Paul Rechsteiner

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Paul Rechsteiner
Rechsteiner während der Sondersession des Nationalrates am 8. Dezember 2008

Paul Rechsteiner (* 26. August 1952 in St. Gallen) ist ein Schweizer Politiker (SP) und Gewerkschafter. Er war von 1986 bis 2011 Nationalrat und vertritt seit 2011 den Kanton St. Gallen im Ständerat.

Rechsteiner ist verheiratet und arbeitet als Rechtsanwalt (lic. iur.) im von ihm gegründeten Anwaltsbüro in St. Gallen.

Politik[Bearbeiten]

Rechsteiner begann seine politische Karriere 1977 als Sozialdemokrat im Gemeinderat der Stadt St. Gallen und hielt sein Amt inne, bis er 1984 ins Kantonsparlament des Kantons St. Gallen gewählt wurde. Er gehörte von 1986 bis 2011, zuletzt als Amtsältester, dem Nationalrat an. Am 27. November 2011 setzte er sich im zweiten Wahlgang gegen SVP-Parteipräsident Toni Brunner durch und gehört seither als zweiter Standesvertreter des Kantons St.Gallen dem Ständerat an.

Rechsteiner steht seit 1998 dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund als Präsidenten vor und ist Stiftungsratsmitglied der Paul Grüninger Stiftung.

Als Nationalrat hatte Rechsteiner Sitze in der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK-NR) sowie in der Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK-NR).

Rechsteiner wurde 2008 insbesondere als Komiteemitglied der Eidgenössische Volksinitiative «für ein flexibles AHV-Alter» in den Medien zitiert. Er bezeichnete den Neoliberalismus als «wirtschaftlich gescheitert, moralisch bankrott und eine Gefahr für die Demokratie» und kritisierte das 68-Milliarden-Rettungspaket für die Grossbank UBS und warb damit für ein Ja zur später gescheiterten Volksinitiative.[1][2] Er befürwortete die Weiterführung der Personenfreizügigkeit und deren Ausdehnung auf Rumänien und Bulgarien, bezeichnet die EU-Thematik als kein einfaches Thema, weswegen er eine Schritt-für-Schritt-Annäherung an die Europäischen Union befürwortet.[3]

2005 wurde Paul Rechsteiner mit dem Fischhof-Preis ausgezeichnet, der vergeben wird von der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) und der Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz (GMS).[4]

Am 23. Februar 2011 kündigte Paul Rechsteiner seine Kandidatur in den Ständerat auf seiner privaten Website an[5]. Im ersten Wahlgang am 23. Oktober 2011 erhielt Rechsteiner 44'348 Stimmen, womit er das Absolute Mehr nicht erreichte.[6] Im zweiten Wahlgang vom 27. November 2011 konnte sich Rechsteiner (54'616 Stimmen) gegen Toni Brunner (53'308 Stimmen) durchsetzen und wurde in den Ständerat gewählt.[6]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tages-Anzeiger: Demonstration legt Zürcher Paradeplatz lahm, vom 15. November 2008
  2. woz.ch: Vor allen Augen. Vom 16. Oktober 2008
  3. weltwoche.ch: «Der Kampf muss wieder losgehen»
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatFischhof-Preis. Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA), abgerufen am 13. August 2010.
  5. "Gute Löhne, gute Renten! Und Menschenrechte für alle!" - Ankündigung der Kandidatur auf Rechsteiners Website
  6. a b Endergebnisse des 2. Wahlganges der Ständeratswahlen vom 27. November 2011