Dresdner Neueste Nachrichten

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Dresdner Neueste Nachrichten
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Beschreibung deutsche Tageszeitung
Verlag Verlag Dresdner Nachrichten GmbH & Co. KG
Erstausgabe 1990
Verkaufte Auflage
(IVW 2/2014, Mo–Sa)
24.529 Exemplare
Geschäftsführer Marc Zeimetz
Weblink www.dnn-online.de

Die Zeitung Dresdner Neueste Nachrichten (DNN) ist eine regionale Tageszeitung, die in der Stadt Dresden und ihrer Umgebung erscheint. Sie ist nach der Sächsischen Zeitung und der Dresdner Morgenpost die drittgrößte Zeitung der Region mit einer verkauften Auflage von 24.529 Exemplaren.[1]

Das Blatt ist zu 100 Prozent im Besitz der Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft mbH & Co.KG, in der auch die optisch ähnliche, jedoch wesentlich umfangreichere Leipziger Volkszeitung erscheint. Beide Zeitungen werden im Norddeutschen Format in der Druckerei der Leipziger Volkszeitung in Leipzig-Stahmeln gedruckt.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits seit 1893 erschien eine Zeitung mit dem Titel Dresdner Neueste Nachrichten, deren Erscheinen jedoch 1943 eingestellt werden musste.

Die als DNN bezeichnete Zeitung der Nachwendezeit entstand 1990 durch Zusammenschluss der DDR-Tageszeitungen Sächsische Neueste Nachrichten und Sächsisches Tageblatt, die zu DDR-Zeiten die Dresdner Publikationen der Blockparteien NDPD und LDPD waren.

Später fusionierten die DNN mit dem ehemaligen Bezirksorgan der DDR-CDU für den Bezirk Dresden, Die Union. Das gemeinsame Blatt erschien erstmals am 2. Dezember 1991. Der anfängliche Name Dresdner Neueste Nachrichten / Die Union wurde später wieder auf Dresdner Neueste Nachrichten geändert, bis heute steht jedoch weiterhin Die Union unter dem Titel.

Gegenwart[Bearbeiten]

Relaunch[Bearbeiten]

Mit dem Relaunch der Zeitungen „Leipziger Volkszeitung”, „Dresdner Neueste Nachrichten” und „Hannoversche Allgemeine” am 10. Mai 2014, die zur Mediengruppe Madsack gehören, hat sich die Optik der drei Titel vereinheitlicht. Damit werden nun noch mehr Inhalte der drei Zeitungen zentral in Hannover produziert. Das Konzept „Madsack 2018” zielt dabei auf die zentrale Herstellung überregionaler Inhalte für die Regionalzeitungen; diese erstellt die in Hannover ansässige Zentralredaktion Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).[3]

„Madsack 2018“ und die DNN[Bearbeiten]

Mit der Agenda „Madsack 2018“ kündigte die Madsack-Konzernspitze am 2. Oktober 2013 bei einer Führungskräftetagung der Mediengruppe in Hannover einen Umbau des Konzerns an.[4] Eine neue Zentralredaktion, die unter „RedaktionsNetzwerk Deutschland GmbH“ firmieren werde, solle laut Geschäftsführer Thomas Düffert „überregionale Inhalte in einer besseren Qualität bieten, als eine einzelne Regionalzeitung sie allein liefern könnte“. Aufbau und Leitung der Zentralredaktion übernehme Matthias Koch, derzeit Chefredakteur der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.[5]

Michael Konken vom Deutschen Journalisten Verband sprach von einem „Schlag gegen die Medienvielfalt“.[6] Der Betriebsrat befürchtet Arbeitsplatzverluste, die Schließung von Standorten, weitere tariffreie Zonen, die Abqualifizierung von Tätigkeiten und gravierende Nachteile für die Beschäftigen.[7]

Im Mai 2014 wurde bekannt, dass den „Dresdner Neueste Nachrichten” massive Stellenkürzungen bevorstehen: Rund 30 Prozent der 25 Stellen in der Redaktion soll wegfallen.[8] Ähnlich sieht es bei der LVZ aus: Bei der Mutter-Zeitung „Leipziger Volkszeitung” sollen rund 40 Mitarbeiter noch 2014 die Redaktionen verlassen, die Zahl der Vollzeitstellen sinkt bis Ende 2015 auf 90 (die LVZ hat laut DJV Sachsen etwa 165 Redaktionsmitarbeiter). Der Stellenabbau erfolgt Ressort übergreifend und betrifft Redakteure und Sekretärinnen. In den Außen-Redaktionen Delitzsch-Eilenburg, Wurzen-Grimma und Borna-Geithain sollen jeweils maximal drei Mitarbeiter verbleiben.[9][10] Die Leipziger Internet Zeitung und sogar der Mitteldeutsche Rundfunk sorgen sich da ernsthaft um die Zukunft des Lokaljournalismus in Mitteldeutschland.[11][12]

Chefredakteure[Bearbeiten]

Auflage[Bearbeiten]

Die Dresdner Neueste Nachrichten haben in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 37,7 Prozent gesunken.[13] Sie beträgt gegenwärtig 24.529 Exemplare.[14] Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 82,4 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[15]


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. laut IVW, zweites Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  2. Dresdner Neueste Nachrichten vom 14. März 2013.
  3. http://www.flurfunk-dresden.de/2014/05/22/madsack-2018-stellenabbau-bei-dnn-und-lvz-umbau-der-lvz-redaktion/comment-page-1/
  4. Regional erfolgreich in einem starken Verbund, Mitteilung der Mediengruppe Madsack, 2. Oktober 2013
  5. Madsack: Koch führt neue Zentralredaktion, Meedia, 7. November 2013
  6. "Madsack 2018": DJV befürchtet GAU, Meedia, 4. Oktober 2013
  7. Anne Schneller: Total-Umbau bei Madsack, Menschen Machen Medien 11/2013
  8. http://www.flurfunk-dresden.de/2014/05/22/madsack-2018-stellenabbau-bei-dnn-und-lvz-umbau-der-lvz-redaktion/comment-page-1/
  9. http://www.danielgrosse.com/blog/leipziger-volkszeitung-massiver-stellenabbau-bis-ende-2015/
  10. http://www.dwdl.de/nachrichten/45980/leipziger_volkszeitung_plant_massiven_stellenabbau/
  11. Weiter geht's mit dem Personalabbau bei der Leipziger Volkszeitung
  12. Massiver Stellenabbau bei der LVZ: Wie bedroht ist die Seele des Lokaljournalismus?
  13. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  14. laut IVW, zweites Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  15. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)

Weblinks[Bearbeiten]