Pianosa

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Dieser Artikel behandelt die Insel Pianosa südlich Elba, für die Insel im Adriatischen Meer siehe Pianosa (Tremiti).
Pianosa
Luftbild von Pianosa
Luftbild von Pianosa
Gewässer Tyrrhenisches Meer
Inselgruppe Toskanischer Archipel
Geographische Lage 42° 35′ 38″ N, 10° 5′ 14″ O42.59388888888910.08722222222229Koordinaten: 42° 35′ 38″ N, 10° 5′ 14″ O
Pianosa (Toskana)
Pianosa
Fläche 10,25 km²
Höchste Erhebung Belvedere
29 m s.l.m.
Einwohner 10 (2001)
<1 Einw./km²
Hauptort Pianosa
Karte des Toskanischen Archipels
Karte des Toskanischen Archipels

Pianosa ist eine kleine Insel im Mittelmeer, ca. 14 km südlich der Insel Elba und 26 km vom italienischen Festland entfernt (Provinz Livorno). Sie gehört zum Toskanischen Archipel und ist Teil der Gemeinde Campo nell’Elba.

Geographie[Bearbeiten]

Die Oberfläche beträgt 1025 Hektar, der höchste Punkt Belvedere hat eine Höhe von 29 m.ü.M. - sie ist also vergleichsweise flach, mit einer durchschnittlichen Höhe von 10 Metern. Die Küstenlänge beträgt 26 km. 250 Meter östlich von Pianosa liegt der kleine Felsen La Scola mit einem Durchmesser von rund 150 Metern und einer Höhe von 32 Metern. Noch kleiner ist La Scarpa, 70 mal 80 Meter groß und 260 Meter von der Nordspitze Punta del Marchese entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Fossilfunde von Bären, Hirschen und Pferden belegen, dass die Insel im Neozoikum mit dem Festland verbunden war. Bereits zur Römerzeit wurde die Insel zur Verbannung genutzt. Der lateinische Name war Planasia. Der berühmteste Verbannte war Agrippa Postumus (12 v. Chr. bis 14 n. Chr.; der jüngste Sohn des Marcus Vipsanius Agrippa und der Iulia, der Tochter des Augustus). Die römische Kaiserin Agrippina hat ihren Bruder nach Pianosa verbannt, der dort unter anderem ein Stollensystem für seine Sklaven, die er nicht sehen wollte, hat anlegen lassen und luxuriöse Feste feierte. Ausgrabungen haben einige Mosaike von ihm gesichert. Nach seinem Tod kehrten viele dorthin freiwillig zurück. Aus der Zeit gibt es viele christliche Katakomben, die besichtigt werden können.

Im Mittelalter gehörte die Insel zu Pisa, dann zu Genua. Kaiser Napoleon ließ einmal Kellereien für den dann doch nicht eingeführten umfangreichen Weinbau errichten.

Auf Pianosa existierte etwa 140 Jahre lang ein Hochsicherheitsgefängnis, das im August 1998 geschlossen wurde. Seitdem kann die Insel wieder besichtigt werden. Aus dieser Zeit stammt auch die bei der Ankunft ins Auge springende Sicherheitsmauer, die nach dem damaligen Verantwortlichen Muro dalla Chiesa genannt wird[1]. Die Mauer zieht sich etwa von der Cala di San Giovanni südlich des Hauptortes nach Norden bis zum Fuße des Monte Belvedere. Hier befindet sich auch die Villa romana di Agrippa. Zwei andere existierende Gefängniseinrichtungen haben eine niedrigere Sicherheitsstufe (eine für Freigänger), die derzeit aber nur gering und meist nur in den Sommermonaten belegt werden. Der gleichnamige Hauptort und einzige Ort Pianosa an der Ostküste hat 10 Einwohner (Volkszählung 2001).[2] Administrativ gehört die Insel zur Gemeinde Campo nell’Elba, deren Hauptgebiet im Südwesten der Insel Elba liegt.

Tourismus[Bearbeiten]

Die Insel kann nicht individuell, sondern nur im Rahmen von geführten Touren besucht werden, die auf Elba und auch auf dem Festland angeboten werden. Man erreicht Pianosa in etwa 35 Minuten mit dem Boot vom Hafen Marina di Campo auf Elba. Dienstags fährt auch die Giovanni Bellini der Fährgesellschaft Toremar als Versorgungsschiff von Piombino (Festland) nach Pianosa (Fahrtdauer ca. 3 Stunden) und nimmt Passagiere für Tagestouren mit. Die gesamte Insel und das umgebende Meer gehören dem Nationalpark Parco nazionale dell’Arcipelago Toscano an. Außerdem gehört das Meergebiet um die Insel zum multinationalen Schutzgebiet Santuario dei Cetacei (Heiligtum der Wale).

Roman und Film[Bearbeiten]

  • Pianosa dient auch als Schauplatz für Joseph Hellers Roman Catch-22, wobei allerdings im Vorwort des Buches schon darauf hingewiesen wird, dass die Insel viel zu klein für alle beschriebenen Handlungen sei.
  • Markus Kampp: Zimmer mit Meerblick - Die Gefängnisinsel Pianosa. Film für den WDR, 2001, 45 min.

Fotogalerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Associazione Pianosa (it.)
  2. Dawinci.istat.it

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Isola di Pianosa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien