Patriotische Union Kurdistans

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Patriotische Union Kurdistans

یەکێتیی نیشتمانیی کوردستان (kurd.) Yekêtiy Nîştimaniy Kurdistan

الاتحاد الوطني الكردستاني (arab.)
al-Itiḥād al-Waṭanī al-Kurdistān

Das Emblem der Patriotische Union Kurdistans
Dschalal Talabani (2005)
Partei­vorsitzender Dschalal Talabani
Gründung 1. Juni 1975
Haupt­sitz Sulaimaniyya
Aus­richtung mitte-links: Sozialdemokratie, Demokratischer Sozialismus, Kurdischer Nationalismus
Farbe(n) Grün
Parlamentsmandate Im Repräsentantenrat: 17 von 325
Im Parlament Kurdistans: 29 von 111
Internationale Verbindungen Progressive Allianz

Sozialistische Internationale

Website PUK

Die Patriotische Union Kurdistans (PUK) (kurdischیەکێتیی نیشتمانیی کوردستان‎, Yekêtiy Nîştimaniy Kurdistan) ist eine kurdische Partei im Irak, die von Dschalal Talabani geführt wird mit Schwerpunkt im Sorani-sprachigen Bereich um Sulaimaniyya. Die Partei steht in Konkurrenz zur Demokratischen Partei Kurdistans.

Mit der Zeit näherte sich die Partei immer weiter der politischen Mitte, so dass sie heute ein Programm vertritt, das nach westlichen Maßstäben als sozialdemokratisch bezeichnet werden kann.

Geschichte[Bearbeiten]

Die PUK wurde 1975 von Dschalal Talabani und weiteren kurdischen Politikern wie Nawschirwan Mustafa, Ibrahim Ahmed und Guerillaführern wie Ali Askari gegründet. Sie ging aus der Fusion zweier kleiner Organisationen hervor. Talabani und Mustafa drängten in der neuen Partei den marxistischen Einfluss zugunsten des «Kurdayetî»-Konzepts zurück[1]. Man einigte sich darauf, dass Talabani im Ausland für Unterstützung für die PUK warb und dass Mustafa im Irak die PUK organisierte.

Im Ersten Golfkrieg unterstützte die Partei den Iran. Die Zentralregierung des Irak rächte sich dafür mit dem Einsatz chemischer Waffen gegen die kurdische Bevölkerung des Nordirak.

Nach den ersten freien Wahlen in der kurdischen Autonomieregion im Nordirak im Jahr 1992 einigten sich die PUK und die DPK auf die gleiche Anzahl von Mandaten. Beide Parteien beabsichtigten gemeinsam zu regieren. 1993 kam es jedoch zu einem Konflikt zwischen den beiden Parteien im Nordirak. Dieser mündete 1994 in den DPK-PUK-Konflikt, in dessen Folge besetzten Peschmergas der PUK das kurdische Regionalparlament. Die Rivalität beider Parteien führte 1994 zur Zweiteilung der kurdischen Gebiete im Nordirak. Der Nordwesten der Gebiete wurde von der DPK kontrolliert, der Südosten stand unter dem Einfluss der PUK. 1998 einigten sich beide Parteien auf die Unterzeichnung eines Friedensvertrages.

Der Führer der PUK, Talabani, war bei mehreren von der PKK ausgerufenen einseitigen Waffenstillständen gegen die Türkei maßgeblich beteiligt. Hierbei nahm er an Pressekonferenzen zusammen mit Abdullah Öcalan teil.

Zur Wahl eines Übergangsparlaments nach dem Irak-Krieg 2003 schloss sich die PUK mit der DPK sowie weiteren kleineren Parteien zur Demokratischen Patriotischen Allianz Kurdistans (auch Kurdische Allianz genannt) zusammen. Das Wahlbündnis gewann bei der Wahl am 30. Januar 2005 25,7 % und somit 71 von insgesamt 275 Sitzen in der irakischen Nationalversammlung, die als Übergangsparlament eine neue Verfassung erarbeitete. In der irakischen Regierung 2005 waren acht Mitglieder der Kurdischen Allianz Minister, davon fünf von der PUK. Bei den Parlamentswahlen 2010 gewann das kurdische Parteienbündnis 43 von 325 Sitzen. Gegenwärtig stellt die PUK keinen Minister im Kabinett von Nuri al-Maliki.

Zu den Wahlen des kurdischen Parlaments bekam die PUK große Konkurrenz durch die Partei Gorran, dessen Vorsitzender Nawschirwan Mustafa ist.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andrea Fischer-Tahir: »Wir gaben viele Märtyrer«. Widerstand und kollektive Identitätsbildung in Irakisch-Kurdistan, ISBN 978-3-89771-015-3, Münster 2003, S. 71

Weblinks[Bearbeiten]