auf Vorschlag der FDP-Bundestagsfraktion war padeluun als Sachverständiger Mitglied der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des 17. Deutschen Bundestages.[6]

Schriften[Bearbeiten]

  • Alle Macht der Super 8, DVD, 1981/2005.
  • padeluun und die publicity band O.N.M „Deutschland über alles/Nazis are no fun“, Single 7″, Rondo Fit 5, 1980.
  • Schwarzbuch Datenschutz. Ausgezeichnete Datenkraken der BigBrotherAwards. Edition Nautilus 2006, ISBN 3-89401-494-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: padeluun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nils Weisensee: Angriff auf die Ahnungslosen, SPIEGEL-Online vom 5. Juli 2007. Zitat: „Der Netzaktivist padeluun vom Computerverein FoeBuD, seit Jahren unterwegs für digitale Bürgerrechte und in Deutschland Verleiher des Schnüffler-Preises Big Brother Award, […]“.
  2. Jürgen Teipel: Verschwende Deine Jugend. Ein Doku-Roman über den deutschen Punk und New Wave. Suhrkamp, Frankfurt/Main 2001, ISBN 3-518-39771-0.
  3. Elisabeth Jappe: Performance, Ritual, Prozess: Handbuch der Aktionskunst in Europa. Prestel, München 1993. ISBN 3-791-31300-2.
    Documenta, Teil 8, Band 3: Künstlerbuch. Weber und Weidemeyer, Kassel 1987. ISBN 3-925272-11-9. (Offizieller Katalog.)
  4. Projekt / Hotel Pompino: fernsehen zum Mitspielen auf der Website der Ars Electronica Linz. (Abgerufen am 12. November 2008)
  5. padeluuns Netzthesen
  6. http://www.bundestag.de/internetenquete/mitglieder/padeluun/index.jsp