Peter Apian

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Peter Apian

Peter Apian, latinisiert Petrus Apianus (* 16. April 1495 in Leisnig; † 21. April 1552 in Ingolstadt), war ein deutscher Gelehrter der Renaissancezeit. Er war Mathematiker, Astronom, Geograph sowie Kartograf, außerdem Drucker und Herausgeber.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk [Bearbeiten]

Sein ursprünglicher Name lautete Peter Bennewitz (auch: Bienewitz, 'Biene-witz' im Sinne von „Bienen-dorf“, lat. apis = Biene).

Apian studierte zuerst in Leipzig und ging dann nach Wien (bis 1523), um Schüler von Georg Tannstetter zu werden, „der in jener Zeit als ein humanistisch gebildeter Mathematiker, Astronom und Astrolog der Wiener Universität das Gepräge gab“.[1] Seinen Respekt drückte Apian später in der Widmung eines Buches an Tannstetter aus.[2]

Apian wurde 1527 Professor der Mathematik in Ingolstadt, obwohl er nur zum Bakkalaureus graduiert war. Dort baute er eine eigene Druckerei (genannt „Academia“) auf, in der er u.a. die wichtige Ungarnkarte Tabula Hungarie 1528 druckte.

Apian sammelte ausgedehnte Beobachtungsdaten zu Planetenbewegungen und entwickelte wissenschaftliche Instrumente, die dazu dienten, diese Planetenbewegungen am mechanischen Modell vorherzusagen. Zum Teil handelte es sich dabei um in seinen Bücher eingeheftete Papierscheiben, die sich gegeneinander drehen ließen. Wie diese sogenannten Vovellen zu bedienen sind, erklärte Apian im Verlauf seiner Texte genau.[3] Im Rahmen dieser Tätigkeit entwickelte Apian eine Methode zur Messung geographischer Längen mittels Mondentfernungen. 1527 veröffentlichte er als erster abendländischer Autor, noch vor Blaise Pascal, eine Variante des Pascalschen Dreiecks, das früher bereits bei arabischen und chinesischen Autoren vorkam. Beobachtungen des Halleyschen Kometen im Jahre 1531 ließen Peter Apian (und von ihm unabhängig Girolamo Fracastoro) erkennen, dass der Schweif des Kometen stehts in die der Sonne entgegengesetzte Richtung zeigt. [4]


Apian erwarb sich als Hofmathematiker die Gunst von Kaiser Karl V., der ihn und seine Brüder (Georg, Gregor und Niclas) am 20. April 1541 auf dem Reichstag zu Regensburg durch Ernennung zu „rittermäßigen Edelleuten“ (= Reichsritterstand) adelte. Nur wenig später wurde er zum Hofpfalzgrafen ernannt.

Peter Apian ist der Vater von Philipp Apian.

Die Peter-Apian-Mittelschule Leisnig trägt seinen Namen. Außerdem wurde 1935 der Mondkrater Apianus nach ihm benannt.

Wappen [Bearbeiten]

Werke (Auswahl) [Bearbeiten]

Eigene Schriften Apians [Bearbeiten]

  • Cosmographicus Liber. Landshut 1524
  • Ein newe und wolgegründete underweisung aller Kauffmanns Rechnung …[5] Ingolstadt 1527 (ISBN 3-928671-11-1)
  • Instrument Buch. Ingolstadt 1533
  • Astronomicum Caesareum. Ingolstadt 1540

Von Apian herausgegebene Schriften anderer [Bearbeiten]

  • Novae Theoricae planetarum. Ingolstadt 1528
  • Vitellionis Mathematici doctissimi Peri optikēs, id est de natura, ratione & proiectione radiorum visus, luminum, colorum atque formarum, quam vulgo perspectivam vocant. Nürnberg 1535 (hrsg. gemeinsam mit Tannstetter – dieser besorgte die Vorlage, Apian den Druck).

Literatur [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Peter Apian – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. So Wattenberg: Apianus, S. 7. In seinen ersten Veröffentlichungen zeigt sich eine große thematische Ähnlichkeit mit den Schwerpunkten seines Lehrers (so Wattenberg: Apianus, S. 7).
  2. Apian widmete „seinem berühmten Lehrer und Professor in Mathematik“ seine Neuausgabe der Planetentheorie von Georg von Peuerbach (1528).
  3. Ralf Kern: Wissenschaftliche Instrumente in ihrer Zeit. Band 1: Vom Astrolab zum mathematischen Besteck. Köln, 2010. S. 330f.
  4. Alexander von Humboldt: Kosmos, Vol. I, 107; Humboldt drückt sich präzise so aus: „[Die Cometenschweife] sind, wie (nach Édouard Biot) die chinesischen Astronomen schon im Jahr 837 bemerkten, in Europa aber Fracastoro und Peter Apian erst im sechzehnen Jahrhunderte auf eine bestimmtere Weise verkündeten, stehts von der Sonne dergestalt abgewandt, daß die verlängerte Achse durch das Centrum der Sonne geht.“
  5. Im Gemälde "The Ambassadors" (1533) von Hans Holbein d. J. wiedergegeben (National Gallery, London)