Paula Dehmel

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Fotografie Paula Dehmels in jungen Jahren
Paula Dehmel um 1912
Gedenktafel am Haus Ziegelstraße 12, in Berlin-Mitte

Paula Dehmel (* 31. Dezember 1862 in Berlin als Paula Oppenheimer; † 9. Juli 1918 in Steglitz b. Berlin) war eine deutsche Schriftstellerin. Sie schrieb Gedichte und Märchen für Kinder, war die Schwester von Franz Oppenheimer und von 1889 bis 1898 mit dem Dichter Richard Dehmel verheiratet.

Leben[Bearbeiten]

Geboren wurde sie als Tochter Julius Oppenheimers, eines Predigers und Lehrers am Tempel der Berliner jüdischen Reformgemeinde.

Über ihren drei Jahre jüngeren Bruder Franz lernte sie 1886 Richard Dehmel kennen und heiratete ihn am 4. Mai 1889. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Veradetta (* 1890), Heinz Peter (Heinrich) (* 1891), späterer Arzt und Buchautor, sowie Liselotte (* 1897). Ihr Mann verliebte sich gegen August 1892 in Paulas Freundin Hedwig Lachmann, eine Dichterin und Übersetzerin, welche jedoch eine von Richard vorgeschlagene „Dreierbeziehung“ ablehnte. 1895 trat Richard in eine nähere Bekanntschaft zu Ida Auerbach, seiner späteren zweiten Ehefrau. Von Mitte 1898 bis April 1899 lebten Paula, Ida und Richard in Pankow in der heutigen Parkstraße in einer Ehe zu dritt. Ida wohnte im Nachbarhaus.[1] Schließlich trennte sich Paula von Richard und willigte 1900 in die Scheidung ein.

Paula Dehmel war u. a. mit Else Lasker-Schüler, Otto Julius Bierbaum, Arno Holz und Johannes Schlaf bekannt.

Werke[Bearbeiten]

  • Mit Richard Dehmel: Fitzebutze. Kindergedichte. Mit Bildern von Ernst Kreidolf. Insel, Frankfurt/M. 1900.
    Neudruck Insel, Frankfurt/M. 1976.
  • Rumpumpel. Ein Buch für junge Mütter und ihre Kleinsten. Mit Bildern von Karl Hofer. Schaffstein, Köln 1903
    Neudruck Agora-Verlag, Berlin/Darmstadt 1978, ISBN 3-87008-085-X.
  • Der Buntscheck. Ein Sammelbuch herzhafter Kunst für Ohr und Auge deutscher Kinder. Hrsg. von Richard Dehmel. Illustrationen von Karl Hofer. Schaffstein, Köln 1904
    Neudruck Edition Leipzig, Leipzig 1985.
  • Das grüne Haus. Märchen, Geschichten und ein Neujahrsspiel. Schaffstein, Köln 1907.
  • Auf der bunten Wiese. Kindergedichte. Mit bunten Bildern von Else Wenz-Viëtor. Hahn, Leipzig 1912.
    Neudruck Edition Leipzig, Leipzig 1988, ISBN 3-361-00104-8.
  • Mit Lina Sommer: Gig-gag! Schnick-Schnack! Kindergedichte. Bilder von Else Wenz-Viëtor. Hahn, Leipzig 1914.
  • Zwiesprach der Geister. Lyrisches Trost- und Festspiel. Callwey, München 1916 (Schriftenreihe Der Schatzgräber; Bd. 106).
  • Das liebe Nest. Gesammelte Kindergedichte. Hrsg. von Richard Dehmel mit Zeichnungen von Hans Thoma. E. A. Seemann, Leipzig 1919.
    Ebook bei Projekt Gutenberg
  • Singinens Geschichten. Märchen. Hrsg. von Richard Dehmel. Einband, Titelvignetten und Druckanordnung von Georg Alexander Mathéy. E. A. Seemann, Leipzig 1921.
Als Herausgeberin:
  • Meidinger‘s Kinderkalender. Meidinger, Berlin 1911–1932; hrsg. von P. D. in den Jahren 1915 bis 1917.

Literatur[Bearbeiten]

  • Salomon Wininger: Große Jüdische National-Biographie. (Band 3). Czernowitz 1928, S. 23.
  • Roland Stark: Die Dehmels und das Kinderbuch. Bautz, Nordhausen 2004, ISBN 3-88309-154-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paula Dehmel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Matthias Wegner: Aber die Liebe. Der Lebenstraum der Ida Dehmel. List Taschenbuch-Verlag, Berlin 2002, ISBN 978-3-548-60215-8.