Poggenpohl

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Poggenpohl Möbelwerke GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1892
Sitz Herford
Leitung Lars Völkel (Geschäftsführer)
Mitarbeiter 500 (2012)
Umsatz 111 Mio. Euro (2010)[1]
Branche Möbelhersteller
Produkte KüchenmöbelVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.poggenpohl.com

Poggenpohl ist ein deutscher Küchenmöbelhersteller mit Sitz im ostwestfälischen Herford in Nordrhein-Westfalen. Das Unternehmen zählt zu den ältesten Küchenmarken in Deutschland und produziert ausschließlich am Standort Herford.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Tischlermeister Friedemir Poggenpohl kam am 7. August 1859 in Hörde bei Dortmund als Friedemir Schulze zur Welt. Den Namen Poggenpohl (westf. für Froschtümpel) nahm er 1880 aus Dankbarkeit gegenüber der Familie seiner Tante gegenüber an, bei der er nach dem frühen Tod beider Eltern aufgewachsen war. Das Firmen-Signet der Firma zeigte über viele Jahrzehnte selbstbewusst Kaulquappen. Im Jahre 1892 gründete der einen Tischlereibetrieb mit angeschlossener Möbelhandlung in Bielefeld. Fünf Jahre später siedelte der Betrieb 1897 ins benachbarte Herford über und etablierte sich im heute noch bestehenden "Schieferhaus" Holland 29. Da diese Räumlichkeiten aber bald zu eng wurden, wurde 1920/21 ein geräumiger Neubau an der Bünder Straße errichtet (heutiges SULO-Gelände). Ebenfalls 1921 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Trotz der wirtschaftsbedingten Schwierigkeiten besaß die Firma Ende der 20er Jahre 200 Mitarbeiter. Nach Poggenpohls frühem Tod am 4. August 1924 geriet die Firma nicht zuletzt aufgrund der allgemeinen Wirtschaftslage in ernsthafte Schwierigkeiten, die erst zur Mitte der 1930er Jahre behoben werden konnten. Wesentlicher Faktor war hierbei der Eintritt von Walter Ludewig in das Unternehmen im Jahre 1935, das er von 1940 bis 1987 als persönlich haftender Gesellschafter leitete. Er hat die Entwicklung der Küchenmöbel von der „Reformküche“ zur „Anbauküche“, wie das System der Serienfertigung von Küchen damals genannt wurde, entscheidend geprägt. Die erste deutsche Anbauküche führte Poggenpohl 1950 ein. 1971 erfolgte der Umzug in das neue Industriegebiet Herringhausen. Als sich Walter Ludewig 1987 im Alter von 77 Jahren aus dem Unternehmen zurückzog, verkaufte er die Firma an einen schwedischen Konzern. Nach zwei weiteren Besitzerwechseln ist die Poggenpohl Möbelwerke GmbH seit dem Jahr 2000 Teil des schwedischen Küchenkonzerns Nobia AB. Seit September 2011 führt Lars Völkel als Geschäftsführer den Herforder Küchenhersteller. Im September 2012 feierte das Unternehmen sein 120-jähriges Bestehen. [3]

Poggenpohl-Lehrküche aus den 1950er Jahren im Gymnasium Siegburg Alleestrasse

An Meilensteinen in der Entwicklung der Poggenpohl-Küchen seien genannt:

  • Kurz nach der Frankfurter Küche hatte Poggenpohl 1928 seine "Reformküche" präsentiert, die aus verbundenen Schränken, einem separaten Schuhschrank sowie Spüle, Tisch und Stuhl bestand und den damaligen technischen Errungenschaften Rechnung trug. Die neuartige Oberfläche der Reformküche wurde unter dem Namen „Zehner-Schleiflack“ (Zur Verdichtung der Oberfläche je fünf Mal lackiert und abgeschliffen) bekannt.
  • 1952 folgte die Einbauküche Form 1000. Die Designlinie "Form 1000" wurde 1950 auf der Kölner Möbelmesse vorgestellt und um 1960 weltweit exportiert.
  • 1968 führte Poggenpohl die erste Massivholzküche auf dem Markt ein und leitete damit den Trend zur Holzküche ein.
  • In Zusammenarbeit mit Luigi Colani und dem Institut für Umweltphysiologie entstand 1970 das „experiment 70“, die futuristische Studie einer Kugelküche.
  • Im neuen Jahrtausend gelang es Poggenpohl in Kooperation mit namhaften Designern wie Jorge Pensi, Porsche Design Zell am See oder Hadi Teherani, Küchenkonzepte zu entwickeln, die den Wohnraum mit dem Küchenraum ganzheitlich verbinden.

Produktion und Konzepte[Bearbeiten]

Alle Poggenpohl Küchen werden ausschließlich am Firmensitz in Herford produziert. Die Küchenmodelle werden unterschieden nach +Segmento, +Modo, +Artesio und die Poggenpohl-Porsche-Design-Küche P´7340. Die zahlreichen Konzepte wurden bereits mit vielen internationalen Awards ausgezeichnet.[4]

Absatzmärkte[Bearbeiten]

Der Absatzmarkt beschränkte sich zunächst nur auf den Inlandsmarkt. Ab Ende der 1950er Jahre begann der Export in die Nachbarländer. Ende der 60er Jahre hat sich der Verkauf auf elf europäische Länder ausgeweitet. In den 80er Jahren war Poggenpohl bereits in 41 Ländern vertreten und hat 1989 einen Exportanteil von 46%.

Heute werden Poggenpohl-Küchen über rund 450 Händler weltweit, davon allein etwa 100 in Deutschland, verkauft. Außerdem gibt es 35 eigene Verkaufsstudios, davon sieben in Deutschland und acht in Großbritannien. Poggenpohl hat Standorte in mehr als 70 Staaten, darunter China, Japan, Indien, Australien, Neuseeland, die USA, Kenia, die Vereinigen Arabischen Emirate sowie beinahe alle Staaten Europas.

Umsatz[Bearbeiten]

Im Jahre 2010 betrug der Umsatz 111 Millionen Euro.[5]

Mitarbeiter[Bearbeiten]

Weltweit sind 500 Mitarbeiter beschäftigt, davon 350 in Herford.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.euwid-moebel.de/news/unternehmen/einzelansicht/Artikel/poggenpohl-hat-umsatz-2010-wieder-um-6-verbessert.html
  2. http://www.nw-news.de/owl/regionale_wirtschaft/4952898_Poggenpohl_bleibt_doch_in_Herford.html
  3. http://www.moebelmarkt.de/news/poggenpohl-neuer-markenauftritt-und-mehr-zur-kuechenmeile-a30-38279.html
  4. http://exhibition.ifdesign.de/winner_de.html?ma_id=107
  5. http://www.euwid-moebel.de/news/unternehmen/einzelansicht/Artikel/poggenpohl-hat-umsatz-2010-wieder-um-6-verbessert.html

Weblinks[Bearbeiten]

52.1294444444448.6383333333333Koordinaten: 52° 7′ 46″ N, 8° 38′ 18″ O