Plauenscher Grund

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Die Weißeritztalbrücke der A 17 vor der Begerburg überquert Straße, Weißeritz und Eisenbahn

Der Plauensche Grund ist eine Landschaftseinheit in Sachsen und stellt einen besonders engen Abschnitt des Kerbtals der Weißeritz dar. Der Plauensche Grund bricht in den Elbtalkessel und verbindet diesen wie sonst nur noch der Lockwitzgrund mit einer ausgeprägten Talweitung im Erzgebirgsvorland. In der Vergangenheit stand die Bezeichnung Plauenscher Grund auch für das Döhlener Becken, in welchem sich heute die Stadt Freital ausbreitet.

Lage und Geologie[Bearbeiten]

Blick auf die Felsenkellerbrauerei unterhalb des Aussichtsturms Hoher Stein

Er beginnt in Potschappel, einem Stadtteil von Freital und erstreckt sich bis Plauen in Dresden, wonach der Grund benannt ist. Der Plauensche Grund ist etwa drei Kilometer lang und stellt, da er nur wenige Kilometer von der Dresdner Altstadt entfernt ist, einen wichtigen Frischluftkorridor für Dresden dar. An engen Stellen ist das Tal an der Sohle kaum 60 Meter breit.

Aufgrund der Enge im Tal und des starken Gefälles entfaltet die Weißeritz bei Hochwasser enorme Kräfte und wirkt stark auf ihre Ufer. Beim Hochwasser 2002 wurde zum Beispiel die Eisenbahnstrecke auf fast gesamter Länge zerstört, der Damm teilweise komplett weggespült.

Geologisch interessant ist das Naturdenkmal Hoher Stein oberhalb der ehemaligen Felsenkellerbrauerei und der gegenüberliegende heute stillgelegte Ratssteinbruch. Bei letzterem ist eindrucksvoll die Schichtung kalkhaltigen Gesteins Pläner über dem Meißner Monzonit sichtbar. Möglicherweise ist das Wort Pläner vom Namen des heutigen Dresdner Ortsteils Plauen abgeleitet.

Die im Ratssteinbruch um 1924 entdeckten Blasenhöhlen (im Sächsischen Höhlenkataster der Höhlenforschergruppe Dresden unter Nr. 4948 EG-14 geführt) waren bis zu ihrer Sprengung mit Rauchquarzkristallen ausgekleidet. Dokumente und Belegstücke werden von der genannten Forschungsgruppe verwahrt.[1]

Nutzung[Bearbeiten]

Der Plauensche Grund um 1850, in Bildmitte die Forsthausbrücke
Der Grund auf Höhe der ehemaligen Felsenkeller Brauerei
Pulvermühle im Plauenschen Grund

Vor- und frühgeschichtlich von Bedeutung ist ein 70 Meter hoher Bergsporn an der Südwestflanke des Tales, bekannt unter dem Namen Heidenschanze. Schon vor Jahrhunderten existierten im Tal einige Mühlen, von denen die Bienertmühle (Hofmühle Plauen), die Mühle am Dresdner Felsenkeller (mit der gleichnamigen Brauerei) und die Weizenmühle mit ihrem Speicherturm die bekanntesten sind. Auch weitere Fabriken und eine Pulvermühle waren im Tal ansässig.

Im Zusammenhang mit dem Bau einer Fahrstraße durch den Plauenschen Grund wurde auch die älteste noch erhaltene Brücke Dresdens, die Hegereiterbrücke, errichtet. Diese ehemalige Straßenbrücke führt in Höhe Felsenkeller/Alter Plauener Bahnhof/Wehr zum ehemaligen Bienertmühlgraben über die Weißeritz. Sie entstand 1779 bis 1782 als steinerne (Baumaterial Pirnaer Sandstein) dreibogige Brücke, ist 40 Meter lang und verursachte Baukosten von 18.616 Talern.[2] 1921 wurde sie als Straßenbrücke außer Betrieb genommen, diente bis 1968 noch als Zufahrt zum Forsthaus und wurde vor wenigen Jahren als Teil des „Bienert-Wanderweges“ im Rahmen des „Stadtteilentwicklungs-Projektes Weißeritz“ wieder genutzt und hat alle Hochwasser der Weißeritz (einschließlich 2002) überstanden.

Im Tal verläuft die als Albertbahn im Jahre 1855 errichtete heutige Ferneisenbahnstrecke Dresden–Nürnberg. Entlang der nahezu parallel verlaufenden Straße verlief von 1902 bis 1974 die Strecke der Plauenschen Grundbahn, einer Dresdner Überlandstraßenbahn. An der engsten Stellen ist 1993 für die Staatsstraße der Straßentunnel Ingrid unter Patenschaft von Ingrid Biedenkopf errichtet worden. Im Tal befinden sich heute nur wenige Wohngebäude.

Die Bundesautobahn 17 überquert das Tal in halber Höhe in der Tunnel-Brücken-Tunnel-Kombination des Dölzschener Tunnels, der Weißeritztalbrücke und des Coschützer Tunnels. Die Brücke über das Tal ist 220 Meter lang. Die Tunnel wurden zur Lärmvermeidung errichtet und um eine noch höhere Brückenkonstruktion zu vermeiden. Auf den Flanken des Plauenschen Grund liegen die Dresdner Stadtteile Dölzschen und Coschütz.

Besonders attraktiv war das enge Tal auch für in Dresden aktive Künstler der Romantik wie Caspar David Friedrich, die die urtypische und natürliche Schroffheit der Talhänge faszinierte. Bis zur Zeit der Romantik war das Tal noch schwer passierbar. Kurfürst August der Starke feierte im „Plauenschen Grunde“ anlässlich der Hochzeit seines Sohnes am 26. September 1719 ein riesiges Saturnfest. Die schroffen Felswände machen das Tal heute auch für Kletterer attraktiv. Es existieren unterhalb der Begerburg zwei Klettersteige und ein Klettergarten.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Plauenscher Grund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Roland H. Winkelhöfer: Die Höhlen Sachsens (ohne Sächsische Schweiz) – Höhlenführer und Katasterdokumentation. Dresden 2009, ISBN 3-00-013063-2
  2. Paul Dittrich: Zwischen Hofmühle und Heidenschanze. Zur Geschichte der Dresdner Vororte Plauen und Coschütz. 2. durchgesehene Auflage, Verlag Adolf Urban, Dresden, 1941, S. 85.

51.02242777777813.690452777778Koordinaten: 51° 1′ 21″ N, 13° 41′ 26″ O