Anton Graff

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Anton Graff, Selbstporträt (1805/06). Das Gemälde wurde auf der am 5. März 1806 eröffneten Ausstellung der Kunstakademie Dresden gezeigt und dort vom sächsischen Kurfürsten Friedrich August III. für die Dresdner Gemäldegalerie angekauft.[1]
Elisabetha Sophie Augusta Graff, genannt Guste (1753–1812). Tochter von Johann Georg Sulzer. Am 16. Oktober 1771 heiratete sie Anton Graff (1772/73).[2]

Anton Graff (* 18. November 1736 in Winterthur; † 22. Juni 1813 in Dresden) war ein Schweizer Maler des Klassizismus. Mit seiner Bildauffassung war Graff einer der bedeutendsten Porträtmaler seiner Epoche. Er verstand es, über die äußere Ähnlichkeit hinaus, den Charakter eines Menschen genau zu treffen. Im ausgehenden 18. Jahrhundert wurde er so zum eigentlichen Schöpfer des bürgerlichen Frauen- und Männnerporträts in Deutschland und zugleich zum bevorzugten Porträtmaler deutschsprachiger Dichter und Denker zwischen Aufklärung, Klassik und Frühromantik.

Anton Graff hinterließ der Nachwelt eine herausragende Übersicht über die Persönlichkeiten seiner Zeit. In der Zeit Goethes gab es kaum einen großen Fürsten, Staatsmann, General, Gelehrten, Dichter, Künstler oder Kaufmann in Deutschland, der sich nicht von Anton Graff porträtieren ließ.[3]

Carl Clauß über Anton Graff: „Am abgestorbenen Baum der bildenden Kunst jener Zeit war das Porträtfach der einzige Zweig, der noch grüne, lebenskräftige Sprossen trieb; unter den guten Malern, die jenes Fach damals besaß, war Graff der beste.“[4]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Kindheit und Ausbildung in der Schweiz

Anton Graff, Selbstporträt (1765). Mit dem Eintreffen dieses Bildes am 16. Januar 1766 in Dresden begann der künstlerische Aufstieg von Anton Graff. Es war Graffs Aufnahmestück in die Kunstakademie Dresden.[5]

Anton Graff wurde als siebtes von insgesamt neun Kindern der seit 1727 verheirateten Eheleute Hans Ulrich Graf(f), einem Zinngießer, und Barbara Graf(f) geb. Koller von Zürich im Haus an der Untertorgasse 8 in Winterthur geboren. Das Haus, an dem ab Herbst 1901 eine Gedenktafel zu Ehren von Anton Graff angebracht war, steht nicht mehr.[6]

Selbstporträt (Kreidezeichnung, farbig leicht gehöht). Von Anton Graff eigenhändig beschriftet und mit seiner vollen Unterschrift versehen: Dresden den 23. Oct: 1783. Anton Graff.[7]

Graffs Familie hatte im Jahre 1350 in Winterthur das Bürgerrecht erlangt und gliederte sich seit dem späten 17. Jahrhundert in zwei Zweige. In dem einen Zweig war das Amt der Waagmeister, in dem anderen, welchem Anton Graff entsprang, das Geschäft der Zinngießer erblich.[8] Wäre es nach seinem Vater gegangen, so hätte Anton Graff auch den Beruf des Zinngießers erlernen sollen. Doch schon während des Schulunterrichts hatte Graff gerne gezeichnet. Graff war kein Musterschüler und entsprechend wenig beliebt bei seinen Lehrern. Er heckte mit seinen Kameraden Streiche aus und anstatt dem Schulunterricht zu folgen, zeichnete er lieber. Wenn er mal kein Papier mehr zum Zeichnen hatte, dann mussten auch schon mal seine ledernen Hosen dafür herhalten. Auch dies ist ein Ausdruck dafür, wie gerne Graff malte.[9] Dank der Fürsprache des Pfarrers Johann Jacob Wirz (1694–1773) aus Rickenbach bei seinem Vater durfte Graff, als er an Ostern 1753 die Schule verließ, von 1753 bis 1756 die 1752 von Johann Ulrich Schellenberg gegründete Zeichenschule in Winterthur besuchen.[6] Dort freundete sich Graff mit seinem Mitschüler Johann Rudolph Schellenberg, dem Sohn von Johann Ulrich Schellenberg, an. Graff und der junge Schellenberg übten gemeinsam, wozu ihnen die große Sammlung an Gemälden, Handzeichnungen und Gipsmodellen von Johann Ulrich Schellenberg reichlich Anschauungsmaterial bot. Dieser hatte die Sammlung von seinem Schwiegervater Johann Rudolf Huber geerbt.[10] Aus dieser Zeit stammt eine Reihe von Porträts, darunter ein Selbstporträt sowie die Porträts seines Vaters (bezeichnet: Anton Graff/Winterthur 1755), das seines jüngeren Bruders Hans Rudolf und jenes seines Schwagers, des Zimmermeisters Johannes Vögeli.[11]

Nach dem Abschluss des ersten Lehrjahres hatte sich Anton Graff für einen bestimmten Zweig der Malerei zu entscheiden. Das war nicht schwer, da in Schellenbergs Schule keine große Auswahl war. An Historienmalerei war nicht zu denken. Entweder wurde er Landschaftsmaler oder Porträtist. Aus finanzieller Sicht schien es Graff ratsam, sich auf die Porträtmalerei zu spezialisieren. Er wusste von Johann Ludwig Aberli, dass dieser jedes Mal, wenn Ebbe in seiner Kasse herrschte, zur Porträtmalerei Zuflucht nahm. So schien ihm die Porträtmalerei eine sichere Einkommensquelle.[12]

Graff hatte ein freundschaftliches Verhältnis zu Johann Ulrich Schellenberg. Er wurde zu dessen Lieblingsschüler. Künstlerisch war Graff seinem Lehrer schon bald überlegen, was dieser auch erkannte. Schellenberg förderte Graff und half ihm nach dessen Lehrzeit mit Empfehlungen an seine Malerkollegen. Seinem Lehrer verdankte Graff vor allem Gewissenhaftigkeit im Handwerklichen und den wahren ungeheuchelten Enthusiasmus für die Kunst.[13]

[Bearbeiten] Anton Graffs Name

Am 20. November 1736, zwei Tage nach seiner Geburt, wurde Graff nach einem am 8. November 1733 geborenen und im Jahr darauf verstorbenen älteren Bruder auf den Namen Antoni getauft.[8] Graff nannte sich selbst jedoch immer Anton und auch sein Umfeld nannte ihn stets so. In einzelnen wenigen Schriftstücken wird der Familienname von Graff auch als Graf geschrieben. Dies kam auch bei seinen Eltern schon vor. Graff schrieb seinen Familiennamen jedoch immer mit zwei ff, also Graff. Bezeichnete Graff seine Bilder, was eher selten der Fall war, so tat er dies meist mit A(.) Graff pinx(.) und der entsprechenden Jahreszahl unten rechts oder rückseitig. In einzelnen Fällen fügte er noch eine Ortsangabe hinzu.[14]

[Bearbeiten] Studien- und Gesellenjahre

Heinrich XIV. Reuß zu Greiz (1789). Er war österreichischer Botschafter in Preußen. Regierender Fürst Reuß zu Greiz war sein älterer Bruder, Heinrich XIII. Reuß zu Greiz.

Nach seiner Ausbildung in Winterthur wechselte Graff 1756 auf Empfehlung seines Lehrers Johann Ulrich Schellenberg zum Radierer Johann Jacob Haid nach Augsburg. Durch Haid lernte er auch dessen ehemaligen Lehrer Johann Elias Ridinger kennen. Ridinger war einer der wenigen Künstler in Augsburg, mit denen Graff einen regelmäßigen Kontakt pflegte.[15] In Augsburg malte Graff auch das Porträt seines Landsmannes und Freundes Christian von Mechel. Mechel absolvierte zu dieser Zeit im Atelier des Kupferstechers Johann Georg Pintz (1697–1767) seine technische Ausbildung. Es kam Graffs Begabung entgegen, dass ganz Augsburg von einer förmlichen Porträtmanie erfasst und so die Nachfrage nach guten Porträtisten groß war. Graffs Kunst erfreute sich großer Beliebtheit bei seinen Kunden. Dennoch musste Graff Augsburg nach nur einjährigem Aufenthalt wieder verlassen, weil einige der dort ansässigen Meister der Malerzunft klagten, „dass ihnen der junge Fremde Eintrag thue, und verlangten, dass er, nach wohlhergebrachten Statuten, die die Kunst zum Handwerk erniedrigten, seiner Beschäftigung entsagen oder die Stadt räumen müsse.“[16] Graff wählte letzteres und verließ Augsburg.

Heinrich XIII. Reuß zu Greiz (1775). Er war regierender Fürst Reuß zu Greiz und älterer Bruder von Heinrich XIV. Reuß zu Greiz, dem österreichischen Botschafter in Preußen.

Dank Haids Fürsprache wurde der Hofmaler Johann Leonhard Schneider (1716–1768) in Ansbach ab 1757 Graffs neuer Lehrer. Über ihn berichtete Graff in seiner 1778 verfassten Autobiographie: „Seine Portraits hatten viel Gutes, flüchtig gemalt aber ähnlich. Da er sehr geschwind und wohlfeil malte, so hatte er an diesem Hofe viel zu thun und musste Gesellen halten. Ich war ihm sehr nützlich, musste copieren und andere unbedeutende Dinge, wobei nichts zu lernen war, machen. Es war eben damals die Zeit des Siebenjährigen Krieges und ein Jeder wollte das Portrait des Königs von Preußen haben. Des Königs Schwester, die verwitwete Markgräfin Friederike Luise, hatte ein Portrait des Königs, das in Berlin gemalt worden war. [Es handelt sich dabei höchstwahrscheinlich um Antoine Pesnes 1733 entstandenes, jetzt im Alten Schloss der Eremitage bei Bayreuth hängendes Friedrich-Bildnis, Inv.-Nr. 7226/6537]. Dieses Bild musste ich nun oft copieren und ich machte alle Tage eins fertig. Um in der Kunst weiter zu kommen hatte ich freilich keine Gelegenheit; immer schlechte Copien machen ist nicht der rechte Weg. Ich sah es wohl ein und ich wäre nicht so lange geblieben, wenn mir nicht das Leben in diesem Hause wohl gefallen hätte. Schneider und seine Familie waren angenehm, allein so viel Geld er auch verdiente, so kam er doch in Schulden, so dass er sein Leben im Zuchthaus beschließen musste.“[17]

Dennoch konnte Graff in Ansbach auch hinsichtlich seiner künstlerischen Entwicklung profitieren. Während seines Aufenthaltes studierte er die Werke von Antoine Pesne, Hyacinthe Rigaud, Johann Kupetzky und George Desmarées in den dortigen Sammlungen. Und auch Johann Caspar Füssli meinte: „Graff musste zwar die meiste Zeit mit Copieren zubringen; allein er verlor dabey nichts. Es brachte ihm einen fertigen Pinsel und eine leichte und schöne Behandlung in der Draperie, Spitzen und anderen zu einem Bildnis dienenden Umständen zuwegen.“[18]

Zum Studium von Gemälden reiste Graff oft auch nach München. Mit großem Interesse studierte er die Sammlungen in der Schleißheimer Galerie.[15] Anlässlich eines Besuches in München im Frühjahr 1763 lernte Graff in Begleitung von Johann Jacob Haid den bayerischen Hofmaler George Desmarées persönlich kennen und schätzen. Desmarées Werke, geprägt von niederländischem Realismus, venezianischem Kolorit und französischer Kontenance, zogen Graff wegen ihrer schimmernden Weichheit und lichtdurchfluteten Farbigkeit an.[19] Neben Desmarées beeinflussten sowohl Antoine Pesne, dessen Fridericus-Porträt er viele Male kopierte, als auch Johann Kupetzky und Hyacinthe Rigaud den jungen Porträtisten entscheidend.[20] Pesne verdankte er die elegante Sicherheit und noble Zurückhaltung in Kolorit und Bildaufbau, Kupetzky die Intensität in der Wiedergabe der realen ungeschminkten Persönlichkeit. Anton Graff über die beiden von Kupetzky gemalten Familien-Gemälde im Schloss von Bayreuth, welche er Ende März 1766 von Augsburg herkommend auf seiner Durchreise nach Dresden besichtigt hatte: „In den zwey Familien-Gemählden von Kupetzky herrscht die würkliche Natur, nichts gemahltes, das Leben selbst; alle anderen Gemählde, die man nachher ansieht, werden dadurch matt und flach.“[21] In Konfrontierung mit solchen Werken gewann Graff den entscheidenden Ausgangspunkt für sein weiteres Schaffen.[22]

[Bearbeiten] Der Ruf nach Dresden

Johann Christian von Hofenfels. Er verhinderte den Anschluss Bayerns an Österreich und war maßgeblich an der Gründung des deutschen Fürstenbundes beteiligt. Gemalt 1783/84 anlässlich des Besuchs des Ehepaars von Hofenfels in Dresden. Graff porträtierte gleichzeitig die Ehefrau von Hofenfels, Friederike Luise Auguste von Hofenfels, geb. Freiin von Closen auf Haydenburg.

Zwei Tage bevor Markgraf Karl Alexander von Brandenburg-Ansbach im Februar 1759 Graffs Lehrer Johann Leonhard Schneider in Ansbach wegen seiner nicht beglichenen Schulden ins Gefängnis werfen ließ, erreichte Graff ein Brief von Johann Jacob Haid. Haid schrieb darin, „dass er, wenn er Lust hätte wieder nach Augsburg zu kommen, er es ungehindert thun könne, weil seine hauptsächlichen Gegner gestorben wären.“[23] In Anbetracht der Situation kam das Angebot von Haid für Graff zur rechten Zeit. Graff ging auf den Vorschlag von Haid ein und zog wieder zu ihm. Haid gab ihm Wohnung und Kost.

Das erste Porträt, das er nun malte, war jenes des jungen Johann Friedrich Bause. Bause arbeitete zu dieser Zeit ebenfalls bei Haid. Graff und Bause verband ab diesem Zeitpunkt eine lebenslange berufliche und private Freundschaft.[24] Im März 1764 begegnete Graff in Augsburg auch zum ersten Mal seinem künftigen Schwiegervater Johann Georg Sulzer. Dieser war auf der Durchreise von der Schweiz nach Berlin. Sulzer war in Begleitung von Johann Caspar Lavater, Felix Hess, Johann Caspar Füssli und des Gelehrten Christoph Jezler (1734–1791) aus Schaffhausen. Jezler war auf dem Weg nach Berlin, um bei seinem Landsmann Leonhard Euler seine Studien fortzusetzen. Graff erklärte sich bereit, Sulzer und seinen Begleitern die Sehenswürdigkeiten von Augsburg zu zeigen, woraufhin Sulzer Graff einlud, ihn einmal in Berlin zu besuchen.

Carl Adolf von Carlowitz, Majoratsherr auf Großhartmannsdorf und Liebstadt (1805). Dargestellt in der Uniform eines Rittmeisters der sächsischen Garde du Corps. Rechts im Hintergrund ist Schloss Kuckuckstein zu sehen. Der untere Teil des Gemäldes wurde weitgehend zerstört und übermalt. Bei Johann Georg Meusel heißt es ausdrücklich: „Stützt sich mit beiden Händen auf den Degenkorb.“ Der jetzt sichtbare, von einem späteren Restaurator gemalte Degen sitzt also falsch. Das Bild wurde auf der am 5. März 1806 eröffneten Ausstellung der Kunstakademie Dresden gezeigt, wo ihm viel lobende Anerkennung zuteil wurde. Nach der Betrachtung des Porträts auf der Kunstausstellung schrieb Hans Georg von Carlowitz an seinen Bruder am 16. März 1806: „Die Kunstausstellung ist vortrefflich (...) Dein Bild macht große Sensation, und es verdient es auch, es ist wirklich con amore gemalt (...) Sage mir, was Graff für ein Bild wie das Deinige nimmt. Vielleicht lasse ich mich für meine Frau malen, die mich erstaunend plagt, seit sie Dich gesehen hat.“[25]

Im August 1764 wechselte Graff nach Regensburg. Dort schuf Graff neben den nun in Mode gekommenen Miniaturmalereien auch einige großformatige Bilder für das schwedische, russische und preußische Gesandtenhaus. Dadurch kam er mit Personen von höchster gesellschaftlicher Stellung in Kontakt und konnte gesamteuropäische Verbindungen knüpfen. Ein talentierter junger Porträtist wie Graff fand in Regensburg, wo der Reichstag in Permanenz tagte, schnell gewichtige Freunde und Förderer. Ein solcher war Erich Christoph von Plotho, dem von Johann Wolfgang von Goethe in Dichtung und Wahrheit erwähnten preußischen Comitialgesandten.[19] Goethe schrieb über Plotho in Dichtung und Wahrheit: „Dieser Mann war vom Siebenjährigen Kriege her als diplomatischer Held berühmt.“[26] Graff porträtierte seine Tochter, die Freiin von Plotho, 1764 in Regensburg.[26]

Ebenfalls 1764, am 6. Februar, wurde die Kunstakademie Dresden gegründet. Im Jahr zuvor, am 24. Dezember 1763, wurde Christian Ludwig von Hagedorn zum Generaldirektor der Künste, Kunstakademien und Kunstsammlungen in Sachsen ernannt. Sowohl die Gründung der Kunstakademie Dresden als auch die Ernennung von Hagedorn waren entscheidend für den weiteren Verlauf der beruflichen Karriere von Anton Graff.

Im Februar 1765 war Graff wieder zurück in Augsburg, wo ihn der Zürcher Bürger Hauptmann Johann Heinrich Heidegger (* 1738 in Zürich; † 1823 in Livorno) besuchte. Heidegger, der Schwager von Salomon Gessner, war Amtmann am Fraumünster in Zürich sowie Buchhändler und Mitbesitzer der Buchdruckerei Konrad Orell & Co.[27][28] Er hatte gehört, dass ein Landsmann von ihm in Augsburg als Maler tätig sei, und er wollte diesen kennenlernen. Heidegger, der ein ausgesprochener Liebhaber der Schönen Künste war und eine bedeutende Gemäldesammlung besaß, befand sich auf der Rückreise nach Zürich von seiner Reise durch Deutschland, die ihn auch nach Dresden geführt hatte. Dort hatte Heidegger von Christian Ludwig von Hagedorn, dem Generaldirektor der Dresdner Kunstakademie, erfahren, dass dieser einen Porträtmaler für die Akademie sucht. Heidegger bot Graff an, ihn an Hagedorn zu empfehlen. Doch Graff lehnte ab. Er rechnete sich für diese Stelle keine Chancen aus. Heidegger tat es dennoch. Er informierte Graff jedoch erst später darüber.[29]

Heinrich von Preußen (um 1786). Er war der jüngere Bruder von Friedrich dem Großen. Anton Graff porträtierte Heinrich von Preußen mit dem Bruststern des Schwarzen Adlerordens. Unterhalb des Bruststerns trägt der Prinz ein weißes Ordenskreuz. Auf dem Tisch liegt der Hermelinmantel.

Im Herbst 1765 reiste Graff nach Winterthur und Zürich. Er war nun das erste Mal nach neun Jahren wieder in der Schweiz. In Zürich und Winterthur malte Graff verschiedene Porträts, darunter jenes seines lebenslangen Freundes Salomon Gessner, den er durch dessen Schwager, Hauptmann Johann Heinrich Heidegger, kennengelernt hatte, sowie jenes von Elisabeth Sulzer. In Zürich erfuhr Graff von Heidegger, dass dieser ihn ohne sein Wissen an den Generaldirektor der Dresdner Kunstakademie, Christian Ludwig von Hagedorn, empfohlen hatte. Graff nahm es zur Kenntnis, rechnete jedoch nicht mit einer Antwort aus Dresden. Hagedorn war zu der Zeit auf der Suche nach tüchtigen Lehrkräften für die neu gegründete Dresdner Akademie.[30] Denn nachdem Marcello Bacciarelli seinen Weggang aus Dresden am 28. September 1765 angezeigt hatte, hatte Hagedorn keinen Kandidaten mehr, der im Stande gewesen wäre, das damals so wichtige Porträtfach zu vertreten.[31] Am 3. Oktober 1765 hatte Heidegger an Hagedorn geschrieben: „Ich habe auf meiner Retour zu Augsburg einen jungen Mann, Graff, von Winterthur aus der Schweiz, angetroffen. Er malt im Geschmack von Desmarées und ist wirklich in seiner Kunst stark. Ich weiss dermalen Niemanden von dieser Art in der Academie. Vielleicht würde er hinkommen, wenn er sein Etablissement wüsste; in Absicht auf den moralischen Charakter ist er der gesittetste Künstler, den ich kenne (...)“[29] In Zürich erreichte Graff Hagedorns Brief vom 1. November 1765 mit dem Vorschlag, er solle gegen 100 Taler Reiseentschädigung nach Dresden kommen. Hagedorn schrieb: „Wollten Sie Ihr Glück in Dresden versuchen, so würde, damit Sie nicht ganz aufs ungewisse herkämen, der Hof Sie zum Versuche wenigstens drey Bildnisse, mit Händen daran, mahlen und auf solange ihnen ein freyes Quartier anweisen, auch jedes Bildniss, es möge höchsten Beyfall finden oder nicht, mit oder ohne Hand mit funfzig Thalern, und wenn das Bild zwo Hände habe, mit hundert K. Kulden oder 66 Rthlr. 16 Groschen bezahlen lassen (...)“[32] Hagedorn meinte weiter, fände er Beifall, würden ihm 400 Taler jährlichen Gehalts angeboten, andernfalls solle er nichtsdestoweniger das Reisegeld nebst dem Betrag für die Bilder ausgezahlt erhalten.[32] Graff hatte dieser Aufforderung nicht sogleich entsprochen, denn er hielt seine Kunst für nicht gut genug, um sich in den Dienst des Hofes von Dresden zu stellen. In einem Brief vom 27. November 1765 an Hagedorn gab Heidegger Graffs diesbezügliche Äußerungen gegenüber ihm wie folgt wieder: „Graff sagte zu mir, er getraue sich nicht es darauf ankommen zu lassen, ob er gefallen werde oder nicht. Dresden habe immer große Künstler gehabt, er kenne seine Schwäche, und da er niemals bei Höfen und hohen Herrschaften gewesen, so mangele ihm alles Äußerliche, das so oft empfehlen kann, und dergleichen mehr.“[33] In Absprache mit Graff sandte Heidegger, der, wie alle anderen Freunde ebenfalls, Graff bestärkte nach Dresden zu gehen, zunächst ein Probestück, Graffs Selbstporträt, in die Elbstadt. Dem Versand des Selbstporträts ging wiederum ein Empfehlungsschreiben von Heidegger an Hagedorn voraus. Heidegger schrieb: „Ich habe Graff den Vorschlag gethan er solle sein eigen Portrait mir zur Versendung an Sie übergeben: falls er dann auf dieses hin berufen werde, so solle er ohne weitern Verzug hingehen. In Zeit von vierzehn Tagen werde ich also das Portrait über Leipzig an Dieselben versenden; ist es dann, dass es Ihnen gefällt, so wird der ehrliche Mann Graff bald folgen; ist es aber, dass es Jenenselben noch nicht genugthun kann, so reist er nicht auf Ungewisses hin, und Sie sind versichert, dass Sie nicht einen mittelmässigen Künstler verschrieben haben. Von der Zeit an, da das Portrait gemalt worden, hat er übrigens die Manier zum Vortheil geändert und ist auf ein lebhafteres Colorit gefallen. Wenn noch das eine und das andere an seiner Arbeit zu tadeln ist, so weiss ich gewiss, dass er unter der Kritik von Kennern sich in wenig Zeit bessern wird.“[34] Dieses Selbstporträt hatte Graff eigentlich für den Pfarrer Johann Jacob Wirz aus Rickenbach aus Dankbarkeit und zum Andenken geschaffen, weil der Pfarrer alles dazu beigetragen hatte, dass Graff Maler werden durfte.[33] Hagedorn musste sich wohl oder übel auf diesen Vorschlag einlassen und berichtete dem Prinzenadministrator Franz Xaver von Sachsen wie folgt über seine Fortschritte, einen Porträtmaler für die Kunstakademie Dresden zu gewinnen: „Der Bildnissmaler Graff hat aus Misstrauen in seine Kräfte erstlich sein eigenes ihm sehr ähnliches Bildniss, das er vor geraumer Zeit gemalt, mittlerweile er sich, wie ein andrer anmerkt, in der Kunst stärker gemacht, aus Zürich abgeschickt und wird sodann die Bestätigung oder die Zuschreibung des letzten gnädigsten Befehls in Ehrfurcht erwarten.“[35] Am 16. Januar 1766 traf Graffs Selbstporträt in Dresden ein und fand solchen Beifall, dass Graff daraufhin den Ruf nach Dresden erhielt. Nur einen Tag darauf, am 17. Januar 1766, entwarf Hagedorn Graffs Anstellungsbedingungen.[36] Graff wurde somit Marcello Bacciarellis Nachfolger, der ursprünglich von Hagedorn für diese Stelle vorgesehen war.[31]

[Bearbeiten] Anton Graffs Anstellungsbedingungen bei der Kunstakademie Dresden

Elisa von der Recke (vor 1790). Sie war die Stiefschwester von Dorothea von Biron und die Gönnerin von Anton Graffs späterem Schwiegersohn Karl Ludwig Kaaz.[37] Zur Entstehung dieses Porträts berichtete Gustav Parthey wie folgt: „Einst hatte sie mit Goeckingk, Zollikofer und andern ein Diner bei Nicolai eingenommen, und musste nachher noch an den Hof gehn. Sie hob mit der Linken die Schleppe ihres grauseidnen Kleides auf, machte mit der Rechten eine anmuthig grüßende Bewegung und sagte: ‚Nun, meine Herren, muss ich mich empfehlen.‘ Begeistert von der unbeschreiblichen Würde dieser Erscheinung, rief Goeckingk: ‚So muss Graff sie malen!‘ Diese Idee wurde später wirklich ausgeführt (...)“[38] Von dem Porträt sind drei Fassungen bekannt. Es steht jedoch nicht fest, welches die erste Fassung ist. Eine Fassung befand sich im Besitz der Familie Nicolai, später im Besitz von Gustav Parthey. Dieses Bild wurde am 16. Mai 1950 auf der Auktion bei Max G. Bollag in Zürich angeboten. Eine weitere Fassung war im Besitz des Prinzen Biron von Curland auf Schloss Groß Wartenberg. Diese ist vermutlich in den Kriegswirren des Zweiten Weltkriegs bei der Zerstörung des Schlosses Groß Wartenberg 1945 dort verbrannt. Die dritte bekannte Fassung befand sich auf Schloss Löbichau.[39]

Am 17. Januar 1766 schrieb Christian Ludwig von Hagedorn an den Prinzenadministrator Franz Xaver von Sachsen und formulierte die Vorschläge für die Anstellungsbedingungen für Graff wie folgt:

„Nachdem das gestern eingelaufene Bildniss des Malers Graff in Winterthur bei Zürich gnädigsten Beifall erhalten und auch andere von Augsburg aus eingelaufene Nachrichten, wie wohl man mit ihm persönlich und mit seiner Geschicklichkeit im Treffen zufrieden, sattsam darthun, so habe ich die Sache bis auf Ew. k. Hoh. Entschluss nunmehro dahin eingeleitet, dass besagter Künstler Graff

1) in wirkliche kurfürstl. Dienste allenfalls mit einer ihm in originali mitzutheilenden höchsten Versicherungsresolution angenommen und ihm zugleich das jährliche Gehalt von Vierhundert Thaler, welches zuförderst um sich hier einzurichten und den Abzug des ersten Monats für die Armen im Anfange nicht allzuschwer zu fühlen, vom 1. October 1765 angehe, nebst

2) Einhundert Thaler Reisekosten ausgemacht und ihm

3) für jedes Originalbildniss, welches er über dasjenige, das er jährlich aus Verbindlichkeit zu übernehmen hat, dem Hofe liefert, für die halbe Figur mit oder ohne Hand fünfzig Thaler, mit 2 Händen 100 Thaler oder 66 Thlr. 8 Ngr., wobei grössere Kniestücke oder Bildnisse in Lebensgrösse mit reicherer Ordonanz auch besonders reichlicher zu belohnen, auf gnädigsten Befehl angeboten, auch ihm, wenn er es verlangt,

4) der Charakter eines kurfürstlichen Hofmalers vorläufig versichert werden könne.

Dagegen habe er die Verbindlichkeiten zu übernehmen:

a) wenn er von der kurfürstl. Academie zum Mitgliede aufgenommen wird, das zum Antritt bei derselben zum Andenken gewöhnliche Gemälde sowohl, als in Beziehung auf den jährlichen Gehalt

b) jährlich ein Bildniss mit oder ohne Hand, halbe Figur, für den Hof unentgeldlich und besten Fleisses zu verfertigen, wonächst, oben erwähnter Massen, das Mehrere besonders bezahlt werde. Ferner

c) Jahr aus Jahr ein wenigstens einen ihm anständigen von den Unterlehrern vorbereiteten Lehrling in seiner Kunst ohne anderen eigenen Aufwand unentgeldlich zu unterrichten und

d) seine Anherkunft längstens im Monat März oder Anfang April zu beschleunigen und endlich meine zum Aufleben der Künste in Sachsen getroffenen Anstalten treulich zu befördern.

Hierauf wird nun des Künstlers Antwort zu erwarten und Ew. k. Hoheit des mehreren unterthänigst vorzutragen sein."[35]

Die Vorschläge von Hagedorn wurden durch den Hof genehmigt und Hagedorn sandte sein Berufungsschreiben umgehend nach Zürich, wo Graff bei Salomon Gessner wohnte. Im Februar 1766 traf das Schreiben bei Johann Heinrich Heidegger ein, der es sogleich Graff zukommen ließ. Graff war überglücklich. Anfang März 1766 reiste Graff von der Schweiz über Augsburg und Bayreuth nach Dresden.[40]

Bei seinem Abschied in der Schweiz sowie auf seiner Durchreise in Augsburg verewigten sich noch einige Freunde von Anton Graff in seinem Stammbuch. Darunter waren Johann Caspar Füssli, der Pfarrer Johann Jacob Wirz, Johann Jacob Haid und Johann Elias Ridinger. Sein Freund Hauptmann Johann Heinrich Heidegger (1738–1823) aus Zürich, der, wie Christian Ludwig von Hagedorn, eine Schlüsselrolle in Graffs beruflichem Werdegang einnahm, schrieb ihm folgende Zeilen in Latein in sein Stammbuch:[41]

„I, bone, quo virtus tua te vocat, i pede fausto, grandia laturus meritorum praemia. Quid stas?“

– Johann Heinrich Heidegger verwendete ein Zitat von Horaz, welches Horaz einst seinem Freund Julius Florus, einem Poeten, Redner und Juristen in der Zeit des römischen Kaisers Augustus, in einem Brief schrieb. Übersetzt werden kann das Zitat in etwa wie folgt: „Geh, mein Guter, wohin deine Tugend dich ruft, geh, vom Glück begleitet und ernte große Belohnung für deine Taten. Was bleibst du (hier) stehen?“

[Bearbeiten] Anton Graffs Ankunft in Dresden

Ernst Platner (um 1789). Er war Mitbegründer der Anthropologie als medizinisch-philosophische Wissenschaft, dem Vorläufer der psychosomatischen Medizin.

Am 7. April 1766 traf Graff in Dresden ein, wo er als kurfürstlich sächsischer Hofmaler und aggregiertes Mitglied der Kunstakademie Dresden fortan am Altmarkt wohnte.[6] Seine Wohnung, die er beinahe bis zum Schluss seines Lebens bewohnte, befand sich im Haus von Frau Magdalena Sophie Weinlig geb. Schomburg, der Witwe des Dresdner Bürgermeisters Christian Weinlig (1681–1762). Es war ein großes Zimmer im Haus Nr. 9 am Altmarkt, das später die Straßennummer 20 und die Katasternummer 425 trug.[42] Jahre später schuf Carl Maria von Weber im selben Haus 1820 die Oper Der Freischütz.[43] Zur Ankunft von Graff in Dresden hielt Johann Caspar Füssli fest: „Graff kam glücklich an den Ort seiner Bestimmung, und wurde von dem Herrn von Hagedorn den hohen Herrschaften vorgestellt, welche ihn sehr gnädig annahmen und seinem Pinsel sogleich Gelegenheit gaben, sich an ihren Bildnissen Ruhm und Ehre zu erwerben. Es gelang ihm auch nach Wunsch; denn er hatte das Glück, dass seine Arbeit alle Erwartungen übertraf. Jedermann sucht seine Talente zu nutzen, und sich von ihm mahlen zu lassen.“[21] Und Graff meinte: „Von dieser Zeit an ging es mir immer glücklich; ich hatte viel Portraits zu malen.“[44]

Johann Christian Stemler (um 1773). Mit großer Wahrscheinlichkeit eigenhändige Replik von Anton Graff nach seiner ersten Fassung, welche er 1773 im Auftrag von Philipp Erasmus Reich geschaffen hat und welche sich heute in der Sammlung der Universitätsbibliothek Leipzig befindet. Graff porträtierte Stemler im schwarzen Rock mit Mühlsteinkragen. Stemler trägt eine Domherrenmedaille auf der Brust.[45]

Als sächsischer Hofmaler musste Graff für Kurfürst Friedrich August III. jährlich bestimmte Porträtaufträge erfüllen. Es waren denn auch die Porträts für den Hof sowie weitere sächsische Adlige, die hohe Funktionen im Staate innehatten, die Graff den Weg für Ansehen und Erfolg bereiteten. Graffs Gemälde wurden regelmäßig auf den von Hagedorn ins Leben gerufenen Ausstellungen der Kunstakademie Dresden gezeigt. Diese jährliche Ausstellung wurde jeweils am 5. März, dem Namenstag des Kurfürsten Friedrich August, eröffnet und dauerte vierzehn Tage. Die Ausstellungen trugen wesentlich zum Ruhm und Bekanntheitsgrad von Graff bei und brachten ihm auch Aufträge ein. So gehörte bald zum guten Ton, sich von Graff porträtieren zu lassen. Als er 1767 erstmals ausstellte und unter anderem seine Porträts von Feldzeugmeister Aloys Friedrich von Brühl, Generalpostmeister Adam Rudolph von Schönberg und Oberst Johann Gustav von Sacken präsentierte, wurde ihm viel Lob zuteil. Auch Generaldirektor Christian Ludwig von Hagedorn war voll des Lobes für Anton Graff. Hagedorn berichtete Johann Georg Wille 1768 voller Stolz von den Leistungen seines Schützlings. Wille antwortete an Hagedorn: „Ich bin Ihnen, mein Herr Generaldirector, unendlich verbunden, dass Sie mir gütigst eine kleine Beschreibung der letzten Gemäldeausstellung zu machen beliebet haben. Ich habe ein ungemeines Vergnügen, dass Sie an Herrn Graff einen großen Portraitmaler besitzen. Herr Bause hat mir letzthin ein kleines Portraitchen gesandt, welches er nach Herrn Graff gegraben hat, aus welchem ich sehen kann, dass seine Köpfe voller Weisheit sein müssen, welche sich auf einer festen Zeichnung und sichern Anwendung der Farbe gründet. Ich überdenke dieses Alles und mehreres mit Lust, weil ich muthmaße, dass große Portraitmaler heutzutage eine rare Sache in Deutschland sein müssen. Die Kunst dabei ist die Natur auf der That zu ertappen. Nur ein genauer Beobachter kann sich diese Kunst geläufig machen. Ich glaube, dass Herr Graff dieser Beobachtung sehr fähig sei. Ich muss diesen Künstler lieben, ob ich gleich die Ehre nicht habe ihn zu kennen, nur weil er nicht allein ein sehr geschickter Mann sondern auch im Umgange liebenswürdig sein soll.“[46]

[Bearbeiten] Anton Graffs Lebensstelle

Kurfürst Friedrich August III., ab dem 20. Dezember 1806 König Friedrich August I. von Sachsen, genannt der Gerechte (1795). Porträtiert im weißen Uniformrock mit dem blauen Schulterband des Weißen Adlerordens. Rechts auf dem Tisch liegt der hermelinbesetzte Purpurmantel samt Kurfürstenhut und Kommandostab.

Die Anstellung in Dresden behielt Anton Graff Zeit seines Lebens inne. Selbst finanziell bessere Angebote, unter anderem aus Berlin, lehnte er ab. Graff hatte zu Beginn des Jahres 1788 vom preußischen Minister Friedrich Anton von Heynitz das Angebot des Hofes erhalten, sich mit 1.400 Taler Gehalt in Berlin niederzulassen, um an der Berliner Kunstakademie zu wirken. Auch Friedrich August von Zinzendorf, der sächsische Gesandte in Berlin, erfuhr von dem Angebot von Minister von Heynitz an Graff. Dass Graff dieses verlockende Angebot aus Berlin nicht sofort annahm, machte dem Gesandten von Zinzendorf Eindruck. Zinzendorf informierte umgehend den Grafen Camillo Marcolini über das Angebot von Heynitz an Graff. Marcolini war seit 1780 Hagedorns Nachfolger als Generaldirektor der Dresdner Kunstakademie. Zinzendorf schrieb an Marcolini: „Monsieur Graff, occupé ici depuis quelque temps à peindre le Roi, la Princesse Frédérique, fille du Roi, et d'autres personnes de marque est reparti aujourd'hui pour Dresde. Je sais qu'on lui a fait ici des propositions très avantageuses que jusqu'à présent il n'a point accepté, et je crois de mon devoir de rendre compte à Votre Excellence de cette preuve de zèle et d'attachement, comme devant donner du relief au mérite de ce célèbre artiste.“[47] Graff nahm zwar das Angebot aus Berlin nicht sofort an, er lehnte es allerdings auch nicht ab. Er bat sich Bedenkzeit aus. Graff suchte das Gespräch mit dem Grafen Marcolini und schilderte ihm anschließend auch in einem Schreiben vom 7. Mai 1789 das glänzende Angebot aus Berlin sowie seine damalige finanzielle Situation: „(...) So schwer mir auch die grosse Dankbarkeit gegen S. kurfürstl. Durchlaucht, die mir so viele Jahre auf das huldreichste Schutz und Unterstützung angedeihen zu lassen geruhten, und die Neigung, zu der ich mich von ganzem Herzen bekenne, Sachsen, in dem es mir so wohl ging, aus patriotischem Gefühl als mein zweites Vaterland zu betrachten, einen jeden Entschluss von Veränderung machen muss – so darf ich denn doch es füglich mir nicht verhalten, dass ich auch mir und als Ehemann und Vater meiner Familie Pflichten schuldig bin, die mir nicht weniger heilig sein dürfen (…)“[48] Marcolini reagierte prompt. Am 20. Juni 1789 wurde Graff laut kurfürstlich sächsischer Resolution Professor für das Porträtfach an der Dresdner Kunstakademie mit 700 Talern Gehalt und 50 Talern jährlichem Quartiergeld.[49] Die 50 Taler jährliches Quartiergeld wurden Graff jedoch schon 1774 bewilligt. Denn offenbar hatte sich Graff bereits ab 1773 bis Ende 1774 ernsthaft mit dem Gedanken getragen, Dresden in Richtung Leipzig oder Berlin zu verlassen. Dies geht aus verschiedenen Briefen aus dieser Zeit zwischen Graff und seinem Schwiegervater Johann Georg Sulzer hervor. Über die Gründe lässt sich nichts Genaueres erfahren – nur so viel, dass es offenbar um ein Zerwürfnis und finanzielle Angelegenheiten ging. So fragte Sulzer in einem Brief an Graff vom 31. Dezember 1773, ob man ihm in Dresden seine Pension noch bezahle. Und im Brief datiert vom 13. Mai 1774 erkundigte sich Sulzer bei Graff, ob ihm der Hof nun etwas von der Pension des verstorbenen Dietrichs zulege. Sollte dies nicht der Fall sein, so empfahl ihm sein Schwiegervater, dass er Dresden verlassen und sich in Berlin niederlassen solle. In einem weiteren Schreiben vom 11. November 1774 bot Sulzer seinem Schwiegersohn an, dass er sich beim König von Preußen um eine Pension für ihn bemühen wolle, sollte er sich denn entschließen, sich in Berlin niederzulassen. Und Sulzer meinte weiter, dass er durchaus die Hoffnung habe, die Pension vom König für ihn zu erhalten. Im selben Schreiben gab Sulzer jedoch zu bedenken, dass – sollte er vom König von Preußen für ihn eine Pension erwirken können – dies mit einer eingeschränkten Reisetätigkeit für ihn [Graff] einhergehe. Denn Sulzer führte in seinem Schreiben aus: „Es geht hier nicht an, dass diejenigen, die Pensionen vom König haben, sich ohne ausdrückliche Erlaubnis auf Reisen außerhalb der königlichen Länder begeben.“[50] Dies mag wohl einer der Gründe gewesen sein, weshalb Anton Graff sich nicht in den Dienst des preußischen Hofes stellen wollte. Denn Graff reiste gerne, immer wieder auch zurück in seine Heimat, die Schweiz. Zudem erhielt Graff in der Tat 1774, als das Gehalt des verstorbenen Christian Wilhelm Ernst Dietrich unter den Lehrern der Akademie aufgeteilt wurde, eine Gehaltserhöhung in Höhe von 50 Talern Quartiergeld sowie gleichzeitig die Zusicherung des Hofes in Dresden, jährlich mehrere Monate reisen zu dürfen, ohne vorher um Urlaub nachsuchen zu müssen. Diese neuen Umstände trugen sicher auch dazu bei, dass Graff in Dresden blieb.[51] Dazu kam, dass es in Dresden ungleich mehr Fabrikanten und Künstler als in manch anderer deutscher Residenzstadt gab. Graff mochte dieses tonangebende bürgerliche Element. Dies war wohl ein weiterer Grund, weshalb Graff seiner Wahlheimat – trotz verlockender Angebote von außerhalb – zeitlebens treu blieb.[52]

Johann Caspar Füssli (1765). Er hielt das Leben und Wirken von Anton Graff erstmals in einer Publikation fest.[53]

Zu Graffs Akademie-Kollegen gehörten neben Giovanni Battista Casanova, Bruder des berühmt-berüchtigten Giacomo Casanova, auch die Porträtmaler Christian David Müller, Johann Eleazar Zeissig und Johann Heinrich Schmidt.[54]

[Bearbeiten] Wie Anton Graff ein Stück Schweiz in Sachsen entdeckte

Graff mochte die Kunst- und Kulturstadt Dresden. Auch deren Umland hatte es ihm angetan, vor allem die Sächsische Schweiz. Er und sein Freund und Landsmann Adrian Zingg, der ebenfalls 1766 an die Kunstakademie Dresden berufen wurde, fühlten sich von der Landschaft an ihre Heimat, den Schweizer Jura, erinnert. Sie machten oft gemeinsame Ausflüge in diese Gegend. Zur Unterscheidung von ihrer Heimat berichteten sie in ihrem Briefwechsel von der „sächsischen Schweiz“, womit Graff und Zingg dem Gebiet seinen heutigen Namen gaben. Zuvor wurde der sächsische Teil des Elbsandsteingebirges lediglich als Meißner Hochland, Meißnisches Oberland oder Heide über Schandau bezeichnet.[55] „Von ihrer neuen Wahlheimat aus sahen sie ostwärts, etwa einen Tagesmarsch entfernt, ein Gebirge liegen. Es zeigte ein merkwürdig abgeflachtes Panorama, ohne eigentliche Gipfel (...)“ (nach Lothar Kempe[55]). Wilhelm Leberecht Götzinger griff den von Anton Graff und Adrian Zingg geprägten Namen auf und machte die Sächsische Schweiz durch seine Bücher europaweit bekannt.

Einer der ersten gemeinsamen Ausflüge in die Sächsische Schweiz dürfte Anton Graff und Adrian Zingg noch etwas länger in Erinnerung geblieben sein. Die beiden Freunde machten Ende August 1766 einen Ausflug in die Umgebung von Dresden. Es war wohl Adrian Zingg, der bei dieser Gelegenheit Prospekte von der Festung Königstein zeichnete. Dies kam einigen Ordnungshütern wohl verdächtig vor und sie verhafteten die beiden Schweizer. Das Missverständnis scheint sich dann aber schnell aufgeklärt zu haben, denn weitere Folgen blieben offenbar aus.[6]

[Bearbeiten] Johann Caspar Füssli über Anton Graff im Jahre 1770

„Und wie viel hat die Kunst noch von ihm zu erwarten! Denn er ist nicht mit dem erlangten Ruhm zufrieden. Je mehr er einsehen lernt, was zur Vollkommenheit der Kunst gehört, desto mehr glaubt er sich verpflichtet, seinen Fleiss und Nachdenken zu verdoppeln, seine Kenntnisse nach der Natur und den erhabenen Mustern der Dresdner-Gallerie zu erweitern, und durch solche edle Bemühungen seine Vorzüge zu vergrössern, uns sich dereinst eine Stelle neben den grössten Bildnismahlern zu verdienen.“

Joh. Caspar Füesslin: Geschichte der besten Künstler in der Schweiz nebst ihren Bildnissen (3. Theil). Verlag Orell, Gessner, Füessli und Comp., Zürich 1770, S. 248.

[Bearbeiten] Porträtist der Persönlichkeiten seiner Zeit

Friedrich der Große (1781). Porträtiert im Uniformrock mit dem Bruststern des Schwarzen Adlerordens. Dieses Porträt gilt als das bekannteste Gemälde von Anton Graff. Schon seine Zeitgenossen hielten es für jenes der vielen Friedrich-Porträts, das der Wirklichkeit am nächsten kommt. Graff schuf mehrere Fassungen davon. Das Gemälde befand sich wohl einst im Besitz von Philipp Karl von Alvensleben. Später befand es sich im Schloss Sanssouci. Heute ist es im Schloss Charlottenburg ausgestellt.[56]

Graff blickte – wie kein anderer Maler – in das Antlitz des geistigen Deutschlands im Jahrhundert Goethes und stellte über 800 Gesichter auf seine unverkennbare eigene Weise – realistisch kraftvoll, mit bewusster Betonung des bürgerlich-menschlichen Aspekts – dar.[57] Graffs Kunst erfreute sich in breiten Schichten großer Beliebtheit. Er erhielt zahlreiche Aufträge aus den Kreisen des Adels, der Diplomatie, der Wissenschaft und des Bürgertums. Wie sehr Anton Graff als Porträtist gefragt war, geht aus einen Brief von Daniel Chodowiecki hervor. Am 27. Oktober 1784 schrieb Chodowiecki an Graff in Dresden: „Unsere Berliner thun wohl, wenn sie sich bei Ihnen malen lassen, denn jetzt ist Berlin von guten Porträtmalern sehr entblößt. Es ist niemand mehr als Frisch, der etwas Erträgliches malt und er malt sehr langsam.“[58]

Graff porträtierte die Großen und Bekannten seiner Zeit. Dazu gehören (Auswahl in alphabetischer Reihenfolge):

Graf Stanisław Kostka Potocki (1785). Porträtiert mit dem Bruststern und dem Schulterband des Weißen Adlerordens. Graff weilte vom 9. Juli bis zum 10. August 1785 in Karlsbad. Anlässlich dieses Aufenthaltes porträtierte er den Grafen Potocki.[43] Am 11. Juli 1785 schrieb Potocki an seine Frau aus Karlsbad: „Mon portrait fait par Graff, qui est vraiment beau.“ Graff verlangte den damals bescheidenen Preis von 30 Roten Złoty für das Porträt. Das Gemälde befand sich zunächst im Potocki-Palast. Seit 1821 ist es im Wilanów-Palast ausgestellt, einem weiteren ehemaligen Sitz der Familie Potocki.[59]

Adelung, Johann Christoph; von Alvensleben, Philipp Karl; Apel, Heinrich Friedrich Innocentius; von Augustenburg, Friedrich Christian; von Bayern, Maria Antonia; von Biron, Anna Charlotte Dorothea, von Biron, Peter; Bloch, Marcus Élieser; Bodmer, Johann Jakob; Brandes, Esther Charlotte; von Braunschweiz-Wolfenbüttel-Bevern, Elisabeth Christine; von Brühl, Carl; Bürger, Gottfried August; von Carlowitz, Carl Adolf; Chodowiecki, Daniel; Clodius, Christian August; Clodius, Julie; von Crayen, Henriette; von Dänemark und Norwegen, Louise Auguste; Dietrich, Christian Wilhelm Ernst; von Einsiedel, Detlev Carl; Ekhof, Conrad; Elgin, Thomas Bruce; Engel, Johann Jacob; Ernesti, Johann August; von Fritsch, Thomas; von Funck, Karl Wilhelm Ferdinand; Füssli, Johann Caspar; Gedike, Friedrich; Gessner, Salomon; Gellert, Christian Fürchtegott; Gluck, Christoph Willibald; von Goeckingk, Leopold Friedrich Günther; von Hagedorn, Christian Ludwig; von Hahn, Friedrich; Hegner, Ulrich; Hensel, Sophie Friederike; Herder, Johann Gottfried; Herz, Henriette; von Heynitz, Carl Wilhelm Benno; von Heynitz, Friedrich Anton; Hiller, Johann Adam; von Hofenfels, Johann Christian; Hommel, Karl Ferdinand; Iffland, August Wilhelm; Kaaz, Karl Ludwig; Kaufmann, Christoph; von Kleist, Heinrich; Körner, Christian Gottfried; Lavater, Johann Caspar; Lessing, Gotthold Ephraim; von Lichtenau, Wilhelmine; Mahlmann, August; von Medem, Christoph Johann Friedrich; Mendelssohn, Moses; von Metternich, Klemens Wenzel Lothar; von Miltitz, Dietrich; Müller, Carl Wilhelm; Naumann, Johann Gottlieb; Nicolai, Friedrich; Oeser, Adam Friedrich; Platner, Ernst; Potocki, Stanisław Kostka; von Preußen, Friederike; von Preußen, Friedrich II.; von Preußen, Friedrich Wilhelm II.; von Preußen, Heinrich; von Racknitz, Joseph Friedrich; Radziwiłł, Michał Hieronim; von Ramdohr, Basilius; Ramler, Karl Wilhelm; von Raumer, Friedrich; von der Recke, Elisa; Reich, Philipp Erasmus; Reuß zu Greiz, Heinrich XIII.; Reuß zu Greiz, Heinrich XIV.; Reventlow, Johan Ludvig; von Sachsen, Friedrich August I.; von Sagan, Dorothea; Schellenberg, Johann Rudolf; Schellenberg, Johann Ulrich; Schiller, Friedrich; Schlegel, Dorothea; von Schönberg, Adam Rudolph; Schröter, Corona; von Sivers, Friedrich August; Spalding, Johann Joachim; Stemler, Johann Christian; Stock, Dora; Sulzer, Elisabeth; Sulzer, Johann Georg; von Voß, Julie; Weiße, Christian Felix; Wieland, Christoph Martin; von Winkler, Carl Gottfried; Zingg, Adrian; von Zinzendorf, Friedrich August; Zollikofer, Georg Joachim.

Obwohl Johann Wolfgang von Goethe und Anton Graff sich kannten und gegenseitig schätzten, ist Goethe der einzige des Viergestirns der Weimarer Klassik – Wieland, Goethe, Herder und Schiller – bei dem es sich nie ergeben hat, dass er für Graff Modell saß.[60]

August Wilhelm Iffland als Pygmalion im Melodrama von Jean-Jacques Rousseau (unten bezeichnet: A. Graff pinx: 1800). Iffland, bekleidet mit einer grauen Tunika und einer hellblauen Toga, ist der Frauenstatue zugewandt und im Begriff zu sagen: „Aber eine Seele fehlet dir, deine Gestalt kann ihrer nicht entbehren.“ Im Hintergrund ist die Statue des Apoll von Belvedere zu sehen. Das Gemälde wurde auf der am 9. Oktober 1814 in Berlin eröffneten Ausstellung der Akademie der Künste gezeigt und dort von Friedrich Wilhelm III. für die Bildergalerie von Schloss Sanssouci angekauft. Heute befindet sich das Porträt im Schloss Charlottenburg.[61]

Dass es Graff – trotz seines liebenswürdig heiteren und unterhaltsam angenehmen Wesens – bei den Sitzungen auch manchmal schwer hatte, belegen verschiedene Hinweise. So besaß Schiller kein Sitzfleisch und Frau César, [Sophie Elisabeth César, geb. Leveaux (1744–1826), Mutter von Pauline Wiesel und Schwester von Henriette von Crayen], kam nicht zu den verabredeten Terminen. Auch die Bezahlung für gelieferte Bilder bereitete Graff zuweilen Sorgen. So wollte der Schauspieler August Wilhelm Iffland sein Porträt, das ihn in seiner Rolle als Pygmalion (im Melodrama von Jean-Jacques Rousseau) zeigt, nicht bezahlen. Iffland war der Meinung, dass er sein Porträt nicht bezahlen müsse, da es für Graff zweifelsohne eine Ehre gewesen sei, ihn porträtieren zu dürfen. Graff nahm es mit Humor und überlegte sich im Scherz, ein zweites Porträt von Iffland anzufertigen, in dem er ihn in seiner Rolle als Pygmalion darstellen würde, so wie er wirklich war. Denn Graff sagte, dass er Iffland in diesem Porträt sehr veredelt habe, damit er in dieser Rolle nicht lächerlich erscheine. Graff meinte weiter, dass allein das Gerücht um so ein mögliches Porträt Iffland schon zum Zahlen bewegen würde. Unterstützt von seinen Freunden behielt sich Graff jedoch auch juristische Schritte gegen den säumigen Schuldner vor.[62]

Adam Friedrich Oeser (1776). Er nahm 1754/55 Johann Joachim Winckelmann in seiner Wohnung in der Großen Frauengasse in Dresden bei sich auf. Zu Oesers Schülern gehörte auch Johann Wolfgang von Goethe, den er bei der Anlage des Weimarer Parks beriet und durch dessen Vermittlung Oeser auch die Ausstattung des Weimarer Theaters schuf.[63]

„(…) Überhaupt aber fand er [Graff], was alle finden, ein Porträtmaler sey ein geplagter Mann, weil er seinen Geschmack so oft geschmackloser Mode unterordnen, und seine Umrisse vom Schneider und Friseur bestimmen lassen muss, und nicht machen kann, was er will. Indess wer einen Namen hat, darf sich auch schon mehrere Freyheit bedienen. Als er [Graff] einst eine alte vornehme Damen malte, konnte er es ihr gar nicht recht machen, gleichwohl fügte er sich lange mit grosser Gelassenheit; wie sie aber endlich verlangte, er sollte jetzt noch einmal mitten in der Arbeit aufhören, und mit einem andern Maler und einem Cavalier consultieren, ging ihm, der, obgleich ein Schweizer, nicht gern ad referendum nahm, die Geduld aus; er malte ihr einen Schnurrbart hin, und lief davon.“[64]

Graff war der bevorzugte Porträtist der deutschen, russischen, polnischen und baltischen Aristokratie. Seine berühmtesten Auftraggeber aus diesen Kreisen waren Katharina die Große von Russland und Friedrich der Große von Preußen. Für Kaiserin Katharina die Große kopierte Graff zahlreiche Bilder der Dresdner Gemäldegalerie. Darunter waren Werke von Pompeo Batoni, Carlo Cignani, Antonio da Correggio, Anthonis van Dyck, Raffael und Peter Paul Rubens. Die Kaiserin erwirkte gar, dass Graff in Originalgröße kopieren durfte, was sonst in Dresden untersagt war.[65] Sie war äußerst zufrieden mit der Arbeit von Graff. Zum Zeichen der Wertschätzung seiner Arbeit erhielt Graff, neben dem vereinbarten Lohn, auch eine 70 Dukaten schwere goldene Medaille von der Kaiserin.[66]

In Italien, Frankreich, England und den Niederlanden war Graff niemals. Umso wichtiger war für ihn die Dresdner Gemäldegalerie als Ort, wo er die Meister aus diesen Ländern studieren konnte.[54]

Sein Porträt von Friedrich dem Großen wird als sein Hauptwerk angesehen. Es ist das meistkopierte und -reproduzierte Porträt Friedrichs des Großen. Das Gemälde ist im Schloss Charlottenburg ausgestellt.[56] Im Gegensatz zu seinem Bruder Heinrich saß Friedrich der Große Graff nie zu Porträt. Für dieses Porträt musste es genügen, dass Graff sich lediglich Skizzen von dessen Physiognomie aus respektabler Entfernung während der Truppenparaden von 1781 machen konnte. Es ist ein weitgehend ideales Königsbild entstanden, das wohl dem Modell, wie es scheint, gerecht wird; denn unter den verschiedenen Friedrich-Porträts gehört es zu den wirkungsvollsten, im Ausdruck stärksten.[67] Möglicherweise identisch mit diesem Porträt ist das Brustbild, das ursprünglich der preußische Gesandte in Dresden Philipp Karl von Alvensleben, seit 1791 preußischer Kabinettsminister, besaß. Darüber berichtete Johann Friedrich Bause in einem an Friedrich Nicolai gerichteten Brief vom 23. August 1786: „(...) Das Gemälde besitzt der preußische Gesandte in Dresden: er und jeder, der es gesehen, halten es vor besonders ähnlich. Herr Graff malte es vor 5 Jahren als er in Berlin war, ging alle Tage auf die Parade, marquierte sich den Monarchen, wozu man ihm Gelegenheit schaffte, ihn recht nahe sehen zu können, und ging jederzeit gleich in sein Logis, um sein Bild auszumalen.“[56]

[Bearbeiten] Anton Graff über Friedrich Schiller: „Er hatte kein Sitzfleisch“

Friedrich Schiller. Die Vollendung dieses Porträts dauerte fünf Jahre (1786–1791). Das Porträt wurde oft kopiert. Das Schillerhaus in Weimar verfügt über eine Kopie des Porträts, die von Johann Christian Xeller angefertigt wurde.
Friedrich Christian von Augustenburg (um 1790). Porträtiert mit dem Bruststern des Elefanten-Ordens. Zusammen mit Ernst Heinrich von Schimmelmann zahlte er Friedrich Schiller ab Dezember 1791 während drei Jahren eine jährliche Pension von 1.000 Taler, um ihm während seiner Krankheit Finanzsorgen zu nehmen.

Anton Graff über die Entstehung des Porträts von Friedrich Schiller, welches er im Frühjahr 1786 begonnen und im Herbst 1791 vollendet hatte: „Die grösste Noth, zuletzt aber auch die grösste Freude hat mir das Portrait Schillers gemacht; das war ein unruhiger Geist, der hatte, wie wir sagen, kein Sitzfleisch. Nun liebe ich es zwar sehr, wenn Personen mir gegenüber nicht wie Oelgötzen regungslos dasitzen, oder wohl gar interessante Gesichter schneiden, aber Freund Schiller trieb mir die Unruhe doch zu weit; ich war genöthigt, den schon auf die Leinwand gezeichneten Umriss mehrmals wieder auszuwischen, da er mir nicht still hielt. Endlich gelang es mir, ihn in eine Stellung festzubannen, in welcher er, wie er versicherte, sein Lebtag nicht gesessen, die aber von den Körnerschen Damen für sehr angemessen und ausdrucksvoll erklärt wurde. Er sitzt bequem und nachdenklich, den zur linken Seite geneigten Kopf auf den Arm stützend; ich meine den Dichter des Don Carlos, aus welchem er mir während der Sitzungen vordeclamierte, in einem glücklichen Momente aufgefasst zu haben (...)“[68]

Minna Körner meinte zur von Friedrich Schiller im Porträt von Anton Graff eingenommenen Pose: „Wir erwählten diese Stellung aus, in welcher wir ihn in einsamen Stunden belauscht hatten, vornehmlich deshalb, um ihn zu einer ruhigen Haltung zu nötigen; gewöhnlich trug er den Kopf etwas trotzig zurückgebogen. Graff war zufrieden, dass ihm Schiller etwa viermal saß, sodass er den Kopf und die Hände fertig malen, das Uebrige wenigstens anlegen konnte (...)“[68]

Ab 1790 ging es im Briefwechsel zwischen Christian Gottfried Körner und Friedrich Schiller auch immer wieder um das Graffsche Porträt von Schiller. Schiller wollte mit dem Bild seiner Frau an Weihnachten 1790 eine Freude machen und bat Körner in einem Brief vom 17. Dezember 1790, bei Graff vorzusprechen, damit Graff ihm, Schiller, das Bild – auch wenn noch unvollendet – doch wenigstens für ein paar Tage überlassen würde. Schiller schrieb in seinem Brief aus Jena: „So gar gern wünschte ich meiner Frau zu Weihnachten mit dem Graffschen Gemälde von mir eine Freude zu machen; sie verlangt unbeschreiblich danach. Wenn es gleich nicht vollendet ist, so kann Graff es ja eine Zeit lang in meinen Händen lassen, bis wir zusammenkommen, welches so gar lange nicht mehr anstehen kann – und dann kann er's vollenden (...)“[69] Mit Schreiben vom 24. Dezember 1790 teilte Körner Schiller mit, dass Graff es ablehne, das Bild unvollendet aus den Händen zu geben. Körner schrieb: „Ich wäre Dir sehr gerne behilflich gewesen, Deinem Weibchen eine Freude zu machen; aber Graff gibt das Bild nicht unvollendet aus den Händen (...)“[69]

Im Herbst 1791 hatte Graff das Porträt von Schiller schließlich vollendet. Am 12. September 1791 schrieb Körner aus Dresden an Schiller über dessen von Graff nun vollendetes, aber von Schiller noch nicht gesehenes Porträt: „(...) Graff hat Dein Bild fertig gemacht und wird es in diesen Tagen abgehen lassen. Wie mir Graff sagt, so hast Du Frauenholz das Bild schon abgetreten. Frauenholz wird es mir also nicht lassen, wenn Du ihm nicht darüber schreibst. Übrigens wenn ich gewiss wäre, dass Du künftiges Jahr herkommst und Dich wieder malen ließest, so möchte er das Bild behalten. Der obere Teil ist gut, aber zum unteren Teil hättest Du noch sitzen sollen. Jetzt ist er zu unbestimmt (...)“[69]

[Bearbeiten] Erstes repräsentatives deutsches Rollenporträt

Die Schauspielerin Esther Charlotte Brandes in ihrer Rolle als Ariadne auf Naxos (1775). Variierte Kopie des originalen Gemäldes von Anton Graff, das dieser Esther Charlotte Brandes am Neujahrstag 1776 in Dresden überreicht hatte. Diese Kopie befindet sich auf Schloss Wahn.

Das Porträt der Schauspielerin Esther Charlotte Brandes gilt als das erste repräsentative deutsche Rollenporträt, das einen Moment der dramatischen Aktion darstellt. Es zeigt den Augenblick, in dem Ariadne auf Naxos, verkörpert von Esther Charlotte Brandes, die schmerzliche Erkenntnis ausweglos erscheinender Verlassenheit überkommt. Enthusiastisch wurde damals berichtet, dass die Brandes dabei das erste „ächt-altgriechische“ Kleid auf dem Theater trug. Graff wurde die Ehre zuteil, Brandes ihr Porträt am Neujahrstag 1776 im Namen des Dresdner Publikums zu überreichen. Das Bild wurde auf der am 5. März 1777 eröffneten Ausstellung der Kunstakademie Dresden gezeigt.[43]

Johann Georg Meusel äußerte sich zur Entstehungsgeschichte dieses Porträts wie folgt:

„Herr Graff hat in Rücksicht seines zu fertigenden Gemähldes nicht nur einer Vorstellung der Ariadne auf Naxos beygewohnt, sondern auch auf dem Zimmer die vornehmsten Stellungen von der Schauspielerin wiederholen lassen, und nach gehöriger Prüfung diejenige für die geschickteste befunden, in welcher Ariadne würklich gemahlet ist. Es ist die Stelle, wo sie die traurige Überzeugung erhält, von ihrem Theseus velassen zu seyn, wo also das Hauptinteresse des Stücks anfängt, welches von nun an immer zunimmt, je höher Angst und Schrecken bey jener anwächst. Es ist daher kein schon ausgeweinter Schmerz; Ariadne steht vielmehr wie in Jammer versunken, ganz vom Schrecken betäubt, staunend über dies unerwartete Schicksal da. Von Ruhe ist hier keine Spur, wohl aber von der äußersten Verlegenheit alle Kennzeichen vorhanden.“

Johann Georg Meusel: Miscellaneen artistischen Inhalts (1. Heft). Erfurt 1779, S. 48f.

[Bearbeiten] Über Geschmack lässt sich mit einem Kurfürsten nicht streiten

Die neue Mode à la Grecque, mit welcher Graff im Porträt von Esther Charlotte Brandes 1776 einen Erfolg feierte, war jedoch nicht jedermanns Sache. Ulrich Hegner berichtete darüber wie folgt:

„Außerordentliche Gemälde für den Hof wurden ihm [Graff] bezahlt; gleichwohl war das eben nicht seine Lieblingsbeschäftigung, weil die Beurtheilung derselben nicht immer aus den lautersten Quellen des Geschmacks herfloß, sondern sich nach der momentanen Stimmung der Obern richtete, wie er oft zu erfahren Gelegenheit hatte. So malte er einst die Churfürstin, und gab ihr ein idealisches, oder wie man es damals hieß, griechisches Gewand, so wie er nicht lange vorher die Schauspielerin Brandes als Ariadne mit Beyfall gemalt hatte; das Bild wurde recht hübsch gefunden, und man konnte die Stunde nicht erleben, wo es der Churfürst besichtigen sollte; aber dieser, ein ernsthafter Herr, der seine Gemahlin nicht gern in theatralischem Gewande sah, ging unwillig bey dem Bildnisse vorüber, nannte es à la grecque, und würdigte den Maler keines Blickes. Nun war er und blieb in Ungnade, und erfuhr, dass Horazens Ausspruch: Malern und Dichtern sey alles erlaubt, wenigstens nicht auf die Hofmaler passe. Alle Hofleute, die bisher das Gemälde bewundert hatten, kehrten ihm jetzt den Rücken, und liessen ihn allein stehen, bis lange hernach Prinz Heinrich von Preußen bey dem Maler das Bildniss sah und sichs vom Churfürsten ausbat, und Graff den Auftrag erhielt, den Regenten als Gegenstück dazu zu malen. Hier aber nahm er sich wohl in Acht vor allem antiken Costume, sondern kleidete den Herrn in einen schönen deutschen Harnisch aus dem Zeughause, und schuf ihn zu allerhöchster Zufriedenheit in einen deutschen Helden späterer Zeit um.“

Ulrich Hegner: Ulrich Hegner’s gesammelte Schriften. Aus dem Leben eines Geringen (Fünfter Band, Kapitel: Leben Anton Graff’s von Winterthur, königl. Sächsischen Hofmalers und Professors an der Maler-Akademie in Dresden, 1815.) Gedruckt und verlegt bei G. Reimer, Berlin 1830, S. 77f.

Als Kriegsheroen, im Harnisch, mit dem Kommandostab in der Hand, porträtierte Graff in jenen Jahren auch den Prinzen Heinrich, und für ihn die Herren und Damen seines Rheinsberger Kreises.

[Bearbeiten] Bildgestaltung

Elisabeth Sulzer, geb. Reinhart aus Winterthur (1765/66). Ihr Enkel war der Ingenieur Salomon Hegner. Elisabeth Sulzer und Oskar Reinhart haben gemeinsame Vorfahren. Ein Teil der Kunstsammlung des Kunstsammlers und Mäzens Oskar Reinhart ist heute im Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten untergebracht. Darunter befinden sich auch Werke von Anton Graff.

Graff konzentrierte sich bei seinen Porträts stets auf das Wesentliche, auf das Gesicht seines Gegenübers. Er verzichtete in seinen Porträts weitestgehend auf allegorisches Beiwerk und übertriebene Staffage. Mit Vorliebe malte Graff Brustbilder in Lebensgröße mit neutralem Hintergrund, mit oder ohne Hände. Hände malte er bei Brustbildern oder dem Format der Halbfigur nur, wenn er es für lohnenswert hielt, etwa bei Künstlern oder schönen Frauen.[70] Schon Johann Caspar Füssli bemerkte: „Edle Züge, und in seinen Köpfen richtige Zeichnung, schöne Formen in Händen, und eine glänzende und starke Farbe, sind Theile, welche Graff schätzbar machen.“[21]

„Betender alter Mann“. Der Schuster Johann Gottlob Reinhardt aus Dresden-Friedrichstadt, Brückenstraße 9 (1802). Philipp Otto Runge meinte anerkennend, als er das Bild 1802 auf der Ausstellung der Kunstakademie Dresden sah: „Von Graff ein Kopf eines alten Schusters ganz unvergleichlich; dieser und eine Landschaft von Mechau waren das beste.“[71]

Graff war stets bemüht, nicht nur die Äußerlichkeiten einer Person akkurat wiederzugeben, sondern auch deren Persönlichkeit, deren seelischen Regungen bildhaft Form zu verleihen. Dies scheint ihm gelungen zu sein. So schrieb Johann Georg Sulzer in seiner Enzyklopädie Allgemeine Theorie der Schönen Künste: „Ich habe mehr als einmal bemerkt, dass verschiedene Personen, die sich von unserem Graff, der vorzüglich die Gabe hat, die ganze Physiognomie in der Wahrheit der Natur darzustellen, haben mahlen lassen, die scharfen und empfindungsvollen Blicke, die er auf sie wirft, kaum vertragen können; weil jeder bis in das Innere der Seele zu dringen scheinet.“[52]

Graff verstand es, mit Licht und Schatten zu arbeiten. In seinen Porträts ist das Licht stets auf das Gesicht gerichtet, mit Fokussierung auf die Stirn. Handelte es sich bei seinem Modell um eine Dame, so schenkte er auch deren Dekolleté die gebührende Aufmerksamkeit. Diese Malweise geht auf seine Zeit in Ansbach zurück, wo er Gelegenheit hatte, Gemälde von Johann Kupetzky zu studieren. Bei der Betrachtung von Kupetzkys Bildern wurde Graff das Problem der Beleuchtung, der Wechsel von Hell und Dunkel, das ausgewogene Verhältnis zwischen hervortretendem Gesicht und zurückliegendem Hintergrund bewusst. Nicht ohne Niederschlag blieb deshalb die herbe, auf das rein Menschliche gerichtete, oft alles Höfisch-Konventionellen entkleidete Art der Kupezkyschen Bildniskunst, in der das Bürgerliche absolute Realität gewinnt.[22] Graff verzichtete nicht völlig auf Eleganz, Pose und Idealisierung. Übertriebene Schmeicheleien sucht man bei Graff jedoch vergebens. So lobte auch Johann Wolfgang von Goethe im 18. Buch von Dichtung und Wahrheit die Ehrlichkeit und Genauigkeit mit der Anton Graff 1781/82 Johann Jakob Bodmer porträtiert hatte: „Glücklicher Weise existiert das Bild nach Graff von Bause, welches vollkommen den Mann darstellt, wie er auch uns erschienen, und zwar mit seinem Blick der Beschauung und Betrachtung.“[72] Dieser beinah zahnlose Kopf, der von den gewaltigen Augenbrauen dominiert wird, hatte 1910 bei der Anton-Graff-Ausstellung in der Galerie Eduard Schulte in Berlin inmitten all der wohlgepflegten Herren mit Perücken aufgrund seiner schon von Johann Wolfgang von Goethe gelobten Realistik besonders Aufsehen erregt.[73]

Im Gegensatz zu den meist ernsthaft blickenden Herren, strahlen die porträtierten Damen eine gewisse Ruhe und Güte aus. Graffs gemalte Gesichter sind bei aller Differenzierung der Charaktere lebensbejahend. Keine Trauer, aber auch kaum ein Lächeln beherrscht die Züge. Es sind aufgeklärte, selbstbewusst in sich ruhende erwachsene Menschen, Bürger ohne Empfindsamkeit und Pathos.[62]

Während seiner Zeit in Ansbach kam Graff auch mit Porträts von Hyacinthe Rigaud in Kontakt. Die beispielhafte Wiedergabe des Stofflichen, des Samtes und der Seide des französischen Hofmalers wurde ihm zum Vorbild.[22] Graff verstand in hervorragender Weise, Pelz sowie verschiedene stoffliche Materialien, namentlich Samt und Seide, und deren Faltenwürfe realitätsnah wiederzugeben.[74] Elisabeth Sulzer porträtierte er 1765/66 sitzend in einem blauen Seidenmanteau, besetzt mit silbernen Tressen und einem Kragen und Bordüren aus graubraunem Pelz.[75]

[Bearbeiten] Anton Graffs künstlerische Entwicklung

Morgen, die Elbe bei Blasewitz oberhalb von Dresden (um 1800). Graff schenkte das Bild seinem Freund Daniel Friedrich Parthey. Die Familie Graff verbrachte jeweils die Sommermonate in Blasewitz. Dort lernte Graffs Tochter Caroline Susanne 1796 ihren späteren Ehemann Karl Ludwig Kaaz kennen.[37]
Porträt der Töchter des Geheimen kursächsischen Kriegsrates, Zeremonienmeisters und Kunstsammlers Johann Julius von Vieth und Golßenau (1713–1784) und Johanna Juliane, geb. Krieg von Bellicken (entstanden um 1775). V. l. n. r.: Juliane Caroline, Edle von der Planitz (1752–1832); Sophie Juliane Elisabeth, Gräfin d'Agrollo (1748–1832) und Juliane Charlotte, Gräfin von Todtleben (1754–1840). Dieses Gemälde wurde bei Christie’s in London am 11. Dezember 2002 in der Auktion 6652 „Old Master Pictures“ als Los Nr. 75 für 111.150 £ verkauft.
Johann Joachim Spalding (1800). Anton Graff soll das Gemälde für sein bestes Porträt gehalten haben.[76]

Graffs künstlerische Entwicklung vollzog sich im Wesentlichen in vier Phasen. Die erste Phase, die bis Ende der 1760er-Jahre reicht, diente der Suche nach der persönlichen Form. Als Darstellungstypus wählte Graff für seine Porträts meist das Brust- oder Hüftstück, frontal oder mit leichten Wendungen zur Seite. Er verwendete helle, zuweilen kontrastreich leuchtende und sich scharf gegeneinander abgrenzende Farben ohne Übergang.[77]

Graffs zweite Phase wurde mit den zahlreichen Porträtaufträgen von Philipp Erasmus Reich eingeleitet. Sie markierte die Wendung zu einem bewussten Realismus. Die Farben wurden wärmer und gedämpfter und tauchten in ein harmonisches Hell-Dunkel ein. Das Gesicht – als Zentrum des Porträts – fügte sich weich in das Ensemble ein. Es war die Phase des nachwirkenden Einflusses Johann Kupetzkys.[78]

Graffs dritte Phase begann Ende der 1770er-Jahre und reichte bis zur Schwelle des 19. Jahrhunderts. Hier wird vor allem der Einfluss seiner englischen und teils auch französischen Malerkollegen sichtbar. Graff wechselte zu einer hellen, lebhaft kühlen Farbigkeit. Die Farbtöne waren nun untereinander und mit dem Hintergrund in harmonischer Weise verbunden. Seine Malweise wurde großformatig, lebendiger und auch etwas skizzenhaft. Vor allem bei Knie- und Ganzporträts, die in dieser Phase vermehrt vorkamen, dienten ihm nun Landschaften als Hintergrund, so wie es auch in England der Mode entsprach.[78] Prunk- und Schaustücke entstanden nur, wenn fürstliche Persönlichkeiten zu porträtieren waren. Eigentliche Parade- und Repräsentationsgemälde fertigte Graff vor allem im Auftrag der Höfe von Dresden und Berlin sowie für diesen Höfen nahe stehende Kreise. Gruppenbilder waren selten. Neben seinen eigenen Familienbildern ist jenes der Familie des Rittmeisters Ludwig Wilhelm von Stieglitz wohl das bekannteste. Graff porträtierte die Familie von Stieglitz um 1780.[77] Das Gemälde befindet sich heute im Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten in Winterthur.

In der vierten Phase wandt sich Graff wieder mehr dem Format des Brust- und Hüftstücks zu, vielleicht auch mit Rücksicht auf seine Augen. Die Farben wurden dunkler, pastos kraftvoll im Auftrag und durch farbige Schatten schwimmend in den Übergängen. Graffs Maltechnik wirkt nun beinahe impressionistisch. Diese ersten Anzeichen des später aufkommenden Impressionismus, sind auch in seinen Landschaftsbildern sichtbar, welche er in seinen späteren Jahren zu malen begann. Philipp Otto Runge und Caspar David Friedrich ließen sich von seiner Landschaftsmalerei beeinflussen.[78]

Um 1800 malte Anton Graff das Gemälde Morgen, die Elbe bei Blasewitz oberhalb von Dresden. Er schenkte das Gemälde seinem Freund Daniel Friedrich Parthey. Gemäß Partheys Sohn Gustav Parthey, soll Graff gegenüber seinem Vater geäußert haben, „dass er vorher niemals Landschaften gemalt, und sich bei einem Sommeraufenthalte in Loschwitz gelangweilt; da habe er gedacht, wer einen stets sich verändernden Kopf treffen könne, der werde auch eine stillstehende Landschaft treffen.“[79] Von diesem Gemälde existiert eine Kopie, die möglicherweise vom Sohn von Anton Graff, von Carl Anton Graff, stammt. Bei der Kopie befindet sich der Weidenbaum allerdings am rechten Bildrand. Diese Kopie befand sich einst in der Wohnung von Elisa von der Recke in Dresden.[80]

Einen weiteren Hinweis, dass Graff mehrere Landschaftsbilder schuf, zeigen die Schilderungen über die Dresdner Wohnung von Elisa von der Recke durch Konstantin Karl Falkenstein im von ihm herausgegebenen Werk Christoph August Tiedge's Leben, das dessen Leben und poetisches Werk enthält. Dort heißt es: „Hatte man den heitern mit Steinplatten belegten Hof des fast ländlichen Hauses durchschritten, so führte die Treppe in ein geräumiges Vorzimmer, dessen Wände durch mehrere landschaftliche Gemälde von der Hand des berühmten Hofmalers Anton Graff geschmückt waren, welche Naturscenen aus der Umgegend von Dresden, als: die Dörfer Loschwitz, Blasewitz [vermutlich handelte es sich bei diesem Gemälde von Blasewitz um jene Kopie, welche möglicherweise von Carl Anton Graff nach dem Original seines Vaters angefertigt wurde], den Plauischen Grund usw., darstellten, und um so mehr Aufmerksamkeit verdienten, da der große Porträtmaler erst im späteren Alter und gleichsam nur zu seiner Erholung sich dem Studium der Landschaftsmalerei widmete und auch in diesem Fache geniale Werke schuf (...)“[81]

[Bearbeiten] Preisfestsetzung für ein Porträt

Der Preis für ein Porträt von Graff hing von der Größe sowie den stofflichen und dekorativen Details ab. Auch verteuerte sich das Porträt, sollten die Hände des zu Porträtierenden sichtbar sein.

Die Ernennung von Anton Graff zum Professor für das Porträtfach an der Dresdner Kunstakademie am 20. Juni 1789 hatte auch Auswirkungen auf die Preise, die er für seine Arbeit verlangen konnte. Während er in Augsburg für ein Porträt (Brust- oder Hüftbild) erst 20, später 30 Gulden verlangte und in Dresden von 1766 bis 1789 seine Preise auf 30 Taler erhöhte, verlangte er nun 50 Taler für ein Porträt ohne Hände und etwas mehr für ein Porträt mit Händen.[49]

[Bearbeiten] Privat- und Geschäftskontakte

Daniel Chodowiecki (1800). Auf der Tischkante links liegt ein Grabstichel. Das Bild entstand im Januar 1800 und wurde bereits im selben Jahr auf der Ausstellung der Kunstakademie Dresden gezeigt. Nach dem Tod von Chodowiecki erhielt Graff das Porträt im Dezember 1801 zurück, wohl um davon Repliken anzufertigen. Graff fertigte mindestens eine Replik an, wo jedoch der Grabstichel im Bild fehlt.[82]

Graff lernte 1769 Philipp Erasmus Reich kennen. Reich war ein bekannter Buchhändler und Verleger aus Leipzig. Graff und er wurden gute Freunde. Reich engagierte Graff, um Porträts seiner gelehrten Freunde anzufertigen. Das Ziel von Reich war, eine Galerie der berühmtesten gegenwärtig lebenden Dichter und Denker zusammenzubringen.[54] Vorbild für Reichs Vorhaben war die Porträtsammlung im Gleimhaus, dem Musen- und Freundschaftstempel von Johann Wilhelm Ludwig Gleim.[44]

Gotthold Ephraim Lessing (1771). Lessings Kommentar zu seinem Porträt: „Sehe ich denn so verteufelt freundlich aus?“

Graff reiste 1771 nach Berlin und porträtierte zwischen dem 20. und 29. September 1771 Gotthold Ephraim Lessing in der Wohnung von Johann Georg Sulzer. Lessing erwähnte die Porträtsitzung auch in einem Brief an Eva König vom 29. Juli 1772: „Sie wissen ja, dass ich voriges Jahr in Berlin mich von Graffen musste malen lassen (...). Sehe ich denn so verteufelt freundlich aus?“[43][83] Noch in der Wohnung von Sulzer sah Dieudonné Thiébault das Porträt von Lessing. Er war von diesem so gefesselt, dass er darüber in seinem Werk Mes souvenirs de XX ans de séjour à Berlin (Paris 1804) berichtete.[84] In Berlin porträtierte Graff auch Moses Mendelssohn, Johann Joachim Spalding, Karl Wilhelm Ramler und Johann Georg Sulzer, seinen künftigen Schwiegervater. Denn 1771 lernte Graff bei Johann Georg Sulzer dessen ältere Tochter, die 17-jährige Elisabetha Sophie Augusta, genannt Guste, kennen. Graff heiratete sie noch im selben Jahr.[44]

Graff reiste oft nach Berlin. Sein Schwiegervater Johann Georg Sulzer machte ihn mit Persönlichkeiten des preußischen Hofs bekannt. Graff erfreute sich innerhalb kürzester Zeit großer Beliebtheit bei Hofe und gewann viele Kunden. Er hatte nie vergessen, mit wie viel Wohlwollen er in der preußischen Gesellschaft aufgenommen worden war. Seine 1778 verfasste Autobiographie beendete er mit dem Satz: „Berlin habe ich viel zu verdanken.“[57]

Graff war ein geselliger Zeitgenosse. Umgeben von Freunden und in glücklichen Familienverhältnissen lebend, gewann Graff zu jeder Zeit seinem Leben auch die angenehmen Seiten ab – ganz gleich, ob es sich dabei um Burgunderwein handelte, für den er, laut Eintrag in seinem Schreibkalender vom 12. Februar 1801, 37,5 Taler ausgab, oder um Bootsfahrten auf der Elbe, um wiederholte Besuche der Leipziger Messe oder um fröhliche Tafelrunden. Eine derselben im Mai 1809 veranlasste den Schriftsteller Friedrich Christoph Förster zu folgender, liebevoll charakterisierender Beschreibung Graffs: „(...) Es war ein muntrer alter Herr, der Puder ließ nicht erkennen, ob das Haar meliert, grau oder vielleicht schon weiß war. Obschon er eine Brille trug, blitzten dennoch seine Augensterne durch die Gläser hindurch. Er trug einen braunseidenen Frack mit großen Stahlknöpfen, brüsseler Manschetten und Busenstreif, eine geblühmte blauseidene Weste und schien die Artigkeiten, welche seine Nachbarin, Frau Seydelmann, ihm über seine Toilette machte, gerne anzunehmen (...)“[85]

Graff pflegte Freundschaften mit vielen der von ihm porträtierten Persönlichkeiten, Geschäftspartnern und Kollegen, darunter der polnische Kupferstecher Daniel Chodowiecki, die Schweizer Maler Salomon Gessner und Adrian Zingg – Zingg weilte ebenfalls ab 1766 in Dresden – sowie der sächsische Kupferstecher Johann Friedrich Bause. Bause reproduzierte zahlreiche Porträts von Graff, was dessen Kunst einer breiten Öffentlichkeit bekannt machte. Auch mit Johann Wolfgang von Goethe, den er 1768 in Dresden traf, stand Graff in Kontakt.[6] Goethe begleitete 1778 Herzog Karl August sowie den Fürsten Leopold von Dessau inkognito nach Berlin und nutzte die Gelegenheit, um am 16. Mai 1778 Graff in Berlin zu besuchen. Graff hatte beruflich in Berlin zu tun und wohnte während dieser Zeit bei seinem Schwiegervater Johann Georg Sulzer in der Heiligengeiststraße 7, im Hintergebäude der Ritterakademie.[67] Im folgenden Jahr, am 27. Februar 1779, starb Graffs Schwiegervater in Berlin.[86]

Vom 9. Juli bis am 10. August 1785 weilte Anton Graff in Karlsbad. Während dieses Aufenthaltes porträtierte er den Grafen Stanisław Kostka Potocki sowie auch den Fürsten Michał Hieronim Radziwiłł (1744–1831). Das Porträt von Radziwiłł befand sich auf dessen Schloss Nieborów. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist Graff damals in Karlsbad auch Elisa von der Recke, Hans Moritz Graf von Brühl (1746–1811) und dessen Gemahlin Johanna Margarethe Christina, genannt Tina (1756–1816), Johann Wolfgang von Goethe, Johann Gottfried Herder, Charlotte von Stein und Leopold Friedrich Günther von Goeckingk begegnet. Die Herrschaften feierten den Geburtstag von Goeckingk in Karlsbad.[67]

[Bearbeiten] Vom König dem Kaiser vorgestellt

Kurfürst Friedrich August III., ab dem 20. Dezember 1806 König Friedrich August I. von Sachsen (1768). Porträtiert mit dem Bruststern und dem Schulterband des Weißen Adlerordens. Im Hintergrund links der rote Kurfürstenmantel und die Hermelinkappe darauf. Er stellte 1807 Napoleon Bonaparte Anton Graff vor. Das Gemälde wurde am 10. Juli 2003 als Los Nr. 203 bei Sotheby’s in London angeboten und für das Museum Briner und Kern in Winterthur ersteigert.

In ihrer Ausgabe vom 21. Juli 1807 berichtete die Zeitung für die elegante Welt wie folgt über das Zusammentreffen von Napoleon Bonaparte und Anton Graff:

„Sonnabends den 18. July Nachm. 5 Uhr kam S.M. der Kaiser Napoleon, der den Tag zuvor Abends ein Viertel auf 6 Uhr unter Kanonendonner und Glockengeläut in der Residenz an der Seite des Königs eingetroffen war, auf die hiesige Gallerie. Die Inspektoren der Gemäldesammlung und die Professoren der Kunstakademie hatten schon seit 11 Uhr Befehl, dort den Kaiser zu erwarten. Er trat durch das Pastellkabinet, wo er den Amor von Mengs und den Marschall de Sare betrachtete, in die äußere Gallerie, und die Professoren, die alle in Galla in ehrerbietiger Entfernung standen, wurden von Sr. Exzellenz dem Oberkammerherrn und Direktor der schönen Künste, dem Grafen Marcolini, dem großen Besieger der Nazionen vorgestellt. Mit einem unbeschreiblich humanen Ausdruck in seinem ganzen Aeußern hörte er ihre Namen und ihre Fächer nennen. Da kam der König, nahm unsern alten Graff beim Arme und führte den würdigen Greis, dem hoch das Herz brannte, zu dem großen Napoleon hin. ‚Sire! Das ist eins der würdigsten Glieder unserer Akademie, der Maler Anton Graff!‘ – ‚In welchem Genre?‘ frug Napoleon. ‚Im Portrait.‘ Ein sanftes, liebliches Beifalllächeln von Seiten des Kaisers beim Lobe des Königs that dem alten, tief gerührten Künstler wohl bis tief ins Herz. So lohnt das echte Gute überall und wahres Verdienst wird anerkannt, geehrt und ausgezeichnet: es bedarf keiner Zudringlichkeit! Die Künstler, deren Arbeiten Napoleons Blick fesselten, waren vorzüglich Carlo Dolce sowohl seine Cäcilia und Herodias, als auch sein Christus. ‚Très fini, très fini,‘ sagte Er beim Anblick dieser Werke, die Ihn länger als alle anderen anzogen. Albano gefiel dem Kaiser gleichfalls. Bei Raphaels Madonna zog vorzüglich der Kopf des heiligen Sirtus die Aufmerksamkeit Sr. Majestät an: ‚C’est une tête pleine d’expression et de caractère.‘ – Die Künstler waren alle über den Kaiser entzückt.“

Zeitung für die elegante Welt, 21. Juli 1807, VII (116), S. 927.

[Bearbeiten] Ehrungen

Graff wurden verschiedene Ehrungen zuteil. So wurde er am 8. Mai 1783 Ehrenmitglied der Akademie der Künste Berlin,[86] im Frühling 1812 Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste Wien und im Herbst 1812 Ehrenmitglied der Akademie der Bildenden Künste München.[87] Zu den späten Ehrungen von 1812 schrieb Anton Graff Ende desselben Jahres in einem Brief: „Es kömmt nun zu spät, meine Künstlerlaufbahn ist abgelaufen (...)“[88]

Im Herbst 1901 wurde an Anton Graffs Geburtshaus an der Untertorgasse 8 in Winterthur eine Gedenktafel angebracht. Später wurde das Haus durch einen Neubau ersetzt.

Zu Ehren ihres berühmten Bürgers hat die Berufsbildungsschule Winterthur (BBW) eines ihrer Schulhäuser nach Anton Graff benannt.

In Winterthur sowie im Dresdner Stadtteil Striesen ist je eine Straße nach Anton Graff benannt.

[Bearbeiten] Privatleben

Selbstporträt mit seiner Familie (1785). Im Hintergrund Anton Graff mit dem entstehenden Porträt seines Schwiegervaters Johann Georg Sulzer auf der Staffelei. Im Vordergrund die beiden Söhne Carl Anton und Georg, der seinen Arm auf die Tischplatte stützt, um den zum Betrachter gedrehten Kopf zu halten. Daneben Graffs Ehefrau Elisabetha Sophie Augusta mit dem Töchterchen Caroline Susanne. Dieses Gemälde entstand als Auftragsarbeit für Peter von Biron und war ab 1786 in dessen Besitz auf Schloss Friedrichsfelde. Ab 1881 befand sich das Bild im Schloss zu Sagan, heute ist es im Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten zu sehen.[89]

Am 16. Oktober 1771 heiratete Graff die Tochter von Johann Georg Sulzer, Elisabetha Sophie Augusta, genannt Guste.[86] Graff und seine Ehefrau hatten fünf Kinder. Seine erste Tochter, Johanna Catharina Henrietta, starb bald nach der Geburt (geboren am 16. November 1772). Eine weitere Tochter wurde vor dem 3. April 1779 geboren und starb. Sein zweiter Sohn Georg, er war Gerichtsreferendar, starb im Juli 1801 (geboren im Januar 1777). Graff wurde 1803 wegen eines Grauen Stars operiert. Seine Ehefrau starb am 26. April 1812 (geboren am 7. Dezember 1753 in Berlin).[87] Ende 1812 schrieb Graff an seinen Freund Ulrich Hegner in der Schweiz, dem er zuvor einige Gemälde zukommen ließ: „Ich wollte ich hätte die Bilder selber gebracht, so wäre ich bey Ihnen, wo ich jetzt so gerne wäre, da sich die guten Zeiten für mich hier zu Land verloren. Ich glaube auch, dass ich weniger über den Verlust meiner Frau leiden würde, als ich hier leide. Behalt ich Leben und Gesundheit, so ist vielleicht auf dieser kurzen Laufbahn noch ein Viertelstündchen für mich zu Winterthur aufgehoben (...)“[88] Am 20./21. Mai 1813 fand die Schlacht bei Bautzen statt. Danach wurden über 17.000 Verletzte in Dresden untergebracht; teils auch in Bürgerhäusern, da die Spitäler nicht ausreichten. Graff verließ deshalb seine Wohnung am Altmarkt Nr. 9 und zog zu seiner Tochter in die Rampische Gasse Nr. 668. Die Adresse des Hauses wurde später in Rampische Straße Nr. 14 geändert.[87] Von dort wollte er die von den Franzosen bedrängte Stadt in Richtung Schweiz verlassen. Graff, der nun fast blind war, wollte seinen Lebensabend in Winterthur verbringen.[90] Anton Graff starb jedoch nur kurze Zeit nach dem Umzug zu seiner Tochter am 22. Juni 1813. Seine beiden Kinder, Caroline Susanne (geboren am 15. September 1781) und Carl Anton (* 31. Januar 1774; † 9. März 1832, Taufpate war Adrian Zingg), gaben das Ableben ihres Vaters mit folgender Anzeige in der Leipziger Zeitung bekannt:[91]

„Am 22. Juni Abends gegen 8 Uhr verschied unser innigst geliebter Vater, Anton Graff, Professor bei der königl. Sächs. Maleracademie , nach 12tägiger Krankheit am Nervenfieber, 76 Jahr 7 Monate alt. Dieses für uns so traurige Ereigniss machen wir hierdurch allen auswärtigen Freunden und Bekannten des Verstorbenen unter Verbittung aller Beileidsbezeugungen bekannt und empfehlen uns ihrer Wohlgewogenheit. Dresden, den 24. Juni 1813. Carl Anton Graff, Caroline verw. Kaaz, geb. Graff“

Leipziger Zeitung 1813, Nr. 122

Anton Graffs Sohn Georg (1777–1801) beim Spiel mit Seifenblasen. Rückseitig bezeichnet: A. Graff pinx./1783. 1815 befand sich das Gemälde im Besitz von Salomon Hegner.[92]

Anton Graff pflegte sein Vermögen von seinen Verwandten in Winterthur verwalten zu lassen. Diese verliehen im Auftrag Graffs dessen Geld gegen entsprechende Zinsen in der Schweiz. Schon 1790 verwaltete sein jüngerer Bruder Hans Rudolf die Summe von 13.522 fl. 29 kr., Ende 1800 sein Vetter Jacob Rieter die Summe von 17.946 fl. 36 kr. für Anton Graff. Als er 1813 starb, hinterließ Anton Graff seinen beiden überlebenden Kindern Caroline Susanne (sie heiratete den Maler Karl Ludwig Kaaz, einen Schüler von Graff) und Carl Anton (er wurde Landschaftsmaler) ein Vermögen von 40.000 Talern. Graff war zwar sparsam, vor allem gegenüber sich selbst, jedoch keineswegs geizig. Viele jüngere Künstlerinnen und Künstler, die seine Gastfreundschaft genossen und von ihm gefördert wurden, unter ihnen Louise Seidler, berichteten von Graffs Güte und Großzügigkeit ihnen gegenüber.[93]

Ulrich Hegner berichtete über Graffs Trauerzug: „Ein zahlreiches Gefolge von Professoren und Schülern begleitete ihn zum Grabe auf dem böhmischen Kirchhofe vor dem Pirnaischen Thore.“[94] Bei Anton Graffs Beerdigung wurde weder eine Hymne gespielt noch gab es einen Nekrolog. Lediglich die Zeitung der Freimüthige von 1813 verkündete den Tod von Anton Graff: „Dresden hat in diesen Tagen den Veteran der Dresdener Künstler, den wackeren Portraitmaler Professor Graff, einen Schweizer, in einem hohen Alter verloren.“ Von der Kunstakademie Dresden wurden 1813 wegen der Kriegswirren keine Akten geführt. Jedoch findet sich in einem Besoldungsreglement von 1814 hinter dem Namen von Graff der einfache Zusatz: „Ist verstorben.“[95]

Damit endete das Schaffen des auch für die Nachwelt bedeutendsten deutschsprachigen Porträtisten der Goethe-Zeit, „dessen Pinsel“, nach den Worten eines zeitgenössischen Kritikers, „in der Zauberei der Farbenmischung Geist und Seele bewiesen“.[96]

Anton Graffs Grab ist nicht erhalten. Der Friedhof wurde 1859 aufgehoben und Graffs Grab wurde nicht verlegt. Noch lebende Nachkommen von Anton Graff sind nicht bekannt. Eine seiner beiden Enkelinnen (sie stammten aus der Ehe seiner Tochter Caroline Susanne mit dem Maler Karl Ludwig Kaaz) starb Jahre später im Dresdener Altweiberhospital.[95]

[Bearbeiten] Anton Graffs Autobiographie

Anton Graffs kurze, wohl 1778 verfasste, angeblich von seinem Sohn Carl Anton Graff [ab]geschriebene Autobiographie befand sich bis 1884 im Besitz von Karl Constantin Kraukling (1792–1873) in Dresden (Katalog der nachgelassenen Autographen-Sammlung des Königl. Bibliothekars und Directors des Kgl. historischen Museums Herrn Karl Constantin Kraukling in Dresden. Versteigerung zu Köln am 3. Dezember 1884 und folgende Tage (…) durch J.M. Heberle, Nr. 3323). Weiterer Verbleib unbekannt. Der Wortlaut der Autobiographie ist jedoch überliefert.[17]

[Bearbeiten] Künstlerischer Nachlass

Graff war ein produktiver Künstler. Er schuf gut 2.000 Gemälde und Zeichnungen.[57] Sein Werk beinhaltet auch über 80 Selbstporträts, welche er oft an Freunde und Gönner verschenkte oder im Auftrag von Mäzenen schuf.

In Ergänzung zu Graffs 1778 verfasster Autobiographie veröffentlichte Graffs Zeitgenosse und Freund Ulrich Hegner 1815 im XI. Neujahrsstück der Zürcher Künstler-Gesellschaft weitere Details zu dessen Lebens- und Schaffensweg. Hegner berichtete dort, dass Graff „ein großes [leider verschollenes] Buch“ geführt habe, „worin er von Anfang an alle seine Arbeiten, mit den Namen der abgebildeten Personen und den Preisen aufzeichnete. In demselben finden sich von 1756 bis 1766 in Augspurg, Regenspurg, etc. gemalte Porträte 297; Originalgemälde von 1766 bis Januar 1813 in Dresden etc. 943, Copien 415, zusammen 1655 gemalte Bilder. Dazu kommen noch von oben erwähnten Zeichnungen mit Silberstift 322.“[57]

Albert Welti über Anton Graff, als er bei Otto Waser einige Blätter mit Abbildungen von Graffs Porträtarbeiten sah: „Donnerwetter, der Mann hat etwas gekonnt! Das bleibt!“[97]

[Bearbeiten] Schüler und Kopisten

Karl Wilhelm Ferdinand von Funck (1804). Porträtiert in der hellblauen Pekesche seines Husarenregiments. Bekannt wurde Funck durch seine Schilderung der Ereignisse in Sachsen während der Napoleonischen Kriege.

Als bedeutendster Schüler von Graff gilt Philipp Otto Runge. Runge kam 1801 nach Dresden und wurde auf Empfehlung von Jens Juel Graffs Schüler. Graff und seine Familie haben Runge wie einen Sohn aufgenommen und gefördert. Weitere Schüler von Graff waren: Georg Friedrich Adolph Schöner, Emma Körner, Karl Ludwig Kaaz, Carl Focke, Ernst Gottlob, David Angermann und Johann Friedrich Wilhelm Ferdinand Collmann. Zudem weilten ab Mai 1784 die aus Zürich stammenden Freunde Heinrich Freudweiler (1755–1795) und der Sohn von Salomon Gessner, Conrad Gessner (1764–1826), zwecks Weiterbildung bei Anton Graff und Adrian Zingg in Dresden. Conrad Gessner machte sich später als Pferde- und Schlachtenmaler einen Namen. Heinrich Freudweiler wurde Landschaftsmaler und malte auch Genrestücke.[98]

Von 1796 bis 1798 war der aus Anton Graffs Heimatstadt Winterthur stammende angehende Landschaftsmaler und Radierer Emanuel Steiner (1778–1831) Graffs Schüler.[99] Der Sohn von Anton Graff, Carl Anton, freundete sich mit Emanuel Steiner an. Am 27. Juni 1801 traten die beiden gemeinsam eine Studienreise an. Diese führte sie über die Schweiz und Mailand nach Rom. Carl Anton Graff blieb bis Ende 1807 in Rom. Vater und Sohn führten während dieser Zeit einen regen Briefwechsel. Zudem schickte Carl Anton seinem Vater auch immer wieder seine Arbeiten zur Begutachtung.[100] Denn auch Carl Anton, der sich nicht wie sein Vater der Porträtkunst, sondern der Landschaftsmalerei widmete, hatte die handwerklichen Grundbegriffe bei seinem Vater gelernt. Nach Meinung von Ludwig Richter aber auch nicht mehr. Richter bemerkte sarkastisch, dass der junge Graff nichts von seines Vaters Talent geerbt habe.[101]

Die Porträts berühmter Persönlichkeiten wurden bereits zu Graffs Lebzeiten von anderen Malern kopiert, welche teils seine Schüler waren. Auch Graff selbst fertigte von einzelnen seiner Werke Repliken an. Zu den bekanntesten Graff-Kopisten gehörten Carl Focke, Ernst Gottlob und Johann Friedrich Wilhelm Ferdinand Collmann. Verschiedene dieser Kopien hängen noch heute im Gleimhaus in Halberstadt. Weitere Graff-Kopisten waren Heinrich Freudweiler, Johann Friedrich Moritz Schreyer, Wilhelm Gottfried Bauer, Gottlieb Schiffner, Johann Christian Xeller sowie der ebenfalls wie Graff aus Winterthur stammende Thomas Löw. Auch Friedrich Georg Weitsch kopierte Graffsche Porträts. Weitsch porträtierte Graff zudem zweimal. Die Damen Hainchelin, eine Schülerin von Daniel Chodowiecki, und Johanna Wahlstab kopierten Gemälde von Graff in Pastell. Beide stellten ihre nach Graff gefertigten Pastellkopien 1788 auf der Ausstellung der Akademie der Künste Berlin aus.[78]

Über 130 Kupferstecher, Schabkünstler und Lithographen reproduzierten und verbreiteten daneben Graffs Werke in zahlreichen Stichen. Vor allem Johann Friedrich Bauses meisterliche Kupferstiche sowie die Radierungen von Daniel Berger und Christian Gottlieb Geyser trugen viel zu Anton Graffs Ruhm bei.[78]

[Bearbeiten] Ausstellungen (postum)

Selbstporträt (1794/95). Von Theodor Heuss als „Das Selbstporträt von Dresden“ bezeichnet.
Teil-Replik des „Selbstporträts von Dresden“. Gemalt von Anton Graff (um 1795). Es sind zwei Fassungen einer Teil-Replik bekannt.[102] Diese Fassung wurde am 31. Mai 2005 als Los Nr. 44 bei Sotheby’s in Zürich angeboten.

Bereits im Herbst 1901 wurde in Winterthur die erste Ausstellung von Arbeiten Graffs mit 136 Gemälden veranstaltet. Dazu kamen noch zahlreiche Pastellbilder, Radierungen, Zeichnungen, Kupferstiche und Photographien mit Werken von Graff. Ebenso wurden bei der 1906 durchgeführten Jahrhundertausstellung deutscher Kunst Werke von Anton Graff präsentiert.

Eine weitere bedeutende Gedächtnisausstellung für Anton Graff führte die Galerie Eduard Schulte, Unter den Linden, in Berlin von Januar bis Februar 1910 durch. An diese Ausstellung in Berlin schloss sich jene in der Galerie Ernst Arnold (1818–1951) an der Schloßstraße/Ecke Schössergasse in Dresden an. Inhaber der Galerie Ernst Arnold und des gleichnamigen Verlags war Ludwig Wilhelm Gutbier (1873–1951). Ebenfalls 1910 gab die Photographische Gesellschaft Berlin unter dem Titel 25 Meisterbildnisse eine Graff-Mappe heraus.[103] Drei Jahre später, von Anfang Oktober bis Ende November 1913, ermöglichte der Sächsische Kunstverein anlässlich der hundertjährigen Wiederkehr des Graffschen Todestages in der Kunsthalle im Lipsius-Bau an der Brühlschen Terrasse die zahlenmäßig umfangreichste Ausstellung von Gemälden und Zeichnungen des erfolgreichen Meisters. Sie wurde dank der vielen kostbaren Leihgaben aus Privatbesitz „zu einem geschichtlichen Dokument besonderer Art“, wie es im Katalog stolz und zu Recht hieß.[57]

Zu Graffs 200. Geburtstag folgten 1936 weitere bedeutende Ausstellungen des Kunstvereins Winterthur, der Dresdner Kunstsammlungen sowie 1937 des Schlesischen Museums der bildenden Künste in Breslau.

Im Jahre 1963 war es erneut Berlin, nun die Nationalgalerie, welche Graffs 150. Todestag mit einer in Auswahl und Hängung großartigen Ausstellung angemessen beging. Enger gefasst, auf Graffs Beziehung zu Dresden und seinen dortigen Zeitgenossen vor allem eingehend, bot die Graff-Ausstellung der Dresdner Gemäldegalerie im Schloss Pillnitz 1964 eine weitere wichtige Ergänzung des Bildes von dem Menschen, Künstler und Schilderer bedeutender Persönlichkeiten Anton Graff.[57]

[Bearbeiten] Dresden hat ein Selbstporträt: Eine Würdigung von Theodor Heuss

Der spätere deutsche Bundespräsident Theodor Heuss widmete Anton Graff schon 1910 eine Studie. Unter anderem hielt er darin fest: „Dresden hat ein Selbstporträt. Da sitzt er vor der großen Leinwand, wendet den Oberkörper keck und unbefangen zum Beschauer und legt den Arm leicht über die Stuhllehne, wie wenn jemand, während er arbeitete, ins Zimmer getreten sei, dem er sich nun prüfend zukehrt, ohne die Absicht, sich weiter stören zu lassen. Ein köstliches Bild, in Zeichnung von unendlich leichter und sicherer Raumwirkung. Dies Selbstporträt atmet ein schönes phrasenloses Selbstbewusstsein und Gelassenheit, und begreift man seinen Stil, dann weiß man, dass Graff nicht bloß für den formalen und ästhetisierenden Kunstgeschichtler vorhanden ist, sondern in seinem Werk wie in seinem eigenen menschlichen Wesen eine knappe, scharfe Formel der besten Art seiner Periode darstellt. Er ist so in gewissem Sinn geschichtliches Urkundenmaterial.“[104]

[Bearbeiten] Werke in öffentlichen und privaten Kunstsammlungen

Friedrich August von Sivers (1795). Sivers war ein livländischer Agronom. Die Familie von Sivers war ein deutsch-baltisches Adelsgeschlecht. Ihr ehemaliger Stammsitz war das Gut Euseküll.
Anna Marie Jacobine Körner, geb. Stock, genannt Minna (um 1785/86). Sie war die Ehefrau von Christian Gottfried Körner. Minna Körner half Anton Graff Friedrich Schiller für dessen Porträt in eine angemessene Stellung zu bringen, in der dieser, während der wenigen Porträtsitzungen zu denen er bei Graff erschien, jeweils wenigstens für ein paar Minuten ruhig saß. Aufgrund dessen, dass Schiller stets unruhig war und Mühe hatte ruhig zu sitzen, dauerte die Vollendung des Schillerschen Porträts fünf Jahre.
Der Schriftsteller Georg Leopold Gogel (1796). Das Gemälde befindet sich in der Eremitage in Sankt Petersburg.

Zu den bekanntesten Gemälden von Anton Graff gehören die Porträts berühmter Persönlichkeiten seiner Zeit. Viele von diesen Porträts befinden sich heute in Museen und Privatsammlungen, vorwiegend in Deutschland und der Schweiz.

Auswahl in alphabetischer Reihenfolge nach Land und Ort:

[Bearbeiten] Dänemark

Dänisches Nationalhistorisches Museum Schloss Frederiksborg, Hillerød

[Bearbeiten] Deutschland

Alte Nationalgalerie, Berlin

Gemäldegalerie, Berlin

Jüdisches Museum, Berlin

Schloss Charlottenburg, Berlin

Schloss Schönhausen, Berlin

Kunstsammlungen Chemnitz, Chemnitz

Schloss Georgium, Dessau

Lippisches Landesmuseum, Detmold

Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden

Städtische Galerie Dresden, Dresden

Museumsberg Flensburg, Flensburg

Schlossmuseum Schloss Friedenstein, Gotha

Unteres Schloss, Greiz. Im Weißen Saal des Schlosses befindet sich seit 2009 wieder das auch durch seine Größe (228 × 147 cm) beeindruckende 1804 entstandene Porträt von Fürst Heinrich XIII. Reuß zu Greiz. Anton Graff hat den Fürsten in der Uniform eines österreichischen Generals porträtiert. Der Fürst trägt den Ungarischen Stephansorden auf der Brust. Das Porträt wurde 1928, nach der Aufteilung des Mobiliars innerhalb der Familie, aus dem Schloss entfernt.

Gleimhaus, Halberstadt

Hamburger Kunsthalle, Hamburg

Neue Pinakothek, München

Museum der bildenden Künste, Leipzig

Kunstsammlung der Universität Leipzig, Leipzig

Von der Heydt-Museum, Wuppertal-Elberfeld

Stadtmuseum Zweibrücken, Zweibrücken

[Bearbeiten] Estland

Kadrioru Kunstimuuseum, Tallinn

[Bearbeiten] Frankreich

Musée du Louvre, Paris

Musée des Beaux-Arts de Strasbourg, Straßburg

[Bearbeiten] Polen

Nationalmuseum Warschau, Warschau

Wilanów-Palast, Warschau

[Bearbeiten] Russland

Puschkin-Museum, Moskau

Eremitage, Sankt Petersburg

[Bearbeiten] Schweiz

Kunstmuseum Basel, Basel

Kunstmuseum Luzern, Luzern

Kunstmuseum St. Gallen, St. Gallen

Museum Briner und Kern, Winterthur

Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten, Winterthur. Das Museum besitzt zwei der seltenen Familienporträts. Die beiden Gemälde gehören zu den bedeutendsten und größten Familienporträts, die Anton Graff geschaffen hat. Zum einen handelt es sich um das Porträt seiner eigenen Familie, das er 1785 im Auftrag von Peter von Biron gemalt hat (196 x 148 cm). Zum anderen um jenes der Familie des Rittmeisters Ludwig Wilhelm von Stieglitz (165,5 x 204,5). Graff porträtierte die Familie von Stieglitz um 1780/82.

Schweizerisches Landesmuseum, Zürich

[Bearbeiten] Ukraine

Staatliche Gemäldegalerie, Lemberg

[Bearbeiten] Vereinigtes Königreich

Royal Collection, verschiedene Standorte im Vereinigten Königreich

[Bearbeiten] Einzelnachweise

Das letzte von über 80 Selbstporträts (1813). Ulrich Hegner, Anton Graffs erster Biograph, schreibt darüber 1815 im XI. Neujahrsstück der Zürcher Künstler-Gesellschaft (S. 15): „Nur wenige Monathe vor seinem Ende malte er noch sein eignes Bild, das an geistiger Behandlung und Aehnlichkeit keinem nachsteht, obgleich mehr mit den Augen des Verstandes als mit leiblicher Sehkraft gefasst, und mit zitternder Hand hingeworfen.“[90]
Anton-Graff-Ausstellung in der Galerie Eduard Schulte in Berlin 1910. In der Mitte das 1805 entstandene Porträt von Carl Adolf von Carlowitz. Links und rechts oben: August Gottlieb von Gärtner und Elisa von der Recke (das Porträt von Elisa von der Recke befand sich 1945 auf Schloss Groß Wartenberg der Familie Biron von Curland und ist vermutlich dort verbrannt).[39] Links unten: Gotthold Ephraim Lessing, Moses Mendelssohn und ein Selbstporträt von Anton Graff. Rechts unten: Johann Jakob Bodmer, die Söhne von Anton Graff, Carl Anton und Georg, beim Spielen mit Seifenblasen sowie Johann Joachim Spalding.[104]
Salon im Schloss Groß Wartenberg der Familie Biron von Curland (vor 1910). Rechts von der Tür hängt das Porträt von Elisa von der Recke von Anton Graff. Das Gemälde ist vermutlich 1945 bei der Zerstörung des Schlosses verbrannt. Das Porträt befand sich 1910 unter den Exponaten in der Galerie Eduard Schulte in Berlin anlässlich der Anton-Graff-Ausstellung.[39]
Die einst international renommierte Galerie Ernst Arnold (1818–1951) an der Schloßstraße/Ecke Schössergasse in Dresden um 1905. Im Anschluss an die Anton-Graff–Ausstellung in der Galerie Eduard Schulte von Januar bis Februar 1910 in Berlin führte die Galerie Ernst Arnold ebenfalls 1910 eine weitere bedeutende Anton-Graff–Ausstellung durch. Vor 1918 trug die Galerie den Titel „Königliche Hofkunsthandlung“. Zur Galerie gehörte ein gleichnamiger Verlag. Ab 1893 wurde sie unter Ludwig Wilhelm Gutbier bis in die 1920er Jahre zu einer der führenden Galerien Deutschlands ausgebaut.[105]
Aus Anlass des 200. Todestages Friedrichs des Großen (1712–1786) gab die Deutsche Bundespost 1986 eine Briefmarke mit einem Nennwert von 80 Pfennig heraus. Vorlage für den Druck der Briefmarke mit dem Bild des Königs von Preußen war das Porträtgemälde von Anton Graff, das dieser 1781 von Friedrich dem Großen angefertigt hatte.
Briefmarke von Moldawien (2007). Vorlage für den Druck der Briefmarke mit dem Bild Friedrich Schillers war ein Kupferstich von Johann Gotthard von Müller. Müller wiederum diente das gespiegelte Schillersche Porträt von Anton Graff als Vorlage für seinen Kupferstich.
Kupferstich von Daniel Berger nach einem 1781 entstandenen Selbstporträt von Anton Graff. Abgebildet in der Literatur und Theater Zeitung. Publiziert bei Arnold Weber, Berlin 1781.
  1. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 160.
  2. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 170.
  3. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 1.
  4. Carl Clauss: Graff, Anton. In: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 9, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 565–566.
  5. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 152.
  6. a b c d e Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 34.
  7. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 154.
  8. a b Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 7.
  9. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 8.
  10. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 12.
  11. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 13.
  12. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 10.
  13. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 11.
  14. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 47f. (Katalog der Werke)
  15. a b Joh. Caspar Füesslin: Geschichte der besten Künstler in der Schweiz nebst ihren Bildnissen (3. Theil). Verlag Orell, Gessner, Füessli und Comp., Zürich 1770, S. 245.
  16. Ulrich Hegner: Ulrich Hegner’s gesammelte Schriften. Aus dem Leben eines Geringen (Fünfter Band, Kapitel: Leben Anton Graff’s von Winterthur, königl. Sächsischen Hofmalers und Professors an der Maler-Akademie in Dresden, 1815.) Gedruckt und verlegt bei G. Reimer, Berlin 1830, S. 65.
  17. a b Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 39.
  18. Joh. Caspar Füesslin: Geschichte der besten Künstler in der Schweiz nebst ihren Bildnissen (3. Theil). Verlag Orell, Gessner, Füessli und Comp., Zürich 1770, S. 244.
  19. a b Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 14.
  20. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 12.
  21. a b c Joh. Caspar Füesslin: Geschichte der besten Künstler in der Schweiz nebst ihren Bildnissen (3. Theil). Verlag Orell, Gessner, Füessli und Comp., Zürich 1770, S. 247.
  22. a b c Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 13.
  23. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 13.
  24. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 15.
  25. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 81.
  26. a b Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 294.
  27. Schweizerisches Geschlechterbuch IV, Jg. 1913. Basel 1912, S. 254.
  28. P. Leemann-van Elck: Judith Gessner: Die Gattin des Idyllendichters und Malers Salomon Gessner. Mit einer Auswahl ihrer Familienbriefe. Verlag Orell Füssli, Zürich und Leipzig 1942, S. 16.
  29. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 17.
  30. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 15.
  31. a b Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 18.
  32. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 18.
  33. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 19.
  34. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 20f.
  35. a b Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 21f.
  36. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 20.
  37. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 56.
  38. Gustav Parthey: Jugenderinnerungen. Handschrift für Freunde Band 1, Berlin Schade 1871, S. 39.
  39. a b c Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 303.
  40. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 22.
  41. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 23.
  42. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 24.
  43. a b c d Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 18.
  44. a b c Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 22.
  45. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 342.
  46. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 25f.
  47. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 33.
  48. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 50f.
  49. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 51.
  50. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 29.
  51. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 26–30.
  52. a b Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 16.
  53. Joh. Caspar Füesslin: Geschichte der besten Künstler in der Schweiz nebst ihren Bildnissen (3. Theil). Verlag Orell, Gessner, Füessli und Comp., Zürich 1770, S. 240f.
  54. a b c Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 17.
  55. a b Sieghard Liebe, Lothar Kempe: Sächsische Schweiz und Ausflüge in die Böhmische Schweiz. Brockhaus, Leipzig 1974, S. 5.
  56. a b c Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 119.
  57. a b c d e f Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 7.
  58. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 24.
  59. Wilanów Palast Museum, Warschau: Archiv des Wilanów Palasts und Verzeichnis der gesammelten Bilder von Potocki von 1798.
  60. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 83.
  61. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 216.
  62. a b Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 32.
  63. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 286.
  64. Ulrich Hegner: Ulrich Hegner’s gesammelte Schriften. Aus dem Leben eines Geringen (Fünfter Band, Kapitel: Leben Anton Graff’s von Winterthur, königl. Sächsischen Hofmalers und Professors an der Maler-Akademie in Dresden, 1815.) Gedruckt und verlegt bei G. Reimer, Berlin 1830, S. 79.
  65. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 22.
  66. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 46.
  67. a b c Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 19.
  68. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 43.
  69. a b c Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 321.
  70. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 72.
  71. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 308.
  72. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 81.
  73. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 82.
  74. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 43.
  75. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 348.
  76. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 339.
  77. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 73.
  78. a b c d e Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 30.
  79. Gustav Parthey: Jugenderinnerungen. Handschrift für Freunde Band 1, Berlin Schade 1871, S. 305.
  80. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 406.
  81. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 70.
  82. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 87.
  83. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 243.
  84. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 23.
  85. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 60.
  86. a b c Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 35.
  87. a b c Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 38.
  88. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 64.
  89. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 168.
  90. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 65.
  91. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 41f.
  92. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 176.
  93. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 39.
  94. Ulrich Hegner: Ulrich Hegner’s gesammelte Schriften. Aus dem Leben eines Geringen (Fünfter Band, Kapitel: Leben Anton Graff’s von Winterthur, königl. Sächsischen Hofmalers und Professors an der Maler-Akademie in Dresden, 1815.) Gedruckt und verlegt bei G. Reimer, Berlin 1830, S. 86.
  95. a b Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 42.
  96. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 33.
  97. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 74.
  98. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 28.
  99. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 29.
  100. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 57.
  101. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 27.
  102. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 158.
  103. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 7.
  104. a b Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 10.
  105. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 8.

[Bearbeiten] Literatur

  • Johann Caspar Füssli: Joh. Caspar Füesslins Geschichte der besten Künstler in der Schweiz. Nebst ihren Bildnissen. Orell, Gessner, Füessli und Comp., Zürich, 1769–1779 (5 Bde.). Erwähnung von Anton Graff in Band 3, S. 240–248.
  • Ulrich Hegner: Ulrich Hegner’s gesammelte Schriften. Aus dem Leben eines Geringen (Fünfter Band, Kapitel: Leben Anton Graff’s von Winterthur, königl. Sächsischen Hofmalers und Professors an der Maler-Akademie in Dresden, 1815.) Gedruckt und verlegt bei G. Reimer, Berlin 1830.
  • Gustav Parthey: Jugenderinnerungen. Handschrift für Freunde. 2 Bände, Berlin Schade 1871.
  • Carl Clauß: Graff, Anton. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 9, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 565 f.
  • Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881.
  • Otto Waser: Anton Graff 1736–1813. Huber, Frauenfeld u. Leipzig 1926.
  • Erna Brand: Anton Graff. Staatl. Kunstsammlungen, Gemäldegalerie, 1964.
  • Anton Graff, Helmut Rötzsch und Hans-Martin Plesske: Anton Graff und seine Buchhändlerporträts. Dt. Bücherei, 1965.
  • Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967 (Catalogue raisonné).
  • Peter Betthausen: Graff – Maler und Werk. Verlag der Kunst, Dresden 1973.
  • Ernest Giddey, Fribourg (Ed.): Préromantisme en Suisse? Editions Universitaires, 1982 (Colloques de la Société Suisse des Sciences Humaines).
  • Helmut Börsch-Supan: Die Deutsche Malerei von Anton Graff bis Hans von Marées 1760–1870. Verlag C.H. Beck, 1988.
  • Martin Bircher u. Gisold Lammel, Zürich (Hrsg.): Helvetien in Deutschland. Schweizer Kunst aus Residenzen deutscher Klassik 1770–1830. Zürich, Städtische Galerie zum Strauhof, 1990–91; Schwäbisch Hall, Hällisch-Fränkisches Museum, 1991.
  • Roland Kanz: Dichter und Denker im Porträt. Spurengänge zur deutschen Porträtkultur des 18. Jahrhunderts. Deutscher Kunstverlag, München 1993.
  • Jane Turner (Editor): The Dictionary of Art. (34 volumes). Macmillan (London); Grove, New York 1996.
  • Hans Ost: Melodram und Malerei im 18. Jahrhundert: Anton Graffs Bildnis der Esther Charlotte Brandes als Ariadne auf Naxos. Faste Michael Verlag, Auflage 1, Oktober 2002.

[Bearbeiten] Weblinks

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