Anton Graff

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Anton Graff (* 18. November 1736 in Winterthur; † 22. Juni 1813 in Dresden) war ein Schweizer Maler des Klassizismus. Mit seiner Bildauffassung war Graff einer der bedeutendsten Porträtmaler seiner Epoche. Er verstand in seinen Porträts, über die äußere Ähnlichkeit hinaus, den Charakter eines Menschen präzise zu erfassen. Im ausgehenden 18. Jahrhundert wurde er so zum eigentlichen Schöpfer des bürgerlichen Frauen- und Männerporträts in Deutschland und zugleich zum bevorzugten Porträtmaler deutschsprachiger Dichter und Denker zwischen Aufklärung, Weimarer Klassik und Frühromantik.

Anton Graff, Selbstporträt (1805/06). Das Gemälde wurde auf der am 5. März 1806 eröffneten Ausstellung der Kunstakademie Dresden gezeigt und dort vom sächsischen Kurfürsten Friedrich August III. für die Dresdner Gemäldegalerie angekauft.[1]

Anton Graff hinterließ der Nachwelt eine herausragende Übersicht über die Persönlichkeiten seiner Zeit. In der Zeit Goethes gab es kaum einen großen Fürsten, Staatsmann, General, Gelehrten, Dichter, Künstler oder Kaufmann in Deutschland, der sich nicht von Anton Graff porträtieren ließ. Graffs Porträts haben somit auch einen geschichtlichen Charakter.[2]

Schon zu Lebzeiten wurde Anton Graff und seinem Werk viel Lob und Anerkennung entgegengebracht. So urteilte der zeitgenössische Kritiker Johann Christian Hasche 1785 über Graffs Kunst:

„(...) Indeß ist immer jedes Bild von Graff so schön, daß es alles was Portrait heißt, gänzlich niederwirft; denn wem ist er nicht als unser erster Portraitmahler in Deutschland bekannt?“

– Johann Christian Hasche: Magazin der Sächsischen Geschichte, Zweiter Theil oder dreizehntes bis vier und zwanzigstes Stück, Schreiben an Hr. von H… Auf Kosten des Verfassers, Dresden 1785, S. 181.

Die Wertschätzung für seine Kunst ging über Anton Graffs Tod hinaus. Fast hundert Jahre nach Johann Christian Hasche urteilte Carl Clauß:[Anmerkung 1]

„Am abgestorbenen Baum der bildenden Kunst jener Zeit war das Porträtfach der einzige Zweig, der noch grüne, lebenskräftige Sprossen trieb; unter den guten Malern, die jenes Fach damals besaß, war Graff der beste.“

– Carl Clauß: Allgemeine Deutsche Biographie (Band 9). Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 565–566.

Inhaltsverzeichnis

Kindheit und Ausbildung in der Schweiz[Bearbeiten]

Anton Graff, Selbstporträt (1765). Mit dem Eintreffen dieses Bildes am 16. Januar 1766 in Dresden begann der künstlerische Aufstieg von Anton Graff. Es war Graffs Aufnahmestück als aggregiertes Mitglied an die Kunstakademie Dresden und verhalf ihm gleichzeitig zur Ernennung als kurfürstlich sächsischer Hofmaler.[3]

Anton Graff wurde als siebtes von insgesamt neun Kindern der seit 1727 verheirateten reformierten Eheleute Hans Ulrich Graf(f) (geb. 1701), einem Zinngießer, und Barbara Graf(f), geb. Boller aus Zürich, im Haus an der Untertorgasse 8 in Winterthur geboren. Das Haus, an dem ab Herbst 1901 eine Gedenktafel zu Ehren von Anton Graff angebracht war, steht nicht mehr.[4]

Anton Graff, Selbstporträt (Kreidezeichnung, farbig leicht gehöht). Von Anton Graff eigenhändig beschriftet und mit seiner vollen Unterschrift versehen: Dresden den 23. Oct: 1783. Anton Graff.[5]

Graffs Familie hatte im Jahre 1350 in Winterthur das Bürgerrecht erlangt und gliederte sich seit dem späten 17. Jahrhundert in zwei Zweige. In dem einen Zweig war das Amt der Waagmeister, in dem anderen, welchem Anton Graff entsprang, das Geschäft der Zinngießer erblich.[6] Wäre es nach seinem Vater gegangen, so hätte Anton Graff auch den Beruf des Zinngießers erlernen sollen. Doch schon während des Schulunterrichts hatte Graff gerne gezeichnet. Graff war kein Musterschüler und entsprechend wenig beliebt bei seinen Lehrern. Er heckte mit seinen Kameraden Streiche aus und anstatt dem Schulunterricht zu folgen, zeichnete er lieber. Wenn er mal kein Papier mehr zum Zeichnen hatte, mussten auch schon mal seine ledernen Hosen dafür herhalten. Auch dies ist ein Ausdruck dafür, wie gerne Graff malte.[7] Dank der Fürsprache des Pfarrers Johann Jacob Wirz (1694–1773) aus Rickenbach bei seinem Vater durfte Graff, als er Ostern 1753 die Schule verließ, von 1753 bis 1756 die 1752 von Johann Ulrich Schellenberg gegründete Zeichenschule in Winterthur besuchen.[4] Dort freundete sich Graff mit seinem Mitschüler Johann Rudolph Schellenberg, dem Sohn von Johann Ulrich Schellenberg, an. Graff und der junge Schellenberg übten gemeinsam, wozu ihnen die große Sammlung an Gemälden, Handzeichnungen und Gipsmodellen von Johann Ulrich Schellenberg reichlich Anschauungsmaterial bot. Dieser hatte die Sammlung von seinem Schwiegervater Johann Rudolf Huber geerbt.[8] Aus dieser Zeit stammen einige Porträts, darunter ein Selbstporträt sowie das Porträt seines Vaters (bezeichnet: Anton Graff/Winterthur 1755), das seines jüngeren Bruders Hans Rudolf und jenes seines Schwagers, des Zimmermeisters Johannes Vögeli.[9]

Nach dem Abschluss des ersten Lehrjahres hatte sich Anton Graff für einen bestimmten Zweig der Malerei zu entscheiden. Das war nicht schwer, da in Schellenbergs Schule keine große Auswahl bestand. Eine Spezialisierung auf Historienmalerei war nicht im Angebot. Graff konnte entweder Landschaftsmaler oder Porträtist werden. Aus finanzieller Sicht schien Graff ratsam, sich auf die Porträtmalerei zu spezialisieren. Er wusste von Johann Ludwig Aberli, dass dieser immer dann, wenn er wenig Geld hatte, zur Porträtmalerei Zuflucht nahm. So schien ihm die Porträtmalerei eine sichere Einkommensquelle.[10]

Graff hatte ein freundschaftliches Verhältnis zu Johann Ulrich Schellenberg. Er wurde zu dessen Lieblingsschüler. Künstlerisch war Graff seinem Lehrer schon bald überlegen, was dieser auch erkannte. Schellenberg förderte Graff und half ihm nach dessen Lehrzeit mit Empfehlungen an seine Malerkollegen. Seinem Lehrer verdankte Graff vor allem Gewissenhaftigkeit im Handwerklichen und den wahren ungeheuchelten Enthusiasmus für die Kunst.[11]

Anton Graffs Name[Bearbeiten]

Am 20. November 1736, zwei Tage nach seiner Geburt, wurde Graff nach einem am 8. November 1733 geborenen und im Jahr darauf verstorbenen älteren Bruder auf den Namen Antoni getauft.[6] Graff nannte sich selbst jedoch immer Anton und auch sein Umfeld bezeichnete ihn stets so. In einzelnen wenigen Schriftstücken wurde der Familienname von Graff als „Graf“ geschrieben. Dies kam auch bei seinen Eltern schon vor. Möglich ist, dass Graffs Vater, eventuell aus geschäftlichen Gründen, damit begonnen hatte, seinen Familiennamen mit zwei „f“ zu schreiben, um sich gegen weitere Personen mit demselben Namen abzugrenzen. Denn Graf ist ein geläufiger Name im Raum Zürich. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass Anton Graff selbst irgendwann in jungen Jahren damit anfing, seinen Familiennamen mit zwei „f“ zu schreiben um sich von seinem Onkel Anton Graf, dem Zinngießer, zu unterscheiden. Im Jahre 1770 erschien Johann Caspar Füesslis[Anmerkung 2] Publikation Geschichte der besten Künstler in der Schweiz nebst ihren Bildnissen. Im 3. Teil widmete sich Füessli auch Anton Graff. Füessli verwendete dabei die Schreibweise mit einem „f“. Dies weist darauf hin, dass Anton Graff mit Familienname ursprünglich tatsächlich Graf hieß und dies im Raum Zürich auch bekannt war. Bezeichnete Anton Graff seine Bilder, was eher selten der Fall war, so tat er dies meist mit A(.) Graff pinx(.) und der entsprechenden Jahreszahl unten rechts oder rückseitig. In einzelnen Fällen fügte er noch eine Ortsangabe hinzu.[12]

Studien- und Gesellenjahre[Bearbeiten]

Heinrich XIV. Reuß zu Greiz (1789). Er war österreichischer Botschafter in Preußen. Regierender Fürst Reuß zu Greiz war sein älterer Bruder, Heinrich XIII. Reuß zu Greiz.

Nach seiner Ausbildung in Winterthur wechselte Graff 1756 auf Empfehlung seines Lehrers Johann Ulrich Schellenberg zum Radierer Johann Jacob Haid nach Augsburg. Haid konnte Graff zwar keine Anstellung verschaffen. Er meinte jedoch, „dass wenn sich Graff getraue auf seine eigene Faust nach Augsburg zu kommen, so wolle er ihm mit Rath und That beystehen“.[13] Haid hielt Wort und gewährte Graff Wohnung und Kost, machte ihn mit seinen Künstlerfreunden bekannt und vermittelte ihm auch Aufträge. Durch Haid lernte Graff auch dessen ehemaligen Lehrer Johann Elias Ridinger kennen. Ridinger war einer der wenigen Künstler in Augsburg, mit denen Graff einen regelmäßigen Kontakt pflegte.[14] In Augsburg malte Graff auch das Porträt seines Landsmannes und Freundes Christian von Mechel. Mechel absolvierte zu dieser Zeit im Atelier des Kupferstechers Johann Georg Pintz (1697–1767) seine technische Ausbildung. Es kam Graffs Begabung entgegen, dass ganz Augsburg von einer förmlichen Porträtmanie erfasst und so die Nachfrage nach guten Porträtisten groß war. Graffs Kunst erfreute sich großer Beliebtheit bei seinen Kunden. Dennoch musste Graff Augsburg nach nur einjährigem Aufenthalt wieder verlassen, weil einige der dort ansässigen Meister der Malerzunft klagten, „dass ihnen der junge Fremde Eintrag thue, und verlangten, dass er, nach wohlhergebrachten Statuten, die die Kunst zum Handwerk erniedrigten, seiner Beschäftigung entsagen oder die Stadt räumen müsse“.[15] Graff wählte letzteres und verließ Augsburg.

Heinrich XIII. Reuß zu Greiz (1775). Er war regierender Fürst Reuß zu Greiz und älterer Bruder von Heinrich XIV. Reuß zu Greiz, dem österreichischen Botschafter in Preußen.

Dank Haids Fürsprache wurde der Hofmaler Johann Leonhard Schneider (1716–1768) in Ansbach ab 1757 Graffs neuer Meister. Über ihn berichtete Graff in seiner 1778 verfassten Autobiographie: „Seine Portraits hatten viel Gutes, flüchtig gemalt aber ähnlich. Da er sehr geschwind und wohlfeil malte, so hatte er an diesem Hofe viel zu thun und musste Gesellen halten. Ich war ihm sehr nützlich, musste copieren und andere unbedeutende Dinge, wobei nichts zu lernen war, machen. Es war eben damals die Zeit des Siebenjährigen Krieges und ein Jeder wollte das Portrait des Königs von Preußen haben. Des Königs Schwester, die verwitwete Markgräfin Friederike Luise, hatte ein Portrait des Königs, das in Berlin gemalt worden war. [Es handelt sich dabei höchstwahrscheinlich um Antoine Pesnes 1733 entstandenes, jetzt im Alten Schloss der Eremitage bei Bayreuth hängendes Friedrich-Bildnis, Inv.-Nr. 7226/6537]. Dieses Bild musste ich nun oft copieren und ich machte alle Tage eins fertig. Um in der Kunst weiter zu kommen hatte ich freilich keine Gelegenheit; immer schlechte Copien machen ist nicht der rechte Weg. Ich sah es wohl ein und ich wäre nicht so lange geblieben, wenn mir nicht das Leben in diesem Hause wohl gefallen hätte. Schneider und seine Familie waren angenehm, allein so viel Geld er auch verdiente, so kam er doch in Schulden, so dass er sein Leben im Zuchthaus beschließen musste.“[16]

Dennoch konnte Graff in Ansbach auch hinsichtlich seiner künstlerischen Entwicklung profitieren. Während seines Aufenthaltes studierte er die Werke von Antoine Pesne, Hyacinthe Rigaud, Johann Kupetzky und George Desmarées in den dortigen Sammlungen. Und auch Johann Caspar Füssli meinte: „Graff musste zwar die meiste Zeit mit Copieren zubringen; allein er verlor dabey nichts. Es brachte ihm einen fertigen Pinsel und eine leichte und schöne Behandlung in der Draperie, Spitzen und anderen zu einem Bildnis dienenden Umständen zuwegen.“[17]

Zum Studium von Gemälden reiste Graff oft auch nach München. Mit großem Interesse studierte er die Sammlungen in der Schleißheimer Galerie.[14] Anlässlich eines Besuches in München im Frühjahr 1763 lernte Graff in Begleitung von Johann Jacob Haid den bayerischen Hofmaler George Desmarées persönlich kennen und schätzen. Desmarées Werke, geprägt von niederländischem Realismus, venezianischem Kolorit und französischer Kontenance, zogen Graff wegen ihrer schimmernden Weichheit und lichtdurchfluteten Farbigkeit an.[18] Neben Desmarées beeinflussten sowohl Antoine Pesne, dessen Fridericus-Porträt er viele Male kopierte, als auch Johann Kupetzky und Hyacinthe Rigaud den jungen Porträtisten entscheidend.[19] Pesne verdankte er die elegante Sicherheit und noble Zurückhaltung in Kolorit und Bildaufbau, Kupetzky die Intensität in der Wiedergabe der realen ungeschminkten Persönlichkeit. Anton Graff über die beiden von Kupetzky gemalten Familien-Gemälde im Schloss von Bayreuth, welche er Ende März 1766 von Augsburg herkommend auf seiner Durchreise nach Dresden besichtigt hatte: „In den zwey Familien-Gemählden von Kupetzky herrscht die würkliche Natur, nichts gemahltes, das Leben selbst; alle anderen Gemählde, die man nachher ansieht, werden dadurch matt und flach.“[20] In Konfrontation mit solchen Werken gewann Graff den entscheidenden Ausgangspunkt für sein weiteres Schaffen.[21]

Der Ruf nach Dresden[Bearbeiten]

Johann Christian von Hofenfels. Er verhinderte den Anschluss Bayerns an Österreich und war maßgeblich an der Gründung des deutschen Fürstenbundes beteiligt. Gemalt 1783/84 anlässlich des Besuchs des Ehepaars von Hofenfels in Dresden. Graff porträtierte gleichzeitig die Ehefrau von Hofenfels, Friederike Luise Auguste von Hofenfels, geb. Freiin von Closen auf Haydenburg.

Zwei Tage bevor Markgraf Karl Alexander von Brandenburg-Ansbach im Februar 1759 Graffs Meister Johann Leonhard Schneider in Ansbach wegen seiner nicht beglichenen Schulden ins Gefängnis werfen ließ, erreichte Graff ein Brief von Johann Jacob Haid. Haid schrieb darin, dass er, „wenn er Lust hätte wieder nach Augsburg zu kommen, er es ungehindert thun könne, weil seine hauptsächlichen Gegner gestorben wären“.[22] In Anbetracht der Situation kam das Angebot von Haid für Graff zur rechten Zeit. Graff ging auf den Vorschlag von Haid ein und zog wieder zu ihm. Haid gab ihm Wohnung und Kost.

Das erste Porträt, das er nun malte, war jenes des jungen Johann Friedrich Bause. Bause arbeitete zu dieser Zeit ebenfalls bei Haid. Graff und Bause verband ab diesem Zeitpunkt eine lebenslange berufliche und private Freundschaft.[23] Im März 1764 begegnete Graff in Augsburg auch zum ersten Mal seinem künftigen Schwiegervater Johann Georg Sulzer. Dieser war auf der Durchreise von der Schweiz nach Berlin. Sulzer war in Begleitung von Johann Caspar Lavater, Felix Hess, Johann Caspar Füssli und Christoph Jezler. Jezler war auf dem Weg nach Berlin, um bei seinem Landsmann Leonhard Euler seine Studien fortzusetzen. Graff erklärte sich bereit, Sulzer und seinen Begleitern die Sehenswürdigkeiten von Augsburg zu zeigen, woraufhin Sulzer Graff einlud, ihn einmal in Berlin zu besuchen.

Carl Adolf von Carlowitz, Majoratsherr auf Großhartmannsdorf und Liebstadt (1805). Dargestellt in der Uniform eines Rittmeisters der sächsischen Garde du Corps. Rechts im Hintergrund ist Schloss Kuckuckstein zu sehen. Der untere Teil des Gemäldes wurde weitgehend zerstört und übermalt. Bei Johann Georg Meusel heißt es ausdrücklich: „Stützt sich mit beiden Händen auf den Degenkorb.“ Der jetzt sichtbare, von einem späteren Restaurator gemalte Degen sitzt also falsch. Das Bild wurde auf der am 5. März 1806 eröffneten Ausstellung der Kunstakademie Dresden gezeigt, wo ihm viel lobende Anerkennung zuteilwurde. Nach der Betrachtung des Porträts auf der Kunstausstellung schrieb Hans Georg von Carlowitz an seinen Bruder am 16. März 1806: „Die Kunstausstellung ist vortrefflich (…) Dein Bild macht große Sensation, und es verdient es auch, es ist wirklich con amore gemalt (…) Sage mir, was Graff für ein Bild wie das Deinige nimmt. Vielleicht lasse ich mich für meine Frau malen, die mich erstaunend plagt, seit sie Dich gesehen hat.“[24]

Im August 1764 wechselte Graff nach Regensburg. Dort schuf Graff neben den nun in Mode gekommenen Miniaturmalereien auch einige großformatige Bilder für das schwedische, russische und preußische Gesandtenhaus. Dadurch kam er mit Personen von höchster gesellschaftlicher Stellung in Kontakt und konnte gesamteuropäische Verbindungen knüpfen. Ein talentierter junger Porträtist wie Graff fand in Regensburg, wo der Reichstag in Permanenz tagte, schnell gewichtige Freunde und Förderer. Ein solcher war Erich Christoph von Plotho, dem von Johann Wolfgang von Goethe in Dichtung und Wahrheit erwähnten preußischen Comitialgesandten.[18] Goethe schrieb über Plotho in Dichtung und Wahrheit: „Dieser Mann war vom Siebenjährigen Kriege her als diplomatischer Held berühmt.“[25] Graff porträtierte seine Tochter, die Freiin von Plotho, 1764 in Regensburg.[25]

Ebenfalls 1764, am 6. Februar, wurde die Kunstakademie Dresden gegründet. Im Jahr zuvor, am 24. Dezember 1763, wurde Christian Ludwig von Hagedorn zum Generaldirektor der Künste, Kunstakademien und Kunstsammlungen in Sachsen ernannt. Sowohl die Gründung der Kunstakademie Dresden als auch die Ernennung von Hagedorn waren entscheidend für den weiteren Verlauf der beruflichen Karriere von Anton Graff.

Im Februar 1765 war Graff wieder zurück in Augsburg, wo ihn der Zürcher Bürger Hauptmann Johann Heinrich Heidegger (* 1738 in Zürich; † 1823 in Livorno) besuchte. Heidegger, der Schwager von Salomon Gessner, war Amtmann am Fraumünster in Zürich sowie Buchhändler und Mitbesitzer der Buchdruckerei Konrad Orell & Co.[26][27] Er hatte gehört, dass ein Landsmann von ihm in Augsburg als Maler tätig sei, und er wollte diesen kennenlernen. Heidegger, der ein ausgesprochener Liebhaber der Schönen Künste war und eine bedeutende Gemäldesammlung besaß, befand sich auf der Rückreise nach Zürich von seiner Reise durch Deutschland, die ihn auch nach Dresden geführt hatte. Dort hatte Heidegger von Christian Ludwig von Hagedorn, dem Generaldirektor der Dresdner Kunstakademie, erfahren, dass dieser einen Porträtmaler für die Akademie sucht. Heidegger bot Graff an, ihn an Hagedorn zu empfehlen. Doch Graff lehnte ab. Er rechnete sich für diese Stelle keine Chancen aus. Heidegger tat es dennoch. Er informierte Graff jedoch erst später darüber.[28]

Das Angebot von Christian Ludwig von Hagedorn[Bearbeiten]

Salomon Gessner (1765/66). Anton Graffs lebenslanger Freund und der Schwager des Verlegers Johann Heinrich Heidegger (1738–1823). Heidegger hatte Graff 1765 ohne dessen Wissen an Christian Ludwig von Hagedorn empfohlen und somit die Karriere von Graff entscheidend beeinflusst. Graff porträtierte Gessner im Freien. In der rechten Hand hält Gessner ein kleines Buch, zwischen dessen Seiten der Zeigefinger geschoben ist. Mit der linken Hand, die vom rechten Unterarm verborgen wird, hält Gessner ein Rohrinstrument (Flöte). Dies gilt als Hinweis auf seine Hirtengedichte. Gessner gründete 1780 die Zürcher Zeitung, aus der 1821 die Neue Zürcher Zeitung hervorging.

Im Herbst 1765 reiste Graff nach Winterthur und Zürich. Er war nun das erste Mal nach neun Jahren wieder in der Schweiz. In Zürich und Winterthur malte Graff verschiedene Porträts, darunter jenes seines lebenslangen Freundes Salomon Gessner, den er durch dessen Schwager, Hauptmann Johann Heinrich Heidegger, kennengelernt hatte, sowie jenes von Elisabeth Sulzer. In Zürich erfuhr Graff von Heidegger, dass dieser ihn ohne sein Wissen an den Generaldirektor der Dresdner Kunstakademie, Christian Ludwig von Hagedorn, empfohlen hatte. Graff nahm es zur Kenntnis, rechnete jedoch nicht mit einer Antwort aus Dresden. Hagedorn war zu der Zeit auf der Suche nach tüchtigen Lehrkräften für die neu gegründete Dresdner Akademie.[29] Denn nachdem Marcello Bacciarelli seinen Weggang aus Dresden am 28. September 1765 angezeigt hatte, hatte Hagedorn keinen Kandidaten mehr, der im Stande gewesen wäre, das damals so wichtige Porträtfach zu vertreten.[30]

Am 3. Oktober 1765 hatte Heidegger an Hagedorn geschrieben: „Ich habe auf meiner Retour zu Augsburg einen jungen Mann, Graff, von Winterthur aus der Schweiz, angetroffen. Er malt im Geschmack von Desmarées und ist wirklich in seiner Kunst stark. Ich weiss dermalen Niemanden von dieser Art in der Academie. Vielleicht würde er hinkommen, wenn er sein Etablissement wüsste; in Absicht auf den moralischen Charakter ist er der gesittetste Künstler, den ich kenne (…)“[28] In Zürich erreichte Graff Hagedorns Antwortschreiben aus Dresden auf Heideggers Brief. In seinem Brief vom 1. November 1765 machte Hagedorn Graff den Vorschlag, er solle gegen 100 Taler Reiseentschädigung nach Dresden kommen. Hagedorn schrieb: „Wollten Sie Ihr Glück in Dresden versuchen, so würde, damit Sie nicht ganz aufs ungewisse herkämen, der Hof Sie zum Versuche wenigstens drey Bildnisse, mit Händen daran, mahlen und auf solange ihnen ein freyes Quartier anweisen, auch jedes Bildniss, es möge höchsten Beyfall finden oder nicht, mit oder ohne Hand mit funfzig Thalern, und wenn das Bild zwo Hände habe, mit hundert K. Kulden [Konventionsgulden] oder 66 Rthlr. 16 Groschen bezahlen lassen (…)“[31] Hagedorn meinte weiter, „fände er Beifall, würden ihm 400 Taler jährlichen Gehalts angeboten, andernfalls solle er nichtsdestoweniger das Reisegeld nebst dem Betrag für die Bilder ausgezahlt erhalten“.[31]

Judith Gessner-Heidegger (1765/66). Ehefrau von Salomon Gessner und Schwester des Verlegers Johann Heinrich Heidegger (1738–1823). Anton Graff war ein gern gesehener Gast bei der Familie Gessner an der Münstergasse 9 in Zürich oder im Forsthaus im Sihlwald, wo Salomon Gessner ab 1781 bis zu seinem Tod als Sihlherr oberster Verwalter des Sihlwalds war und die Familie die Sommermonate verbrachte.

Graff hatte dieser Aufforderung nicht sogleich entsprochen, denn er hielt seine Kunst für nicht gut genug, um sich in den Dienst des Hofes von Dresden zu stellen. Eigentlich wollte Graff zurück nach Augsburg. Er wollte nicht aufs Ungewisse nach Dresden aufbrechen und vielleicht so seine Chancen in Augsburg aufs Spiel setzen, wo er gerade begonnen hatte, sich als Porträtist zu etablieren. Heidegger nahm Graffs Bedenken mit einigem Erstaunen zur Kenntnis. In einem Brief vom 27. November 1765 an Hagedorn gab Heidegger Graffs diesbezügliche Äußerungen gegenüber ihm wie folgt wieder: „Ich habe Dero Schreiben an Herrn Graff bestellt. Es sind etwa zwei Monate, seitdem er von Augsburg zurückgekommen ist. Acht Tage war ich ohne Antwort, ich schrieb zum zweiten Mal an ihn, endlich kam er selbst zu mir, ich fragte, ob er nach Dresden gehen wolle oder nicht. Sie, mein Herr, können die Antwort gewiss nicht vermuthen. Er sagte, er getraue sich nicht es darauf ankommen zu lassen, ob er gefallen werde oder nicht. Dresden habe immer große Künstler gehabt, er kenne seine Schwäche, und da er niemals bei Höfen und hohen Herrschaften gewesen, so mangele ihm alles Äußerliche, das so oft empfehlen kann, und drgl. mehr. Ich war erstaunt über solche Bescheidenheit und wusste zuletzt selbst nicht, wie ich die Sache anfangen sollte (…)“[32] Doch Graff selbst fand eine Lösung. In Absprache mit Graff sandte Heidegger, der, wie alle anderen Freunde ebenfalls, Graff bestärkte nach Dresden zu gehen, zunächst ein Probestück, Graffs Selbstporträt, in die sächsische Residenzstadt. Dem Versand des Selbstporträts ging wiederum ein Empfehlungsschreiben von Heidegger an Hagedorn voraus. Heidegger schrieb: „Ich habe Graff den Vorschlag gethan er solle sein eigen Portrait mir zur Versendung an Sie übergeben: falls er dann auf dieses hin berufen werde, so solle er ohne weitern Verzug hingehen. In Zeit von vierzehn Tagen werde ich also das Portrait über Leipzig an Dieselben versenden; ist es dann, dass es Ihnen gefällt, so wird der ehrliche Mann Graff bald folgen; ist es aber, dass es Jenenselben noch nicht genugthun kann, so reist er nicht auf Ungewisses hin, und Sie sind versichert, dass Sie nicht einen mittelmässigen Künstler verschrieben haben. Von der Zeit an, da das Portrait gemalt worden, hat er übrigens die Manier zum Vortheil geändert und ist auf ein lebhafteres Colorit gefallen. Wenn noch das eine und das andere an seiner Arbeit zu tadeln ist, so weiss ich gewiss, dass er unter der Kritik von Kennern sich in wenig Zeit bessern wird (…)“[33] Dieses Selbstporträt hatte Graff eigentlich für den Pfarrer Johann Jacob Wirz aus Rickenbach aus Dankbarkeit und zum Andenken geschaffen, weil der Pfarrer alles dazu beigetragen hatte, dass Graff Maler werden durfte.[32]

Hagedorn musste sich wohl oder übel auf diesen Vorschlag einlassen und berichtete dem Prinzenadministrator Franz Xaver von Sachsen wie folgt über seine Fortschritte, einen Porträtmaler für die Kunstakademie Dresden zu gewinnen: „Der Bildnissmaler Graff hat aus Misstrauen in seine Kräfte erstlich sein eigenes ihm sehr ähnliches Bildniss, das er vor geraumer Zeit gemalt, mittlerweile er sich, wie ein andrer anmerkt, in der Kunst stärker gemacht, aus Zürich abgeschickt und wird sodann die Bestätigung oder die Zuschreibung des letzten gnädigsten Befehls in Ehrfurcht erwarten.“[34]

Am 16. Januar 1766 traf Graffs Selbstporträt in Dresden ein und fand solchen Beifall, dass Graff daraufhin den Ruf nach Dresden erhielt. Nur einen Tag darauf, am 17. Januar 1766, entwarf Hagedorn Graffs Anstellungsbedingungen.[35] Graff wurde somit Marcello Bacciarellis Nachfolger, der ursprünglich von Hagedorn für diese Stelle vorgesehen war.[30]

Anton Graffs Anstellungsbedingungen an der Kunstakademie Dresden[Bearbeiten]

Elisa von der Recke (vor 1790). Sie war die Stiefschwester von Dorothea von Biron und die Gönnerin von Anton Graffs späterem Schwiegersohn Karl Ludwig Kaaz.[36] Zur Entstehung dieses Porträts berichtete Gustav Parthey wie folgt: „Einst hatte sie mit Goeckingk, Zollikofer und andern Notabilitäten ein Diner bei Nicolai eingenommen, und musste nachher noch an den Hof gehn. Sie hob mit der Linken die Schleppe ihres grauseidnen Kleides auf, machte mit der Rechten eine anmuthig grüßende Bewegung und sagte: ‚Nun, meine Herren, muss ich mich empfehlen.‘ Begeistert von der unbeschreiblichen Würde dieser Erscheinung, rief Goeckingk: ‚So muss Graff sie malen!‘ Diese Idee wurde später wirklich ausgeführt (…)“[37] Von dem Porträt sind drei Fassungen bekannt. Es steht jedoch nicht fest, welches die erste Fassung ist. Eine Fassung befand sich im Besitz der Familie Nicolai, später im Besitz von Gustav Parthey. Dieses Bild wurde am 16. Mai 1950 auf der Auktion bei Max G. Bollag in Zürich angeboten. Eine weitere Fassung war im Besitz des Prinzen Biron von Curland auf Schloss Groß Wartenberg. Diese ist vermutlich in den Kriegswirren des Zweiten Weltkriegs bei der Zerstörung des Schlosses Groß Wartenberg 1945 dort verbrannt. Die dritte bekannte Fassung befand sich auf Schloss Löbichau.[38]
Salon im Schloss Groß Wartenberg der Familie Biron von Curland (vor 1910). Rechts von der Tür hängt das Porträt von Elisa von der Recke von Anton Graff. Das Gemälde ist vermutlich 1945 bei der Zerstörung des Schlosses verbrannt. Das Porträt befand sich 1910 unter den Exponaten in der Galerie Eduard Schulte in Berlin anlässlich der Anton-Graff-Ausstellung.[38]

Am 17. Januar 1766 schrieb Christian Ludwig von Hagedorn an den Prinzenadministrator Franz Xaver von Sachsen und formulierte die Vorschläge für die Anstellungsbedingungen für Graff wie folgt:

„Nachdem das gestern eingelaufene Bildniss des Malers Graff in Winterthur bei Zürich gnädigsten Beifall erhalten und auch andere von Augsburg aus eingelaufene Nachrichten, wie wohl man mit ihm persönlich und mit seiner Geschicklichkeit im Treffen zufrieden, sattsam darthun, so habe ich die Sache bis auf Ew. k. Hoh. Entschluss nunmehro dahin eingeleitet, dass besagter Künstler Graff

1) in wirkliche kurfürstl. Dienste allenfalls mit einer ihm in originali mitzutheilenden höchsten Versicherungsresolution angenommen und ihm zugleich das jährliche Gehalt von Vierhundert Thaler, welches zuförderst um sich hier einzurichten und den Abzug des ersten Monats für die Armen im Anfange nicht allzuschwer zu fühlen, vom 1. October 1765 angehe, nebst

2) Einhundert Thaler Reisekosten ausgemacht und ihm

3) für jedes Originalbildniss, welches er über dasjenige, das er jährlich aus Verbindlichkeit zu übernehmen hat, dem Hofe liefert, für die halbe Figur mit oder ohne Hand fünfzig Thaler, mit 2 Händen 100 Thaler oder 66 Thlr. 8 Ngr., wobei grössere Kniestücke oder Bildnisse in Lebensgrösse mit reicherer Ordonanz auch besonders reichlicher zu belohnen, auf gnädigsten Befehl angeboten, auch ihm, wenn er es verlangt,

4) der Charakter eines kurfürstlichen Hofmalers vorläufig versichert werden könne.

Dagegen habe er die Verbindlichkeiten zu übernehmen:

a) wenn er von der kurfürstl. Academie zum Mitgliede aufgenommen wird, das zum Antritt bei derselben zum Andenken gewöhnliche Gemälde sowohl, als in Beziehung auf den jährlichen Gehalt

b) jährlich ein Bildniss mit oder ohne Hand, halbe Figur, für den Hof unentgeldlich und besten Fleisses zu verfertigen, wonächst, oben erwähnter Massen, das Mehrere besonders bezahlt werde. Ferner

c) Jahr aus Jahr ein wenigstens einen ihm anständigen von den Unterlehrern vorbereiteten Lehrling in seiner Kunst ohne anderen eigenen Aufwand unentgeldlich zu unterrichten und

d) seine Anherkunft längstens im Monat März oder Anfang April zu beschleunigen und endlich meine zum Aufleben der Künste in Sachsen getroffenen Anstalten treulich zu befördern.

Hierauf wird nun des Künstlers Antwort zu erwarten und Ew. k. Hoheit des mehreren unterthänigst vorzutragen sein.“[34]

Die Vorschläge von Hagedorn wurden durch den Hof genehmigt und Hagedorn sandte sein Berufungsschreiben umgehend nach Zürich, wo Graff bei Salomon Gessner wohnte. Im Februar 1766 traf das Schreiben bei Johann Heinrich Heidegger ein, der es sogleich Graff zukommen ließ. Graff war überglücklich. Anfang März 1766 reiste Graff von der Schweiz über Augsburg und Bayreuth nach Dresden.[39]

Bei seinem Abschied in der Schweiz sowie auf seiner Durchreise in Augsburg verewigten sich noch einige Freunde von Anton Graff in seinem Stammbuch. Darunter waren Johann Caspar Füssli, der Pfarrer Johann Jacob Wirz, Johann Jacob Haid und Johann Elias Ridinger. Sein Freund Hauptmann Johann Heinrich Heidegger aus Zürich, der, wie Christian Ludwig von Hagedorn, eine Schlüsselrolle in Graffs beruflichem Werdegang einnahm, schrieb ihm folgende Zeilen in Latein in sein Stammbuch:[40]

„I, bone, quo virtus tua te vocat, i pede fausto, grandia laturus meritorum praemia. Quid stas?“

– Johann Heinrich Heidegger verwendete ein Zitat von Horaz, welches Horaz einst seinem Freund Julius Florus, einem Poeten, Redner und Juristen in der Zeit des römischen Kaisers Augustus, in einem Brief schrieb. Übersetzt werden kann das Zitat in etwa wie folgt: „Geh, mein Guter, wohin deine Tugend dich ruft, geh, vom Glück begleitet und ernte große Belohnung für deine Taten. Was bleibst du (hier) stehen?“

Anton Graffs Ankunft in Dresden[Bearbeiten]

Am 7. April 1766 traf Graff in Dresden ein, wo er als kurfürstlich sächsischer Hofmaler und aggregiertes Mitglied der Kunstakademie Dresden fortan am Altmarkt wohnte.[4] Seine Wohnung, die er beinahe bis zum Schluss seines Lebens bewohnte, befand sich im Haus von Frau Magdalena Sophie Weinlig, geb. Schomburg, der Witwe des Dresdner Bürgermeisters Christian Weinlig (1681–1762). Es war ein großes Zimmer im Haus Nr. 9 am Altmarkt, das später die Straßennummer 20 und die Katasternummer 425 trug.[41] Jahre später schuf Carl Maria von Weber im selben Haus 1820 die Oper Der Freischütz.[42] Zur Ankunft von Graff in Dresden hielt Johann Caspar Füssli fest: „Graff kam glücklich an den Ort seiner Bestimmung, und wurde von dem Herrn von Hagedorn den hohen Herrschaften vorgestellt, welche ihn sehr gnädig annahmen und seinem Pinsel sogleich Gelegenheit gaben, sich an ihren Bildnissen Ruhm und Ehre zu erwerben. Es gelang ihm auch nach Wunsch; denn er hatte das Glück, dass seine Arbeit alle Erwartungen übertraf. Jedermann sucht seine Talente zu nutzen, und sich von ihm mahlen zu lassen.“[20] Und Graff meinte: „Von dieser Zeit an ging es mir immer glücklich; ich hatte viel Portraits zu malen.“[43]

Die jährliche Ausstellung an der Kunstakademie Dresden[Bearbeiten]

Christian Ludwig von Hagedorn (1772). Er holte Anton Graff 1766 an die Kunstakademie Dresden.

Als sächsischer Hofmaler musste Graff für Kurfürst Friedrich August III. jährlich bestimmte Porträtaufträge erfüllen. Diese Porträts für den Hof sowie für weitere sächsische Adlige, die hohe Funktionen im Staate innehatten, bereiteten Graff den Weg für Ansehen und Erfolg. Graffs Gemälde wurden regelmäßig auf den von Christian Ludwig von Hagedorn begründeten Ausstellungen gezeigt. Diese jährliche Ausstellung an der Kunstakademie Dresden wurde jeweils am 5. März, dem Namenstag des Kurfürsten Friedrich August, eröffnet und dauerte 14 Tage. Die Ausstellungen trugen wesentlich zum Ruhm und Bekanntheitsgrad von Graff bei und brachten ihm auch Aufträge ein. So gehörte es bald zum guten Ton, sich von Graff porträtieren zu lassen.

Als Anton Graff 1767 erstmals ausstellte und unter anderem seine Porträts von Feldzeugmeister Aloys Friedrich von Brühl, Generalpostmeister Adam Rudolph von Schönberg und Oberst Johann Gustav von Sacken präsentierte, wurde ihm viel Lob zuteil. Auch Generaldirektor Christian Ludwig von Hagedorn war mit Anton Graff sehr zufrieden. Hagedorn berichtete Johann Georg Wille 1768 voller Stolz von den Leistungen seines Schützlings in einem Brief. Wille antwortete an Hagedorn: „Ich bin Ihnen, mein Herr Generaldirector, unendlich verbunden, dass Sie mir gütigst eine kleine Beschreibung der letzten Gemäldeausstellung zu machen beliebet haben. Ich habe ein ungemeines Vergnügen, dass Sie an Herrn Graff einen großen Portraitmaler besitzen. Herr Bause hat mir letzthin ein kleines Portraitchen gesandt, welches er nach Herrn Graff gegraben hat, aus welchem ich sehen kann, dass seine Köpfe voller Weisheit sein müssen, welche sich auf einer festen Zeichnung und sichern Anwendung der Farbe gründet. Ich überdenke dieses Alles und mehreres mit Lust, weil ich muthmaße, dass große Portraitmaler heutzutage eine rare Sache in Deutschland sein müssen. Die Kunst dabei ist die Natur auf der That zu ertappen. Nur ein genauer Beobachter kann sich diese Kunst geläufig machen. Ich glaube, dass Herr Graff dieser Beobachtung sehr fähig sei. Ich muss diesen Künstler lieben, ob ich gleich die Ehre nicht habe ihn zu kennen, nur weil er nicht allein ein sehr geschickter Mann sondern auch im Umgange liebenswürdig sein soll.“[44]

Anton Graffs Lebensstelle, das Angebot aus Berlin und die Ernennung zum Professor in Dresden[Bearbeiten]

Kurfürst Friedrich August III., ab dem 20. Dezember 1806 König Friedrich August I. von Sachsen, genannt der Gerechte (1795). Porträtiert im weißen Uniformrock mit dem blauen Schulterband des Weißen Adlerordens. Rechts auf dem Tisch liegt der hermelinbesetzte Purpurmantel samt Kurfürstenhut und Kommandostab.

Die Anstellung in Dresden behielt Anton Graff zeit seines Lebens inne. Selbst finanziell bessere Angebote, unter anderem aus Berlin, lehnte er ab. Graff weilte zu Beginn des Jahres 1788 in Berlin, wo ihm vom preußischen Minister Friedrich Anton von Heynitz das Angebot des Hofes unterbreitet wurde, sich mit 1400 Taler Gehalt in Berlin niederzulassen, um an der Berliner Kunstakademie zu wirken.[45]

Am 6. Februar 1788 kehrte Graff nach Dresden zurück. Bereits am 8. Februar 1788 schrieb ihm sein Freund und Geschäftspartner Daniel Chodowiecki aus Berlin: „(…) hier wünscht Alles Sie bald wieder und auf immer zu sehen.“[46]

Auch Friedrich August von Zinzendorf, der sächsische Gesandte in Berlin, erfuhr von dem Angebot von Minister von Heynitz an Graff. Dass Graff dieses verlockende Angebot aus Berlin nicht sofort annahm, machte dem Gesandten von Zinzendorf Eindruck. Zinzendorf informierte umgehend den Grafen Camillo Marcolini über das Angebot von Heynitz an Graff. Marcolini war seit 1780 Hagedorns Nachfolger als Generaldirektor der Dresdner Kunstakademie. Zinzendorf schrieb an Marcolini:

„Monsieur Graff, occupé ici depuis quelque temps à peindre le Roi, la Princesse Frédérique, fille du Roi, et d'autres personnes de marque est reparti aujourd'hui pour Dresde. Je sais qu'on lui a fait ici des propositions très avantageuses que jusqu'à présent il n'a point accepté, et je crois de mon devoir de rendre compte à Votre Excellence de cette preuve de zèle et d'attachement, comme devant donner du relief au mérite de ce célèbre artiste.“

– Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 33.
Friedrich Wilhelm II. (1792). Anton Graff porträtierte den König von Preußen mit dem Bruststern des Schwarzen Adlerordens. Im Auftrag von Friedrich Wilhelm II. versuchte 1788 Minister Friedrich Anton von Heynitz Anton Graff mit viel Geld nach Berlin abzuwerben.

Graff nahm zwar das Angebot aus Berlin nicht sofort an, er lehnte es allerdings auch nicht ab. Er bat sich Bedenkzeit aus. Graff suchte das Gespräch mit dem Grafen Marcolini und schilderte ihm anschließend auch in einem Schreiben vom 7. Mai 1789 das glänzende Angebot aus Berlin sowie seine damalige finanzielle Situation: „(…) So schwer mir auch die grosse Dankbarkeit gegen S. kurfürstl. Durchlaucht, die mir so viele Jahre auf das huldreichste Schutz und Unterstützung angedeihen zu lassen geruhten, und die Neigung, zu der ich mich von ganzem Herzen bekenne, Sachsen, in dem es mir so wohl ging, aus patriotischem Gefühl als mein zweites Vaterland zu betrachten, einen jeden Entschluss von Veränderung machen muss – so darf ich denn doch es füglich mir nicht verhalten, dass ich auch mir und als Ehemann und Vater meiner Familie Pflichten schuldig bin, die mir nicht weniger heilig sein dürfen (…)“[46]

Marcolini reagierte prompt. Am 20. Juni 1789 wurde Graff laut kurfürstlich sächsischer Resolution Professor für das Porträtfach an der Dresdner Kunstakademie mit 700 Taler Gehalt und 50 Taler jährlichem Quartiergeld.[47]

In seinem Brief vom 6. Juli 1789 gab Daniel Chodowiecki gegenüber seinem Freund Anton Graff seiner Freude Ausdruck über die Beförderung zum Professor und die damit verbundenen finanziellen Zulagen: „Gott lasse Ihnen sie lange mit Gesundheit genießen. Nichtsdestoweniger verdrießt mich die Unartigkeit unsers Ministers [Friedrich Anton von Heynitz], der Vollmacht hatte Sie zu engagieren, hätte er Ihnen R. [Reichstaler] 1.500 gebothen, vielleicht – hätten Sie angenommen und der König hätte gewiss seine Offerte approbirt.“[47]

Wilhelmine von Lichtenau (1787/88). Sie war die Mätresse von Friedrich Wilhelm II. von Preußen. Anton Graff porträtierte die Gräfin im schwarzen Trauerkleid, kurz nach dem Tod des Sohnes Alexander von der Mark, welcher vermutlich vergiftet wurde.

Die 50 Taler jährliches Quartiergeld, welche Graff im Rahmen seiner Ernennung zum Professor in Dresden am 20. Juni 1789 bestätigt wurden, hatte er schon 1774 bewilligt erhalten. Denn offenbar hatte sich Graff bereits ab 1773 bis Ende 1774 ernsthaft mit dem Gedanken getragen, Dresden in Richtung Leipzig oder Berlin zu verlassen. Dies geht aus verschiedenen Briefen aus dieser Zeit zwischen Graff und seinem Schwiegervater Johann Georg Sulzer hervor. Über die Gründe lässt sich nichts Genaueres erfahren – nur so viel, dass es offenbar um ein Zerwürfnis und finanzielle Angelegenheiten ging. So fragte Sulzer in einem Brief an Graff vom 31. Dezember 1773, ob man ihm in Dresden seine Pension noch bezahle. Und im Brief datiert vom 13. Mai 1774 erkundigte sich Sulzer bei Graff, ob ihm der Hof nun etwas von der Pension des verstorbenen Dietrichs zulege. Sollte dies nicht der Fall sein, so empfahl ihm sein Schwiegervater, dass er Dresden verlassen und sich in Berlin niederlassen solle. In einem weiteren Schreiben vom 11. November 1774 bot Sulzer seinem Schwiegersohn an, dass er sich beim König von Preußen um eine Pension für ihn bemühen wolle, sollte er sich denn entschließen, sich in Berlin niederzulassen. Und Sulzer meinte weiter, dass er durchaus die Hoffnung habe, die Pension vom König für ihn zu erhalten. Im selben Schreiben gab Sulzer jedoch zu bedenken, dass – sollte er vom König von Preußen für ihn eine Pension erwirken können – dies mit einer eingeschränkten Reisetätigkeit für ihn [Graff] einhergehe. Denn Sulzer führte in seinem Schreiben aus: „Es geht hier nicht an, dass diejenigen, die Pensionen vom König haben, sich ohne ausdrückliche Erlaubnis auf Reisen außerhalb der königlichen Länder begeben.“[48] Dies könnte einer der Gründe gewesen sein, weshalb Anton Graff sich nicht in den Dienst des preußischen Hofes stellen wollte. Denn Graff reiste gerne, immer wieder auch zurück in seine Heimat, die Schweiz. Zudem erhielt Graff in der Tat 1774, als das Gehalt des verstorbenen Christian Wilhelm Ernst Dietrich unter den Lehrern der Akademie aufgeteilt wurde, eine Gehaltserhöhung in Höhe von 50 Taler jährlichem Quartiergeld sowie gleichzeitig die Zusicherung des Hofes in Dresden, jährlich mehrere Monate reisen zu dürfen, ohne vorher um Urlaub nachsuchen zu müssen. Diese neuen Umstände trugen sicher auch dazu bei, dass Graff in Dresden blieb.[49]

Johann Caspar Füessli (1765). Er hielt das Leben und Wirken der ersten 30 Jahre von Anton Graff erstmals ausführlich in einer Publikation fest.[50]

In Dresden gab es ungleich mehr Fabrikanten und Künstler als in manch anderer deutscher Residenzstadt. Graff mochte dieses tonangebende bürgerliche Element. Dies war wohl ein weiterer Grund, weshalb Graff seiner Wahlheimat – trotz verlockender Angebote von außerhalb – zeitlebens treu blieb.[51]

Zu Graffs Akademie-Kollegen gehörten neben Giovanni Battista Casanova, Bruder des Schriftsteller und Abenteurers Giacomo Casanova, auch die Porträtmaler Christian David Müller, Johann Eleazar Zeissig und Johann Heinrich Schmidt.[52]

Wie Anton Graff und Adrian Zingg ein Stück Schweiz in Sachsen entdeckten[Bearbeiten]

Adrian Zingg, der Freund und Landsmann von Anton Graff (um 1796). Zingg und Graff verdankt die Sächsische Schweiz ihren Namen. Vermutlich porträtierte Graff seinen Freund Zingg in der Gegend von Loschwitz, mit Blick von oben auf die Elbe und das rechte Elbufer, dessen Hügelreihe im Dunst verschwindet. Im Hintergrund dienen zwei Schüler von Zingg als Staffage.[53]

Graff mochte die Kunst- und Kulturstadt Dresden. Auch deren Umland hatte es ihm angetan, vor allem die Sächsische Schweiz. Er und sein Freund und Landsmann Adrian Zingg, der ebenfalls 1766 an die Kunstakademie Dresden berufen wurde, fühlten sich von der Landschaft an ihre Heimat, den Schweizer Jura, erinnert. Sie machten oft gemeinsame Ausflüge in diese Gegend. Zur Unterscheidung von ihrer Heimat berichteten sie in ihrem Briefwechsel von der „sächsischen Schweiz“, womit Graff und Zingg dem Gebiet seinen heutigen Namen gaben. Zuvor wurde der sächsische Teil des Elbsandsteingebirges lediglich als Meißner Hochland, Meißnisches Oberland oder Heide über Schandau bezeichnet.[54] „Von ihrer neuen Wahlheimat aus sahen sie ostwärts, etwa einen Tagesmarsch entfernt, ein Gebirge liegen. Es zeigte ein merkwürdig abgeflachtes Panorama, ohne eigentliche Gipfel (…)“ (nach Lothar Kempe[54]). Wilhelm Leberecht Götzinger griff den von Anton Graff und Adrian Zingg geprägten Namen auf und machte die Sächsische Schweiz durch seine Bücher europaweit bekannt.

Verhaftet in der Sächsischen Schweiz[Bearbeiten]

Einer der ersten gemeinsamen Ausflüge in die Sächsische Schweiz dürfte Anton Graff und Adrian Zingg noch etwas länger in Erinnerung geblieben sein. Die beiden Freunde machten Ende August 1766 einen Ausflug in die Umgebung von Dresden. Adrian Zingg zeichnete bei dieser Gelegenheit Prospekte von der Festung Königstein. Dies kam einigen Ordnungshütern wohl verdächtig vor und sie verhafteten die beiden Schweizer. Das Missverständnis scheint sich dann aber schnell aufgeklärt zu haben, denn weitere Folgen blieben offenbar aus.[4]

Erstmalige ausführliche Erwähnung des Lebens und Wirkens von Anton Graff in einer Publikation[Bearbeiten]

Schon 1768 hielt Johann Heinrich Heidegger (1738–1823), der Schwager von Salomon Gessner, einzelne Stationen von Anton Graffs bisherigem Leben und Wirken schriftlich fest.[55]

Nur zwei Jahre später veröffentlichte Johann Caspar Füessli seine fünfteilige Serie Geschichte der besten Künstler in der Schweiz nebst ihren Bildnissen. Im dritten Band, den er Martin Usteri, dem „Directorn der Löblichen Kaufmannschaft in Zürich“ widmete, berichtete Füessli auf den Seiten 240 bis 248 erstmals ausführlich und auf Gesprächen mit Anton Graff beruhend über das bisherige Leben und Wirken des nun bereits berühmten Hofmalers in Dresden. Füessli schloss seinen Bericht über Graff mit den Worten:

„(…) Und wie viel hat die Kunst noch von ihm [Graff] zu erwarten! Denn er ist nicht mit dem erlangten Ruhm zufrieden. Je mehr er einsehen lernt, was zur Vollkommenheit der Kunst gehört, desto mehr glaubt er sich verpflichtet, seinen Fleiss und Nachdenken zu verdoppeln, seine Kenntnisse nach der Natur und den erhabenen Mustern der Dresdner-Gallerie zu erweitern, und durch solche edle Bemühungen seine Vorzüge zu vergrössern, und sich dereinst eine Stelle neben den grössten Bildnismahlern zu verdienen.“

Joh. Caspar Füessli: Geschichte der besten Künstler in der Schweiz nebst ihren Bildnissen (3. Theil). Verlag Orell, Gessner, Füessli und Comp., Zürich 1770, S. 248.

Porträtist der Persönlichkeiten seiner Zeit[Bearbeiten]

Thomas Bruce, 7. Earl of Elgin und 11. Earl of Kincardine in der Uniform eines Offiziers des 3. Schottischen Garderegiments (1788). Lord Elgin war ein britischer Peer, General und Diplomat. Er wurde vor allem durch die nach ihm benannten Elgin Marbles bekannt. Das Porträt wurde auf der am 25. September 1788 eröffneten Ausstellung der Berliner Kunstakademie gezeigt (Kat.-Nr. 75). Daniel Chodowiecki beschrieb das Gemälde in einem Brief an Gräfin Christiane von Solms-Laubach als einen englischen Kavalier, einen 23-jährigen Jüngling, darstellend mit einer äußerst entschlossenen Mine, einer breiten hohen Brust, breiten Schultern und schönen Lenden und Waden.[56] Das Porträt befindet sich in Broomhall, dem Sitz der Earls of Elgin und Kincardine.

Graff blickte – wie kein anderer Maler – in das Antlitz des geistigen Deutschlands im Jahrhundert Goethes und stellte über 800 Gesichter auf seine unverkennbare eigene Weise – realistisch kraftvoll, mit bewusster Betonung des bürgerlich-menschlichen Aspekts – dar.[57] Graffs Kunst erfreute sich in breiten Schichten großer Beliebtheit. Er erhielt zahlreiche Aufträge aus den Kreisen des Adels, der Diplomatie, der Wissenschaft und des Bürgertums. Wie sehr Anton Graff als Porträtist gefragt war, geht aus einem Brief von Daniel Chodowiecki hervor. Am 27. Oktober 1784 schrieb Chodowiecki an Graff in Dresden: „Unsere Berliner thun wohl, wenn sie sich bei Ihnen malen lassen, denn jetzt ist Berlin von guten Porträtmalern sehr entblößt. Es ist niemand mehr als Frisch, der etwas Erträgliches malt und er malt sehr langsam.“[58] Und in seinem Brief vom 6. Januar 1785 an Christiane von Solms-Laubach bezeichnete Daniel Chodowiecki Anton Graff als den „größten Portrait Mahler dieses Jahrhunderts – es ist eine unbeschreibliche Wahrheit in (...) seinen Bildern“.

Graff porträtierte die Großen und Bekannten seiner Zeit. Dazu gehören (Auswahl in alphabetischer Reihenfolge):

Graf Stanisław Kostka Potocki (1785). Porträtiert mit dem Bruststern und dem Schulterband des Weißen Adlerordens. Graff weilte vom 9. Juli bis zum 10. August 1785 in Karlsbad. Anlässlich dieses Aufenthaltes porträtierte er den Grafen Potocki.[42] Am 11. Juli 1785 schrieb Potocki an seine Frau aus Karlsbad: „Mon portrait fait par Graff, qui est vraiment beau.“ Graff verlangte den damals bescheidenen Preis von 30 Roten Złoty für das Porträt. Das Gemälde befand sich zunächst im Potocki-Palast. Seit 1821 ist es im Wilanów-Palast ausgestellt, einem weiteren ehemaligen Sitz der Familie Potocki.[59]

Adelung, Johann Christoph; von Alvensleben, Philipp Karl; Apel, Heinrich Friedrich Innocentius; von Augustenburg, Friedrich Christian; von Bayern, Maria Antonia; von Biron, Anna Charlotte Dorothea, von Biron, Peter; Bloch, Marcus Élieser; Bodmer, Johann Jakob; Brandes, Esther Charlotte; von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern, Elisabeth Christine; von Brühl, Carl; Burckhardt, Johann Rudolf; Bürger, Gottfried August; von Carlowitz, Carl Adolf; Chodowiecki, Daniel; Clodius, Christian August; Clodius, Julie; von Crayen, Henriette; von Dänemark und Norwegen, Louise Auguste; Dietrich, Christian Wilhelm Ernst; von Einsiedel, Detlev Carl; Ekhof, Conrad; Elgin, Thomas Bruce; Engel, Johann Jacob; Ernesti, Johann August; von Fritsch, Thomas; von Funck, Karl Wilhelm Ferdinand; Füssli, Johann Caspar; Gedike, Friedrich; Gessner, Salomon; Gellert, Christian Fürchtegott; Gluck, Christoph Willibald; von Goeckingk, Leopold Friedrich Günther; von Hagedorn, Christian Ludwig; von Hahn, Friedrich; Hegner, Ulrich; Hensel, Sophie Friederike; Herder, Johann Gottfried; Herz, Henriette; von Heynitz, Carl Wilhelm Benno; von Heynitz, Friedrich Anton; Hiller, Johann Adam; von Hofenfels, Johann Christian; von Hoffmann, Carl Christoph; Hommel, Karl Ferdinand; Iffland, August Wilhelm; Kaaz, Karl Ludwig; Kaufmann, Christoph; von Kleist, Heinrich; Körner, Christian Gottfried; Lavater, Johann Caspar; Lessing, Gotthold Ephraim; von Lichtenau, Wilhelmine; Mahlmann, August; von Medem, Christoph Johann Friedrich; Mendelssohn, Moses; von Metternich, Klemens Wenzel Lothar; von Miltitz, Dietrich; Müller, Carl Wilhelm; Naumann, Johann Gottlieb; Nicolai, Friedrich; Oeser, Adam Friedrich; Platner, Ernst; Potocki, Stanisław Kostka; von Preußen, Friederike; von Preußen, Friedrich II.; von Preußen, Friedrich Wilhelm II.; von Preußen, Heinrich; von Racknitz, Joseph Friedrich; Radziwiłł, Michał Hieronim; von Ramdohr, Basilius; Ramler, Karl Wilhelm; von Raumer, Friedrich; von der Recke, Elisa; Reich, Philipp Erasmus; Reuß zu Greiz, Heinrich XIII.; Reuß zu Greiz, Heinrich XIV.; Reventlow, Johan Ludvig; von Sachsen, Friedrich August I.; von Sagan, Dorothea; Schellenberg, Johann Rudolf; Schellenberg, Johann Ulrich; Schiller, Friedrich; Schlegel, Dorothea; von Schönberg, Adam Rudolph; Schröter, Corona; von Sivers, Friedrich August; Spalding, Johann Joachim; Stemler, Johann Christian; Stock, Dora; Sulzer, Elisabeth; Sulzer, Johann Georg; von Voß, Julie; Weiße, Christian Felix; Wieland, Christoph Martin; von Winkler, Carl Gottfried; Zingg, Adrian; von Zinzendorf, Friedrich August; Zollikofer, Georg Joachim.

Obwohl Johann Wolfgang von Goethe und Anton Graff sich kannten und gegenseitig schätzten, ist Goethe der einzige des Viergestirns der Weimarer Klassik – Wieland, Goethe, Herder und Schiller –, bei dem sich nie ergeben hat, dass er für Graff Modell saß.[60]

Die Ifflandsche Affäre und andere schwierige Kunden[Bearbeiten]

August Wilhelm Iffland als Pygmalion im Melodrama von Jean-Jacques Rousseau (unten bezeichnet: A. Graff pinx: 1800). Iffland, bekleidet mit einer grauen Tunika und einer hellblauen Toga, ist der Frauenstatue zugewandt und im Begriff zu sagen: „Aber eine Seele fehlet dir, deine Gestalt kann ihrer nicht entbehren.“ Die Handbewegung des rechten Arms nimmt das Motiv von Michelangelos Beseelung Adams durch Gottvater auf. Im Hintergrund ist ein Höhleneingang sowie die Statue des Apoll von Belvedere zu sehen. Das Gemälde wurde auf der am 9. Oktober 1814 in Berlin eröffneten Ausstellung der Akademie der Künste gezeigt und dort von Friedrich Wilhelm III. für die Bildergalerie von Schloss Sanssouci angekauft. Heute befindet sich das Porträt im Schloss Charlottenburg.[61]

Dass es Graff – trotz seines liebenswürdig heiteren und unterhaltsam angenehmen Wesens – bei den Sitzungen auch manchmal schwer hatte, belegen verschiedene Hinweise. So besaß Schiller kein Sitzfleisch und Frau César, [Sophie Elisabeth César, geb. Leveaux (1744–1826), Mutter von Pauline Wiesel und Schwester von Henriette von Crayen], kam nicht zu den verabredeten Terminen. Auch die Bezahlung für gelieferte Bilder bereitete Graff zuweilen Sorgen. So wollte der Schauspieler August Wilhelm Iffland sein Porträt, das ihn in seiner Rolle als Pygmalion (im Melodrama von Jean-Jacques Rousseau) zeigt, nicht bezahlen. Iffland war der Meinung, dass er sein Porträt nicht bezahlen müsse, da es für Graff zweifelsohne eine Ehre gewesen sei, ihn porträtieren zu dürfen. Graff nahm es mit Humor und überlegte sich im Scherz, ein zweites Porträt von Iffland anzufertigen, in dem er ihn in seiner Rolle als Pygmalion darstellen würde, so wie er wirklich war. Denn Graff sagte, dass er Iffland in diesem Porträt sehr veredelt habe, damit er in dieser Rolle nicht lächerlich erscheine. Graff meinte weiter, dass allein das Gerücht um so ein mögliches Porträt Iffland schon zum Zahlen bewegen würde. Unterstützt von seinen Freunden behielt sich Graff jedoch auch juristische Schritte gegen seinen Schuldner vor.[62]

Friedrich der Große (um 1781/86). Porträtiert im Uniformrock mit dem Bruststern des Schwarzen Adlerordens. Dieses Porträt gilt als das bekannteste Gemälde von Anton Graff und als das bekannteste Porträt Friedrichs des Großen. Schon seine Zeitgenossen hielten es für jenes der vielen Friedrich-Porträts, das der Wirklichkeit am nächsten kommt. Dieses Porträt, das heute im Schloss Sanssouci ausgestellt ist, gilt als eigenhändige Replik von Anton Graff, welches er wohl zwischen 1781 und 1786 nach seinem 1781 gefertigten Original gemalt hat.[63]

„(…) Überhaupt aber fand er [Graff], was alle finden, ein Porträtmaler sey ein geplagter Mann, weil er seinen Geschmack so oft geschmackloser Mode unterordnen, und seine Umrisse vom Schneider und Friseur bestimmen lassen muss, und nicht machen kann, was er will. Indess wer einen Namen hat, darf sich auch schon mehrere Freyheit bedienen. Als er [Graff] einst eine alte vornehme Damen malte, konnte er es ihr gar nicht recht machen, gleichwohl fügte er sich lange mit grosser Gelassenheit; wie sie aber endlich verlangte, er sollte jetzt noch einmal mitten in der Arbeit aufhören, und mit einem andern Maler und einem Cavalier consultieren, ging ihm, der, obgleich ein Schweizer, nicht gern ad referendum nahm, die Geduld aus; er malte ihr einen Schnurrbart hin, und lief davon“.[64]

Graff hätte wohl noch so manche Anekdote aus seinem Leben mit den gelehrten und vornehmen Persönlichkeiten zu berichten gewusst, die er porträtiert hatte. Aus einem Brief des Buchhändlers Heinrich Gessner (geb. 1776), Sohn von Salomon Gessner, an Ulrich Hegner, datiert vom 12. Dezember 1810, geht hervor, dass sowohl Heinrich Gessner als auch Ulrich Hegner versucht haben, Graff dazu zu bringen, seine diesbezüglichen Erinnerungen aufzuschreiben. Graff kam nicht mehr dazu. Er starb drei Jahre später in Dresden.[65]

Kopieren für die Kaiserin[Bearbeiten]

Graff war der bevorzugte Porträtist der deutschen, russischen, polnischen und baltischen Aristokratie. Seine berühmtesten Auftraggeber aus diesen Kreisen waren Katharina die Große von Russland und Friedrich der Große von Preußen.

Für Kaiserin Katharina die Große kopierte Graff 1796 zahlreiche Bilder der Dresdner Gemäldegalerie. Darunter waren Werke von Pompeo Batoni, Carlo Cignani, Antonio da Correggio, Anthonis van Dyck, Raffael und Peter Paul Rubens. Die Kaiserin erwirkte gar durch ihren Gesandten, dass Graff in Originalgröße kopieren durfte, was sonst in Dresden untersagt war.[66] Sie war äußerst zufrieden mit der Arbeit von Graff. Zum Zeichen der Wertschätzung seiner Arbeit erhielt Graff, neben dem vereinbarten Lohn, auch eine 70 Dukaten schwere goldene Medaille von der Kaiserin.[67]

In Italien, Frankreich, England und den Niederlanden war Graff niemals. Umso wichtiger war für ihn die Dresdner Gemäldegalerie als Ort, wo er die Meister aus diesen Ländern studieren konnte. Graff besuchte die Dresdner Gemäldegalerie auch gerne für seine Zerstreuung. Denn „wenn ihn die Welt zurückschreckte“, so konnte er bei der Betrachtung dieser Werke alles Leid vergessen. Doch letztlich „ging es mir“, wie Graff selbst bekannte, „immer glücklich“.[52]

Das Porträt Friedrichs des Großen[Bearbeiten]

Aus Anlass des 200. Todestages Friedrichs des Großen (1712–1786) gab die Deutsche Bundespost 1986 eine Sonderbriefmarke mit einem Nennwert von 80 Pfennig heraus. Vorlage für den Druck der Sonderbriefmarke war das Porträtgemälde von Anton Graff, das dieser 1781 von Friedrich dem Großen angefertigt hatte.
Aus Anlass des 300. Geburtstages Friedrichs des Großen (1712–2012) gab die Deutsche Post AG 2012 eine Sonderbriefmarke mit einem Nennwert von 55 Cent heraus. Vorlage für den Druck der Sonderbriefmarke war abermals das 1781 durch Anton Graff geschaffene Porträtgemälde vom König von Preußen.

Anton Graffs Porträt von Friedrich dem Großen von 1781 wird als sein Hauptwerk angesehen. Eine Replik, welche Graff wohl zwischen 1781 und 1786 nach seinem Original gemalt hat, befand sich für einige Zeit im Schloss Charlottenburg. Heute ist diese Replik im Schloss Sanssouci, im Sterbezimmer von Friedrich dem Großen, ausgestellt.[63] Im Gegensatz zu seinem Bruder Heinrich saß Friedrich der Große Graff nie zu Porträt. Denn mit Ausnahme des von Johann Georg Ziesenis 1763 auf Schloss Salzdahlum geschaffenen Porträts saß Friedrich der Große schon seit seiner Krönung 1740 nicht mehr Modell. Für dieses Porträt musste genügen, dass Graff sich lediglich Skizzen von dessen Physiognomie aus respektabler Entfernung während der Truppenparaden von 1781 machen konnte. Entstanden ist ein weitgehend ideales Königsbild, das wohl dem Modell gerecht wird und zu den wirkungsvollsten und ausdrucksstärksten Friedrich-Porträts gehört.[68] Möglicherweise identisch mit diesem Originalporträt von 1781 ist das Brustbild, das ursprünglich Philipp Karl von Alvensleben, preußischer Gesandter in Dresden und seit 1791 preußischer Kabinettsminister, besaß. Darüber berichtete Johann Friedrich Bause in einem an Friedrich Nicolai gerichteten Brief vom 23. August 1786: „(...) Das Gemälde besitzt der preußische Gesandte in Dresden: er und jeder, der es gesehen, halten es vor besonders ähnlich. Herr Graff malte es vor 5 Jahren als er in Berlin war, ging alle Tage auf die Parade, marquierte sich den Monarchen, wozu man ihm Gelegenheit schaffte, ihn recht nahe sehen zu können, und ging jederzeit gleich in sein Logis, um sein Bild auszumalen.“ Das vermutliche Originalporträt befand sich nachweislich bis 1886 in Berliner Privatbesitz und wurde 1886 auf der Berliner Jubiläumsausstellung, Historische Abteilung Nr. 2326, gezeigt. Das Gemälde gilt seit 1898 als verschollen.[63]

Anton Graffs Porträt von Friedrich dem Großen ist das meistkopierte und -reproduzierte Porträt des Königs von Preußen. Graff selbst fertigte ebenfalls Repliken des Porträts an. Auch Andy Warhol, einer der bedeutendsten Vertreter der amerikanischen Pop Art, wusste die Kunst von Anton Graff zu schätzen. Warhol diente das Porträt von Graff als Vorlage für seinen Siebdruck mit dem Porträt Friedrichs des Großen. Der Siebdruck entstand 1986 in fünf Exemplaren, wenige Monate vor Warhols Tod. Das Bild gehört zu einer Serie von Bildern berühmter Persönlichkeiten, an der Warhol seit Beginn seiner künstlerischen Laufbahn in den 1960er Jahren gearbeitet hat. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg präsentiert ein Exemplar von Warhols Friedrich-Porträt nach Graff im Schloss Sanssouci.

Im Beisein von Franz-Friedrich Prinz von Preußen stellte Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk am 14. Februar 2012 im Bode-Museum in Berlin die Sonderbriefmarke zum 300. Geburtstag von Friedrich dem Großen vor. Wie bereits bei der Sonderbriefmarke von 1986, welche aus Anlass des 200. Todestages Friedrich des Großen von der Deutschen Bundespost herausgegeben wurde, diente auch dieses Mal das 1781 von Anton Graff gemalte Porträt als Vorlage für die Sonderbriefmarke zu Ehren des Königs von Preußen.[69]

Anton Graff über Friedrich Schiller: „Er hatte kein Sitzfleisch“[Bearbeiten]

Friedrich Schiller. Die Vollendung dieses Porträts dauerte über fünf Jahre (1786–1791). Das Originalporträt ist im Kügelgenhaus in Dresden ausgestellt. Das Gemälde wurde oft kopiert. Das Schillerhaus in Weimar verfügt über eine Kopie des Porträts, die von Johann Christian Xeller angefertigt wurde. Die Bezeichnungen Schillerkragen und Schillerlocke gehen auf dieses Porträt zurück.
Briefmarke von Moldawien (2007). Vorlage für den Druck der Briefmarke mit dem Bild Friedrich Schillers war ein Kupferstich von Johann Gotthard von Müller. Müller wiederum diente das gespiegelte Schillersche Porträt von Anton Graff als Vorlage für seinen Kupferstich.
Anna Marie Jacobine Körner, genannt Minna. Sie war die Ehefrau von Christian Gottfried Körner (um 1785/86). Minna Körner half Anton Graff, Friedrich Schiller in eine angemessene ruhige Haltung zu bringen, in der dieser während der wenigen Porträtsitzungen, zu denen er erschien, jeweils wenigstens für ein paar Minuten ruhig saß. Weil Schiller stets unruhig war und Mühe hatte ruhig zu sitzen, dauerte die Vollendung des Schillerschen Porträts über fünf Jahre.

Friedrich Schiller traf am 12. September 1785 im Körnerschen Hause in Dresden ein. Anton Graff war mit der Familie Körner eng befreundet und hatte schon zahlreiche ihrer Mitglieder porträtiert. Deshalb verwunderte nicht, dass Graff auch Schiller porträtierte. Die Porträtsitzungen mit Friedrich Schiller fanden jeweils im Hause der Familie Körner statt.

Anton Graff berichtete wie folgt über die Entstehung des Porträts von Friedrich Schiller, welches er im Frühjahr 1786 begonnen und im Herbst 1791 vollendet hatte: „Die grösste Noth, zuletzt aber auch die grösste Freude hat mir das Portrait Schillers gemacht; das war ein unruhiger Geist, der hatte, wie wir sagen, kein Sitzfleisch. Nun liebe ich es zwar sehr, wenn Personen mir gegenüber nicht wie Oelgötzen regungslos dasitzen, oder wohl gar interessante Gesichter schneiden, aber Freund Schiller trieb mir die Unruhe doch zu weit; ich war genöthigt, den schon auf die Leinwand gezeichneten Umriss mehrmals wieder auszuwischen, da er mir nicht still hielt. Endlich gelang es mir, ihn in eine Stellung festzubannen, in welcher er, wie er versicherte, sein Lebtag nicht gesessen, die aber von den Körnerschen Damen für sehr angemessen und ausdrucksvoll erklärt wurde. Er sitzt bequem und nachdenklich, den zur linken Seite geneigten Kopf auf den Arm stützend; ich meine den Dichter des Don Carlos, aus welchem er mir während der Sitzungen vordeclamierte, in einem glücklichen Momente aufgefasst zu haben (…)“[70]

Minna Körner meinte zur von Friedrich Schiller im Porträt von Anton Graff eingenommenen Pose: „Wir erwählten diese Stellung aus, in welcher wir ihn in einsamen Stunden belauscht hatten, vornehmlich deshalb, um ihn zu einer ruhigen Haltung zu nötigen; gewöhnlich trug er den Kopf etwas trotzig zurückgebogen. Graff war zufrieden, dass ihm Schiller etwa viermal saß, sodass er den Kopf und die Hände fertig malen, das Uebrige wenigstens anlegen konnte (…)“[70]

Ab 1790 ging es im Briefwechsel zwischen Christian Gottfried Körner und Friedrich Schiller auch immer wieder um Graffs Porträt von Schiller. Schiller wollte mit dem Bild seiner Frau an Weihnachten 1790 eine Freude machen und bat Körner in einem Brief vom 17. Dezember 1790, bei Graff vorzusprechen, damit Graff ihm, Schiller, das Bild – auch wenn noch unvollendet – doch wenigstens für ein paar Tage überlassen würde. Schiller schrieb in seinem Brief aus Jena: „So gar gern wünschte ich meiner Frau zu Weihnachten mit dem Graffschen Gemälde von mir eine Freude zu machen; sie verlangt unbeschreiblich danach. Wenn es gleich nicht vollendet ist, so kann Graff es ja eine Zeit lang in meinen Händen lassen, bis wir zusammenkommen, welches so gar lange nicht mehr anstehen kann – und dann kann er's vollenden (…)“[71] Mit Schreiben vom 24. Dezember 1790 teilte Körner Schiller mit, dass Graff es ablehne, das Bild unvollendet aus den Händen zu geben. Körner schrieb: „Ich wäre Dir sehr gerne behilflich gewesen, Deinem Weibchen eine Freude zu machen; aber Graff gibt das Bild nicht unvollendet aus den Händen (…)“[71]

Im Herbst 1791 hatte Graff das Porträt von Schiller schließlich vollendet. Am 12. September 1791 schrieb Körner aus Dresden an Schiller über dessen zwar fertiges, aber von Schiller noch nicht gesehenes Porträt: „(…) Graff hat Dein Bild fertig gemacht und wird es in diesen Tagen abgehen lassen. Wie mir Graff sagt, so hast Du Frauenholz das Bild schon abgetreten. Frauenholz wird es mir also nicht lassen, wenn Du ihm nicht darüber schreibst. Übrigens wenn ich gewiss wäre, dass Du künftiges Jahr herkommst und Dich wieder malen ließest, so möchte er das Bild behalten. Der obere Teil ist gut, aber zum unteren Teil hättest Du noch sitzen sollen. Jetzt ist er zu unbestimmt (…)“[71]

Ein gefragter Porträtist. Selbst Prinzen mussten warten[Bearbeiten]

Friedrich Christian von Augustenburg (um 1790). Porträtiert mit dem Bruststern des Elefanten-Ordens. Unter seiner Herrschaft begannen die Konflikte zwischen den Augustenburger Herzögen und dem dänischen Königshaus. Zusammen mit Ernst Heinrich von Schimmelmann zahlte Friedrich Christian von Augustenburg Friedrich Schiller ab Dezember 1791 während drei Jahren eine jährliche Pension von 1.000 Taler, um Schiller während seiner Krankheit Finanzsorgen zu nehmen.

Der Unruhe, die Schiller bei den Porträtsitzungen an den Tag legte, sowie den Eigenheiten manch anderer Kunden wusste Anton Graff mit Humor und seiner viel genannten schweizerischen Geduld zu begegnen. Zu dieser Zeit war Graff längst ein gefragter Künstler. Er konnte nie alle an ihn herangetragenen Porträtaufträge erfüllen und so konnte er sich seine Kundschaft aussuchen.

Selbst Prinzen mussten auf einen Termin beim hoch geschätzten Künstler warten, wie ein Brief von Johann Georg Sulzer an dessen Schwiegersohn Anton Graff zeigt. Mit Datum vom 3. Mai 1777 übermittelte Sulzer seinem Schwiegersohn einen Brief mit einem Bündel von Aufträgen mit der Bitte, er möge mit deren Ausführung nicht zu lange warten und ihn, Sulzer, nicht, „wie schon ein paar mal geschehen ist,“ sitzen lassen mit seinem Versprechen dem Prinzen Heinrich gegenüber, der nun doch endlich gemalt sein wollte. Sulzer führte aus: „Der Prinz würde es gewiss hoch aufnehmen, und ich hätte nichts, als bittern Verdruss davon. Dessen können Sie mich überheben, wenn Sie zur versprochenen Zeit und nicht erst im Herbst wieder kommen (…)“

Graff erhörte die Bitte seines Schwiegervaters und weilte vom 12. April bis zum 27. Juni 1777 in Leipzig sowie auf Schloss Rheinsberg, wo er Prinz Heinrich von Preußen porträtierte. Anschließend verbrachten Anton Graff und seine Frau Guste mit ihren beiden Söhnen Carl Anton und Georg den Rest des Jahres bei Johann Georg Sulzer in Berlin. Am 15. Dezember 1777 trafen Anton Graff und seine Familie wieder in Dresden ein.[72][73]

Preisfestsetzung für ein Porträt und die Zahlungsmoral der Kundschaft[Bearbeiten]

Prinz Heinrich von Preußen (um 1780). Eigenhändige Replik von Anton Graff nach seiner ersten Fassung von 1777, die auf Schloss Rheinsberg entstand und wo der Prinz eine schwarze Halsbinde trägt.

Der Preis für ein Porträt von Anton Graff hing von der Größe sowie den stofflichen und dekorativen Details ab. Bei der Anfertigung von Porträts in Uniform schlug sich die Ausarbeitung von Details bei Rangabzeichen und Orden oder die detailgetreue Wiedergabe eines Harnischs im Preis nieder. Dasselbe galt für die Damen. Aufwendige Stoffmuster, verschiedenartige Materialien wie Pelz oder Spitze sowie weitere Dekorationen wie Schmuck mussten extra bezahlt werden. Auch verteuerte sich das Porträt, sollten die Hände der zu Porträtierenden sichtbar sein, wobei sich der Preis pro sichtbarer Hand verstand.

Die Ernennung von Anton Graff zum Professor für das Porträtfach an der Dresdner Kunstakademie am 20. Juni 1789 hatte auch Auswirkungen auf die Preise, die er für seine Arbeit verlangen konnte. Graff war nun einer der gefragtesten und meist geschätzten Porträtisten seiner Zeit.

Während er in Augsburg für ein Porträt (Brust- oder Hüftbild) erst 20, später 30 Gulden verlangte und in Dresden von 1766 bis 1789 seine Preise auf 30 Taler erhöhte, verlangte er nun 50 Taler für ein Porträt ohne Hände und bis zu 100 Taler, sollten beide Hände sichtbar sein.[47]

Im Gegensatz zu manch anderen Künstlern ließ sich Graff nie im Voraus für seine Gemälde bezahlen, obwohl er damit ein Risiko einging. Denn die Zahlungsmoral seiner Kundschaft war nicht immer die beste. Öfters musste Graff nach Ablieferung der Gemälde seine Auftraggeber mehrmals zur Zahlung ermahnen. Auch kam es vor, dass er gar keine Bezahlung erhielt. Bekanntestes Beispiel hierfür dürfte Graffs Porträt des Schauspielers August Wilhelm Iffland sein. Sein jährliches Gehalt von Seiten des sächsischen Hofes wurde ihm jedoch immer pünktlich ausbezahlt, was Graff auf die Ordnungsliebe des Kurfürsten zurückführte.[74]

Im Falle von Zahlungsverzögerungen seiner Kundschaft konnte Anton Graff jedoch auch auf die Hilfe seiner treuen Freunde zählen. So ließ sich Daniel Chodowiecki durch nichts abhalten, von Anfang September 1789 bis Anfang Februar 1790 immer wieder Graffs Honorar für das Porträt der Königin Elisabeth Christine einzufordern, welches im Juli 1789 nach Berlin geliefert wurde. Schließlich erfolgte die Zahlung von 16 Louis d’or 1790.[75]

Erstes repräsentatives deutsches Rollenporträt[Bearbeiten]

Die Schauspielerin Esther Charlotte Brandes (1742–1786) in ihrer Rolle als Ariadne auf Naxos bei den Worten: „Schreckliche Phantasie! Wie sie mein Gehirn zerwühlt!“ Variierte Kopie des Originalporträts von Anton Graff von 1775. Diese Kopie befindet sich auf Schloss Wahn. Das Originalporträt gilt als verschollen. Vermutlich fertigte Graff noch eine Replik des Porträts an, doch auch von ihr fehlt jede Spur. Die gesichertsten Hinweise, wie das Originalporträt von Anton Graff ausgesehen hat, liefert der 1781 vom Mannheimer Kupferstecher Heinrich Sintzenich (1752–1812) nach dem Originalporträt gestochene Kupferstich in Punktiermanier. Der augenfälligste Unterschied zwischen dem Original und der Kopie ist der Hintergrund. Graffs Originalporträt zeigt eine Felsenlandschaft mit Blick aufs Meer. Die Kopie zeigt eine Baumlandschaft. Der Kupferstecher Sintzenich fertigte schwarze und rote Abdrücke nach dem Original. Finanziert wurde die Produktion von Johann Christian Brandes. Ein Exemplar dieses Kupferstichs befindet sich in der Porträtsammlung des Münchner Stadtmuseums. Anton Graffs Name wurde auf dem Kupferstich falsch geschrieben, nämlich als Graf.

Das Porträt der Schauspielerin Esther Charlotte Brandes gilt als das erste repräsentative deutsche Rollenporträt, das einen Moment der dramatischen Aktion darstellt. Es zeigt den Augenblick, in dem Ariadne auf Naxos, verkörpert von Esther Charlotte Brandes, die schmerzliche Erkenntnis ausweglos erscheinender Verlassenheit überkommt. Enthusiastisch wurde damals berichtet, dass die Brandes dabei das erste „ächt-altgriechische“ Kleid auf dem Theater trug. Graff wurde die Ehre zuteil, Brandes ihr Porträt am Neujahrstag 1776 im Namen des Dresdner Publikums zu überreichen. Das Bild wurde auf der am 5. März 1777 eröffneten Ausstellung der Kunstakademie Dresden gezeigt.[42]

Johann Georg Meusel äußerte sich zur Entstehungsgeschichte dieses Porträts wie folgt:

„Herr Graff hat in Rücksicht seines zu fertigenden Gemähldes nicht nur einer Vorstellung der Ariadne auf Naxos beygewohnt, sondern auch auf dem Zimmer die vornehmsten Stellungen von der Schauspielerin wiederholen lassen, und nach gehöriger Prüfung diejenige für die geschickteste befunden, in welcher Ariadne würklich gemahlet ist. Es ist die Stelle, wo sie die traurige Überzeugung erhält, von ihrem Theseus velassen zu seyn, wo also das Hauptinteresse des Stücks anfängt, welches von nun an immer zunimmt, je höher Angst und Schrecken bey jener anwächst. Es ist daher kein schon ausgeweinter Schmerz; Ariadne steht vielmehr wie in Jammer versunken, ganz vom Schrecken betäubt, staunend über dies unerwartete Schicksal da. Von Ruhe ist hier keine Spur, wohl aber von der äußersten Verlegenheit alle Kennzeichen vorhanden.“

Johann Georg Meusel: Miscellaneen artistischen Inhalts (1. Heft). Erfurt 1779, S. 48f.

Der Verbleib des Porträts[Bearbeiten]

Bis 1789 befand sich das Porträt von Esther Charlotte Brandes nachweislich noch im Besitz von Johann Christian Brandes. Dies geht aus einem Schreiben von Johann Christian Brandes an Anton Graff vom 22. Januar 1789 hervor. Aus einem Schreiben von Daniel Chodowiecki an Anton Graff von 1794 könnte geschlossen werden, dass entweder die Erstfassung des Porträts oder eine eigenhändige Replik von Graff auf der Ausstellung der Berliner Kunstakademie von 1794 gezeigt wurde. Danach verlieren sich die Spuren des Originalporträts sowie allfälliger eigenhändiger Repliken von Graff. Weil Esther Charlotte Brandes bereits 1786 gestorben war und die beiden Kinder des Ehepaares Brandes ebenfalls vor ihrem Vater gestorben sind, ist zu vermuten, dass das Porträt von Esther Charlotte Brandes im Zuge der Nachlassregelung von Johann Christian Brandes verkauft oder auf anderen Wegen aus der Familie gekommen ist. Denn direkte Nachfahren der Familie Brandes gab es beim Tod von Johann Christian Brandes am 10. November 1799 nicht mehr.[76]

Über Geschmack lässt sich mit einem Kurfürsten nicht streiten[Bearbeiten]

Die neue Mode à la Grecque, mit welcher Graff im Porträt von Esther Charlotte Brandes 1776 einen Erfolg feierte, war jedoch nicht jedermanns Sache. Ulrich Hegner berichtete darüber wie folgt:

„Außerordentliche Gemälde für den Hof wurden ihm [Graff] bezahlt; gleichwohl war das eben nicht seine Lieblingsbeschäftigung, weil die Beurtheilung derselben nicht immer aus den lautersten Quellen des Geschmacks herfloß, sondern sich nach der momentanen Stimmung der Obern richtete, wie er oft zu erfahren Gelegenheit hatte. So malte er einst die Churfürstin, und gab ihr ein idealisches, oder wie man es damals hieß, griechisches Gewand, so wie er nicht lange vorher die Schauspielerin Brandes als Ariadne mit Beyfall gemalt hatte; das Bild wurde recht hübsch gefunden, und man konnte die Stunde nicht erleben, wo es der Churfürst besichtigen sollte; aber dieser, ein ernsthafter Herr, der seine Gemahlin nicht gern in theatralischem Gewande sah, ging unwillig bey dem Bildnisse vorüber, nannte es à la grecque, und würdigte den Maler keines Blickes. Nun war er und blieb in Ungnade, und erfuhr, dass Horazens Ausspruch: Malern und Dichtern sey alles erlaubt, wenigstens nicht auf die Hofmaler passe. Alle Hofleute, die bisher das Gemälde bewundert hatten, kehrten ihm jetzt den Rücken und ließen ihn allein stehen, bis lange hernach Prinz Heinrich von Preußen bey dem Maler das Bildniss sah und sichs vom Churfürsten ausbat, und Graff den Auftrag erhielt, den Regenten als Gegenstück dazu zu malen. Hier aber nahm er sich wohl in Acht vor allem antiken Costume, sondern kleidete den Herrn in einen schönen deutschen Harnisch aus dem Zeughause, und schuf ihn zu allerhöchster Zufriedenheit in einen deutschen Helden späterer Zeit um.“

Ulrich Hegner: Ulrich Hegner’s gesammelte Schriften. Aus dem Leben eines Geringen (Fünfter Band, Kapitel: Leben Anton Graff’s von Winterthur, königl. Sächsischen Hofmalers und Professors an der Maler-Akademie in Dresden, 1815.) Gedruckt und verlegt bei G. Reimer, Berlin 1830, S. 77f.

Als Kriegsheroen, im Harnisch, mit dem Kommandostab in der Hand, porträtierte Graff in jenen Jahren auch den Prinzen Heinrich, und für ihn die Herren und Damen seines Rheinsberger Kreises.

Bildgestaltung[Bearbeiten]

Elisabeth Sulzer, geb. Reinhart, aus Winterthur (1765/66). Ihr Enkel war der Ingenieur Salomon Hegner. Graff war mit dem Schultheißen Salomon Hegner zum Egli (1744–1800), dem Vater von Salomon Hegner, befreundet. Wenn Graff in Winterthur war, so kam er stets in den Genuss der Gastfreundschaft des Schultheißen in dessen Haus Zum Schanzengarten. Elisabeth Sulzer und Oskar Reinhart haben gemeinsame Vorfahren. Ein Teil der Kunstsammlung des Kunstsammlers und Mäzens Oskar Reinhart ist heute im Museum Oskar Reinhart untergebracht. Darunter befinden sich auch Werke von Anton Graff.

Anton Graff konzentrierte sich bei seinen Porträts stets auf das Wesentliche, auf das Gesicht seines Gegenübers. Insbesondere galt seine Aufmerksamkeit den Augen als wichtigster Quelle zur Erfassung der Persönlichkeit eines Menschen. Die Augen leuchten als Haupt- und Mittelpunkt aus Graffs Porträts heraus und scheinen stets zum Betrachter zu sprechen.[77] Dies fiel auch Johann Wolfgang von Goethe auf, als er am 30. August 1797 in Stuttgart Johann Gotthard von Müller besuchte. Müller war zu dieser Zeit gerade damit beschäftigt, Graffs Teilreplik, ein Hüftporträt, seines Selbstporträts von 1794/95, das Theodor Heuss später als das Selbstporträt von Dresden bezeichnete, für Johann Friedrich Frauenholz in Kupfer zu stechen. Johann Wolfgang von Goethe sah dieses Hüftporträt und meinte:

„Professor Müller’n fand ich an dem Graffischen Portrait, das Graff selbst gemahlt hat. Der Kopf ist ganz vortrefflich, das künstlerische Auge hat den höchsten Glanz (…)“

Johann Wolfgang von Goethe: Goethe’s nachgelassene Werke (Dritter Band). Aus einer Reise in die Schweiz über Frankfurt, Heidelberg, Stuttgart und Tübingen im Jahre 1797. J. G. Cotta’schen Buchhandlung, Stuttgart und Tübingen, 1833, S. 87.

Graff verzichtete in seinen Porträts weitestgehend auf allegorisches Beiwerk und übertriebene Staffage. Mit Vorliebe malte Graff Brustbilder in Lebensgröße mit neutralem Hintergrund, mit oder ohne Hände. Hände malte er bei Brustbildern oder dem Format der Halbfigur nur, wenn er es für lohnend hielt, etwa bei Künstlern oder schönen Frauen.[78] Schon Johann Caspar Füssli bemerkte: „Edle Züge, und in seinen Köpfen richtige Zeichnung, schöne Formen in Händen, und eine glänzende und starke Farbe, sind Theile, welche Graff schätzbar machen.“[20]

Auch Salomon Gessner, der seinem Freund Anton Graff seinen Sohn Conrad Gessner (1764–1826) zwecks Komplettierung von dessen Ausbildung als Maler nach Dresden geschickt hatte, wusste um die schön gemalten Hände von Graff und wies seinen Sohn in einem Brief vom 5. September 1784 an, den Winter hindurch hin und wieder einmal einen Kopf zu malen und so viel wie nur möglich Hände nach Graff zu kopieren. Gessner mahnte seinen Sohn: „(…) diese letztern sind einer der schwersten Theile, und der von sehr Vielen vernachlässigt wird (…)“[79]

Betender alter Mann (1802). Der Schuster Johann Gottlob Reinhardt aus Dresden-Friedrichstadt, Brückenstraße 9. Philipp Otto Runge meinte anerkennend, als er das Bild 1802 auf der Ausstellung der Kunstakademie Dresden sah: „Von Graff ein Kopf eines alten Schusters ganz unvergleichlich; dieser und eine Landschaft von Mechau waren das beste.“[80]

Graff pflegte seine Porträts in Bleistift-, Kreide- oder Kohlezeichnung, zum Teil schon in der Originalgröße, vorzubereiten und zu entwerfen. Für gewisse Einzelheiten wie Hände und Arme, Beine und Füße sowie allfälliges Beiwerk fertigte er auch Studien an.[81]

Graff malte die zu Porträtierenden meist in einfachen und natürlichen Stellungen. Ist der Körper leicht nach links oder nach rechts gewandt, so blicken die Augen gerade auf den Betrachter. Ist der Körper von vorn gesehen, so ist der Blick nach links oder rechts gerichtet. Selten sind Kopf und Körper gleichmäßig dem Betrachter zugewendet oder gleichmäßig im Profil gesehen. Die Arme hängen entweder frei herab oder sie sind übereinander gelegt oder der eine Arm hängt herab, während die Hand des andern in der vorn aufgeknöpften Weste oder der Tasche des Rockes verborgen ist.

Wenn es das Format des Bildes gestattete, deutete Graff durch Anbringung charakteristischen Beiwerks oder durch die Wahl einer charakteristischen Situation auf den Stand des Dargestellten hin. Er malte sich selbst gewöhnlich, wie er, den Kreidestift oder den Pinsel in der Hand, aufmerksam nach dem zu Porträtierenden schaut. Den Kupferstecher setzte er an einen Tisch, auf welchem Kupferplatte und Grabstichel liegen. Der Kunstfreund hält eine Zeichnung, die gebildete Dame ein Buch in der Hand. Der Aristokrat im Kniestück oder in Ganzfigur steht meist in Uniform in weiter Landschaft, die eine Hand auf dem Degenkorb oder in die Hüfte gesteckt, die andere seinen Hut haltend oder in die Tasche gesteckt. Hatte Graff den Auftrag, ein Repräsentationsporträt eines Angehörigen eines Souveränen Hauses zu malen, so zeigt er diesen in einem mit einer Draperie versehenen Interieur mit den Symbolen seines Standes wie z. B. Kurhut, Hermelinmantel und Kommandostab.[82]

Im Gegensatz zu den meist ernsthaft blickenden Herren strahlen die porträtierten Damen eine gewisse Ruhe und Güte aus. Graffs gemalte Gesichter sind bei aller Differenzierung der Charaktere lebensbejahend. Keine Trauer, aber auch kaum ein Lächeln beherrscht die Züge. Es sind aufgeklärte, selbstbewusst in sich ruhende erwachsene Menschen, Bürger ohne Empfindsamkeit und Pathos.[62]

Der Charakteristiker[Bearbeiten]

Graff war stets bemüht, nicht nur die Äußerlichkeiten einer Person akkurat wiederzugeben, sondern auch deren Persönlichkeit, deren seelischen Regungen bildhaft Form zu verleihen. Dies scheint ihm gelungen zu sein. So schrieb Johann Georg Sulzer in seiner Enzyklopädie Allgemeine Theorie der Schönen Künste: „Ich habe mehr als einmal bemerkt, dass verschiedene Personen, die sich von unserem Graff, der vorzüglich die Gabe hat, die ganze Physiognomie in der Wahrheit der Natur darzustellen, haben mahlen lassen, die scharfen und empfindungsvollen Blicke, die er auf sie wirft, kaum vertragen können; weil jeder bis in das Innere der Seele zu dringen scheinet.“[51] In ähnlicher Weise berichtete von ihm ein anderer Zeitgenosse in der Augsburger Allgemeinen Zeitung von 1803: „Graff trifft, wie man sagen möchte, in höherm Sinne; er malt nicht den Leib sondern den Geist und weiss fast immer mit einem unglaublich glücklichen Takt den Moment zu ergreifen, wo sich nicht bloss eine oder die andere charakteristische Eigenthümlichkeit sondern die ganze Individualität des Innern in dem ruhigen Aeussern abspiegelt.“[83] Dieser Meinung war auch Johann Wilhelm Ludwig Gleim. Gleim hatte offenbar schon einige Erfahrungen mit Porträtisten gemacht, als er in seinem Brief vom 22. Mai 1785 an Elisa von der Recke schrieb, „er habe nun ein Gelübde getan, sich nie wieder malen zu lassen, als nur von Graff oder Darbes [Joseph Darbes (1747–1810)], diesen Seelenmalern“.[84]

Johann Friedrich Bause (1807). Anton Graff zeigte u. a. dieses Porträt auf der Ausstellung der Kunstakademie Dresden von 1808. Das Porträt fand lobende Erwähnung in der Ausgabe vom 16. Mai 1808 der Zeitung für die elegante Welt. Bause war ein berühmter Kupferstecher und ein Freund und Geschäftspartner von Graff. Bause reproduzierte zahlreiche Porträts von Graff, was dessen Kunst einer breiten Öffentlichkeit bekannt machte.

In ihrer Ausgabe vom 16. Mai 1808 berichtete die Zeitung für die elegante Welt wie folgt über die Beiträge von Anton Graff auf der Ausstellung der Kunstakademie Dresden von 1808:

„(…) Unser ehrwürdiger Veteran Graff hatte seine Tochter mit ihrem Kinde und ihrem Mann, dem ebengenannten trefflichen Landschafter Kaaz gemalt und auch hier seinen alten Ruhm, ein Charakteristiker zu seyn, nicht verleugnet. – Noch mehr aber gefiel des Professor Bause Porträt, voll sprechenden Ausdrucks (…)“

Zeitung für die elegante Welt, 16. Mai 1808, (78), S. 619.

Anton Graff porträtierte am liebsten Personen, die er schon länger kannte, oder Personen, deren Verhalten und Eigenheiten er vor der Erstellung eines Porträts schon einige Zeit beobachten konnte. Schon Ulrich Hegner merkte an: „Wenn Graff mit den Personen, die er malen sollte, einige Zeit vorher Umgang pflegen konnte, so war ihm das lieb; da lauschte er unvermerkt auf ihre beste Miene, beobachtete ihre eigenthümliche Haltung, und studierte die natürlichsten und passendsten Farbentöne des Gesichts zusammen, um alles dieses nachher in dem Bilde anzubringen, damit es nicht ein charakterloses Machwerk wird, wie handwerksmässige Bildnissmalerey gewöhnlich liefert (…)“[84]

Johann Joachim Spalding (1800). Eigenhändige Replik von Anton Graff nach seiner ersten Fassung dieses Porträts. Graff soll die erste Fassung für sein bestes Porträt gehalten haben.[85]

Meister des Lichts, der Draperie und der Natürlichkeit[Bearbeiten]

Anton Graff verstand, mit Licht und Schatten zu arbeiten. Dies erkannte auch Johann Christian Hasche, als er 1784 bei der Betrachtung eines von Graff geschaffenen Herrenporträts schrieb:

„(…) bis zum Leben in einer Kraft von Licht und Schatten colorirt, daß man wahre Natur zu erblicken glaubte.“

– Johann Christian Hasche: Magazin der Sächsischen Geschichte, Erstes Stück, Revision der ausgestellten Kunstacademie Werke, Dresden 1784, S. 138.

In den Porträts von Graff ist das Licht stets auf das Gesicht gerichtet, mit Fokussierung auf die Stirn. Handelte es sich bei seinem Modell um eine Dame, so schenkte er auch deren Dekolleté die gebührende Aufmerksamkeit. Diese Malweise geht auf seine Zeit in Ansbach zurück, wo er Gelegenheit hatte, Gemälde von Johann Kupetzky zu studieren. Bei der Betrachtung von Kupetzkys Bildern wurde Graff das Problem der Beleuchtung, der Wechsel von Hell und Dunkel, das ausgewogene Verhältnis zwischen hervortretendem Gesicht und zurückliegendem Hintergrund bewusst. Nicht ohne Niederschlag blieb deshalb die herbe, auf das rein Menschliche gerichtete, oft von allem Höfisch-Konventionellen befreite Art Kupetzkys Bildniskunst, in der das Bürgerliche absolute Realität gewinnt.[21]

Graff verzichtete nicht völlig auf Eleganz, Pose und Idealisierung. Übertriebene Schmeicheleien sucht man bei Graff jedoch vergebens. So lobte auch Johann Wolfgang von Goethe im 18. Buch von Dichtung und Wahrheit die Ehrlichkeit und Genauigkeit mit der Anton Graff 1781/82 Johann Jakob Bodmer porträtiert hatte:[86]

„(…) Glücklicher Weise existiert das Bild nach Graff von Bause, welches vollkommen den Mann darstellt, wie er auch uns erschienen, und zwar mit seinem Blick der Beschauung und Betrachtung.“

Johann Wolfgang von Goethe: Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit (Vierter Theil, Achtzehntes Buch). Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. J. G. Cotta’schen Buchhandlung, Stuttgart und Tübingen, 1833.

Johann Jakob Bodmers Porträt mit dessen beinahe zahnlosem Kopf, der von den gewaltigen Augenbrauen dominiert wird, hatte 1910 bei der Anton-Graff-Ausstellung in der Galerie Eduard Schulte in Berlin inmitten all der wohlgepflegten Herren mit Perücken aufgrund seiner schon von Johann Wolfgang von Goethe gelobten Realistik besonders Aufsehen erregt.[87]

Während seiner Zeit in Ansbach kam Graff auch mit Porträts von Hyacinthe Rigaud in Kontakt. Die beispielhafte Wiedergabe des Stofflichen, des Samtes und der Seide des französischen Hofmalers wurde ihm zum Vorbild.[21] Graff verstand in hervorragender Weise, Pelz sowie verschiedene stoffliche Materialien, namentlich Samt und Seide, und deren Faltenwürfe realitätsnah wiederzugeben.[83] Elisabeth Sulzer porträtierte er 1765/66 sitzend in einem blauen Seidenmanteau, besetzt mit silbernen Tressen und einem Kragen und Bordüren aus graubraunem Pelz.[88]

Anton Graffs künstlerische Entwicklung[Bearbeiten]

Ernst Platner (um 1789). Er war Mitbegründer der Anthropologie als medizinisch-philosophische Wissenschaft, des Vorläufers der psychosomatischen Medizin.
Porträt der Töchter des Geheimen kursächsischen Kriegsrates, Zeremonienmeisters und Kunstsammlers Johann Julius von Vieth und Golßenau (1713–1784) und seiner Ehefrau Johanna Juliane, geb. Krieg von Bellicken (entstanden um 1775). V. l. n. r.: Juliane Caroline, Edle von der Planitz (1752–1832); Sophie Juliane Elisabeth, Gräfin d'Agrollo (1748–1832) und Juliane Charlotte, Gräfin von Todtleben (1754–1840). Dieses Gemälde wurde bei Christie’s in London am 11. Dezember 2002 in der Auktion 6652 „Old Master Pictures“ als Los Nr. 75 für 111.150 £ verkauft. Anschließend befand sich das Bild im Besitz der Londoner Kunsthandlung Colnaghi. Heute gehört das Gemälde zur Sammlung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe.

Graffs künstlerische Entwicklung vollzog sich im Wesentlichen in vier Phasen. Die erste Phase, die bis Ende der 1760er-Jahre reicht, diente der Suche nach der persönlichen Form. Als Darstellungstypus wählte Graff für seine Porträts meist das Brust- oder Hüftstück, frontal oder mit leichten Wendungen zur Seite. Er verwendete helle, zuweilen kontrastreich leuchtende und sich scharf gegeneinander abgrenzende Farben ohne Übergang.[89]

Graffs zweite Phase wurde mit den zahlreichen Porträtaufträgen von Philipp Erasmus Reich eingeleitet. Sie markierte die Wendung zu einem bewussten Realismus. Die Farben wurden wärmer und gedämpfter und tauchten in ein harmonisches Hell-Dunkel ein. Das Gesicht – als Zentrum des Porträts – fügte sich weich in das Ensemble ein. Es war die Phase des nachwirkenden Einflusses Johann Kupetzkys.[90]

Graffs dritte Phase begann Ende der 1770er-Jahre und reichte bis zur Schwelle des 19. Jahrhunderts. Hier wird vor allem der Einfluss seiner englischen und teils auch französischen Malerkollegen sichtbar. Graff wechselte zu einer hellen, lebhaft kühlen Farbigkeit. Die Farbtöne waren nun untereinander und mit dem Hintergrund in harmonischer Weise verbunden. Seine Malweise wurde großformatig, lebendiger und auch etwas skizzenhaft. Vor allem bei Knie- und Ganzporträts, die in dieser Phase vermehrt vorkamen, dienten ihm nun Landschaften als Hintergrund, so wie es auch in England der Mode entsprach.[90] Prunk- und Schaustücke entstanden nur, wenn fürstliche Persönlichkeiten zu porträtieren waren. Eigentliche Parade- und Repräsentationsgemälde fertigte Graff vor allem im Auftrag der Höfe von Dresden und Berlin sowie für diesen Höfen nahestehende Kreise. Gruppenbilder waren selten. Neben seinen eigenen Familienbildern ist jenes der Familie des Rittmeisters Ludwig Wilhelm von Stieglitz wohl das bekannteste. Graff porträtierte die Familie von Stieglitz um 1780.[89] Das Gemälde befindet sich heute im Museum Oskar Reinhart in Winterthur.

In der vierten Phase wandte sich Graff wieder mehr dem Format des Brust- und Hüftstücks zu, vielleicht auch mit Rücksicht auf seine Augen. Die Farben wurden dunkler, pastos kraftvoll im Auftrag und durch farbige Schatten schwimmend in den Übergängen. Graffs Maltechnik wirkt nun beinahe impressionistisch. Diese ersten Anzeichen des später aufkommenden Impressionismus sind auch in seinen Landschaftsbildern sichtbar, welche er in seinen späteren Jahren zu malen begann. Philipp Otto Runge und Caspar David Friedrich ließen sich von seiner Landschaftsmalerei beeinflussen.[90]

Erste Landschaftsbilder[Bearbeiten]

Die Elbe bei Blasewitz oberhalb Dresdens am Morgen (um 1800). Graff schenkte das Bild seinem Freund Daniel Friedrich Parthey. Die Familie Graff verbrachte jeweils die Sommermonate in Blasewitz. Dort lernte Graffs Tochter Caroline Susanne 1796 ihren späteren Ehemann Karl Ludwig Kaaz kennen.[36]

Um 1800 malte Anton Graff das Gemälde Die Elbe bei Blasewitz oberhalb Dresdens am Morgen. Er schenkte das Gemälde seinem Freund Daniel Friedrich Parthey. Gemäß Partheys Sohn Gustav Parthey soll Graff gegenüber seinem Vater geäußert haben, „dass er vorher niemals Landschaften gemalt, und sich bei einem Sommeraufenthalte in Loschwitz gelangweilt; da habe er gedacht, wer einen stets sich verändernden Kopf treffen könne, der werde auch eine stillstehende Landschaft treffen“.[91] Von diesem Gemälde existiert eine Kopie, die möglicherweise vom Sohn von Anton Graff, von Carl Anton Graff, stammt. Bei der Kopie befindet sich der Weidenbaum allerdings am rechten Bildrand. Diese Kopie befand sich einst in der Wohnung von Elisa von der Recke in Dresden.[92]

Daniel Chodowiecki (1800). Ein Freund und Geschäftspartner von Anton Graff. Auf der Tischkante links liegt ein Grabstichel. Nach dem Tod von Chodowiecki erhielt Graff das Porträt im Dezember 1801 zurück, wohl um davon Repliken anzufertigen. Graff erstellte mindestens eine Replik, wo jedoch der Grabstichel im Bild fehlt.[93]

Einen weiteren Hinweis, dass Graff mehrere Landschaftsbilder schuf, zeigen die Schilderungen über die Dresdner Wohnung von Elisa von der Recke durch Konstantin Karl Falkenstein im von ihm herausgegebenen Werk Christoph August Tiedge's Leben, das dessen Leben und poetisches Werk enthält. Dort heißt es: „Hatte man den heitern mit Steinplatten belegten Hof des fast ländlichen Hauses durchschritten, so führte die Treppe in ein geräumiges Vorzimmer, dessen Wände durch mehrere landschaftliche Gemälde von der Hand des berühmten Hofmalers Anton Graff geschmückt waren, welche Naturscenen aus der Umgegend von Dresden, als: die Dörfer Loschwitz, Blasewitz [vermutlich handelte es sich bei diesem Gemälde von Blasewitz um jene Kopie, welche möglicherweise von Carl Anton Graff nach dem Original seines Vaters angefertigt wurde], den Plauischen Grund usw., darstellten, und um so mehr Aufmerksamkeit verdienten, da der große Porträtmaler erst im späteren Alter und gleichsam nur zu seiner Erholung sich dem Studium der Landschaftsmalerei widmete und auch in diesem Fache geniale Werke schuf (…)“[94]

Silberstiftzeichnungen „à la Carvelle“[Bearbeiten]

Nach seinen eigenen Angaben schuf Anton Graff auch 322 Silberstiftzeichnungen. Diese Miniaturzeichnungen auf Pergamentblättchen à la Carvelle, benannt nach dem damals tätigen französischen Maler Jean-Baptiste Carvelle, fertigte Graff zwischen 1783 und 1790. Die Technik bestand darin, dass man die Silberstiftzeichnungen mit Bimsstein- und Karminpulver bestäubte und diesen so eine zarte farbige Tönung verlieh. Allerdings war Carvelle keineswegs der Erfinder dieser Technik. Er hatte diese höchstens wiederentdeckt. Diese Technik hatte bereits im 15. Jahrhundert eine weite Verbreitung gefunden. Anlässlich seines Badeaufenthaltes in Töplitz 1783 kam Graff auf den Gedanken, ebenfalls solche Miniaturzeichnungen herzustellen. Den größten Teil dieser Silberstiftzeichnungen fertigte Graff während seiner Aufenthalte in Töplitz, Karlsbad und im Rahmen seiner Reisen in die Schweiz.

In einem Brief, datiert vom 27. Oktober 1784, verdankte Daniel Chodowiecki Anton Graff eine solche Silberstiftzeichnung mit dem Porträt von Graffs Frau Guste mit den Worten: „(…) Sie haben diese Manier sehr viel weiter Gebracht wie Karwell (…)“ Auch Chodowiecki selbst sowie auch der Maler Joseph Darbes (1747–1810) wurden eifrige Nachahmer Carvelles.

Die Zeichnungen waren sehr beliebt und Graff konnte diese für drei Dukaten pro Stück verkaufen. Doch bereits 1790 musste Graff aufgrund seiner abnehmenden Sehkraft mit der Anfertigung dieser Silberstiftminiaturen aufhören.[81]

Privat- und Geschäftskontakte[Bearbeiten]

Philipp Erasmus Reich (1774). Der Buchhändler und Verleger leitete von 1746 bis 1787 die Weidmannsche Buchhandlung. Reich war zudem Gründer und Vorsitzender der Buchhandelsgesellschaft in Deutschland, auch Leipziger Societät genannt. Christoph Martin Wieland nannte ihn den „Ersten Buchhändler der Nation“. Auch Johann Wolfgang von Goethe verkehrte bei Reich. Ab 1769 gab Reich insgesamt 26 seiner berühmten Gelehrtenporträts bei Anton Graff in Auftrag.[95]

Anton Graff lernte 1769 Philipp Erasmus Reich kennen. Reich war ein bekannter Buchhändler und Verleger aus Leipzig. Graff und er wurden gute Freunde. Reich engagierte Graff, um Porträts seiner gelehrten Freunde anzufertigen. Das Ziel von Reich war, eine Galerie der berühmtesten gegenwärtig lebenden Dichter und Denker zusammenzubringen.[52] Vorbild für Reichs Vorhaben war die Porträtsammlung im Halberstädter Gleimhaus, dem Musen- und Freundschaftstempel von Johann Wilhelm Ludwig Gleim.[43] Neben Johann Heinrich Tischbein wurde ausschließlich Anton Graff von Reich mit der Anlegung dieser Porträtgalerie beauftragt. Graff malte insgesamt 26 Porträts für Reich, darunter die Porträts von Christian Fürchtegott Gellert, Christian Felix Weiße, Moses Mendelssohn, Gotthold Ephraim Lessing, Johann Christian Stemler, Christian Ludwig von Hagedorn und Karl Wilhelm Ramler. Reich war der größte Einzelauftraggeber von Graff. Als sich die Witwe von Reich, Friederike Louise Reich, geb. Heye, in ihre Vaterstadt Berlin zurückzog, schenkte sie im Rahmen des Jubiläums des 400-jährigen Bestehens der Universität Leipzig 1809 den überwiegenden Teil der Porträtsammlung der Universitätsbibliothek Leipzig.[96]

Gotthold Ephraim Lessing (1771). Lessings Kommentar zu seinem Porträt: „Sehe ich denn so verteufelt freundlich aus?“
Aus Anlass des 250. Geburtstages von Johann Gottfried Herder (1744–1803) gab die Deutsche Bundespost 1994 eine Briefmarke mit einem Nennwert von 80 Pfennig heraus. Vorlage für den Druck der Briefmarke mit dem Bild Herders war das Porträtgemälde von Anton Graff, das dieser 1785 in Karlsbad schuf und welches sich heute im Gleimhaus befindet. Friedrich Schiller schrieb am 24. Juli 1787 über das Porträt von Herder an Christian Gottfried Körner: „Ich komme von Herder. Wenn Ihr sein Bild bei Graff gesehen habt, so könnt Ihr ihn Euch recht gut vorstellen, nur dass er in dem Gemälde zu viel leichte Freundlichkeit, in seinem Gesicht mehr Ernst ist (…) Über sein Bild von Graff ist er nicht sehr zufrieden. Er holte mir’s her, und ließ mich’s mit ihm vergleichen. Er sagt, dass es einem italienischen Abbé gleichsehe.“[97]

Im Auftrag von Reich reiste Graff 1771 nach Berlin und porträtierte zwischen dem 20. und 29. September 1771 Gotthold Ephraim Lessing in der Wohnung von Johann Georg Sulzer. Lessing erwähnte die Porträtsitzung auch in einem Brief an Eva König vom 29. Juli 1772: „Sie wissen ja, dass ich voriges Jahr in Berlin mich von Graffen musste malen lassen (…) Sehe ich denn so verteufelt freundlich aus?“[42][98]

Dieudonné Thiébault über Anton Graffs Porträt von Gotthold Ephraim Lessing[Bearbeiten]

Noch in der Wohnung von Johann Georg Sulzer sah Dieudonné Thiébault das Porträt von Lessing. Er war von diesem so gefesselt, dass er darüber in seinem Werk Mes souvenirs de XX ans de séjour à Berlin wie folgt berichtete:[99]

„Je citerai une anecdote qui prouve combien M. Graff était un bon peintre. J’allai un jour causer avec M. Sulzer, dont l’appartement était à la suite du mien: je le trouvai avec M. Béguelin, [Nicolaus von Béguelin (1714–1789), preußischer Beamter, Direktor der philosophischen Klasse der Akademie der Wissenschaften zu Berlin], à regarder un grand tableau qui était à peine achevé. Ce tableau me frappa singulièrement: mes yeux s’y reportaient toujours malgré moi. „Voilà,“ me dit M. Béquelin, „un morceau de peinture qui paraît vous occuper beaucoup: dites-nous ce que vous en pensez.“ – „Je parie,“ lui dis-je, „que ce n’est pas un portrait de fantaisie, et que de plus il est très ressemblant.“ – „Et sur quoi en jugez-vous ainsi ?“ – „Sur ce qu’il me semble y découvrir la vérité de la nature, plutôt que les compartiments ou les caprices de l’art.“ – „En ce cas, dites-nous l’idée que ce portrait vous donne de l’original.“ – „L’original doit être un homme de beaucoup d’esprit, mais d’un esprit actif, très-vif et ardent: son caractère participe à ces mêmes qualités, et a de plus une fermeté remarquable, et une gaité très naturelle. Il est bon enfant, ami des plaisirs, et loyal; quoique d’une autre part il y ait du danger à heurter ses opinions ou ses préjugés.“ – „Vous le connaissez donc ?“ – „Non; je n’ai jamais vu l’original de ce portrait.“ – „Eh bien, vous venez de le dépeindre comme si vous aviez passé votre vie avec lui: c’est le portrait de M. Lessing, que M. Graff vient de faire.“ – „C’est,“ dis-je, „un compliment pour M. Graff, car je n’ai jamais vu M. Lessing.“

Dieudonné Thiébault: Mes souvenirs de XX ans de séjour à Berlin. Paris 1804.
Henriette Herz (1792). Sie war eine Dame der Gesellschaft und für ihre Schönheit und Klugheit bekannt. Der ins Haus des Ehepaars Herz aufgenommene junge Ludwig Börne verliebte sich leidenschaftlich in sie. Ihr Literarischer Salon in der Neuen Friedrichstraße 22 wurde zum Sammelpunkt des geistigen Berlins. Sie war mit Marcus Herz verheiratet, der sich in seinem Brief vom 5. März 1792 persönlich bei Anton Graff für das Porträt seiner Gattin bedankte.[100]

In Berlin porträtierte Graff auch Moses Mendelssohn, Johann Joachim Spalding, Karl Wilhelm Ramler und Johann Georg Sulzer, seinen künftigen Schwiegervater. Denn 1771 lernte Graff bei Johann Georg Sulzer dessen ältere Tochter, die 17-jährige Elisabetha Sophie Augusta, genannt Guste, kennen. Graff heiratete sie noch im selben Jahr.[43]

Graff reiste oft nach Berlin. Sein Schwiegervater Johann Georg Sulzer machte ihn mit Persönlichkeiten des preußischen Hofs bekannt. Graff erfreute sich innerhalb kürzester Zeit großer Beliebtheit bei Hofe und gewann viele Kunden. Er hatte nie vergessen, mit wie viel Wohlwollen er in der preußischen Gesellschaft aufgenommen worden war. Seine 1778 verfasste Autobiographie beendete er mit dem Satz: „Berlin habe ich viel zu verdanken.“[57]

Graff war ein geselliger Zeitgenosse. Umgeben von Freunden und in glücklichen Familienverhältnissen lebend, gewann Graff zu jeder Zeit seinem Leben auch die angenehmen Seiten ab – ganz gleich, ob es sich dabei um Burgunderwein handelte, für den er, laut Eintrag in seinem Schreibkalender vom 12. Februar 1801, 37,5 Taler ausgab, oder um Bootsfahrten auf der Elbe, um wiederholte Besuche der Leipziger Messe oder um fröhliche Tafelrunden. Eine derselben im Mai 1809 veranlasste den Schriftsteller Friedrich Christoph Förster zu folgender, liebevoll charakterisierender Beschreibung Graffs: „(…) Es war ein muntrer alter Herr, der Puder ließ nicht erkennen, ob das Haar meliert, grau oder vielleicht schon weiß war. Obschon er eine Brille trug, blitzten dennoch seine Augensterne durch die Gläser hindurch. Er trug einen braunseidenen Frack mit großen Stahlknöpfen, brüsseler Manschetten und Busenstreif, eine geblühmte blauseidene Weste und schien die Artigkeiten, welche seine Nachbarin, Frau Seydelmann, ihm über seine Toilette machte, gerne anzunehmen (…)“[101]

Graff pflegte Freundschaften mit vielen der von ihm porträtierten Persönlichkeiten, Geschäftspartnern und Kollegen, darunter der polnische Kupferstecher Daniel Chodowiecki, die Schweizer Maler Salomon Gessner und Adrian Zingg – Zingg weilte ebenfalls ab 1766 in Dresden – sowie der sächsische Kupferstecher Johann Friedrich Bause. Bause reproduzierte zahlreiche Porträts von Graff, was dessen Kunst einer breiten Öffentlichkeit bekannt machte. Auch mit Johann Wolfgang von Goethe, den er 1768 in Dresden traf, stand Graff in Kontakt.[4] Goethe begleitete 1778 Herzog Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach sowie den Fürsten Leopold von Dessau inkognito nach Berlin und nutzte die Gelegenheit, um am 16. Mai 1778 Graff in Berlin zu besuchen. Graff hatte beruflich in Berlin zu tun und wohnte während dieser Zeit bei seinem Schwiegervater Johann Georg Sulzer in der Heiligengeiststraße 7, im Hintergebäude der Ritterakademie.[68] Im folgenden Jahr, am 27. Februar 1779, starb Graffs Schwiegervater in Berlin.[102]

Anton Graffs Aufenthalt in Karlsbad im Sommer 1785[Bearbeiten]

Vom 9. Juli bis zum 10. August 1785 weilte Anton Graff in Karlsbad. Während dieses Aufenthaltes porträtierte er den Grafen Stanisław Kostka Potocki, Johann Gottfried Herder sowie auch den Fürsten Michał Hieronim Radziwiłł (1744–1831). Das Porträt von Radziwiłł befand sich auf dessen Schloss Nieborów. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist Graff damals in Karlsbad auch Elisa von der Recke, Hans Moritz Graf von Brühl (1746–1811) und dessen Gemahlin Johanna Margarethe Christina, genannt Tina (1756–1816), Johann Wolfgang von Goethe, Charlotte von Stein sowie Leopold Friedrich Günther von Goeckingk begegnet. Die Herrschaften feierten den Geburtstag von Goeckingk in Karlsbad. Auch Johann Gottfried Herder gehörte zu dieser illustren Gesellschaft.[68]

Vom König dem Kaiser vorgestellt[Bearbeiten]

Kurfürst Friedrich August III., ab dem 20. Dezember 1806 König Friedrich August I. von Sachsen (1768). Porträtiert mit dem Bruststern und dem Schulterband des Weißen Adlerordens. Im Hintergrund links der rote Kurfürstenmantel und die Hermelinkappe darauf. Er stellte 1807 Napoleon Bonaparte Anton Graff vor. Das Gemälde wurde am 10. Juli 2003 als Los Nr. 203 bei Sotheby’s in London angeboten und für das Museum Briner und Kern in Winterthur ersteigert.

In ihrer Ausgabe vom 21. Juli 1807 berichtete die Zeitung für die elegante Welt wie folgt über das Zusammentreffen von Napoleon Bonaparte und Anton Graff:

„Sonnabends den 18. July Nachm. 5 Uhr kam S.M. der Kaiser Napoleon, der den Tag zuvor Abends ein Viertel auf 6 Uhr unter Kanonendonner und Glockengeläut in der Residenz an der Seite des Königs eingetroffen war, auf die hiesige Gallerie. Die Inspektoren der Gemäldesammlung und die Professoren der Kunstakademie hatten schon seit 11 Uhr Befehl, dort den Kaiser zu erwarten. Er trat durch das Pastellkabinet, wo er den Amor von Mengs und den Marschall de Saxe betrachtete, in die äußere Gallerie, und die Professoren, die alle in Galla in ehrerbietiger Entfernung standen, wurden von Sr. Exzellenz dem Oberkammerherrn und Direktor der schönen Künste, dem Grafen Marcolini, dem großen Besieger der Nazionen vorgestellt. Mit einem unbeschreiblich humanen Ausdruck in seinem ganzen Aeußern hörte er ihre Namen und ihre Fächer nennen. Da kam der König, nahm unsern alten Graff beim Arme und führte den würdigen Greis, dem hoch das Herz brannte, zu dem großen Napoleon hin. ‚Sire! Das ist eins der würdigsten Glieder unserer Akademie, der Maler Anton Graff!‘ – ‚In welchem Genre?‘ frug Napoleon. ‚Im Portrait.‘ Ein sanftes, liebliches Beifalllächeln von Seiten des Kaisers beim Lobe des Königs that dem alten, tief gerührten Künstler wohl bis tief ins Herz. So lohnt das echte Gute überall und wahres Verdienst wird anerkannt, geehrt und ausgezeichnet: es bedarf keiner Zudringlichkeit! Die Künstler, deren Arbeiten Napoleons Blick fesselten, waren vorzüglich Carlo Dolci sowohl seine Cäcilia und Herodias, als auch sein Christus. ‚Très fini, très fini,‘ sagte Er beim Anblick dieser Werke, die Ihn länger als alle anderen anzogen. Albano gefiel dem Kaiser gleichfalls. Bei Raphaels Madonna zog vorzüglich der Kopf des heiligen Sixtus die Aufmerksamkeit Sr. Majestät an: ‚C’est une tête pleine d’expression et de caractère.‘ – Die Künstler waren alle über den Kaiser entzückt.“

Zeitung für die elegante Welt, 21. Juli 1807, VII (116), S. 927.

Ehrungen[Bearbeiten]

Graff wurden verschiedene Ehrungen zuteil. So wurde er am 8. Mai 1783 Ehrenmitglied der Akademie der Künste Berlin,[102] im Frühling 1812 Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste Wien und im Herbst 1812 Ehrenmitglied der Akademie der Bildenden Künste München.[103] Zu den späten Ehrungen von 1812 schrieb Anton Graff Ende desselben Jahres in einem Brief: „Es kömmt nun zu spät, meine Künstlerlaufbahn ist abgelaufen (…)“[104]

In Winterthur sowie im Dresdner Stadtteil Striesen ist je eine Straße nach Anton Graff benannt.

Im Herbst 1901 wurde an Anton Graffs Geburtshaus an der Untertorgasse 8 in Winterthur eine Gedenktafel angebracht. Später wurde das Haus durch einen Neubau ersetzt.

Anlässlich ihrer Generalversammlung von 1910 in Winterthur gab die Schweizerische Numismatische Gesellschaft eine Medaille beim deutschen Medailleur Franz Homberg (1851–1922) zu Ehren von Anton Graff in Auftrag. Die Medaille mit einem Durchmesser von 27,5 Millimeter zeigt auf der einen Seite den Kopf von Graff im Profil, wohl nach Vorlage einer seiner eigenen Silberstifzeichnungen von 1788, und auf der anderen Seite das Wappen der Stadt Winterthur. Die Medaille wurde in Silber, Bronze und Weißmetall herausgegeben. Es existieren einige äußerst seltene Exemplare in Bronze, welche nur einseitig geprägt wurden. Diese zeigen den Kopf von Graff im Profil. Die andere Seite ist glatt poliert.

In Berlin ist der Graffplatz nach Anton Graff benannt. Der Graffplatz entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Hansaplatz und liegt im Norden Mahlsdorfs. Aus dem Hansaplatz und der Straße 118a wurde 1940 der Graffplatz, der durch den Daffingerweg, die Tizian- und die Kolberger Straße begrenzt wird.

Zu Ehren ihres berühmten Bürgers hat die Berufsbildungsschule Winterthur (BBW) eines ihrer Schulhäuser nach Anton Graff benannt.

Privatleben[Bearbeiten]

Selbstporträt mit seiner Familie (1785). Im Hintergrund Anton Graff mit dem entstehenden Porträt seines Schwiegervaters Johann Georg Sulzer auf der Staffelei. Für das Porträt auf der Staffelei dürfte sich Graff an seinem Porträt seines Schwiegervaters orientiert haben, das er 1774 im Auftrag von Johann Wilhelm Ludwig Gleim geschaffen, diesem aber erst 1782 ausgeliefert hatte (Johann Georg Sulzer war bereits seit sechs Jahren tot, als dieses Familienporträt entstand). Im Vordergrund die beiden Söhne Carl Anton und Georg, der seinen Arm auf die Tischplatte stützt, um den zum Betrachter gedrehten Kopf zu halten. Daneben Graffs Ehefrau Elisabetha Sophie Augusta mit dem Töchterchen Caroline Susanne. Dieses Gemälde entstand als Auftragsarbeit für Peter von Biron und war ab 1786 in dessen Besitz auf Schloss Friedrichsfelde bzw. in seinem Berliner Stadtpalais, dem Palais Kurland. Ab 1881 befand sich das Bild im Schloss zu Sagan. Später wechselte es wohl aufgrund der Heirat von Dorothea von Sagan mit Edmond de Talleyrand-Périgord bzw. aufgrund der Beziehung von Dorothea von Sagan mit Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord in den Besitz der Familie Talleyrand. Am 2. Dezember 1899 wurde das Gemälde bei einer Auktion mit Objekten aus der Familie Talleyrand für 17.500 FF verkauft. Es befand sich 1901 im Besitz des Grafen Jean de Castellan in Paris. Heute gehört das Familienporträt zur Sammlung des Museums Oskar Reinhart.[105]
Elisabetha Sophie Augusta Graff, genannt Guste (1753–1812). Tochter von Johann Georg Sulzer. Am 16. Oktober 1771 heiratete sie Anton Graff (1772/73).

Durch Vermittlung von Philipp Erasmus Reich, der für seinen Freund Anton Graff die Rolle des Freiwerbers einnahm, heiratete Graff am 16. Oktober 1771 die Tochter von Johann Georg Sulzer, Elisabetha Sophie Augusta, genannt Guste.[102] Am selben Tag feierte Graffs Schwiegervater seinen 51. Geburtstag. Für Graff war es ein Leichtes, die Einwilligung des Vaters der Braut zur Heirat zu erhalten. So soll Sulzer selbst über Graff gesagt haben, „dass er an Graff ein Gemüth fand, dass so rein und so hell war, als der schönste Frühlingstag.“[106] Dass zu Beginn der Ehe das Zusammenleben für die junge Ehefrau mit dem um 17 Jahre älteren Ehemann nicht immer einfach war, belegen verschiedene Briefe zwischen Anton Graff und seinem Schwiegervater Johann Georg Sulzer. Sulzer war Graff immer wohlgesinnt und er behandelte ihn wie einen Sohn.

Graff und seine Ehefrau hatten fünf Kinder. Seine erste Tochter, Johanna Catharina Henrietta, starb bald nach der Geburt (geboren am 16. November 1772). Eine weitere Tochter wurde vor dem 3. April 1779 geboren und starb. Sein zweiter Sohn Georg, er war Gerichtsreferendar, starb im Juli 1801 (geboren im Januar 1777). Graff wurde 1803 wegen eines Grauen Stars operiert. Seine Ehefrau starb am 26. April 1812 (geboren am 7. Dezember 1753 in Berlin). Anton und Guste Graff waren über 40 Jahre lang verheiratet. In dieser Zeit porträtierte Graff seine Ehefrau sowie auch die weiteren Familienmitglieder immer wieder.[103] Ende 1812 schrieb Graff an einen Freund in der Schweiz, dem er zuvor einige Gemälde zukommen ließ: „Ich wollte ich hätte die Bilder selber gebracht, so wäre ich bey Ihnen, wo ich jetzt so gerne wäre, da sich die guten Zeiten für mich hier zu Land verloren. Ich glaube auch, dass ich weniger über den Verlust meiner Frau leiden würde, als ich hier leide. Behalt ich Leben und Gesundheit, so ist vielleicht auf dieser kurzen Laufbahn noch ein Viertelstündchen für mich zu Winterthur aufgehoben (…)“[104] Am 20./21. Mai 1813 fand die Schlacht bei Bautzen statt. Danach wurden über 17.000 Verletzte in Dresden untergebracht, teils auch in Bürgerhäusern, da die Spitäler nicht ausreichten. Graff verließ deshalb seine Wohnung am Altmarkt 9 und zog zu seiner Tochter in die Rampische Gasse 668. Die Adresse des Hauses wurde später in Rampische Straße 14 geändert.[103] Von dort wollte er die von den Franzosen bedrängte Stadt in Richtung Schweiz verlassen. Graff, der nun fast blind war, wollte seinen Lebensabend in Winterthur verbringen.[107] Noch im letzten Monat seines Lebens berichtete Anton Graff einem Schweizer Freund wie folgt über die Lage im von den Truppen Napoleons besetzten Dresden:

„Von mir haben Sie ungefähr seit sechs Monathen nichts hören können, weil man nicht schreiben noch reisen konnte. Unsere Lage hier ist traurig, unaufhörlich Einquartierungen, Unruhe und Angst, mit Gefahr alles zu verlieren. Seit einem Jahre, mein lieber Freund, bin ich kein glücklicher alter Mann; wenn ich eine Möglichkeit sehen könnte, selbst nach der Schweiz zu kommen, so würde ich es noch in meinem Alter wagen, lange kann ich doch nicht mehr in diesen unruhigen Zeiten leben; ruhiger, glaube ich, ist es doch bey Ihnen als hier; der Himmel verhüte nur, dass sich das Kriegstheater nicht noch in Ihre Gegend ziehen möge!“

Ulrich Hegner: Ulrich Hegner’s gesammelte Schriften. Aus dem Leben eines Geringen (Fünfter Band, Kapitel: Leben Anton Graff’s von Winterthur, königl. Sächsischen Hofmalers und Professors an der Maler-Akademie in Dresden, 1815.) Gedruckt und verlegt bei G. Reimer, Berlin 1830, S. 85f.

Anton Graff starb nur kurze Zeit nach dem Umzug zu seiner Tochter am 22. Juni 1813. Seine beiden Kinder, Caroline Susanne (geboren am 15. September 1781) und Carl Anton (* 31. Januar 1774; † 9. März 1832, Taufpate war Adrian Zingg), gaben das Ableben ihres Vaters mit folgender Anzeige in der Leipziger Zeitung bekannt:[108]

„Am 22. Juni Abends gegen 8 Uhr verschied unser innigst geliebter Vater, Anton Graff, Professor bei der königl. Sächs. Maleracademie , nach 12tägiger Krankheit am Nervenfieber, 76 Jahr 7 Monate alt. Dieses für uns so traurige Ereigniss machen wir hierdurch allen auswärtigen Freunden und Bekannten des Verstorbenen unter Verbittung aller Beileidsbezeugungen bekannt und empfehlen uns ihrer Wohlgewogenheit. Dresden, den 24. Juni 1813. Carl Anton Graff, Caroline verw. Kaaz, geb. Graff“

Leipziger Zeitung 1813, Nr. 122
Anton Graffs Sohn Georg (1777–1801) beim Spiel mit Seifenblasen. Rückseitig bezeichnet: A. Graff pinx./1783. Das Gemälde befand sich 1815 im Besitz von Salomon Hegner.[109]

Anton Graff pflegte sein Vermögen von seinen Verwandten in Winterthur verwalten zu lassen. Diese verliehen im Auftrag Graffs dessen Geld gegen entsprechende Zinsen in der Schweiz. Schon 1790 verwaltete sein jüngerer Bruder Hans Rudolf die Summe von 13.522  fl. 29 kr., Ende 1800 sein Vetter Jacob Rieter die Summe von 17.946 fl. 36 kr. für Anton Graff. Als er 1813 starb, hinterließ Anton Graff seinen beiden überlebenden Kindern Caroline Susanne (sie heiratete den Maler Karl Ludwig Kaaz, einen Schüler von Graff) und Carl Anton (er wurde Landschaftsmaler) ein Vermögen von 40.000 Talern, was etwa CHF 2.5 Millionen entspricht (Stand 2013). Graff war zwar sparsam, vor allem gegenüber sich selbst, jedoch keineswegs geizig. Viele jüngere Künstlerinnen und Künstler, die seine Gastfreundschaft genossen und von ihm gefördert wurden, unter ihnen Louise Seidler, berichteten von Graffs Güte und Großzügigkeit ihnen gegenüber.[110]

Anton Graffs Schwiegervater Johann Georg Sulzer (1774). Das Porträt entstand im Auftrag von Johann Wilhelm Ludwig Gleim. Gleim erhielt das Bild jedoch erst 1782 von Graff, also nach dem Tod des Schwiegervaters.[111]

Ulrich Hegner berichtete über Graffs Trauerzug: „Ein zahlreiches Gefolge von Professoren und Schülern begleitete ihn zum Grabe auf dem böhmischen Kirchhofe vor dem Pirnaischen Thore.“[112] Bei Anton Graffs Beerdigung wurde weder eine Hymne gespielt noch gab es einen Nekrolog. Lediglich die Zeitung Der Freimüthige von 1813 verkündete den Tod von Anton Graff: „Dresden hat in diesen Tagen den Veteran der Dresdener Künstler, den wackeren Portraitmaler Professor Graff, einen Schweizer, in einem hohen Alter verloren.“ Von der Kunstakademie Dresden wurden 1813 wegen der Kriegswirren keine Akten geführt. Jedoch findet sich in einem Besoldungsreglement von 1814 hinter dem Namen von Graff der einfache Zusatz: „Ist verstorben.“[113]

Damit endete das Schaffen des auch für die Nachwelt bedeutendsten deutschsprachigen Porträtisten der Goethe-Zeit, „dessen Pinsel“, nach den Worten von Johann Christian Hasche, „in der Zauberei der Farbenmischung Geist und Seele beweißt“.[114][115]

Anton Graffs Nachfahren[Bearbeiten]

Anton Graffs Grab ist nicht erhalten. Der Friedhof wurde 1858 aufgehoben und Graffs Grab wurde nicht verlegt. Noch lebende Nachkommen von Anton Graff sind nicht bekannt.[113] Die beiden Söhne von Anton Graff, Georg Graff (1777–1801), der Gerichtsreferendar, der noch zu Lebzeiten seines Vaters verstarb, und Carl Anton Graff, der Landschaftsmaler, waren nie verheiratet und hatten auch keine Kinder. Nach dem Tod seines Schwagers Karl Ludwig Kaaz 1810 nahm sich Carl Anton Graff in väterlicher Weise der beiden unmündigen Töchter seiner Schwester Caroline Susanne an.[116] Allfällige direkte Nachkommen von Anton Graff würden von diesen beiden Enkelinnen abstammen. Eine dieser beiden Enkelinnen starb Jahre später im Dresdner Altweiberhospital.[113] Carl Anton Graffs Nachlass wurde 1832 in einer Auktion in Dresden versteigert. Gemäß dem Auktionskatalog waren darunter auch zahlreiche Werke seines Vaters, u. a. auch Porträts von Familienmitgliedern.[117] Der Verkauf dieser Porträts von Mitgliedern der Familie Graff könnte darauf hindeuten, dass es, neben den beiden Töchtern von Caroline Susanne, keine weiteren direkten Nachkommen mehr gab, dass also auch die beiden Enkelinnen von Anton Graff keine Kinder hatten. Anton Graff hatte jedoch eine große Verwandtschaft in der Schweiz. Er hatte acht Geschwister.[118] Die Möglichkeit, dass es noch heute entfernte Verwandte von Anton Graff gibt, besteht durchaus.

Anton Graffs Autobiographie[Bearbeiten]

Anton Graffs kurze, wohl 1778 verfasste, angeblich von seinem Sohn Carl Anton Graff [ab]geschriebene Autobiographie befand sich bis 1884 im Besitz von Karl Constantin Kraukling (1792–1873) in Dresden (Katalog der nachgelassenen Autographen-Sammlung des Königl. Bibliothekars und Directors des Kgl. historischen Museums Herrn Karl Constantin Kraukling in Dresden. Versteigerung zu Köln am 3. Dezember 1884 und folgende Tage (…) durch J.M. Heberle, Nr. 3323). Der weitere Verbleib ist unbekannt. Der Wortlaut der Autobiographie ist jedoch überliefert.[16]

Anton Graffs Reisen in die Schweiz von Dresden[Bearbeiten]

Das letzte von über 80 Selbstporträts. Das Selbstporträt mit dem grünen Augenschirm (1813). Ulrich Hegner, Anton Graffs erster Biograph, schreibt darüber 1815 im XI. Neujahrsstück der Zürcher Künstler-Gesellschaft (S. 15): „Nur wenige Monathe vor seinem Ende malte er noch sein eignes Bild, das an geistiger Behandlung und Aehnlichkeit keinem nachsteht, obgleich mehr mit den Augen des Verstandes als mit leiblicher Sehkraft gefasst, und mit zitternder Hand hingeworfen.“[107] Aufgrund seiner mit zunehmendem Alter abnehmenden Sehkraft, verwendete Graff in den letzten Jahren seines Lebens beim Malen eine Lupe.

Anton Graff mochte seine neue Heimat, die Kunst- und Kulturstadt Dresden. Auch deren Umland hatte es ihm angetan, vor allem die Sächsische Schweiz. Er reiste aber auch immer wieder gern zurück in seine alte Heimat, die Schweiz.

Wie aus verschiedenen Briefen hervorgeht, war Graff ein gern gesehener Gast bei seinen Freunden und Verwandten in Zürich und Winterthur. Einen besonders engen Kontakt pflegte er mit der Familie seines lebenslangen Freundes Salomon Gessner in Zürich.

Seit seiner Abreise nach Dresden 1766 hatte Anton Graff seine Heimat nicht mehr gesehen.

1781: erste Reise in die Schweiz[Bearbeiten]

Nach dem Besuch von 1765/66, als Anton Graff von Augsburg herkommend seine Freunde in der Schweiz besuchte, fiel seine erste Reise von Dresden in die Schweiz in die Zeit von Anfang Juni bis Ende September 1781. Graff wohnte bei seinem Freund Salomon Gessner in Zürich. Während seines Aufenthaltes porträtierte er in Winterthur den Schultheißen Elias Bidermann (1731–1788) und in Zürich entstanden die Entwürfe für Porträts von Johann Jakob Bodmer und Salomon Gessner. In diese Zeit fiel auch die Geburt seiner Tochter Caroline Susanne, die ihm am 15. September 1781 in Dresden geboren wurde. Graff kehrte am 26. September 1781 zurück nach Dresden.[119]

1786: zweite Reise in die Schweiz[Bearbeiten]

Nach einiger Verzögerung – die Abreise war eigentlich für Ende Mai/Anfang Juni 1786 angesetzt, doch musste Graff noch unvorhergesehen Arbeiten für den sächsischen Hof fertigstellen – brach Anton Graff am 14. Juli 1786 in Richtung Schweiz auf. Begleitet wurde er von Adrian Zingg und Conrad Gessner (1764–1826), dem Sohn von Salomon Gessner, der zwecks Ausbildung zum Maler bei Graff und Zingg in Dresden weilte. Am 21. Juli 1786 passierten sie bei Schaffhausen die Schweizer Grenze und erreichten am Samstag, 22. Juli 1786 das Forsthaus im Sihlwald, wo die Familie Gessner die Sommermonate zu verbringen pflegte. Am Montag, 14. August 1786 reiste Graff zu Fuß weiter nach Luzern, wo er am Dienstagvormittag, 15. August 1786 eintraf. Am 16. August 1786 reiste er weiter nach Bern, wo er bis zum Montag, 27. August 1786 blieb und den Schultheißen Albrecht von Mülinen porträtierte. Am 29. August 1786 traf Graff in Winterthur ein. Anschließend besuchte er am 21. September 1786 Salomon Gessner und seine Familie noch in Zürich in deren Haus an der Münstergasse 9. Am 3. Oktober 1786 trat Graff dann die Heimreise an. Am 9. Oktober traf er in Leipzig ein und am 18. Oktober 1786 war er wieder zurück in Dresden.[120]

1796: dritte Reise in die Schweiz[Bearbeiten]

Anton Graff machte sich am 8. Mai 1796 zu seiner dritten Reise von Dresden in die Schweiz auf. Am 15. Mai war er in Augsburg und am 20. Mai 1796 traf er in Winterthur ein. Er wohnte bei seinem Freund, dem Schultheißen Salomon Hegner (1744–1800), in dessen Haus Am Schanzengarten an der Büelrainstrasse 15. Im Rahmen dieses Aufenthaltes porträtierte Graff den Schultheißen. Die zweite Ehefrau des Schultheißen, Anna Hegner, geb. Sulzer (1760–1829), hatte Graff schon anlässlich seines Besuchs 1781 oder 1786 porträtiert. Bereits im Rahmen seiner ersten Rückkehr nach neun Jahren in die Schweiz 1765/66 von Augsburg herkommend, hatte Graff die Mutter von Anna Hegner, geb. Sulzer, Elisabeth Sulzer, porträtiert.

Am 28. Mai 1796 lud die Witwe von Salomon Gessner, Judith Gessner-Heidegger, Graff nach Zürich ein. Graff folgte der Einladung. Am 17. Juni 1796 reiste er von Winterthur wieder zurück nach Dresden, wo er am 26. Juni 1796 gegen 06:00 Uhr eintraf.[121]

1810: vierte und letzte Reise in die Schweiz[Bearbeiten]

Anton Graff hatte sich am 17. Oktober 1810 einen Urlaub von sechs Monaten erbeten. Von Winterthur schrieb Graff am 4. Januar 1811 an seinen Sohn, dass er am folgenden Tag nach Bern abreisen wolle. Graff blieb bis etwa am 22. März 1811 in Bern, wo er Jean-Charles May de Belles-Truches (20. November 1745–30. Juli 1824), seit 1793 Senator der Stadt und Republik Bern, porträtierte. Graff kehrte Ende Mai 1811 nach Dresden zurück.

Während dieses Aufenthaltes in der Schweiz versuchte der Buchhändler Heinrich Gessner (geb. 1776), Sohn von Salomon Gessner, Graff zu überzeugen, seine zahlreichen Anekdoten, welche er über die gelehrten und vornehmen Persönlichkeiten zu berichten wusste, welche er im Verlauf seines Lebens porträtiert hatte, aufzuschreiben oder diese Ulrich Hegner zu erzählen, damit der diese aufschreibe. Es kam nicht mehr dazu. Graff starb am 22. Juni 1813 in Dresden.[122]

Künstlerischer Nachlass[Bearbeiten]

Der Schriftsteller Georg Leopold Gogel (1796). Das Gemälde befindet sich in der Eremitage in Sankt Petersburg.

Anton Graff war ein produktiver Künstler. Er schuf über 2000 Gemälde und Zeichnungen. Ein Großteil seines Werks ist erhalten.[57]

Graff unterhielt keine Werkstatt. Jedoch ist davon auszugehen, dass bei der Schaffung von Repliken zum Teil auch Graffs Schüler mitgearbeitet haben.[89]

Albert Welti über Anton Graff, als er bei Otto Waser einige Blätter mit Abbildungen von Graffs Porträtarbeiten sah: „Donnerwetter, der Mann hat etwas gekonnt! Das bleibt!“[123]

So viele Selbstporträts wie kein anderer Maler des 18. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Graffs Werk beinhaltet auch über 80 Selbstporträts, welche er oft an Freunde und Gönner verschenkte oder im Auftrag von Kunden und Mäzenen schuf. Graff war ein hoch geschätzter Porträtmaler. Entsprechend begehrt waren seine Selbstporträts bei den Sammlern. Aufgrund der großen Nachfrage fertigte er zahlreiche Repliken seiner Selbstporträts an.

Ein weiterer Grund dafür, dass Anton Graff so viele Selbstporträts wie kein anderer Maler des 18. Jahrhunderts hinterlassen hat, war sein Interesse an der Physiognomie des Menschen bzw. an den Veränderungen der Physiognomie aufgrund des Alterungsprozesses. Denn Graff war ständig bemüht, seine Kunst als Porträtmaler zu vervollkommnen. Seine Selbstporträts dienten ihm auch zum Selbststudium.

Anton Graffs Aufzeichnungen[Bearbeiten]

In Ergänzung zu Graffs 1778 verfasster Autobiographie veröffentlichte sein Zeitgenosse Ulrich Hegner 1815 im XI. Neujahrsstück der Zürcher Künstler-Gesellschaft weitere Details zu dessen Lebens- und Schaffensweg. Hegner berichtete dort, dass Graff „ein großes [leider verschollenes] Buch“ geführt habe, „worin er von Anfang an alle seine Arbeiten, mit den Namen der abgebildeten Personen und den Preisen aufzeichnete. In demselben finden sich von 1756 bis 1766 in Augspurg, Regenspurg, etc. gemalte Porträte 297; Originalgemälde von 1766 bis Januar 1813 in Dresden etc. 943, Copien 415, zusammen 1655 gemalte Bilder. Dazu kommen noch von oben erwähnten Zeichnungen mit Silberstift 322.“[57] Nicht aufgeführt von Hegner sind die mit Kreide gezeichneten Bildentwürfe und Studien, welche mehrere hundert Stück umfassen dürften.

Schüler, Kopisten und Graffs Repliken[Bearbeiten]

Karl Wilhelm Ferdinand von Funck (1804). Porträtiert in der hellblauen Pekesche seines Husarenregiments. Bekannt wurde Funck durch seine Schilderung der Ereignisse in Sachsen während der Napoleonischen Kriege.

Anton Graff sagte von sich selbst, dass er nicht die Gabe habe Schüler auszubilden. Es fehlte ihm an der Geduld, den Schülern stets Rede und Antwort zu stehen. Dennoch erteilte auch Graff einigen Schülern, meist auf Empfehlung von Kollegen, Privatunterricht, wenn er sie denn für begabt hielt. Graff war der Meinung, dass man das Talent zum Maler entweder habe und dies durch nur recht fleißiges und häufiges Malen verbessern und perfektionieren könne oder dass man eben kein Talent habe.[124]

Detmar Basse (um 1792). Kupferstich nach einer der seltenen Radierungen von Anton Graff. Graff fertigte die Radierung nach seinem 1792 geschaffenen Porträt von Basse. Basse verdankte Graff das Porträt mit einem Gedicht. Die Originalkupferplatte dazu, 19 cm × 12 cm groß, wurde in der 125. Auktion bei Boerner in Leipzig am 21. März 1914, Kat.-Nr. 228, versteigert.[125]

Als bedeutendster Schüler von Graff gilt Philipp Otto Runge. Runge kam 1801 nach Dresden und wurde auf Empfehlung von Jens Juel Graffs Schüler. Graff und seine Familie haben Runge wie einen Sohn aufgenommen und gefördert. Weitere Schüler von Graff waren Georg Friedrich Adolph Schöner, Emma Körner, Karl Ludwig Kaaz, Carl Focke, Ernst Gottlob, David Angermann und Johann Friedrich Wilhelm Ferdinand Collmann. Zudem weilten ab Mai 1784 die aus Zürich stammenden Freunde Heinrich Freudweiler (1755–1795) und der Sohn von Salomon Gessner, Conrad Gessner (1764–1826), zwecks Weiterbildung bei Anton Graff und Adrian Zingg in Dresden. Conrad Gessner machte sich später als Pferde- und Schlachtenmaler einen Namen. Heinrich Freudweiler wurde Landschaftsmaler und malte auch Genrestücke.[126]

Von 1796 bis 1798 war der aus Anton Graffs Heimatstadt Winterthur stammende angehende Landschaftsmaler und Radierer Emanuel Steiner (1778–1831) Graffs Schüler.[127] Der Sohn von Anton Graff, Carl Anton, freundete sich mit Emanuel Steiner an. Am 27. Juni 1801 traten die beiden gemeinsam eine Studienreise an. Diese führte sie über die Schweiz und Mailand nach Rom. Carl Anton Graff blieb bis Ende 1807 in Rom. Vater und Sohn führten während dieser Zeit einen regen Briefwechsel. Zudem schickte Carl Anton seinem Vater auch immer wieder seine Arbeiten zur Begutachtung.[128] Denn auch Carl Anton, der sich nicht wie sein Vater der Porträtkunst, sondern der Landschaftsmalerei widmete, hatte die handwerklichen Grundbegriffe bei seinem Vater gelernt. Nach Meinung von Ludwig Richter aber auch nicht mehr als dies – Richter bemerkte sarkastisch, dass der junge Graff nichts von seines Vaters Talent geerbt habe.[129]

Die Porträts von Königen und Fürsten sowie von Gelehrten, Dichtern, Künstlern und weiteren berühmten Persönlichkeiten wurden bereits zu Graffs Lebzeiten von anderen Malern kopiert, welche teils seine Schüler waren. Auch Graff selbst fertigte von einzelnen seiner Werke Repliken an, welche im Vergleich zu der Erstfassung eines Porträts sowie auch untereinander in der Qualität jedoch variieren können. Zum Teil weisen die Repliken in untergeordneten Details Veränderungen auf. Auch können sie im Vergleich mit der Erstfassung einen etwas flachen und flauen Eindruck machen. Bei der Anfertigung von Graffs Repliken ist davon auszugehen, dass zum Teil auch dessen Schüler mitgearbeitet haben.[89]

Neben seinen eigenen Werken kopierte Graff gern auch Werke anderer Maler, mit Vorliebe in der Dresdner Gemäldegalerie. Doch wie aus einem Brief von Graff an den Landschreiber Ulrich Hegner, datiert vom 3. März 1797, hervorgeht, verstand Graff die Anfertigung von Kopien eher als Übung oder Einnahmequelle denn als eigenständiges Werk. So erklärte er Hegner in seinem Schreiben: „(…) Ihr Portrait habe ich nicht copirt, theils aus Mangel der Zeit, und theils weil es immer Copie bleibt und ein Original den Vorzug behält (…)[130]

Zu den bekanntesten Graff-Kopisten gehörten Carl Focke, Ernst Gottlob und Johann Friedrich Wilhelm Ferdinand Collmann. Verschiedene dieser Kopien hängen noch heute im Gleimhaus in Halberstadt.[131] Weitere Graff-Kopisten waren Heinrich Freudweiler, Johann Friedrich Moritz Schreyer, Wilhelm Gottfried Bauer, Gottlieb Schiffner, Johann Christian Xeller sowie der ebenfalls wie Graff aus Winterthur stammende Thomas Löw. Auch Friedrich Georg Weitsch kopierte Graffsche Porträts. Weitsch porträtierte Graff zudem zweimal. Die Damen Hainchelin, eine Schülerin von Daniel Chodowiecki, und Johanna Wahlstab kopierten Gemälde von Graff in Pastell. Beide stellten ihre nach Graff gefertigten Pastellkopien 1788 auf der Ausstellung der Akademie der Künste Berlin aus.[90]

Als Stiche reproduziert und Anton Graffs eigene Radierungen[Bearbeiten]

Über 130 Kupferstecher, Schabkünstler und Lithographen reproduzierten und verbreiteten Graffs Werke in zahlreichen Stichen. Vor allem Johann Friedrich Bauses über 40 meisterliche Kupferstiche sowie die Radierungen von Daniel Berger und Christian Gottlieb Geyser trugen viel zu Anton Graffs Ruhm bei.[90][132]

Auch Anton Graff selbst hat in Kupfer radiert. Nachweisbar sind ein Selbstporträt, ein Porträt seines Schwiegervaters Johann Georg Sulzer sowie das Porträt des Kaufmanns Detmar Basse. Bei Graffs Radierungen unterschied man drei verschiedene Abdruckgattungen bzw. Zustände: vor aller Schrift, vor dem Namen und mit dem Namen des Dargestellten. Dazu kamen noch Einfälle.[78]

Ausstellungen (postum)[Bearbeiten]

Anton-Graff-Ausstellung in der Galerie Eduard Schulte in Berlin 1910. In der Mitte das 1805 entstandene Porträt von Carl Adolf von Carlowitz. Links und rechts oben: August Gottlieb von Gärtner und Elisa von der Recke (das Porträt von Elisa von der Recke befand sich 1945 auf Schloss Groß Wartenberg der Familie Biron von Curland und ist vermutlich dort verbrannt).[38] Links unten: Gotthold Ephraim Lessing, Moses Mendelssohn und ein Selbstporträt von Anton Graff. Rechts unten: Johann Jakob Bodmer, die Söhne von Anton Graff, Carl Anton und Georg, beim Spielen mit Seifenblasen sowie Johann Joachim Spalding.[133]

Bereits im Herbst 1901 wurde in Winterthur die erste Ausstellung mit Werken von Anton Graff gezeigt. Zu sehen waren 136 Gemälde. Dazu kamen noch zahlreiche Pastellbilder, Radierungen, Zeichnungen, Kupferstiche und Photographien mit Werken von Graff.

Die einst international renommierte Galerie Ernst Arnold (1818–1951) an der Schloßstraße/Ecke Schössergasse in Dresden um 1905. Im Anschluss an die Anton-Graff-Ausstellung in der Galerie Eduard Schulte von Januar bis Februar 1910 in Berlin führte die Galerie Ernst Arnold ebenfalls 1910 eine weitere bedeutende Anton-Graff-Ausstellung durch. Vor 1918 trug die Galerie den Titel „Königliche Hofkunsthandlung“. Zur Galerie gehörte ein gleichnamiger Verlag. Ab 1893 wurde sie unter Ludwig Wilhelm Gutbier bis in die 1920er Jahre zu einer der führenden Galerien Deutschlands ausgebaut.[134]

Die Nationalgalerie in Berlin führte 1906 die Jahrhundertausstellung deutscher Kunst durch. Im Rahmen dieser Ausstellung wurden auch Werke von Anton Graff präsentiert. Für einige Aufmerksamkeit sorgten dabei die aus dem Besitz der Familie Parthey präsentierten Landschaftsbilder von Anton Graff, der ja in der breiten Öffentlichkeit nur als Porträtist bekannt war. Gustav Parthey erwähnte diese vier Landschaften in seinen Jugenderinnerungen, welche er 1871 als Manuskript für seine Freunde drucken ließ. Otto Waser beschrieb die vier Landschaften wie folgt: „sie sollen die vier Tageszeiten veranschaulichen im Wechsel ihrer Stimmungen. Unbedingt obenan steht die Elbgegend oberhalb Dresden, diese Flusslandschaft mit Frühmorgenstimmung. Als das dunkle Seitenstück dazu und in ähnlicher Weise gross und einheitlich im Vortrag gibt sich die Mondscheinlandschaft, das Nachtstück, Blasewitz bei Dresden: wie unberührt war damals noch diese durch Schiller berühmt gewordene Stätte! Neben diesen meisterlichen Pendants, die beide gleichermaßen geschlossen wirken, und zwar linear in ein Oval gesammelt, muten die beiden andern Bilder, Mittag und Abend, kleinlicher und minder einheitlich an, mit mehr Einzelwerk und mehr Details auch in der Form, sodass man für sie frühere Entstehung annehmen möchte: helle Sonnigkeit liegt über Plauen bei Dresden, Abendstimmung über dem Eingang in den Plauenschen Grund.“[135] Diese vier Landschaftsbilder waren im entsprechenden Katalog Ausstellung Deutscher Kunst aus der Zeit 1775/1875 in der kgl. Nationalgalerie Berlin 1906 als geschlossener Zyklus unter den Ausstellungsnummern 640, 641, 641a und 641b mit Beschrieb und Abbildungen aufgeführt. Anfang 1923 gingen diese Landschaftsbilder in den Besitz von Erwin und Ida Bienert, Würzburger Straße 46 in Dresden-Plauen, über.[136] Ida Bienert schenkte die vier Gemälde 1935 der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden.

Eine weitere bedeutende Gedächtnisausstellung für Anton Graff führte die Galerie Eduard Schulte, Unter den Linden, in Berlin von Januar bis Februar 1910 durch. An diese Ausstellung in Berlin schloss sich jene in der Galerie Ernst Arnold (1818–1951) an der Schloßstraße/Ecke Schössergasse in Dresden an. Inhaber der Galerie Ernst Arnold und des gleichnamigen Verlags war Ludwig Wilhelm Gutbier (1873–1951). Ebenfalls 1910 gab die Photographische Gesellschaft Berlin unter dem Titel 25 Meisterbildnisse eine Graff-Mappe heraus.[137] Drei Jahre später, von Anfang Oktober bis Ende November 1913, ermöglichte der Sächsische Kunstverein anlässlich der 100. Todestages von Graff in der Kunsthalle im Lipsius-Bau an der Brühlschen Terrasse die zahlenmäßig umfangreichste Ausstellung von Gemälden und Zeichnungen des erfolgreichen Meisters. Sie wurde dank der vielen kostbaren Leihgaben aus Privatbesitz „zu einem geschichtlichen Dokument besonderer Art“, wie es im Katalog stolz und zu Recht hieß.[57]

Zu Graffs 200. Geburtstag folgten 1936 weitere bedeutende Ausstellungen des Kunstvereins Winterthur, der Dresdner Kunstsammlungen sowie 1937 des Schlesischen Museums der bildenden Künste in Breslau.

Ausstellungen nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Im Jahre 1963 war es erneut Berlin, nun die Nationalgalerie, welche Graffs 150. Todestag mit einer in Auswahl und Hängung großartigen Ausstellung angemessen beging. Enger gefasst, auf Graffs Beziehung zu Dresden und vor allem seinen dortigen Zeitgenossen eingehend, bot die Graff-Ausstellung der Dresdner Gemäldegalerie im Schloss Pillnitz 1964 eine weitere wichtige Ergänzung des Bildes von dem Menschen, Künstler und Schilderer bedeutender Persönlichkeiten Anton Graff.[57]

Im Rahmen des 200. Todestages von Anton Graff 2013 plante der Direktor des Museums Oskar Reinhart in Winterthur, Marc Fehlmann, in Zusammenarbeit mit Birgit Verwiebe, Kuratorin an der Alten Nationalgalerie in Berlin, die Ausstellung Anton Graff: Gesichter einer Epoche mit rund 60 Werken von Graff im Museum Oskar Reinhart.[138] Die Ausstellung in Winterthur wurde am 22. Juni 2013, als sich der Todestag von Graff zum 200. Mal jährte, eröffnet und dauerte bis am 29. September 2013. Vom 25. Oktober 2013 bis zum 23. Februar 2014 war die Ausstellung Anton Graff: Gesichter einer Epoche in erweiterter Form in der Alten Nationalgalerie in Berlin zu sehen sein. Es war dies die größte Ausstellung zum Werk von Anton Graff seit 50 Jahren.[139] Insgesamt rund 80.000 Besucher kamen, um die Ausstellung in Berlin zu sehen.[140]

Dresden hat ein Selbstporträt: eine Würdigung von Theodor Heuss[Bearbeiten]

Selbstporträt (1794/95). Von Theodor Heuss als das Selbstporträt von Dresden bezeichnet.
Anton Graffs Teilreplik (um 1795) des Selbstporträt von Dresden von 1794/95. Johann Wolfgang von Goethe sah das Bild am 30. August 1797 bei Johann Gotthard von Müller in Stuttgart und lobte den vortrefflichen Kopf und den Glanz in den Augen.

Der spätere deutsche Bundespräsident Theodor Heuss widmete Anton Graff schon 1910 eine Studie. Unter anderem hielt er darin fest: „Dresden hat ein Selbstporträt. Da sitzt er vor der großen Leinwand, wendet den Oberkörper keck und unbefangen zum Beschauer und legt den Arm leicht über die Stuhllehne, wie wenn jemand, während er arbeitete, ins Zimmer getreten sei, dem er sich nun prüfend zukehrt, ohne die Absicht, sich weiter stören zu lassen. Ein köstliches Bild, in Zeichnung von unendlich leichter und sicherer Raumwirkung. Dies Selbstporträt atmet ein schönes phrasenloses Selbstbewusstsein und Gelassenheit, und begreift man seinen Stil, dann weiß man, dass Graff nicht bloß für den formalen und ästhetisierenden Kunstgeschichtler vorhanden ist, sondern in seinem Werk wie in seinem eigenen menschlichen Wesen eine knappe, scharfe Formel der besten Art seiner Periode darstellt. Er ist so in gewissem Sinn geschichtliches Urkundenmaterial.“[133]

Anton Graff präsentierte dieses Selbstporträt 1795 auf der jährlichen Ausstellung an der Kunstakademie Dresden. Vermutlich aus dem Nachlass von Carl Anton Graff wurde das Gemälde 1832 für die Dresdner Gemäldegalerie angekauft.[141]

Lob und Kritik von Johann Wolfgang von Goethe[Bearbeiten]

Vor Theodor Heuss hatte sich bereits Johann Wolfgang von Goethe 1797 zu einer Teilreplik, einem Hüftporträt, zu diesem Selbstporträt geäußert, die Graff wohl kurz nach dem Porträt in Ganzfigur geschaffen hatte. Am 30. August 1797 besuchte Johann Wolfgang von Goethe Johann Gotthard von Müller in Stuttgart. Müller war zu dieser Zeit gerade damit beschäftigt, dieses Hüftporträt von Graff für Johann Friedrich Frauenholz in Kupfer zu stechen. Johann Wolfgang von Goethe sah das Hüftporträt und meinte:

„Professor Müller’n fand ich an dem Graffischen Portrait, das Graff selbst gemahlt hat. Der Kopf ist ganz vortrefflich, das künstlerische Auge hat den höchsten Glanz; nur will mir die Stellung, da er über einen Stuhlrücken sich herüber lehnt, nicht gefallen, um so weniger da dieser Rücken durchbrochen ist und das Bild also unten durchlöchert scheint. Das Kupfer ist übrigens auf dem Wege gleichfalls sehr vollkommen zu werden.“

Johann Wolfgang von Goethe: Goethe’s nachgelassene Werke (Dritter Band). Aus einer Reise in die Schweiz über Frankfurt, Heidelberg, Stuttgart und Tübingen im Jahre 1797. J. G. Cotta’sche Buchhandlung, Stuttgart und Tübingen, 1833, S. 87.

Seiner Zeit immer etwas voraus[Bearbeiten]

Friedrich August von Sivers (1795). Sivers war ein livländischer Agronom. Die Familie von Sivers war ein deutsch-baltisches Adelsgeschlecht. Ihr ehemaliger Stammsitz war das Gut Euseküll.

Zu Beginn von Graffs Geburtsjahr 1736 hatte die österreichische Thronerbin Maria Theresia am 12. Februar Franz I. Stephan von Lothringen geheiratet. Es war die Zeit des beginnenden Rokokos, einer Stilrichtung, die sich aus dem Spätbarock entwickelte. Das Rokoko war die Hochblüte der kultivierten Lebensführung, die anstelle der monumentalen Machtentfaltung und der kraftvollen Dynamik trat, wie sich noch das Zeitalter des Barocks kannte. Es war die letzte große Blüte der weiß gepuderten Perücken, welche von unzähligen Porträtisten in zahllosen Porträts verewigt wurden. Auch Anton Graff malte zu Beginn seiner Karriere noch viele Porträts von Persönlichkeiten mit Perücken, auch trug er sie selbst. Doch schon bevor diese gegen Ende des 18. Jahrhunderts außer Mode kamen, meinte Graff: „(…) Ein Porträtmaler sey ein geplagter Mann, weil er seinen Geschmack so oft geschmackloser Mode unterordnen, und seine Umrisse vom Schneider und Friseur bestimmen lassen muss, und nicht machen kann, was er will (…)“[64]

Maler des Klassizismus[Bearbeiten]

Ab 1760 begann sich die Zeit des Klassizismus zu entwickeln. Die von Graff wenig geliebten Perücken verschwanden allmählich und anstelle des feinsinnigen Lebensgefühls, gepaart mit vornehm-zarter Sinnlichkeit und der Leichtfüßigkeit des Rokokos, traten die Tugenden des Klassizismus. In der Malerei wurde die Natur in ihrer Schönheit idealisiert, sollten doch die Kunstwerke nicht nur schön und edel, sondern auch erziehend sein. Diese Epoche entsprach Graffs Naturell, wobei er bereits einen Schritt weiter ging und die Natur nicht idealisierend, sondern realistisch darstellte. Dies würdigte auch schon Johann Wolfgang von Goethe in seinem 18. Buch von Dichtung und Wahrheit, als er die Realistik des Porträts lobte, mit welcher Graff 1781/82 Johann Jakob Bodmer porträtierte.

Anton Graff kann als der Porträtist im deutschen Sprachraum gelten, der im 18. Jahrhundert, in der Zeit der Perücken, mit Geschmack und Erfolg einen gewissen Realismus in der Porträtmalerei durchgesetzt hat.[87]

Wenige Jahre nach Graffs Tod 1813 begann sich die Epoche der Romantik zu entwickeln. Doch in Graffs um 1800 geschaffenen Landschaftsbildern zeigen sich bereits Ansätze des Impressionismus. Anton Graff war seiner Zeit immer etwas voraus.[90]

Werke in öffentlichen und privaten Kunstsammlungen[Bearbeiten]

Johann Ludwig von Reventlow (1751–1801). Graff porträtierte den Grafen 1783. Reventlow war Besitzer von Schloss und Gut Brahetrolleborg. Der Philanthrop Reventlow war ein Förderer der landwirtschaftlichen Reformen und des Schulwesens. Er wurde deshalb auch der Rousseau von Dänemark genannt.
Anton Graff, Selbstporträt (1809). Das Museum der bildenden Künste in Leipzig erwarb das Porträt 1906 aus dem Besitz der Familie von Savigny. Davor befand sich das Gemälde im Besitz von Konstantin Karl Falkenstein, Johan Christian Clausen Dahl sowie Carl Anton Graff, des Sohnes von Anton Graff. Dem Museum gehört auch die Kompositionsstudie zu diesem Gemälde, eine weiß gehöhte Kohle- und Kreidezeichnung auf braunem Papier.[142]

Zu den bekanntesten Gemälden von Anton Graff gehören die Porträts berühmter Persönlichkeiten seiner Zeit. Diese Porträts von Königen und Fürsten sowie von Gelehrten, Dichtern und Künstlern wurden schon zu Lebzeiten von Anton Graff von anderen Malern kopiert. Auch Graff selbst fertigte von einigen dieser Porträts Repliken an. Viele der durch Anton Graff geschaffenen Porträts befinden sich heute in Museen und Privatsammlungen, vorwiegend in Deutschland und der Schweiz.

Im Folgenden findet sich eine Auswahl in alphabetischer Reihenfolge nach Land und Ort sowie mit Hinweisen zu den Standorten ausgewählter, durch Anton Graff gemalter Werke. Die Porträts in Ganzfigur sind mit Größenangaben versehen:

Dänemark[Bearbeiten]

Dänisches Nationalhistorisches Museum Schloss Frederiksborg, Hillerød:

Im Schloss Frederiksborg befinden sich die Porträts von Friedrich Christian von Augustenburg (um 1790) sowie von Johann Ludwig von Reventlow (1751–1801). Graff porträtierte Reventlow 1783.

Deutschland[Bearbeiten]

Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Residenz Ansbach, Ansbach:

In der Residenz Ansbach befindet sich ein Porträt des Prinzen Heinrich von Preußen (um 1786).

Alte Nationalgalerie, Berlin:

In der Alten Nationalgalerie in Berlin ist das letzte von Anton Graff gefertigte Selbstporträt, Selbstporträt mit dem grünen Augenschirm (1813), ausgestellt. Zudem besitzt die Galerie eine eigenhändige Replik von Anton Graff nach seiner ersten Fassung des Porträts von Johann Joachim Spalding (1800).

Gemäldegalerie, Berlin:

Die Gemäldegalerie Berlin besitzt ein Porträt von Daniel Chodowiecki (1800).

Schloss Charlottenburg, Berlin:

Im Schloss Charlottenburg befinden sich die Porträts von Friedrich dem Großen (1781) sowie von August Wilhelm Iffland (1800).

Schloss Schönhausen, Berlin:

Im Schloss Schönhausen wird das Porträt von Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern in Witwentracht (1789) gezeigt.

Schloss Georgium, Dessau:

Im Schloss Georgium ist das Porträt von Carl Wilhelm Benno von Heynitz (1793) ausgestellt.

Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden:

In der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden befinden sich das Selbstporträt von 1765, Aufnahmestück von Anton Graff an die Kunstakademie Dresden; das Selbstporträt von 1794/95 (Ganzfigur sitzend), von Theodor Heuss als das Selbstporträt von Dresden bezeichnet (168 cm × 105,5 cm); das Selbstporträt mit aufgesetzter Brille von 1805/06, welches 1806 von Kurfürst Friedrich August III. für die Dresdner Gemäldegalerie angekauft wurde; das Porträt von Ernst Platner (um 1789); das Porträt von Karl Wilhelm Ferdinand von Funck (1804) sowie das Porträt in Ganzfigur (226 cm × 137 cm) von Friedrich August III. (1795).

In seiner Spätphase malte Anton Graff einige wenige Landschaftsbilder. Vier Exemplare davon befinden sich in der Gemäldegalerie Alte Meister. Die jeweils im selben Format angefertigten Gemälde sind Teil zweier um 1800 entstandener Serien von je vier Gemälden. Die Gemäldegalerie besitzt die folgenden Bilder: Die Elbe bei Blasewitz oberhalb Dresdens am Morgen, Die Elbe bei Blasewitz oberhalb Dresdens bei Nacht, Der Plauensche Grund bei Dresden am Abend und Der Plauensche Grund bei Dresden am Mittag.

Kügelgenhaus – Museum der Dresdner Romantik, Dresden:

Im Kügelgenhaus – Museum der Dresdner Romantik ist das Porträt von Friedrich Schiller ausgestellt. Anton Graff hatte das Porträt im Frühjahr 1786 begonnen und im September 1791 vollendet.

Städtische Galerie Dresden, Dresden:

Zur Kunstsammlung der Städtischen Galerie Dresden gehört ein Porträt von Adrian Zingg (um 1780). Zingg war ein Freund und Landsmann von Anton Graff sowie Taufpate von Graffs Sohn Carl Anton.

Museumsberg Flensburg, Flensburg:

Auf dem Museumsberg Flensburg befinden sich Teilrepliken der Porträts von Heinrich Friedrich von Baudissin (1709–1786) sowie seiner Ehefrau Susanne Magdalene Elisabeth von Baudissin (1723–1785), geb. von Zinzendorf-Pottendorf, welche Graff nach seinen Kniestück-Porträts der Ehegatten von 1772 gemalt hat. Beim Porträt der Gräfin handelt es sich um eine variierte Teilreplik. Der Graf war kursächsischer General der Infanterie und Gouverneur der Festung Königstein. Er war Herr auf Rantzau und Knoop.

Schlossmuseum Schloss Friedenstein, Gotha:

Im Schloss Friedenstein ist das Porträt von Conrad Ekhof (1774) ausgestellt.

Unteres Schloss, Greiz:

Im Weißen Saal des Unteren Schlosses in Greiz befindet sich seit 2009 wieder das auch durch seine Größe (228 cm × 147 cm) beeindruckende 1804 entstandene Porträt von Heinrich XIII. Reuß zu Greiz. Anton Graff hat den Fürsten in Ganzfigur in der Uniform eines österreichischen Generals porträtiert. Der Fürst trägt den Ungarischen Stephansorden auf der Brust. Das Porträt wurde 1928, nach der Aufteilung des Mobiliars innerhalb der Familie, aus dem Schloss entfernt.

Adam Friedrich Oeser (um 1776). Eigenhändige Replik von Anton Graff nach seiner ersten Fassung von 1776. Oeser nahm 1754/55 Johann Joachim Winckelmann in seiner Wohnung in der Großen Frauengasse in Dresden bei sich auf. Zu Oesers Schülern gehörte auch Johann Wolfgang von Goethe, den er bei der Anlage des Weimarer Parks beriet und durch dessen Vermittlung Oeser auch die Ausstattung des Weimarer Theaters schuf.[143]

Gleimhaus, Halberstadt:

Das Gleimhaus besitzt die Porträts von Johann Georg Sulzer (1774) und Johann Gottfried Herder (1785).

Hamburger Kunsthalle, Hamburg:

In der Hamburger Kunsthalle befindet sich das Porträt einer jungen Dame (1801). Möglicherweise handelt es sich bei der Dargestellten um Caroline Susanne Graff, die Tochter von Anton Graff. Sie war mit dem Maler Karl Ludwig Kaaz verheiratet, einem Schüler Graffs.

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Karlsruhe:

Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe besitzt das Porträt der drei Töchter des Geheimen kursächsischen Kriegsrates, Zeremonienmeisters und Kunstsammlers Johann Julius von Vieth und Golßenau und seiner Ehefrau Johanna Juliane, geb. Krieg von Bellicken (um 1775).

Museum der bildenden Künste, Leipzig:

Im Museum der bildenden Künste in Leipzig ist das Bild Betender alter Mann (1802), Porträt des Schusters Johann Gottlob Reinhardt aus Dresden-Friedrichstadt, zu sehen. Zudem besitzt das Museum das Selbstporträt in Ganzfigur von 1809 (200 cm × 118 cm), das Graff vor der Staffelei zeigt, das linke Knie auf einen Polsterstuhl stützend.

Kunstsammlung der Universität Leipzig, Leipzig: Die Porträtsammlung von Philipp Erasmus Reich

Durch Schenkung von Friederike Louise Reich, geb. Heye, der Witwe von Philipp Erasmus Reich, gehört seit 1809 der überwiegende Teil der einstigen Porträtsammlung von Philipp Erasmus Reich zur Kunstsammlung der Universität Leipzig. Auch Anton Graff wurde ab 1769 von Reich beauftragt, Porträts für seine Sammlung zu malen. Graff porträtierte insgesamt folgende 26 Persönlichkeiten im Auftrag Reichs, deren Porträts sich noch heute in der Kunstsammlung der Universität Leipzig befinden:

Bause, Johann Friedrich (1773); Eichhorn, Johann Gottfried (1779); Ernesti, Johann August (1773); von Fritsch, Thomas (1772 – im Auftrag von Fritsch für Reich); Garve, Christian (1773); Gellert, Christian Fürchtegott (1769); von Hagedorn, Christian Ludwig (1772); Hiller, Johann Adam (1774); Kapp, Christian Erhard (um 1790). Kapp war Arzt in Leipzig (* 23. Januar 1739 in Leipzig; † 30. September 1824 in Dresden); Lessing, Gotthold Ephraim (1771); Lippert, Philipp Daniel (1774); Ludwig, Christian Gottlieb (um 1770); Mendelssohn, Moses (1771); Morus, Samuel Friedrich Nathanael (1779); Müller, Carl Wilhelm (1774); Niemeyer, August Hermann (1779); Ramler, Karl Wilhelm (1771); Reich, Philipp Erasmus (1774); Schwan, Christian Friedrich (um 1775); Spalding, Johann Joachim (1771); Stemler, Johann Christian (1773); Sulzer, Johann Georg (1771); Weiße, Christian Felix (1769); von Zimmermann, Johann Georg (1772); Zollikofer, Georg Joachim (1773) und sich selbst (Selbstporträt von 1772).

Neue Pinakothek, München:

Die Neue Pinakothek in München besitzt das 1775 entstandene Porträt von Heinrich XIII. Reuß zu Greiz.

Von der Heydt-Museum, Wuppertal-Elberfeld:

In der Sammlung des Von der Heydt-Museums befindet sich ein Selbstporträt mit aufgesetzter Brille. Möglicherweise handelt es sich hier um eine eigenhändige Replik von Anton Graff nach dessen Selbstporträt von 1805/06. Dieses befindet sich in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden und wurde 1806 von Kurfürst Friedrich August III. angekauft.

Stadtmuseum Zweibrücken, Zweibrücken:

Das Stadtmuseum Zweibrücken zeigt die beiden Porträts des Ehepaars Johann Christian von Hofenfels und seiner Ehefrau Friederike Luise Auguste von Hofenfels, geb. Freiin von Closen auf Haydenburg. Graff malte beide Porträts um 1783/84. Das Bilderpaar hing bis 1926 im Haus der Familie von Hofenfels in Zweibrücken, wurde dann aber getrennt. Seit 2007 sind die Pendants nun im Stadtmuseum Zweibrücken wieder vereint.

Der Basler Seidenbandfabrikant Johann Rudolf Burckhardt. Der kunstinteressierte Burckhardt war einer der vermögendsten Basler seiner Zeit. Als er 25 Jahre alt war, ließ er sich das Haus zum Kirschgarten erbauen. Graff porträtierte ihn um 1795. Im Hintergrund des Gemäldes sind Bücher sowie eine Statuette des Apollon zu sehen. Burckhardt stand in Kontakt mit Johann Wolfgang von Goethe, Johann Joachim Winckelmann, Salomon Gessner, Johann Caspar Lavater, Johann Heinrich Pestalozzi und Alexander Trippel. Durch Vermittlung von Alexander Trippel erwarb Burckhardt um 1780 die Sammlung von Gipsabgüssen aus dem Nachlass von Anton Raphael Mengs. Burckhardt war der Vater von Johann Ludwig Burckhardt, der vor allem unter seinem Pseudonym Sheikh Ibrahim Ibn Abdallah bekannt wurde.

Estland[Bearbeiten]

Kadrioru Kunstimuuseum, Tallinn:

Im Kadrioru Kunstimuuseum in Tallinn befinden sich die Porträts von Friedrich August von Sivers und Juliane Wilhelmine Sophie von Sivers. Graff malte beide Porträts um 1795.

Frankreich[Bearbeiten]

Musée du Louvre, Paris:

Der Louvre besitzt das Porträt des polnischen Kunstsammlers Christophe Urbanowski (gest. 1830). Das Porträt des Grafen entstand um 1791.

Musée des Beaux-Arts de Strasbourg, Straßburg:

Im Musée des Beaux-Arts de Strasbourg befindet sich eine eigenhändige Replik von Anton Graff nach seiner ersten Fassung des Porträts von Adam Friedrich Oeser (um 1776).

Polen[Bearbeiten]

Warschauer Nationalmuseum, Warschau:

In der Sammlung des Warschauer Nationalmuseums befindet sich das Porträt in Ganzfigur (226,5 cm × 135,5 cm) von Dorothea von Biron (1791).

Wilanów-Palast, Warschau:

Im Wilanów-Palast ist das Porträt von Stanisław Kostka Potocki (1785) ausgestellt.

Russland[Bearbeiten]

Puschkin-Museum, Moskau:

Im Puschkin-Museum befinden sich die beiden Porträts des Ehepaars Iwan Iwanowitsch Diwow (1762–1813) und seiner Ehefrau Elisabeth Petrowna Diwowa, geb. Gräfin Buturlin (1762–1813). Diwow war russischer General-Polizeimeister. Graff malte die Pendants 1794.

Eremitage, Sankt Petersburg:

Die Eremitage besitzt das Porträt des Schriftstellers Georg Leopold Gogel sowie jenes von Christoph Johann Friedrich von Medem. Graff malte beide Bilder 1796.

Schweiz[Bearbeiten]

Historisches Museum Basel, Basel:

Im Haus zum Kirschgarten ist das Porträt des einstigen Hausherrn, des Basler Seidenbandfabrikanten Johann Rudolf Burckhardt, ausgestellt. Graff porträtierte ihn um 1795.

Kunstmuseum Basel, Basel:

Das Kunstmuseum Basel besitzt ein Porträt von Elisabetha Sophie Augusta Graff (1771), der Ehefrau von Anton Graff.

Kunstmuseum St. Gallen, St. Gallen:

In der Sammlung des Kunstmuseums St. Gallen befindet sich das Porträt in Ganzfigur sitzend (160,5 cm × 98 cm) von Adrian Zingg (1790).

Museum Briner und Kern, Winterthur:

Carl Christoph von Hoffmann und seine zweite Ehefrau Friederike von Hoffmann, geb. von Dieskau (um 1780).

Das Museum Briner und Kern besitzt ein Porträt von Elisabetha Sophie Augusta Graff (1772/73), der Ehefrau von Anton Graff, sowie ein Porträt von Friedrich August III. (1768).

Museum Oskar Reinhart, Winterthur:

Das Museum Oskar Reinhart besitzt zwei der seltenen Familienporträts. Die beiden Gemälde gehören zu den bedeutendsten und größten Familienporträts, die Anton Graff geschaffen hat. Zum einen handelt es sich um das Porträt seiner eigenen Familie, das er 1785 im Auftrag von Peter von Biron gemalt hat (196 cm × 148 cm), zum anderen um jenes der Familie des Rittmeisters Ludwig Wilhelm von Stieglitz (165,5 cm × 204,5 cm). Graff porträtierte die Familie von Stieglitz um 1780/82. Die Porträtierten sind in beiden Familienporträts in Ganzfiguren gemalt.

Kunstmuseum Luzern, Luzern:

In der Sammlung des Kunstmuseums Luzern befinden sich das Porträt der Gräfin von Medem, geb. von Kleist (1796), sowie das Doppel-Porträt von Carl Christoph von Hoffmann und dessen zweiter Ehefrau, Friederike von Hoffmann, geb. von Dieskau (um 1780).

Kunsthaus Zürich, Zürich:

Zur Sammlung des Kunsthauses Zürich gehört das Doppel-Porträt von Hedwig Ulrika von Armfelt (auch Armfeld), geb. de La Gardie (1761–1832) und ihrer ca. 6- bis 7-jährigen Tochter (um 1793). Die Gräfin war mit Gustaf Mauritz Armfelt verheiratet.

Schweizerisches Landesmuseum, Zürich:

Im Schweizerischen Landesmuseum in Zürich befinden sich die Porträts von Salomon Gessner und seiner Ehefrau Judith Gessner, geb. Heidegger. Beide Porträts sind 1765/66 entstanden.

Vereinigtes Königreich[Bearbeiten]

Royal Collection, verschiedene Standorte im Vereinigten Königreich:

Die Royal Collection besitzt ein Selbstporträt (um 1787) sowie das Porträt von Sir Robert Murray Keith (1730–1795). Das Porträt entstand 1770. Sir Robert war seit 1769 als englischer Gesandter in Dresden, ab 1771 in Kopenhagen und von 1772 bis 1792 in Wien. Seit 1781 war er englischer Generalleutnant. Sir Robert war ein Vetter des preußischen Generalfeldmarschalls James Keith.

Literatur[Bearbeiten]

Kupferstich von Daniel Berger nach einem 1781 entstandenen Selbstporträt von Anton Graff. Abgebildet in der Literatur und Theater Zeitung. Publiziert bei Arnold Weber, Berlin 1781.
  • Johann Caspar Füssli: Joh. Caspar Füesslins Geschichte der besten Künstler in der Schweiz. Nebst ihren Bildnissen. Orell, Gessner, Füessli und Comp., Zürich, 1769–1779 (5 Bde.). Erwähnung von Anton Graff in Band 3, S. 240–248.
  • Ulrich Hegner: Ulrich Hegner’s gesammelte Schriften. Aus dem Leben eines Geringen (Fünfter Band, Kapitel: Leben Anton Graff’s von Winterthur, königl. Sächsischen Hofmalers und Professors an der Maler-Akademie in Dresden, 1815.) Gedruckt und verlegt bei G. Reimer, Berlin 1830.
  • Gustav Parthey: Jugenderinnerungen. Handschrift für Freunde. 2 Bände, Berlin Schade 1871.
  • Carl Clauß: Graff, Anton. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 9, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 565 f.
  • Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881.
  • Charlotte Steinbrucker (Hrsg.): Briefe Daniel Chodowieckis an Anton Graff. Vereinigung wissenschaftlicher Verleger, Berlin und Leipzig 1921.
  • Otto Waser: Anton Graff 1736–1813. Huber, Frauenfeld u. Leipzig 1926.
  • Erna Brand: Anton Graff. Staatl. Kunstsammlungen, Gemäldegalerie, 1964.
  • Anton Graff, Helmut Rötzsch und Hans-Martin Plesske: Anton Graff und seine Buchhändlerporträts. Dt. Bücherei, 1965.
  • Ekhart Berckenhagen: Graff, Anton. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 6, Duncker & Humblot, Berlin 1964, ISBN 3-428-00187-7, S. 729 f. (Digitalisat).
  • Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967 (Catalogue raisonné).
  • Peter Betthausen: Graff – Maler und Werk. Verlag der Kunst, Dresden 1973.
  • Ernest Giddey, Fribourg (Ed.): Préromantisme en Suisse? Editions Universitaires, 1982 (Colloques de la Société Suisse des Sciences Humaines).
  • Helmut Börsch-Supan: Die Deutsche Malerei von Anton Graff bis Hans von Marées 1760–1870. Verlag C.H. Beck, 1988.
  • Martin Bircher u. Gisold Lammel, Zürich (Hrsg.): Helvetien in Deutschland. Schweizer Kunst aus Residenzen deutscher Klassik 1770–1830. Zürich, Städtische Galerie zum Strauhof, 1990–91; Schwäbisch Hall, Hällisch-Fränkisches Museum, 1991.
  • Roland Kanz: Dichter und Denker im Porträt. Spurengänge zur deutschen Porträtkultur des 18. Jahrhunderts. Deutscher Kunstverlag, München 1993.
  • Jane Turner (Editor): The Dictionary of Art. (34 volumes). Macmillan (London); Grove, New York 1996.
  • Hans Ost: Melodram und Malerei im 18. Jahrhundert: Anton Graffs Bildnis der Esther Charlotte Brandes als Ariadne auf Naxos. Faste Michael Verlag, Auflage 1, Oktober 2002.
  • Marc Fehlmann und Birgit Verwiebe (Hrsg.): Anton Graff: Gesichter einer Epoche. (Ausstellungskatalog: Museum Oskar Reinhart, Winterthur; Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin.) München: Hirmer, 2013.
  • Robert Eberhardt (Hrsg.): Anton Graff–Porträts eines Porträtisten. Wolff Verlag, Berlin 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

Ausstellungsplakate im Hauptbahnhof Zürich zur Ausstellung Anton Graff: Gesichter einer Epoche im Museum Oskar Reinhart in Winterthur 2013.
 Commons: Anton Graff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Carl Clauß war Autor des Artikels über Anton Graff in der Allgemeinen Deutschen Biographie (ADB).
  2. Füessli ist eine alternative Schreibweise des Nachnamens von Johann Caspar Füssli.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 160.
  2. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 1.
  3. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 152.
  4. a b c d e Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 34.
  5. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 154.
  6. a b Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 7.
  7. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 8.
  8. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 12.
  9. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 13.
  10. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 10.
  11. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 11.
  12. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 47f. (Katalog der Werke)
  13. Ulrich Hegner: Ulrich Hegner’s gesammelte Schriften. Aus dem Leben eines Geringen (Fünfter Band, Kapitel: Leben Anton Graff’s von Winterthur, königl. Sächsischen Hofmalers und Professors an der Maler-Akademie in Dresden, 1815.) Gedruckt und verlegt bei G. Reimer, Berlin 1830, S. 64.
  14. a b Joh. Caspar Füessli: Geschichte der besten Künstler in der Schweiz nebst ihren Bildnissen (3. Theil). Verlag Orell, Gessner, Füessli und Comp., Zürich 1770, S. 245.
  15. Ulrich Hegner: Ulrich Hegner’s gesammelte Schriften. Aus dem Leben eines Geringen (Fünfter Band, Kapitel: Leben Anton Graff’s von Winterthur, königl. Sächsischen Hofmalers und Professors an der Maler-Akademie in Dresden, 1815.) Gedruckt und verlegt bei G. Reimer, Berlin 1830, S. 65.
  16. a b Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 39.
  17. Joh. Caspar Füessli: Geschichte der besten Künstler in der Schweiz nebst ihren Bildnissen (3. Theil). Verlag Orell, Gessner, Füessli und Comp., Zürich 1770, S. 244.
  18. a b Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 14.
  19. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 12.
  20. a b c Joh. Caspar Füesslin: Geschichte der besten Künstler in der Schweiz nebst ihren Bildnissen (3. Theil). Verlag Orell, Gessner, Füessli und Comp., Zürich 1770, S. 247.
  21. a b c Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 13.
  22. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 13.
  23. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 15.
  24. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 81.
  25. a b Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 294.
  26. Schweizerisches Geschlechterbuch IV, Jg. 1913. Basel 1912, S. 254.
  27. P. Leemann-van Elck: Judith Gessner: Die Gattin des Idyllendichters und Malers Salomon Gessner. Mit einer Auswahl ihrer Familienbriefe. Verlag Orell Füssli, Zürich und Leipzig 1942, S. 16.
  28. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 17.
  29. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 15.
  30. a b Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 18.
  31. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 18.
  32. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 19.
  33. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 20f.
  34. a b Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 21f.
  35. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 20.
  36. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 56.
  37. Gustav Parthey: Jugenderinnerungen. Handschrift für Freunde Band 1, Berlin Schade 1871, S. 39.
  38. a b c Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 303.
  39. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 22.
  40. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 23.
  41. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 24.
  42. a b c d Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 18.
  43. a b c Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 22.
  44. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 25f.
  45. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 36.
  46. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 50f.
  47. a b c Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 51.
  48. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 29.
  49. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 26–30.
  50. Joh. Caspar Füessli: Geschichte der besten Künstler in der Schweiz nebst ihren Bildnissen (3. Theil). Verlag Orell, Gessner, Füessli und Comp., Zürich 1770, S. 240f.
  51. a b Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 16.
  52. a b c Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 17.
  53. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 68.
  54. a b Sieghard Liebe, Lothar Kempe: Sächsische Schweiz und Ausflüge in die Böhmische Schweiz. Brockhaus, Leipzig 1974, S. 5.
  55. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 6.
  56. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 104f.
  57. a b c d e f Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 7.
  58. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 24.
  59. Wilanów Palast Museum, Warschau: Archiv des Wilanów Palasts und Verzeichnis der gesammelten Bilder von Potocki von 1798.
  60. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 83.
  61. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 216.
  62. a b Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 32.
  63. a b c Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 119.
  64. a b Ulrich Hegner: Ulrich Hegner’s gesammelte Schriften. Aus dem Leben eines Geringen (Fünfter Band, Kapitel: Leben Anton Graff’s von Winterthur, königl. Sächsischen Hofmalers und Professors an der Maler-Akademie in Dresden, 1815.) Gedruckt und verlegt bei G. Reimer, Berlin 1830, S. 79.
  65. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 62f.
  66. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 22.
  67. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 46.
  68. a b c Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 19.
  69. Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg: Mitteilung anlässlich der Ausstellung FRIEDERISIKO vom 28. April bis 28. Oktober 2012, Potsdam, Neues Palais und Park Sanssouci.
  70. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 43.
  71. a b c Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 321.
  72. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 32f.
  73. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 128.
  74. Ulrich Hegner: Ulrich Hegner’s gesammelte Schriften. Aus dem Leben eines Geringen (Fünfter Band, Kapitel: Leben Anton Graff’s von Winterthur, königl. Sächsischen Hofmalers und Professors an der Maler-Akademie in Dresden, 1815.) Gedruckt und verlegt bei G. Reimer, Berlin 1830, S. 75f.
  75. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 39.
  76. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 71.
  77. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 76.
  78. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 72.
  79. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 45.
  80. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 308.
  81. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 71.
  82. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 44.
  83. a b Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 43.
  84. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 77.
  85. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 339.
  86. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 81.
  87. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 82.
  88. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 348.
  89. a b c d Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 73.
  90. a b c d e f Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 30.
  91. Gustav Parthey: Jugenderinnerungen. Handschrift für Freunde Band 1, Berlin Schade 1871, S. 305.
  92. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 406.
  93. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 87.
  94. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 70.
  95. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 304.
  96. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 27.
  97. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 200f.
  98. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 243.
  99. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 23.
  100. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 203f.
  101. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 60.
  102. a b c Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 35.
  103. a b c Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 38.
  104. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 64.
  105. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 168.
  106. Ulrich Hegner: Ulrich Hegner’s gesammelte Schriften. Aus dem Leben eines Geringen (Fünfter Band, Kapitel: Leben Anton Graff’s von Winterthur, königl. Sächsischen Hofmalers und Professors an der Maler-Akademie in Dresden, 1815.) Gedruckt und verlegt bei G. Reimer, Berlin 1830, S. 74.
  107. a b Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 65.
  108. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 41f.
  109. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 176.
  110. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 39.
  111. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 352.
  112. Ulrich Hegner: Ulrich Hegner’s gesammelte Schriften. Aus dem Leben eines Geringen (Fünfter Band, Kapitel: Leben Anton Graff’s von Winterthur, königl. Sächsischen Hofmalers und Professors an der Maler-Akademie in Dresden, 1815.) Gedruckt und verlegt bei G. Reimer, Berlin 1830, S. 86.
  113. a b c Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 42.
  114. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 33.
  115. Johann Christian Hasche: Magazin der Sächsischen Geschichte, Erstes Stück, Revision der ausgestellten Kunstacademie Werke. Dresden 1784, S. 137.
  116. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 174.
  117. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 111.
  118. Richard Muther: Anton Graff – Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag E. A. Seemann, Leipzig 1881, S. 11.
  119. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 40.
  120. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 48.
  121. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 53f.
  122. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 61f.
  123. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 74.
  124. Ulrich Hegner: Ulrich Hegner’s gesammelte Schriften. Aus dem Leben eines Geringen (Fünfter Band, Kapitel: Leben Anton Graff’s von Winterthur, königl. Sächsischen Hofmalers und Professors an der Maler-Akademie in Dresden, 1815.) Gedruckt und verlegt bei G. Reimer, Berlin 1830, S. 77.
  125. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 55.
  126. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 28.
  127. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 29.
  128. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 57.
  129. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 27.
  130. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 55.
  131. [1] „Weil doch Original wohl nicht zu haben sind“ – Porträt / Kunst / Kopie: Die Porträtgemäldegalerie Gleims im Gleimhaus in Halberstadt.
  132. [2] Anton Graff (1736–1813). Meisterporträts der Aufklärung – Original / Kopie / Druck: Digitaler Katalog zur Ausstellung im Gleimhaus in Halberstadt vom 19. Januar bis 7. April 2013.
  133. a b Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 10.
  134. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 8.
  135. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 69.
  136. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 94.
  137. Otto Waser: Anton Graff. Verlag von Huber & Co., Frauenfeld und Leipzig 1926, S. 7.
  138. Neue Zürcher Zeitung, Zürcher Kultur: Neue Impulse am Stadtgarten: Fehlmanns Winterthurer Einstand. 9. Juli 2012.
  139. Alte Nationalgalerie Berlin: Anton Graff: 24. Oktober 2013 – Ende Februar 2014. Verein der Freunde der Nationalgalerie (Website).
  140. Nationalgalerie Staatliche Museen zu Berlin: Anton Graff – Gesichter einer Epoche. Letztes Wochenende – Pressemitteilung 2, 20. Februar 2013.
  141. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 158.
  142. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 164.
  143. Ekhart Berckenhagen: Anton Graff – Leben und Werk. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 1967, S. 286.