Pietro Mocenigo

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Pietro Mocenigo (* um 1405; † 23. Februar 1476 in Venedig) war von 1474 bis 1476 70. Doge von Venedig.

Inhaltsverzeichnis

Familie[Bearbeiten]

Pietro Mocenigo stammte aus einer Familie, die insgesamt sieben Dogen stellte: Tommaso Mocenigo (1414–1423), Onkel des Pietro Mocenigo, Giovanni Mocenigo (1478–1485), Alvise Mocenigo I. (1570–1577), Alvise Mocenigo II. (1700–1709), Alvise Mocenigo III. (1722–1732) und Alvise Mocenigo IV. (1763–1778).

Leben[Bearbeiten]

Pietro Mocenigo war als capitan general da mar einer der erfolgreichsten Kriegshelden Venedigs. Er eroberte die Stadt Smyrna, unternahm zum Nutzen der Republik ausgedehnte Beutezüge in Kleinasien, schlug auf Zypern einen Aufstand gegen Katharina Cornaro nieder, befreite die Stadt Scutari von den Türken und häufte nebenbei ein beträchtliches privates Vermögen an. Im Laufe seiner Karriere bekleidete er mehrere hohe Ämter im Dienst der Republik. Nach dem Zeugnis von Zeitgenossen war er ein großer Redner von hoher Intelligenz und fundierter Bildung. 1471 wurde er zum Prokurator von San Marco gewählt. Das Dogenamt erhielt er erst im zweiten Anlauf, in der Wahl von 1474. Er war verheiratet mit Laura Zorzi, hatte aber keine Kinder.

Grabmal[Bearbeiten]

Grabmal in SS. Giovanni e Paolo

Das Grabmal für Pietro Mocenigo steht im Eingangsbereich der Kirche Santi Giovanni e Paolo und ist Teil einer ausgedehnten Grabanlage der Familie mit zwei weiteren Dogengrabmälern und dem Baldachingrab des Tommaso Mocenigo.

Das von Pietro Lombardo 1481 unter Mitwirkung seiner Söhne Tullio und Antonio geschaffene Grabmal, ist das erste in Venedig, das das römische Triumphbogenmotiv zeigt und in dem christliche Vorstellungen und deren Verbildlichung zugunsten einer persönlichen Würdigung des Verstorbenen in den Hintergrund treten.

Das Monument aus weißem Carrara-Marmor erhebt sich auf einem hohen, mit Reliefs geschmückten Sockel, auf denen die Taten antiker Helden dargestellt werden. In der zentralen Arkade wird der Doge, der in der Prunkrüstung eines capitano da mar auf einem prächtigen Sarkophag steht, von drei antikisch gekleideten Kriegern wie im Triumph präsentiert. In Gestus und Körperhaltung wiederholt der Doge exakt die Pose des auferstandenen Christus, der das Grabmal bekrönt. Alle architektonischen Bestandteile des Grabmals sind mit Ornamenten aus feinster Steinmetzarbeit der Lombardi verziert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrea da Mosto: I Dogi di Venezia. Florenz 1983.
Vorgänger Amt Nachfolger
Nicolo Marcello Doge von Venedig
1474–1476
Andrea Vendramin